Raus aus dem sicheren Hafen – von der Uni in den Job

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Text, Illustration & Layout: Marina Schröppel

Noch vor einem Jahr studierte ich Medien und Kommunikation in Augsburg. Nächster Halt: Hamburger Hafen. Jetzt arbeite ich seit sechs Monaten als Juniordesignerin in einer Agentur in der Speicherstadt und kümmere mich dort um die professionelle Gestaltung von Präsentationen. Inzwischen bin ich im Berufsalltag angekommen und blicke zurück auf die aufregenden letzten Monate.

Wirklich vorbereitet habe ich mich auf meinen Berufseinstieg nicht. Ich habe lediglich immer möglichen Berufsbildern und interessanten Firmen Ausschau gehalten. Zudem wollte ich während des Studiums möglichst viel Praxisluft schnuppern, um zunächst einmal herauszufinden, wo die eigenen Stärken liegen und vor allem für welches Tätigkeitsfeld das Herz schlägt. Leidenschaft für das, was man später machen will, ist meiner Meinung nach die Grundvoraussetzung. Dementsprechend war meine größte Angst nie, nach dem Studium arbeitslos zu sein. Da ich genau wusste, dass ich in der Gestaltung tätig sein will, war meine Angst viel größer, nicht den Job zu finden, der meinen Vorstellungen entspricht. Der Markt an guten Gestaltern ist gesättigt, dementsprechend hoch ist der Druck. Doch einfach die Augen offen halten, das ist entscheidend. So war es auch bei mir: Ich bin durch einen lustigen Zufall auf meine jetzige Agentur aufmerksam geworden und das schon Anfang des dritten Semesters. Ich hatte in der Unibibliothek ein Buch über Präsentationen ausgeliehen, das mein Chef geschrieben hat. Um die Wissenschaftlichkeit der Quelle zu überprüfen, habe ich nach ihm recherchiert und so bin ich auf K16 gestoßen. Die Teamseite verriet mir, dass es dort Präsentationsdesigner gibt und schon landete K16 auf meiner Linkliste, bis ich mich schließlich dort initiativ beworben habe.

Meine Bewerbung kam gut an und wenig später wurde ich zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Vorher habe ich mich genau über das Unternehmen und sein Leistungsportfolio informiert. Vor allem habe ich mir aber Zeit genommen, in mich zu gehen und mir zu überlegen, warum ich diesen Beruf machen und ich genau bei diesem Unternehmen arbeiten will. Genau das hat mir dann auch im Gespräch selbst weitergeholfen. Gleich die erste Frage war auch die schlimmste.

Der Chef fragte mich: „Warum wollen Sie in der Medienbrache arbeiten? Wissen Sie nicht, dass man dort viel arbeiten muss und wenig verdient?“ In diesem Moment hatte sich meine Vorbereitung bereits ausgezahlt: Meine Leidenschaft ist zu designen. Deshalb nehme ich die Bedingungen gerne in Kauf, wenn ich dafür zu 100 Prozent in meinem Job aufblühen kann. Damit hatte ich ihn wohl überzeugt, denn ich bekam den Job. Darauf folgte ein ziemliches Versicherungschaos und die schwierige Wohnungssuche in Hamburg. Im Job angekommen, stand die Umstellung auf die „5-Tage-Woche“ an, die einen die Freizeit im Studium sehr vermissen lässt.

Die Arbeit selbst ist für mich sehr anspruchsvoll: Ideen bringen, Projektzeiten einhalten und dann noch eine Menge Überstunden. Wie heißt es so schön: – Kreative kennen keinen Feierabend, nur Deadlines. Aber jeden Tag gehe ich mit dem guten Gefühl aus der Arbeit, wieder etwas gelernt zu haben und das treibt mich an und bringt mich voran. Zudem hat das bereits bestehende Team mich herzlich aufgenommen.

Mein Fazit: Die Suche und der Einstieg sind aufreibend, aber auch aufregend. Und bis hierhin hat sich alles gelohnt! Mein Tipp an dich: Nimm dir Zeit für deine Bewerbung, du musst wissen, wohin du willst. Und dann bewirb dich initiativ.

Sicher einsteigen!

  • für den Arbeitgeber: Sozialversicherungsnummer, Kontodaten, Krankenversicherung
  • für das Alter: Riesterrente, Vermögenswirksame Leistungen, Bausparer, o. ä.
  • für die hohe Kante: Tagesgeldkonto, Sparbrief, Fonds, Bafög-Darlehen früher zurückzahlen
  • für kreative Freiberufler: Absicherung bei der Künstlersozialkasse
  • für die Sicherheit: Haftpflichtversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung
  • für den Staat (keine Pflicht): Steuererklärung bis Mai des nächsten Jahres für das Finanzamt (Bewerbungs-, Umzugskosten etc. absetzen, d. h. alle Belege aufheben)

Doch wo gibt es die besten Jobs?
Das erfährst du demnächst auf unserer Website unter: www. presstige.org

Ausgabe 28: Körper Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 28 unseres gedruckten Magazins.