Schlimm, Schlimmer, WM-Songs!

Wer träumt nicht vom großen Durchbruch? Deshalb wittern vor allem (Nicht-)Musiker alle 4 Jahre ihre große Chance: Ein WM-Song für die Ewigkeit. Auf Hörerseite bleibt bei all den Peinlichkeiten vor allem Kopfweh, dem auch mehr oder weniger abgehalfterte Altstars mit teuren Hochglanzproduktionen nicht so richtig abhelfen. Da lobt man sich doch die wenigstens noch authentische Ursuppe der WM-Songs wie Gute Freunde kann niemand trennen oder Fußball ist unser Leben. Wir haben uns todesmutig für euch durch ein paar Kandidaten gequält und bewertet wie viel Stadionbier ihr benötigt, um diese zu ertragen.

Fangen wir gleich mal mit dem Schlimmsten an. Trotz Dschungelkrone braucht C-Promi Melanie Müller offensichtlich etwas Kleingeld und hat sich prompt an der aufwendigen Produktion ihres WM-Songs gemacht!  Mit der austro-amerikanischen Produzentenlegende Ray Watts im Rücken heißt das Motto: „Auf geht’s Deutschland schießt ein Tor!“ Ja, wann schießen sie denn endlich ein Tor, damit die Melanie Müller still ist. Wer sich übrigens fragt, wie die Mädels live klingen könnten, sollte einen Blick hinter das Playback werfen. 

Pegelstand: 5 von 5

Franz K. haben da schon einen etwas zugänglicheren WM-Song Zustande gebracht. Dafür haben sie auf ganz klassische Zutaten zurückgegriffen: Vier Akkorde, Deutschrockgitarre à la Matthias Reim und Unterstützung vom Fach in Form von Fußballkommentator Manni Breuckmann. Dank Gesang, der zumindest auf hohem Karaoke-Niveau rangiert, und Albert Einstein an den Kongas (!) liegt der Song knapp oberhalb der Schmerzgrenze.

Pegelstand: 3 von 5

Kolumbien ist zum ersten mal seit 1998 wieder bei einer WM vertreten. Wohl vor allem deswegen denkt sich Nationalschönheit Shakira, dass sie einen weiteren WM Song nachschieben muss. Aus Waka Waka wird La La La. Ein Song, der zwar nicht wirklich berührt, aber auch nicht wehtut und deshalb gerne nebenher im Autoradio laufen darf. Natürlich hört man dem Song an, dass er von Profis produziert wurde. Ein ordentliches Musikvideo inklusive Fußballstars rundet das positive Gesamtbild ab. Erstaunlich erträglich.

Pegelstand: 1 von 5

Selbstverständlich darf in dieser Liste der offizielle WM-Song von Pitbull und Jennifer Lopez nicht fehlen. Bei der Eröffnungsfeier vor den Fernsehbildschirmen gab es ein regelrechtes Sounddesaster. Vor allem Jennifer Lopez die sich lange bieten lies ,war am Ende nicht einmal zu hören. Einige Teile des Songs sind mit etwas Bier vielleicht erträglich, aber sobald Pitbull einsetzt will man dem Sänger am liebsten einen Maulkorb verpassen.  So deutlich war es selten: Hier geht´s hauptsächlich um Cash.

Pegelstand: 4 von 5

Wer waren nochmal die Vengaboys? Eine Eurodance Gruppe aus den Niederlanden hat einst in den Neunzigern mit Boom Boom Boom einen Riesenhit gelandet. Danach war aber auch Schluss. Was ein Glück, dass sie 1998 schon mal einen Song namens To Brazil! produziert haben. Der Song, der ohnehin schon den Latin-Klassiker Brazil verwurstet, ist mit einem neuen Mix einfach nochmal aufgewärmt worden. Dazu gibt es dann ein nach Aufmerksamkeit heischendes Musikvideo. Die Vengaboys sind einfach im Neunziger-Trash stecken geblieben.

Pegelstand: 3 von 5

Bei so vielen WM-Songs sind am Ende natürlich der Großteil der Leute nur noch genervt. Aber auch Bands sind von den WM-Songs nicht gerade angetan und halten ordentlich mit Anti-WM Songs dagegen, die zum Teil auch schon leicht überzogen sind. Die Band Deichkind hat dafür sogar das BO aus der Versenkung hervorgekramt. Hier ist die Geschmacklosigkeit wenigstens Konzept.


Die Semesterferien stehen an und wir verabschieden uns in den Urlaub: Höchste Zeit also, einmal über sportliche Ertüchtigung nachzudenken. Die presstige-Redaktion macht sich fit für den Sommer mit Beiträgen rund um den Schwerpunkt Sport. Macht mit und schaut euch alle gesammelten Beiträge hier an.