„Sicherheit interessiert keinen“

Zwischen Krieg und Frieden: Der Außen- und Sicherheitspolitische Studienkreis

Bei der Fülle angebotener Initiativen kann man leicht den Überblick verlieren. Wer sich nicht genau erkundigt, droht im Überangebot unterzugehen. Wie wäre es zum Beispiel mit der ganz großen Politik?
„Keinen hat das Thema Sicherheit interessiert, deshalb haben ein paar Freunde und ich im Sommersemester 1997 diesen Verein gegründet“, sagt Stefan Löwl, Jurastudent und einer der zwölf Gründerväter des Außen- und Sicherheitspolitischen Studienkreises (ASS) Augsburg e.V.Bitte lächeln: Schlipsträger unter sichVon Johann-Jakob Wulf

“Es gab zu wenig Möglichkeiten, sich an der Uni Augsburg außen- und sicherheitspolitisch fortzubilden.” Mit Vortragsreihen, Exkursionen, Rhetorikseminaren und Politikplanspielen („Pol&IS“) soll anderen Studenten das wichtige Thema Sicherheits- und Außenpolitik näher gebracht werden.

Die ersten Themen waren schnell gefunden und haben bis heute nichts an ihrer Aktualität eingebüßt: „Recht auf Krieg und Recht im Krieg“, „China“ und „Wasser als Konfliktstoff“. Mit Aufbauhilfe des Münchner Arbeitskreises „Wissenschaft und Studium“ und mit Bundesgeldern für politische Bildung erzielten die Gründer eine hohe, stetig wachsende Resonanz. Einige Höhepunkte waren Informationsreisen zum Auswärtigen Amt, zur NATO nach Brüssel sowie Exkursionen nach Polen und Frankreich. Beliebt ist auch das alljährliche Politikplanspiel „Pol&IS“ in Dinkelscherben am Anfang der Adventszeit.

Wehrdienstverweigerer und Frauen: Sicherheit ist für alle da

Der ASS Augsburg versteht sich ganz bewusst nicht als Militärvereinigung oder Reservistenverein. Im Gegenteil: Auch Wehrdienstverweigerer sind in den Reihen zu finden – ebenso zahlreiche Frauen: „Das einzige, was zählt, ist Engagement.“

„Nachwuchs zu fördern: Das haben wir in den letzten Jahren leider ein wenig vernachlässigt“, gibt Löwl zu. Die hohe Fluktuation hat auch der Augsburger Studienkreis zu spüren bekommen.

Seit 2005 gibt es einen neuen Vorstand, der mit neuen Themen versucht, das studentische Bewusstsein für außen- und sicherheitspolitische Fragen zu schärfen. Thema der letzten Vortragsreihe: „Unbemerkte Genozide – Ruanda und Kambodscha“. Im diesem Semester erwartet die Studenten das Thema „Geheimdienste“. „Im letzten Jahr haben wir mit der Uni Trier und der Akademie für Friedens- und Konfliktforschung in Hamburg zusammengearbeitet. Für das neue Jahr planen wir mit Referenten des Bundesnachrichtendienstes (BND) und des Militärischen Abschirmdienstes Deutschlands (MAD). Wir haben bereits eine Zusage des Landesbeauftragten für die Unterlagen der Staatssicherheit der ehemaligen DDR. Außerdem steht ein Rhetorikseminar für alle Mitglieder und Interessierten auf dem Programm.“

Gründung: 1997

Mitglieder: etwa 40

Jahresbeitrag: 5 Euro

Kontakt-Mail: ass-augsburg@gmx.de

Internet: www.ass-augsburg.com

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