Wie sportlich ist das Student sein?

Wir machen Tramfahren. Wir machen Vorlesung. Wir machen Literaturrecherche. Wir machen Sport. Nein, das ist kein Werbespot für ein Sportbekleidungsgeschäft, das ist Student sein. In der Super-Sonder-Themenwochen-Sport-Spezialkolumne widme ich mich der Frage: Wie sportlich ist der studentische Alltag?

Text: Rebecca Naunheimer, Illustration: Marina Schröppel

Einheit 1: Apnoeübung

Okay, diese Frage ist natürlich rein rhetorisch. Natürlich ist der studentische Alltag sportlich, schließlich starten wir unser Training meist schon auf dem Weg zur Uni in der Straßenbahnlinie 3. Der ganze Wagen ist voll, an den Scheiben bilden sich kreisförmig angelaufene Flächen, die Türen haben Mühe zu schließen. Der Typ links neben uns (also links an uns), fährt sich gerade seine erste Leberkässemmel hinein, das Mädchen vor uns atmet gleichmäßig in unser Gesicht. Zum Zähneputzen hatte sie morgens wohl keine Zeit mehr. Wo die Achsel über uns herkommt, wissen wir gar nicht. Aber ist ja auch egal, denn das sind optimale Bedingungen für ein kleines Apnoe-Training. Vom roten Tor sind es immerhin acht Minuten!

Einheit 2: Fingergymnastik

Nachdem wir das Lungenvolumen um rund 90 Prozent vergrößert haben, kommen wir meist zur zweiten Einheit des Tages: der Fingergymnastik. Ob in Vorlesung oder Seminar – gleichmäßige Bewegungen mit Zeigefinger und Daumen lassen sich immer nebenher einrichten. Dass wir uns dabei gleich ein Update der Ereignisse auf Facebook einholen, ist natürlich nur ein Abfallprodukt des Trainings.

Die Semesterferien stehen an und wir verabschieden uns in den Urlaub: Höchste Zeit also, einmal über sportliche Ertüchtigung nachzudenken. Die presstige-Redaktion macht sich fit für den Sommer mit Beiträgen rund um den Schwerpunkt Sport. Macht mit und schaut euch alle gesammelten Beiträge hier an.

Einheit 3: Muskeltraining

Zur sportlichen Höchstform laufen wir aber erst auf dem Olymp auf. Wo auch sonst!? In der Bibliothek breitet sich vor uns ein Betätigungsfeld aus, das weit über die Literaturrecherche hinausgeht. Besonders günstig sind die Möglichkeiten zum Muskelaufbau. Um die Arme zu trainieren, nehmen wir uns gleich am Eingang eine dieser bunten Plastik-Hanteln mit farblich abgesetztem Griff. Je nach Trainingsstand (dem Arbeitsstand einer Literaturrecherche) beladen wir unsere Hanteln mit Gewichten und tragen sie beschwingt durch die Trainingsanlage. Zur Schonung der Gelenke gibt’s sogar Teppichboden.

Fortgeschrittene Sportler stocken ihr Training oftmals durch das zusätzliche Gewicht eines Laptops auf. Diese Übung wird häufig kombiniert mit einem kleinen Training für die Beinmuskulatur. Im Fachjargon nennt sich die Übung: Die irritierte Suche nach einem Lokalkennzeichen, das man noch nie zuvor gesehen hat und am Ende ist das Buch doch nicht da, weil es unregistriert an einem Arbeitsplatz steht. Besonders effektiv sind bei dieser Übung die langen Laufwege und die kurzen, aggressiven Antritte zwischen den Regalen. Einen zusätzlichen „Muskelboost“ bieten uns tiefe Kniebeugen zum unteren Rand der Regale.

Einheit 4: Sprinttraining

Wenn die Muskeln einmal glühen, geht es zur fünften Tageseinheit: dem allseits beliebten Tramsprint. Ihr wisst schon! Den sexy Wetlook gibt’s bei diesen Temperaturen sogar gratis dazu!

Kolumne: Student sein

Student sein. Student sein? Was bedeutet das eigentlich? Ein guter Freund von mir – Hollywood heißt er – hat mir einmal erzählt, ein Student würde sich typischerweise folgendermaßen verhalten: Feiern bis zum Exzess, Leben in kommunenartigen WGs und so oft wie möglich nackt sein. Doch gilt das auch für Augsburger Exemplare? Welche verhaltensbezogenen Feinheiten machen die Augsburger Studenten aus? Rebecca Naunheimer schreibt diese Kolumne meistens dienstags. Sie wird von Marina Schröppel illustriert. Alle Folgen von „Student sein“ zum Nachlesen