Wie werde ich ihn los… in 10 tweets?

Zufällige Begegnung – Freundschaftsanfrage – Bestätigung…

So nimmt das Unglück seinen Lauf!

Heutzutage geht eigentlich gar nichts mehr ohne Social Networks. Bist du nicht dabei, bist du quasi nicht existent. Bist du dabei, wirst du ständig mit sinnfreiem „Anstupsen“, „Gruscheln“ und teilweise extrem unliebsamen Freundschaftsanfragen konfrontiert. Noch schlimmer wird es allerdings, wenn aus den sogenannten „Freunden“ oder harmlosen „Followern“ penetrante Headhunter werden.

 

Von Chrissy Dorn – Illustration: Katharina Uhl & Madeleine Schuster

Heutzutage geht eigentlich gar nichts mehr ohne Social Networks. Bist du nicht dabei, bist du quasi nicht existent. Bist du dabei, wirst du ständig mit sinnfreiem „Anstupsen“, „Gruscheln“ und teilweise extrem unliebsamen Freundschaftsanfragen konfrontiert. Noch schlimmer wird es allerdings, wenn aus den sogenannten „Freunden“ oder harmlosen „Followern“ penetrante Headhunter werden.

Ich eile von der einen Vorlesung zur anderen. Noch schnell einen Instant Kaffee zwischendurch. Der ist kein kulinarischer Hochgenuss, führt mir aber die richtige Dosierung Koffein zu. Zack, rein in die Cafete und noch eben die Mensa-Card aufladen. Kurz vor dem Automaten bekomme ich einen Rugby-artigen Kick in die Seite. Der aufkommende Wutausbruch, unterstützt durch akuten Koffein-Mangel, wird in circa drei Sekunden komplett ausgebremst. Denn es war alles nur ein „Versehen“ und der vermeintliche Rugby-Trampel entpuppt sich als 1,80 Meter großer Traummann mit türkisblauen Augen. Freundlich entschuldigt er sich bei mir, wir kommen ins Gespräch. Und schwupps gehe ich nicht nur mit einem heißen Kaffee, sondern auch mit seiner Telefonnummer und dem dazugehörigen Date in die nächste Vorlesung…

Zwei Tage, vier Vorlesungen und ein katastrophales Date später

Alles fing ganz nett an, bis der Traummann seinen Redefluss nicht mehr unter Kontrolle hatte. Viel zu viele Infos über sein tägliches Workout und seinen unglaublichen Muskelaufbau in Trizeps, Bizeps und sonstigen Zepsen, von denen ich noch nie gehört habe! Natürlich sollte ich noch seine Haustiere erwähnen – er besitzt 3 Leguane und eine Schlange in seinem 23-Quadratmeter(!)-Appartement. Fazit: Er, total verliebt, weil ich ja „so gut zuhören“ kann – ich dagegen total entnervt. Am nächsten Tag nimmt das Schicksal seinen Lauf, auf allen erdenklichen Social Networks lauert seine Freundschaftsanfrage auf mich.

Nun stellt sich die Frage – Wie werde ich ihn los in 10 Tweets?

Kreuzspinnen haben es gut. Die fressen ihre Männer einfach auf, wenn sie genug von ihnen haben. Wir, die Generation Web 2.0, müssen uns da leider noch mit anderen Mitteln behelfen. Daten 2.0 kann eben auch nerven hoch zwei.

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