Nebenjob Freundschaft

Umfrage: Wie der Student von heute Freundschaften pflegt

Sandkastenfreunde in Buxtehude, Urlaubsbekanntschaften in Australien und Kommilitonen an der Uni. Freundschaft, ein anstrengender Fulltime-Job? Nicht für die Studenten der Uni Augsburg! Wir haben uns für euch auf dem Campus umgehört und die besten Tipps für den langfristigen und distanzresistenten Erhalt einer Freundschaft zusammengestellt.

Von Ann-Christin Fürbass & Rebecca Naunheimer – Fotos: Ann-Christin Fürbass

Alica E., 22, Kunst- und Kulturgeschichte

„Auf jeden Fall muss man Freundschaften pflegen, um sie am Leben zu erhalten. Dazu gehört für mich gegenseitiges Interesse – man muss einander zuhören können. Wenn sich eine Beziehung auf das Miteinander im Alltag beschränkt, dann kann man sich auch auseinanderleben. Da verhält es sich mit einer Freundschaft nicht anders, als mit einer partnerschaftlichen Beziehung. Wobei es unterschiedliche Arten von Freundschaften gibt. Mit manchen habe ich nahezu täglich Kontakt, mit Anderen stehe ich nur selten in Verbindung. Trotzdem ist es schön, wenn man sich nach langer Zeit trifft. Aber einfach ist eine Fernfreundschaft nicht.“

Claudia K., 21, Germanistik & Geschichte und Josefine B., 23, Literaturwissenschaft

Claudia: „Mit meinen Freunden aus der Uni treffe ich mich regelmäßig. Zum Beispiel kochen oder grillen wir gerne gemeinsam. Meine engsten Freunde habe ich noch immer in meiner Heimatstadt. Diese sehe ich ungefähr alle zwei Monate. Es gibt zwar Veranstaltungen wie Geburtstage oder Volksfeste, die für alle Pflicht sind, aber insgesamt ist es schwierig, die ganze Clique unter einen Hut zu bekommen. Soziale Netzwerke helfen bei der Organisation. Mit manchen Freunden schreibe ich sogar Postkarten oder Briefe.“

Josefine: „Ich nutze, ähnlich wie Claudia, soziale Netzwerke zum Erhalt der Freundschaft. Immerhin habe ich einige Freunde, die ich trotz großer Distanz nicht aus den Augen verloren habe. Mit meinem Augsburger Freundeskreis verbindet mich ein gemeinschaftliches Hobby. Das Reiten. Manche dieser Bekanntschaften konnte ich erst durch das Reiten knüpfen. Es ist schön, ein gemeinsames Interesse zu haben, das uns vereint.“

Dennis S., 21, Betriebswirtschaftslehre

„Man kann doch telefonieren oder sich SMS schreiben, um den Kontakt zueinander nicht zu verlieren [Dabei unterbricht ihn seine Begleitung lachend: ‚Sehr lange und sehr viel telefonieren! ‘] Ansonsten nutze ich noch ‚What’s App‘. Besonders den Gruppenchat finde ich praktisch. Wenn ich mich dann mal mit alten Freunden treffe, erinnern wir uns an die guten alten Zeiten und lassen diese mit Revival-Partys wiederaufleben.“

Martin E., 23, Maschinenbau (Dresden)

„Mit Partys! Ansonsten muss man einfach in Kontakt bleiben und sich treffen. Auch über Distanz sollte man die Verbindung nicht abbrechen lassen. Einer meiner Freunde ist zum Beispiel gerade in Spanien. Gegenseitige Besuche sind dann das Wichtigste.“

Carolina K., 20, Jura

„Nach dem Abi war ich drei Monate in Australien. Dort habe ich viele nette Leute kennengelernt, die zufällig alle in München wohnen. Ich kann sie also öfter besuchen, beispielsweise um bei einem Wiesn-Revival mal wieder zusammen zu feiern. Zu alten Freunden halte ich Kontakt, indem ich sie -trotz Distanz- regelmäßig besuche. Ich fahre eigentlich jedes Wochenende nach Hause. Unter der Woche nehme ich mir dann Zeit für Freunde aus der Uni.“

Martin E., 21, BWL

„Facebook ist jedenfalls richtig scheiße! Die wahren Freunde rufe ich an, kontaktiere sie per SMS oder treffe sie. Skype allerdings ist cool, da spricht man sich ja wenigstens persönlich. Um eine Freundschaft auch auf Distanz aufrechtzuerhalten, telefoniere ich viel. Jeden Abend –wenn es passt- nehme ich mir zwei Stunden Zeit, um mich mit Freunden auszutauschen. Das sind dann schon mal zehn Freunde an einem Abend. Mit Freunden aus der Umgebung treffe ich mich häufiger zum Pokern. Wir spielen dann eher weniger aus Freude am Spiel, sondern mehr um in Kontakt zu bleiben.“

David K., 21, BWL mit Annkathrin G., 19, angehende Studentin

·     „Auf jeden Fall kann man sagen, dass es heutzutage einfacher geworden ist, eine Freundschaft aufrechtzuerhalten. Facebook sollte man aber nicht als Grundlage sehen. Es ist einfach eine gute Möglichkeit, um in Kontakt zu bleiben und sich zu verabreden. Man sollte sich auch öfter persönlich treffen. Partys sind da zum Beispiel sehr wichtig.
Mit Freunden aus meiner Heimatstadt Bielefeld bleibe ich trotz sehr großer Distanz durch Skype, Handy und gegenseitiges Besuchen in Kontakt – (lacht) Annkathrin, zum Beispiel, ist eine alte Freundin, die gerade zu Besuch ist.“

Autoren des Artikels

Rebecca Naunheimer

War Chefredakteurin vom Sommer 2014 bis zum Februar 2015 Chefredakteurin. Beschäftigt sich am liebsten mit Themen rund um Leben, Lifestyle und Mode junger Erwachsener.

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