Licht am Ende des Tunnels

Gastkommentar: Die Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) ist noch keine „Elite“-Universität. Aber mit der Exzellenzinitiative und den Studiengebühren ist sie auf einem guten Weg dorthin.

Von Christoph Kreileder

Kaum war die Entscheidung gefallen, da ging das Jammern los. Als die Deutsche Forschungsgemeinschaft und der Wissenschaftsrat am 13. Oktober 2006 die Ludwig-Maximilians-Universität in München – neben zwei technischen Universitäten – zu einem der drei Sieger der Exzellenzinitiative erklärten, sahen bereits einige schwarz: „Unsere Universität ist tot“ oder „Deutsche Unis noch lange nicht Harvard“ lauteten die Überschriften auf sueddeutsche.de. Der Grund: Die Exzellenz-Projekte der Münchner Uni entspringen allesamt den Naturwissenschaften – und die Gelder werden dabei nicht zur Verbesserung der Studienbedingungen genutzt.

Was heißt „Elite“ für die Studenten?

Zugegeben: Wer in München Politik oder Kommunikationswissenschaft studiert, der merkt von den „Exzellenzclustern“ der „Integrated Protein Science“ erst einmal wenig. Und die alten Holzbänke im Audimax sind noch nicht durch neue Mahagonitische ersetzt worden. Auch den Verantwortlichen der LMU ist bewusst, dass das ständige Gerede von der „Elite“-Universität übertrieben ist: „Dieser Begriff ist von den Medien geprägt worden. Eine Elite-Universität wie Harvard hat natürlich unendlich viel mehr Geld zur Verfügung“, stellt Luise Dirscherl, Pressesprecherin des Rektors, klar.

Konstruktive Kritik statt nutzlosem Nörgeln

Doch das ist noch lange kein Grund das gesamte Projekt zu verteufeln. Schließlich wird sich der Ruf der Universität durch die Exzellenzinitiative in den kommenden Jahren stetig verbessern – durch die intensive Forschung in den Exzellenzbereichen. Dass dabei an der LMU nur naturwissenschaftliche Projekte das Rennen gemacht haben, kann man kritisieren. Doch gemeinschaftliche Clusterforschung ist in diesen Fächern eben leichter, als in den Geistes- und Sozialwissenschaften.

So war der Wettbewerb angelegt. Natürlich müssen sich auch die Studienbedingungen verbessern. Doch auch dafür wurde gerade eine Grundlage geschaffen: mit den Studiengebühren. Hier profitieren alle Einrichtungen der Universität – durch direkte finanzielle Unterstützung, abhängig von der Zahl ihrer Studenten. Man könnte sagen: Mit der Exzellenzinitiative und den Studiengebühren ist für die deutschen Universitäten wieder Licht am Ende des Tunnels in Sicht. Und wer beide Initiativen kritisiert, dem sei die Frage gestellt: Wo sollen wir sonst anfangen?

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