System.out.println(„Hallo Welt!“);

Kommandieren mit Programmiersprachen

Unsere Autorin besucht jede Woche eine Informatikvorlesung. Obwohl ihr die Bedeutung von Programmiersprachen klar ist, kann sie sich nicht so richtig dafür begeistern.

Von Sophie Kellner

Wie jeden Montag sitze ich im Kurs „Softwareentwicklung und Programmierung“ oder einfach gesagt: Java. Es dauert nicht lange und ich bin in den Tiefen des Internets verschwunden, anstatt meinem Professor zu lauschen. Wozu auch!? Java interessiert mich nicht sonderlich und Programmiererin will ich sowieso nicht werden. Und dennoch: Ohne Programmiersprachen könnten weder ich, noch alle anderen Menschen auf der Welt etwas mit technischen Geräten anfangen.

Programmiersprachen sind in erster Linie Befehlssprachen: Sie sagen dem Computer oder anderen Geräten, was zu tun ist. Woher soll mein Computer sonst bei einem Klick auf einen bestimmten Button wissen, was passieren soll?

Allerdings ist das Befehlen sehr viel leichter gesagt als getan. Zunächst muss gründlich überlegt werden, was der Computer genau ausführen soll. Anschließend muss man die Befehle als knappe, eindeutige Anweisungen in einer speziellen Sprache schreiben, die der Computer versteht. Die so verfassten Anweisungen werden auch als Programm bezeichnet und ihre Gesamtheit als Software oder Code. Wer schon einmal seinen Computer oder das Handy angeschrien hat, weiß, dass diese nicht auf Befehle in einer natürlichen Sprache reagieren. Hierfür mussten besondere Sprachen entwickelt werden.

Der Vorreiter aller Programmiersprachen war FORTRAN. Diese Sprache eignete sich speziell zum Schreiben wissenschaftlicher Programme und wurde in den fünfziger Jahren entwickelt. Danach folgten immer komplexere Sprachen wie COBOL, C, C++ und Java.

Seit Mai 2011 läuft Java auf mehr als einer Milliarde Desktop-Computern und auf rund drei Milliarden Mobiltelefonen. Die Java-Technologie sorgt (unter anderem) für die interaktiven Funktionen aller Blu-ray-Geräte und eignet sich großartig für das Erstellen von Datenbanken. Außerdem macht die Java-Philosophie „Write Once, Run Anywhere“ (einmal schreiben, überall ausführen) die Sprache zu einem idealen Werkzeug für das Entwickeln von Code, der über das Internet verbreitet werden soll. Auch deshalb ist Java laut dem TIOBE Programming Community Index die beliebteste Programmiersprache.

Eine Lieblingsprogrammiersprache?! Für mich persönlich hört sich das abwegig an. Dennoch werden mir immer mehr die Tragweite und Notwenigkeit von Programmiersprachen bewusst. Das Erstellen von Software ist ein bedeutender Wirtschaftszweig und Großunternehmen verfügen über eigene Teams, die speziell für das Unternehmen Programme schreiben.

Ein Job als Programmiererin wäre also doch gar nicht so verkehrt. Vielleicht sollte ich in der nächsten Vorlesung mal statt meinem Computer mein Gehirn arbeiten lassen. Dem würde eine Befehlssprache bestimmt auch nicht schaden.

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