Wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Außergewöhnliche Studienwege im Profil (Teil II)

Auf High Heels zum Erfolg – Ein Model auf der Überholspur

Modeln und Moderation – Miriam Mack hat sich für eine Karriere im Haifischbecken entschieden. Um ihren persönlichen Traum zu leben, hat sie einen ganz eigenen Weg gewählt. Tschüss Präsenzuni, hallo Fernstudium!

Von Aline Ehrenreich & Julia Kühnemuth

Schnellstmöglich den Abschluss in der Tasche haben, das ist Ziel der meisten Studenten. Nicht von Miriam. Die 22-Jährige modelt seit ihrem 14. Lebensjahr. Doch Modeln allein kam für sie nie in Frage: „Mir ist bewusst, dass dies kein Beruf ist, der eine lange Zukunft hat.“ Deshalb begann sie, Kommunikationswissenschaften mit Nebenfach Psychologie an der LMU in München zu studieren. Zu dieser Zeit verbrachte sie die Hälfte der Woche in Augsburg bei ihrem damaligen Freund. Das Pendeln und die Seminare ließen sich jedoch nur schwer mit den Jobangeboten vereinbaren. Ihre Modelkarriere litt. Sich von der 90-60-90-Welt zu verabschieden stand aber nie zur Debatte. Die Lösung: Ein Psychologiestudium an der Fernuniversität Hagen. Der Entschluss, ihr Studium nach dem ersten Semester abzubrechen, fiel ihr nicht leicht: „Ich hatte da schon meine Krise, weil in Deutschland Fernstudiengänge nicht so angesagt sind.“ Doch der Wunsch nach Karriere war größer als diese Bedenken: „Mein Erfolg als Model ist mir sehr wichtig. Wenn man es nur halbherzig will, wird man nie über einen gewissen Punkt hinauskommen, denn der Markt schläft nicht und die Konkurrenz ist riesig.“

Model mit Köpfchen

Trotz vieler kritischer Stimmen hat sich ihr Weg als der richtige erwiesen. Das Fernstudium ist flexibler und Miriam kann sich ihr Lernpensum frei einteilen. Sind in der einen Woche viele Jobs, wird dafür in der nächsten mehr gelernt. Der Besuch von Seminaren ist optional, Prüfungen lassen sich kurzfristig verschieben. Momentan absolviert Miriam ein halbes Semester: „Anstatt neun Prüfungen schreibe ich nur vier. Anders ist es oft nicht zu stemmen, wenn man berufstätig ist.“ Der Bachelor in drei Jahren rückt somit in weite Ferne, doch wichtiger ist es dem Model, jederzeit für ihre Agentur abrufbar zu sein: „Für meine Karriere stelle ich einiges hinten an. Wenn es darauf ankommt, muss ich Prioritäten setzen.“ Trotz Glamourwelt ist Miriam am Boden geblieben. Das Modeln bezeichnet sie als ganz normalen Job. Ihre engsten Freunde haben nichts mit der Branche am Hut. Das schätzt Miriam: „Im Modelbusiness geht es nur ums Aussehen. Da sagt keiner, wow, du hast studiert. Das ist eine Bussi-Bussi-Gesellschaft, in der alles toll ist.“

Karrieregeil?

Trotz ihres Studiums sieht Miriam ihre Zukunft nicht als Psychologin. Ihr Traum: Als Moderatorin Fuß zu fassen. Dafür ist ein abgeschlossenes Studium hilfreich, so kann man etwas Handfestes vorweisen. Erfahrungen sammelt sie durch Moderationsjobs und intensives Medientraining. Miriam hat viel um die Ohren, doch alles hinschmeißen? Ausgeschlossen. Dafür ist sie zu ehrgeizig. „Wenn man als Model arbeitet, kann man sich nicht auf den bisherigen Erfolgen ausruhen. Man muss immer am Ball bleiben.“

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