Auf zum Kneipenstudium!

Was das Augsburger Nachtleben jenseits der Maxstraße zu bieten hat

Eine Universitätsstadt ohne Studentenleben? Im Gegensatz zu Tübingen, Heidelberg oder Göttingen ist in Augsburg meist nur wenig studentischer Flair zu spüren. Das hat verschiedene Gründe: Uni und Hochschule liegen außerhalb der eigentlichen Innenstadt, sind relativ junge Gründungen und auch die insgesamt knapp 25.000 Studierenden fallen bei 266.000 Einwohner weniger stark auf wie in anderen Städten. Dennoch spielt sich auch in Augsburg das Studentenleben nicht nur auf dem Campus oder im Studentenwohnheim ab. Durchaus findet sich in der Innenstadt die ein oder andere Kneipe, die ein studentisches Publikum anspricht. presstige hat für euch einige Studentenkneipen besucht und stellt euch sieben Alternativen zur altbekannten Maxstraße vor.

Annapam

Unter den Augsburger Studentenkneipen hat das Annapam in der Bäckergasse die meisten Semester auf dem Buckel. Als es vor 38 Jahren gegründet wurde, war es wohl die erste Lokalität dieser Art in der Stadt. Seit einem Jahr steht das Lokal unter neuer Leitung. Die beiden Wirte haben damit begonnen, die Karte behutsam weiterzuentwickeln, ohne dass der spezielle Charme des Annapam verloren geht. So ist die Einrichtung aus schwarzem Holz mit den Jugendstilbildern ebenso wie die vielen mechanischen Geräte im Gastraum geblieben, das Logo und die Speisekarte wurden verändert. Eine neue Spezialität sind die frisch zubereiteten Pizzen. Das Konzept ist aufgegangen: Viele Besucher sind weiterhin Stammgäste im Annapam. Im Sommer ist ein Platz im kleinen Biergarten im Hinterhof begehrt. Eine Besonderheit der Kneipe ist der Kleinkunstkeller Hempels, in dem Bands spielen und der für Feiern gemietet werden kann. Spirituosen-Freunde sollten sich den finnischen Pfefferminzlikör Minttu nicht entgehen lassen.

Thing

Wenige Meter vom Annapam weiter befindet sich am Vorderen Lech das Thing. Hervorgegangen ist die Kneipe aus einem 1974 gegründeten Jugend- und Studentenzentrum. Damals war die Augsburger Altstadt noch nicht saniert und die Vereinsgründer wollten die Lebenssituation der Bewohner des Lechviertels verbessern. Von der Initiative im Geist der 68er ist das Thing als beliebter Treffpunkt im Viertel geblieben. Der Name kommt übrigens vom germanischen Wort für „Versammlungsort“ (man spricht den Namen also, wie man ihn schreibt). Kleine Speisen und Getränke gibt es in einem trotz der grünen und roten Wände etwas düster wirkenden Gastraum. Im Sommer sollte man sich auf keinen Fall den großen Biergarten bei einer Maß und einem Steak entgehen lassen.

Schroeder

In Steinwurfweite entfernt liegt das Schroeder. Die dritte Altstadtkneipe, die auf eine lange Tradition im Augsburger Nachtleben zurückblicken kann. Seit nunmehr 17 Jahren bietet es nicht nur Nachtschwärmern Platz und Erfrischung. Das Publikum ist bunt gemischt: Abiturienten, Studenten, Künstler, Akademiker, Altstadtbewohner – alle treffen sich in den drei kleinen Räumen am Hunoldsgraben. Spezialität des Hauses sind die Pide und das Gutmann Weizen. In den schlicht möblierten Räumen lädt ein Kicker zum nächtlichen Tischfußballturnier ein – täglich bis mindestens um 1 Uhr. Freitag und Samstag geht’s sogar bis um 4 Uhr in der Früh rund.

Barium 56

In der Jakoberstraße bietet sich das Barium 56 zum Weggehen an. In zwei rotgestrichenen Räumen sitzen die Gäste in romantischer Atmosphäre. Seinen Namen hat die Kneipe vom leicht entzündlichen Metall und dessen Ordnungszahl im Periodensystem. Die Spezialitäten auf der Karte sind Burger und Baked Potatoes. An Getränken stehen viele Cocktails und das Bier von Maierbräu aus Altomünster zur Auswahl. Wenn nicht gerade die FCA- oder Champions-League-Spiele auf der Leinwand gezeigt werden, können die Gäste die Fische im Aquarium zwischen Haupt- und Nebenraum beobachten. Das Publikum ist bunt gemischt.

Alte Liebe

Erst vor wenigen Monaten hat die Alte Liebe in der Ludwigstraße ihre Pforten geöffnet. Die Betreiber von Lamm und Schaf wollen mit ihrem neuen Laden all diejenigen ansprechen, die  sich „zu alt für den Studentenladen“ fühlen, aber noch „jung genug, um auszugehen“ sind. Dennoch trifft man hier auch viele Studenten, die an den aus alten Türen zusammengebastelten Tischen sitzen und den edel-alternativen Flair genießen. Spezialitäten sind Flammkuchen und Flaschenbier von Staudenbräu. Die Atmosphäre ist romantisch und lädt zum Verweilen ein.

Neruda

Eine weitere Kneipe im Domviertel ist das Neruda in der Langen Gasse. Zwar gibt es hier nur Unterbaarer- und Augusta-Bier aus der Flasche, doch entschädigt die Atmosphäre dafür allemal. Die links-intellektuelle deutsch-türkische Kulturkneipe hat sich in der kurzen Zeit ihres Bestehens als ein beliebter Treffpunkt im Augsburger Nachtleben etabliert. Eine echte Bereicherung für die Stadt und ihr Kulturleben. Fast jeden Abend treten junge Musiker oder Literaten auf, die ihre Kunst darbieten. Nicht selten setzt sich plötzlich ein Gast ans Klavier und spielt für die anderen Gäste. Selbst spät nachts ist es nicht einfach, hier im Neruda einen der wenigen Sitzplätze zu ergattern.

Viktor

In der Hartmannstraße im Bismarckviertel findet sich eine weitere Studentenkneipe: das Viktor. In einem Eckhaus aus der Gründerzeit gelegen, bietet die Lokation einen großen Gastraum und einen kleinen, aber feinen Biergarten. Die Karte überzeugt durch täglich wechselnde Gerichte und Frühstücke der Woche. Die Klientel ist jung, die Bedienung studentisch, die Einrichtung stylisch und die Preise niedrig. Cocktailtrinker kommen von 18 bis 20 Uhr während der Happy-Hour auf ihre Kosten, können aber auch täglich bis um 1 Uhr hier verweilen.

 

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