Autoren des Artikels

Lisa Luthardt

Art Directorin & Fotografin. Medien und Kommunikations-Studentin. Bloggerin. Selbermacherin. Muffin-Nascherin. Synonym-Googlerin.

Ein Kommentar

  1. Milan auf |

    Massentierhaltung, Kinderarbeit, Foxconn, Outsourcing, Billiglöhne, Zeitarbeit, Multiresistente Keime, Umweltzerstörung und geplante Obsoleszenz. Welches Produkt kann man denn heutzutage im Laden kaufen wo man nicht etwas unterstützt was anderen oder sich selbst auf die Füße tritt? Man weiß ja nicht einmal was genau mit dem Geld passiert wenn es erst in der Kasse des Supermarkts, Fachgeschäfts oder Franchise-Unternehmens gelandet ist. Dass tatsächlich noch ein gerechter Teil des bei McDonalds ausgegebenen Geldes bei dem glücklichen Bauern aus der Werbung landet wage ich zu bezweifeln.
    Das selbe gilt für Klamotten, Elektrogeräte, Nahrungsmittel, Genußmittel und eben alles wogegen man die bunten bedruckten Papierfetzen tauschen kann. Wen oder was unterstütze ich denn mit meinem Geld? Es liegt irgendwo im undurchschaubaren Dunkel.
    Das ist der große Unterschied zur Kunst.
    Natürlich unterstützt man bei einem CD-Kauf, durch das Plastik, Erdölförderungen und somit traurige Bilder ölverschmierter Pelikane aber man weiß auch, dass ein Bruchteil dieses Geldes an den Menschen geht der hinter dieser Musik steht. Man bezahlt jemanden dafür, dass er, durch Kreativität und jahrelanger Übung etwas geschaffen hat, was so vorher noch nie existierte.
    Und ist das nicht ein wundervolle Art Geld auszugeben? Ist es nicht wundervoll mit unter zwanzig Euro, weil man von der Musik in einer emotionalen Ebene angeregt und berührt wurde, einen Künstler zu würdigen den man in seinem Leben nie persönlich begegnen wird?

    Aber leider hat der Mensch sich in seinem Geiz wieder selbst übertroffen und hat die schöne Idee der weltweiten Kommunikation zum Schwarzmarkt florieren lassen. Dieses Internet existiert jetzt nunmal und wird auch so schnell nichtmehr weggehen, also muss man einen Weg finden damit umzugehen. Die Idee der Kulturflatrade ist an sich nicht schlecht da wenigstens Geld fließt und nicht alles geklaut wird. Aber da kommt wieder die Frage auf: wer bekommt das Geld? Das Geld bekommen nämlich erstmal diejenigen die die Musik anbieten, und diese geben es dann weiter an die Labels die die Künstler vertreten. Doch wie entscheiden die Labels welchen Künstlern das Geld zu geben ist? Durch deren Internetpräsenz, und damit auch denen die von den meisten Menschen beachtet werden.

    Hier sieht man dann das langsame Sterben der Individualität und Qualität.
    Dass Musikvideos die halb aus ARSCH bestehen (siehe Nicki Minaj – Anaconda) von dem Durschnittsinternetter natürlich mehr beachtet werden als garkein Musikvideo (obwohl die Qualität der Musik höher ist) ist leider offensichtlich. Dadurch, dass die Entscheidung welche Musik gefördert wird immer mehr in den Händen der Industrie und immer weniger in den Händen der Hörer liegt, stirbt die Individualität.

    Warum sich um mich rum dann aufgeregt wird, dass so eine akustische Umweltverschmutzung wie Justin Bieber, Miley Cyrus, David Guetta und Helene Fischer existiert und diese „Künstler“ damit sogar großen Erfolg haben, verstehe ich nicht. Ihr seid doch selber Schuld. Gebt doch mal n Scheinchen für das aus was ihr mögt und zeigt der Industrie was gute Musik ist.

    Sowieso ist das ganze gedownloade ein Wahnsinn. Was bringen einem Terrabytes an Musik und Filmen wenn man sie sowieso niemals genießen kann? Durch diese Kulturinflation ist alles Schöpferische wertlos geworden. Diese unglaubliche Masse an kostenloser Musik ist doch der Grund weswegen heute keiner mehr Lieder von vorne bis hinten anhören kann. Irgendwo seid doch ihr selbst ein bisschen dafür verantwortlich, dass auf eurer Homeparty Lieder verschiedenster Genres nach der Hälfte immer weiter geskippt werden – Musik ist wertloser geworden.
    Wer kann auch noch von sich sagen, dass er in letzter Zeit ein Album von vorne bis hinten durchgehört hat?

    Mit meinen 91 CD’s und 55 Schallplatten bin ich noch nicht zufriedengestellt und werde es mein Leben lang auch nicht sein. Ich will mehr!
    Schon alleine die Möglichkeit meine Musik-(und Bücher-)sammlung anfassen zu können und sie nicht durch einen unvorsichtigen Besuch einer virenbespickten Webseite zu verlieren ist für mich ein wundervolles Gefühl, welches den zukünftigen Generationen, durch die fortschreitende Digitalisierung, wohl leider vorenthalten bleibt.

    Meiner Meinung nach sollte einem Kultur mehr wert sein als ein Abend in der Stadt. Denn mit ein paar Bierchen und dem Clubeintritt hat man locker schon ein Buch oder eine CD drin.
    Außerdem gilt, gerade beim Lesestoff, im Vergleich zum Feiern eine etwas sinnvollere Maxime: je mehr man ausgibt, desto mehr weiß man und nicht: je mehr man ausgibt, desto weniger weiß man.

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