Gesucht: Masterplan für die Zukunft

Als Student stehen uns alle Türen offen. Zumindest theoretisch. Wer die Qual der Wahl hat, erkennt schnell: Gerade auf die wichtigsten Fragen des Lebens lässt sich nicht immer eine einfache Antwort finden. Deswegen stelle ich mir hier stellvertretend für euch die Frage, wie eigentlich mein Masterplan für die Zukunft aussehen soll.

Von Sandra Junger

„Was willst du mal werden, wenn du groß bist?“ Vor einigen Jahren konnten wir diese Frage ganz einfach beantworten. Ob mit Astronaut, Tierärztin oder Lehrer – unsere Träume waren in den Kindertagen noch recht simpel und klar. Inzwischen stecken wir in einer Phase unseres Lebens, in der – zumindest eigentlich – die Weichen für die Zukunft gestellt werden. Doch wissen wir immer noch, was wir von unserem weiteren Leben erwarten und erhoffen? Für was werden also die Weichen gelegt, wo wollen wir hin nach dem Studium? Wem es möglich ist, diese Fragen mit der gleichen Sicherheit und Überzeugung wie früher zu beantworten, der kann sich glücklich schätzen. Ich bin mir da ganz und gar nicht klar darüber…

Plan A: Karriere, und zwar schnell!

Eine Stimme in meinem Kopf sagt beispielsweise: Jetzt hast du so lange studiert, so viel Zeit, Energie und auch Geld in deine Ausbildung gesteckt – das muss sich ja lohnen. Also, nichts wie hoch auf die Karriereleiter! Und das bitteschön mit großen Schritten! Erst wenn eine Führungsposition erreicht, das schicke Auto vor der Haustüre steht und der Karibik-Urlaub gebucht ist, kann ich mich dann auch mal entspannt zurücklehnen.

Plan B: Aussteiger und Weltenbummler

Aber Moment – ist Karriere wirklich alles? Zwar hat man auf der einen Seite jede Menge Geld und Anerkennung. Doch auf der anderen Seite bedeutet das auch Tag für Tag nichts als arbeiten, ohne viel Freizeit und einem „sozialen Leben“. Nein, das ist dann doch nichts für mich. Ich möchte auch noch etwas von der Welt sehen, viel erleben und mehr mitbekommen, als nur Arbeit, Steuererklärung und Haushalt. Warum dann nicht einfach alle Sachen packen und einfach abhauen? Egal wo hin, egal was kommt – einfach aussteigen aus dem Alltag und neue Länder, Kulturen und Menschen kennenlernen.

Plan C: Spießiges Familienleben

So spannend und aufregend das Aussteiger-Leben auch klingen mag, wo ist da die Konstante in diesem ra(s)tlosen Reise-Leben? Wäre das auf Dauer wirklich mein Masterplan…? Bei genauer Betrachtung finde ich ein ganz „normales“, spießiges Familienleben eigentlich gar nicht so schlecht: Man ist auf jeden Fall angekommen und hat seine Liebsten um sich. Das klingt schon nach einem sehr harmonischen Lebensplan…

Plan D: Hippie-Kommunen-Leben

Oder ist so ein klassisches Leben doch viel zu langweilig? Eigentlich brauche ich schon mehr Spannung, mehr Action, mehr Vielfalt. Und eigentlich möchte ich einfach „anders“ leben als alle anderen! Nicht so angepasst, nicht so öde. Und auf keinen Fall soll meine Zukunft vorhersehbar und total durchgeplant sein. Wie wäre also ein Leben in einer Hippie-Kommune ganz nach dem Motto „Love, Peace and Happiness“? Gerne auch mit spirituellen Sitzungen, Yoga-Stunden und einem Öko-Bio-Garten. Das wäre sicherlich alles andere als konventionell und langweilig.

The winner takes it all…

Nach langem Hin-und-Her-Überlegen stellt sich jetzt erneut die Frage: Was ist nun mein perfekter Masterplan für die Zukunft? Karriere, Weltenbummeln, Familien- oder doch Kommunen-Leben? Gar keine so einfache Frage… Doch wer sagt eigentlich, dass man sich für nur einen Weg entscheiden muss? Ich würde am liebsten alle Lebensstile miteinander verbinden, in etwa so: In meinem letzten Uni-Jahr gründe ich eine Studenten-Kommune und schaue mal, wie mir das so gefällt. Danach lasse ich mich irgendwann schon wieder auf den „Ernst des Lebens“ ein mit Jobsuche und allem, was dazugehört. Gearbeitet wird aber nur so lange, bis genügend Geld für meine Selbstverwirklichungs-Weltreise da ist. Dann heißt es: Koffer packen und nichts wie weg! Und sobald ich das Gefühl habe, sesshaft werden zu wollen, mache ich das auch. Egal wo, wie und wann. Dann kann ich auch mit gutem Gewissen ein „Spießer“ werden.

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