Mein schönstes Ferienerlebnis

Studierend arbeitslos

Seit Tagen trübes Wetter, seit Tagen trübe Stimmung.

Von Tanja Thomsen

Mit Jogginghose auf dem Sofa treffe ich die guten Bekannten wieder, die mir jeden Tag treu zur Seite stehen und ambitioniert bei der Konfliktbewältigung helfen wollen: Richter Alexander Hold, Britt und Vera, Oliver Geissen und das Strafgericht. Und erst die liebe Verwandtschaft mit den mehr oder minder wohlwollenden Ratschlägen: Die schrecklich nette Familie oder eine himmlische (je nach Lust und Laune), McLeods Töchter oder auch mal „Mein Baby“. Ja, we are family! Schoki mampfend gucke ich zu wie sie glücklich sind, Erfolge feiern und ihren wichtigen, weltbewegenden Jobs nachgehen. Oder ich beobachte lethargisch wie die Pfunde auf der Waage steigen und das Geld auf dem Konto langsam dahin schmilzt. Sollte es nicht umgekehrt sein? Ich weiß, ich bin nicht wirklich arbeitslos – ich bin ja „hauptberuflich“ studierend –, aber es ist dieselbe Hoffnungslosigkeit und dasselbe lähmende, an den Fernseher fesselnde Unbehagen, das ich bei den vielen verzweifelten Menschen aus den Talkshows nie verstanden habe. Sinkender Mut, schwindendes Selbstvertrauen, zähe Untätigkeit. Wer hätte gedacht, dass mir zum ganzen Glück mal die Arbeit fehlt. Ausgerechnet Arbeit! Gerade als ich mir zu „Besser essen“ eine Tafel Milka Vollmilch aufreiße, klingelt das Telefon: „Wir haben Ihre Bewerbung erhalten. Wann können Sie bei uns anfangen?“ Happy End! Plötzlich geht die Sonne auf und das Leben schmeckt mir wieder – auch ohne Schokolade!

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