Interview – „Probier ich’s auch!“

Wie eine Stipendiumsbewerbung erfolgreich laufen kann

Christian Karrer studiert Theologie auf Diplom sowie Deutsch und Religion auf Gymnasiallehramt an der Uni Augsburg. 2008 hat er sich erfolgreich für ein Stipendium der Hanns-Seidel-Stiftung beworben. presstige hat sich für euch mit ihm getroffen, um mehr über seine erfolgreiche Bewerbung zu erfahren.


Von Julia Kling

Wie bist du auf die Hanns-Seidel-Stiftung bzw. ein Stipendium aufmerksam geworden?

Eine Freundin hat sich bei der Konrad-Adenauer-Stiftung für ein Stipendium beworben, da dachte ich mir, probier ich das auch mal. Es gibt ja verschiedene Stiftungen und man sollte sich eine aussuchen, mit deren Ausrichtung man sich identifizieren kann. Und die Veranstaltungen der Hanns-Seidel-Stiftung finden alle in Bayern statt, was für mich auch ganz praktisch ist.

Was musstest du für die Bewerbung alles vorweisen? Noten, Gutachten, Zeugnisse …

Ich musste die Zeugnisse der letzten Jahre, ein Gutachten eines Uni-Dozenten und einer Person aus dem öffentlichen Leben – bei mir ein befreundeter Priester -, dann das Antragsformular und ein handgeschriebenes Motivationsschreiben einreichen.

Wie lief das Auswahlverfahren ab?

Es gab ein Wochenende in Wildbad Kreuth mit 100-120 Bewerbern. Dort wurden Einzelgespräche und eine Gruppendiskussion unter Beobachtung geführt. Dann musste man einen Essay über ein politisches, kirchliches oder öffentliches Thema schreiben. Der Aufsatz sollte über „Die Rolle der Kirche in der Gesellschaft“ gehen – da ich Theologie studiere hatte ich ziemliches Glück damit. Zwei bis drei Monate später kam dann die Zusage!

Was für eine Förderung erhältst du?

Es gibt eine finanzielle und eine ideelle Förderung der Stiftung. Die finanzielle wird am eigenen Gehalt, oder dem der Eltern angelehnt und nach dem BAföG-Satz bemessen. Und dann gibt’s noch die Seminare, von denen man mindestens eines pro Jahr besuchen muss. Anfangs gibt es eine Grund- und später eine Aufbauakademie. Die Seminare kann man sich aus einem Katalog, ähnlich dem Vorlesungsverzeichnis, aussuchen. Es gibt verschiedene Themen aus Medizin, Politik oder BWL und so weiter, meist mit gesellschaftlichem oder politischem Bezug.Gibt es eine zeitliche Begrenzung des Stipendiums?

Die Förderung läuft so lange wie die Regelstudienzeit.

Wie sieht denn die Betreuung an der Uni Augsburg aus?

Es gibt an jeder Uni eine Hochschulgruppe. Die veranstaltet ein regelmäßiges Treffen pro Semester, an dem man zum Beispiel essen geht, dann einen Stammtisch und verschiedene Veranstaltungen wie Vorträge, Theaterbesuche und so … das ganze ist relativ freiwillig, aber man sollte schon bei ein paar Veranstaltungen vorbeischauen.

Spielt die Partei bzw. die politische Ausrichtung innerhalb der Stiftung eine große Rolle?

Ja und nein. Obwohl die Hanns-Seidel-Stiftung der CSU nahe steht, ist es nicht zwingend, in der Partei Mitglied zu sein. Es liegt aber nahe, da man sich mit der Ausrichtung der Stiftung und ihren Inhalten identifiziert.

Was bedeutet das Stipendium konkret für dich? Welchen Nutzen hast du?

Zunächst einmal ist da die finanzielle Förderung, die mit ein Bewerbungsgrund war.

Aber auch die ideelle Förderung ist nicht zu vergessen, da die Veranstaltungen oft sehr interessant sind, wie z.B. ein Seminar an dem Abläufe der EU als Planspiel simuliert wurden. Man lernt nette Leute aus allen möglichen Fachbereichen und auch von vielen anderen Universitäten kennen. Daraus entwickelten sich inzwischen wirklich gute Freundschaften. Und man bekommt Kontakte, die einem später nützlich sein können.

Am Ende jedes Semesters muss man noch einen Semesterbericht abgeben, in dem man über sein ehrenamtliches und politisches bzw. hochschulpolitisches Engagement sowie über die Seminare der Stiftung, die man während des Semesters besucht hat, berichtet. Diesem werden noch aktuelle Noten beigelegt.

Also: Bewerbt euch! Nicht denken, man ist zu schlecht. Es entscheiden nicht nur eure Noten, sondern auch euer Engagement, euer Auftreten und euer Mut!

 

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