Einer für alle und alle für einen

Freunde in allen Lebenslagen

Manch einer hat einen besten Freund für alles, der andere fühlt sich erst in einer großen Clique richtig wohl. Wir Menschen sind soziale Wesen, die nur in Gesellschaft überlebensfähig sind. Es gibt viele Ziele im Leben, die wir erreichen wollen. Den Studienabschluss, einen tollen Job, ein eigenes Auto, Unabhängigkeit und vieles mehr. Bei all den Träumen dürfen wir eines aber nicht vergessen. Wir sind zu einem entscheidenden Teil  durch unsere Freunde zu dem Menschen geworden, der wir sind. Und genau diesen Schatz müssen wir uns bewahren.

Von Daniela Steffl

Egal ob wir nun die eine Busenfreundin haben oder für jede Lebenslage einen anderen Kumpel, Freunde gehören zum Leben wie die Luft zum Atmen. Dabei gibt es keine festen Regeln für Freundschaft, solange ein Grundsatz gewahrt bleibt. Ich selbst darf nur das von dem anderen verlangen, was ich auch zum Geben bereit bin. Früher habe ich nicht verstanden, wenn meine Eltern zu mir sagten „Was du nicht willst, was man dir tut, das füg auch keinem Andern zu.“ Heute weiß ich, dass dieser Satz so etwas wie die Goldene Regel für unser Miteinander ist.

Gemeinsam sind wir stark

Was wäre unser Leben nur ohne Gleichaltrige. Bereits im Kindergarten, so erinnere ich mich, war es ein schönes Gefühl, wenn ich morgens schweren Herzens Abschied nehmen musste von meiner Mutter und zum Trost das fröhliche Gesicht meiner Freundin in der Puppenecke entdeckte. Besonders stolz bin ich auf meine beste Freundin, mit der ich seit der Grundschule Freud und Leid teile. Immer noch ist sie für mich da, egal ob ich Liebeskummer habe oder das Praktikum ganz und gar unerträglich ist. Das Schöne daran ist, dass wir uns aufeinander verlassen können und ich genauso jederzeit für sie da bin, um mit ihr zu lachen oder auch zu weinen.

Das Leben ändert sich

Die Schulzeit schweißte viele meine Freunde und mich zusammen. Wir fühlten uns gemeinsam stärker gegenüber den Lehrern und auch den Eltern. Nachmittags trafen wir uns und tauschten die neuesten Informationen aus. Wer ist in wen verknallt und wann steigt die nächste Party? Es ist überflüssig zu erwähnen, dass wir viel Spaß hatten. Dann kam der erste tiefgreifende Einschnitt. Jeder entschied sich für einen anderen Studienort oder begann eine Ausbildung. Unsere Freundschaft wird seitdem auf eine harte Probe gestellt. Die Wochenenden sind grundsätzlich viel zu kurz um alle zu treffen, ohne dass wir in Freizeitstress geraten.

Freundschaften wachsen mit uns mit

Doch jeder Lebensabschnitt bringt die Chance auf neue Freundschaften mit sich. Und gerade in der Zeit des Studiums sind Freunde besonders wichtig. Die Pflichten des Lebens halten sich, trotz zahlreichen Deadlines, in Grenzen und wir finden uns selbst. Jawohl, wir befinden uns gerade in einer privilegierten Phase des Lebens. Wir fragen uns in dieser Zeit: Wer bin ich eigentlich und was möchte ich in meinem Leben erreichen? Wer kann da wichtiger sein als ein guter Freund oder eine verständnisvolle Freundin. Dabei meine ich aber durchaus auch die beste Freundin zuhause. Denn ich habe festgestellt, dass die Kindergartenfreundin das ganze Leben ein besonderer Mensch bleibt. Keiner kennt uns besser als sie und merkt sofort, wenn wir etwas auf dem Herzen haben. Sie hat Sonderstellung. Ähnlich wie die erste große Liebe.

Freunde wachsen mit in unserem Leben mit. Dabei kann es auch vorkommen, dass alte Freunde zu klein werden und aus der gemeinsamen Freundschaft herauswachsen. Dann ist es Zeit für uns, uns neu zu orientieren.

Denn eins ist sicher. Freundschaften kann man nicht suchen oder finden, Freundschaften entwickeln sich. Und das jedes Mal aufs Neue.

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