Sparen mit den richtigen Karten – Pokern an der Kasse

Vier verschiedene Rabattkarten versprechen Augsburgs Studenten allerhand geldwerte Vorteile

Geiz ist bekanntlich geil. Besonders Studenten sind es, die sich diesem Motto verpflichtet fühlen. Ein Blick auf das arg gebeutelte Girokonto genügt: Sparen ist angesagt! Zwar lässt sich dank Studentenausweis in so manchem Augsburger Geschäft hier und da ein Euro sparen, doch ist das noch lange nicht die günstige Regel. Grund Genug für Presstige, die Fuggerstadt zur Knauserhauptstadt zu machen.

Von Dominik A. Hahn

Bis vor kurzem tobte in den Augsburger Einkaufsmeilen ein erbitterter Rabattkarten-Vierkampf. Es traten an: die von der Stadt und der City Initiative Augsburg (CIA) ins Leben gerufene Augsburg Card, die Karokard der Stadtwerke und die ähnlich aufgestellte easy living-card der Lechelektrizitätswerke (LEW) sowie die Classic Card der Vereinigten Wertach Elektrizitätswerke (VWEW). Nun ist die Schlacht geschlagen, die Sieger stehen fest: Es war nicht die Augsburg Card mit ihrem veralteten Punkte-System. Die Kundenkarten der Stadt- und Lech- bzw. Wertachwerke setzte auf den „Rabatt-vor-Ort“-Service. Heißt, der Käufer zahlt gleich an der Kasse weniger. Dass dieses System einfacher und kundenfreundlicher ist, musste sich sogar die CIA eingestehen. Seit dem 1. April ist die Augsburg Card mit all ihren Akzeptanzstellen in das Karokard-System integeriert. In rund 350 Augsburger Geschäften lässt sich jetzt der reguläre Preis ordentlich drücken. Es sind dann bis zu 40% Rabatt möglich. Für Studenten, die gerne über den Augsburger Tellerrand hinausschauen, bietet die Kooperation mit der easy living-card und der Classic Card ca. weitere 80 Akzeptanzstellen in ganz Bayerisch-Schwaben. Egal ob verbilligte Konzertkarten, Preisnachlass beim Eintritt zu den Augsburger Panthern oder Vergünstigungen in zahlreichen Restaurants, mit der Karokard, easy living-card und der Classic Card ist der ein oder andere Kneipenexzess mehr möglich. Alle drei Karten sind kostenlos zu haben. Sparfüchse können fast nichts falsch machen. Um den Service allerdings nutzen zu können, müsst ihr Kunde von einem der drei lokalen Stromlieferanten sein. Jürgen Dillmann, Sprecher der Stadtwerke, erläutert: „Durch die KAROCARD möchten wir den Wirtschaftsraum Augsburg stärken und eine möglichst hohe Kundenbindung an unser Haus erreichen.“ Bekommt ihr anderen Strom, bieten die Elektrizitätswerke Landsberg (EWL) jedoch ein Schlupfloch. Sie sind Mitglied des easy-living-Kartenverbunds, bieten aber auch Nicht-EWL-Kunden die Karte für zwei Euro im Monat an. Diese kann zusätzlich bei Landsberger Akzeptanzstellen eingesetzt werden.
Beim Thema Datenschutz sind sich die einzelnen Kartenanbieter uneins. Auf der Karte sind Name, Adresse und Kundennummer gespeichert, doch werden diese Daten laut LEW nicht weitergegeben. Nicht so bei den Stadtwerken. Besitzt das Geschäft ein Kartenlesegerät, werden alle verfügbaren Daten eingelesen und nicht nur die Kundennummer zur Kundenidentifikation, wie es bei den Lechwerken der Fall ist. Wie mit den Daten im Anschluss verfahren werde, konnte auf Anfrage von Presstige nicht erklärt werden. Beruhigend ist allein die Tatsache, dass nur eine geringe Zahl von Geschäften die Karten tatsächlich einlesen. Meistens genügt das Vorzeigen. Auf dasselbe Rabattsystem baut auch die überregionale card4students auf. 76 Möglichkeiten, euren Geldbeutel zu schonen, bietet die Karte allein in Brechts Geburtsstadt. Zum Knausernetz zählen Clubs wie „mo’town“ und „Kerosin“, wie auch allerlei Kneipen, Cafés, Fitnessstudios und die „uni-copy“-Filialen. Leider schlägt die card4students mit saftigen 30 Euro Jahresgebühr zu Buche, nur die Testphase ist kostenlos. Da können dann auch mal die durch die Karte eingesparten Moneten flöten gehen. In der Fuggerstadt bieten sich zudem weitaus weniger Möglichkeiten zum Sparen als bei ihren Augsburger Pendants. Dafür ist sie aber in 35 anderen Städten wie München, Berlin, Köln oder Hamburg einsetzbar.

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