„Iss Kind, iss!“

Was braucht der Ott-Normal-Student, um seine Gehirnzellen für den täglichen Gang in die Uni fit zu machen?

„Die Mensa ist der Horror!“

All diejenigen, die nicht aus prinzipiellen Erwägungen Großküchen ablehnen, sondern aus Kostengründen schon mal den Gang in die Mensa wagen, sollten sich fragen: Ist das, was ich da vorgesetzt bekomme, ernährungswissenschaftlich ideal?

Von Tamara Bianco

Dagmar Henschen, Dipl. Oecotrophologin aus Augsburg, sollte ein zufällig gewähltes Menü der Uni-Mensa begutachten. Auf der Speisekarte standen Schweinerückensteak „Mexikanisch“ mit Pommes Frites und Tortillas für die vegetarische Fraktion. „Ist das denn alles gebraten und frittiert?“ Ernährungswissenschaftlich ist das nämlich der Super-Gau. Zuviel Fett, das ist ja nichts Neues, ist einfach nicht optimal. Besser wäre es, so Henschen, wenn man unter mehreren Beilagen wählen könnte und so das Steak mit gesunden Salzkartoffeln statt mit fettigen Pommes zur sättigenden Mahlzeit machen könnte. Und wenn das nicht geht? „Ein Tipp ist zum Beispiel die Panade von Frittiertem abzumachen. Da lässt man schon einen großen Anteil Fett auf dem Teller.“ Aber nicht nur der Fettgehalt im Essen ist entscheidend: Viel Vollkorn, Obst und Gemüse ist besonders für Studenten ratsam. Schließlich müssen ihre Gehirnzellen ja Hochleistungen vollbringen. Alkohol wirkt dabei übrigens kontraproduktiv. Erstens gehört er mit sieben Kalorien pro Gramm nicht gerade zu den Leichtgewichten, zweitens hemmt er den Fettstoffwechsel. Beim nächsten Mensabesuch ist es ratsam, auch mal eine Gemüsebeilage statt Pommes zu wählen. Außerdem kann man die nette Dame an der Ausgabe bitten, die Röstzwiebeln auf den Krautspätzle wegzulassen. Und ganz wichtig: Richtig satt essen. Wer nach dem Mittagessen schon wieder an den nächsten Schokoriegel denkt, hat dem Körper nicht ausreichend Futter gegeben. Dann lieber noch einen Euro in ein Schälchen Obstsalat investieren. Das schmeckt auch süß und landet nicht direkt auf den Hüften.

Döner & Co.

Beim 22-jährigen Mechatronikstudenten Anatoli ist es oft in der Früh schon hektisch: „In der Eile habe ich oft nur Zeit für einen schnellen Kaffee mit Sahne und ein Spritzgebäck in der FH-Cafete. Aber das Mittagessen kommt bestimmt.“ Die Ernährungswissenschaftlerin empfiehlt: Wichtig für alle Studierenden ist ein gesundes Frühstück mit Müsli oder Vollkornbrot. Über Nacht sind die Speicher des Körpers völlig ausgelaugt und müssen dringend mit Nachschub versorgt werden. Das ist besonders für die 24-jährige Anglistik-Studentin Maggie schwer: „Vor 11 Uhr bekomme ich normal gar nichts runter.“ Auch hier hat Frau Henschen einen guten Tipp: „Wer morgens keinen Appetit hat, sollte es mal mit Molke oder Trinkjoghurt probieren, die belasten nicht und müssen auch nicht gekaut werden. Wer sich ansonsten ausgewogen ernährt, kann auch ab und zu mal sündigen und am Dönerstand vorbei schauen.“ Aber wie ist das eigentlich mit Döner und anderem Fastfood? Der Klassiker BigMäc bringt es auf stolze 503 Kalorien und 25g Fett. Wenn man dazu noch eine mittlere Portion Pommes bestellt, kann man noch mal 333 Kalorien plus 17g Fett draufschlagen. Es lohnt sich, einen Blick in die Nährwerttabelle von McDonald’s zu werfen. Wer sich beim Döner-Genuss damit tröstet, dass auch gesunder Salat und Joghurt auf dem türkischen Sandwich zu finden sind, der sei hier eines besseren belehrt: Ein einziger Kebap kann bis zu 700 Kalorien haben – also ein Drittel des täglichen Energiebedarfs. Vorsicht auch bei Salatsoßen: Viel Eiweiß und Fett sorgen dafür, dass das gesunde Gemüse zu einer Kalorienbombe mutiert. Entwarnung gibt es für den Klassiker Ravioli aus der Dose: Der hat pro 100g gerade mal 74 Kalorien und 1g Fett. Wenn es also unbedingt Fastfood sein muss, dann lieber die Teigtäschchen. Aber mal ehrlich: So viel Zeit benötigt man nicht, um sich selbst einen Teller Nudeln mit Tomatensoße zu zaubern. Energiegehalt: etwa 500 Kalorien. Und der Geldbeutel freut sich auch.
Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper

Nicht nur die Ernährung ist wichtig für ein gesundes Leben. Wer Sport treibt, baut Muskeln auf, die dann auch im Ruhezustand vermehrt Kalorien verbrennen. Regelmäßige Bewegung unterstützt zudem die Knochensubstanz. Da Studierende naturgemäß viel im Sitzen arbeiten, ist Sport außerdem die optimale Vorbeugung für Rückenleiden.

Tipps gibt es mehr als genug, aber wie umsetzen? Der finanzschwache Student greift eher mal zum günstigen Fertiggericht, anstatt selber zu kochen – für eine Person ist der Aufwand einfach zu hoch. Deshalb: Studenten dieser Universität, vereinigt euch!

Studenten kommen zu Wort:

Wolfgang (24), Physik:
Wenn’s morgens schnell gehen muss, gibt’s zum Frühstück Kaffee und einen Donut in der Cafete. Ich esse gern zweimal pro Tag warm, aber nur noch zwei bis drei Mal pro Woche in der Mensa. Sonst Mitgebrachtes von daheim – Mama kocht immer noch am besten! Oder Pasta mit Pesto oder Fertigsoße. Richtig kochen lohnt sich kaum in meinem Single-Haushalt. Ich kaufe gern Pizza oder Burger bei Mr. Onions oder im Murphy’s. Fast Food gibt’s nur am Wochenende beim Weggehen.

Verena (26), Politik:
Kein Frühstück! Außer am Wochenende, dann aber so richtig. Da macht mein Freund mir Rühreier, wenn ich brav war. Wenn ich allein bin, gibt’s sonst einfach Brotzeit, Pizza oder Kartoffeltaschen von Aldi. Vom Mensa-Essen wird mir immer schlecht. Fast Food? Gern, vor allem verkatert – am liebsten Mc Donald’s.

gesammelt von Michael Sentef

Autor des Artikels

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