Living like the locals

Mit Airbnb die Welt entdecken: Zwei Erfahrungsberichte

Früher wäre wohl kaum jemand auf die Idee gekommen, bei fremden Leuten, noch dazu in einer unbekannten Stadt, auf der Couch zu übernachten. Davon, dort ein paar Tage zu leben und sich auch am Kühlschrank zu bedienen, ganz zu schweigen. Heute ist das gang und gäbe unter vielen Touristen. Statt eines schäbigen Hostels oder überteuerten Hotels eine schnieke Privatwohnung im modernen Ikea-Stil und dem charmanten Einheimischen als Gastgeber – genau das bietet Airbnb.

Sonnenuntergang auf der Dachterrasse in Paris
Sonnenuntergang auf der Dachterrasse in Paris | Fotos: Petra Maier

Was ist Airbnb?

Eine Online-Plattform, auf der jeder seine Bleibe vermieten kann. Neben couchsurfing.org, HouseTrip.com oder dem deutschen Anbieter wimdu.de gilt Airbnb als Spitzenreiter. Wer seinen leeren Geldbeutel etwas auffüllen möchte und sich nicht davor scheut, fremden Touris sein trautes Heim zu überlassen, kann seine Wohnung auch selbst online stellen.

Was sind die Vorteile?

Die Wohnungen sind meist sehr günstig und liegen auch noch sehr zentral. In der Regel sind sie voll ausgestattet, sodass von Kochen, Wäsche waschen und natürlich Wi-Fi alles dabei ist. Vorher kann man sich bereits einen kleinen Vorgeschmack verschaffen und sich Fotos online anschauen sowie sich Bewertungen über den Vermieter zu Gemüte führen.

Wie funktioniert das Ganze?

Im Prinzip ist es ähnlich wie das Buchen eines Hotels: Ihr gebt in die Suchfunktion ein, wohin, wann und zu welchem Preis ihr verreisen wollt und Airbnb spuckt euch die passenden Angebote aus. Nachdem ihr eine Buchung angefragt habt, gibt euch der Vermieter innerhalb von 24 Stunden Bescheid, ob die Wohnung noch frei ist. Der Kontakt läuft über Airbnb, außer ihr wollt euch freiwillig über Facebook anmelden. Falls was schief geht, könnt ihr euch an das Airbnb-Team wenden.

„Wir waren alle neugierig auf Airbnb“

Julia (Portugal): „Zusammen mit drei Freundinnen war ich in Quarteira. Da wir selbst kochen wollten und anfangs überlegt hatten, eine Ferienwohnung zu nehmen, hat sich Airbnb natürlich angeboten. Zuvor hat das von uns noch keiner genutzt, deshalb waren wir alle neugierig darauf. Die Unterkunft war relativ günstig, da wir uns den Preis auch zu viert teilen konnten. Es war alles sauber und mit dem Nötigsten möbliert. Die Vermieterin war ebenfalls nett, sie hat uns gegen etwas Spritgeld vom Flughafen abgeholt und wieder dort hingebracht. Insgesamt würde ich es also definitiv weiterempfehlen und auch wieder machen, vor allem wenn man als Gruppe verreist. Da es sowieso mehr Spaß macht, zusammen zu kochen, würde ich es in manchen Fällen fast einem Hotel vorziehen.“

„Unsere Wohnung war etwas abenteurlich!“

Top Ausblick von der Dachwohnung in Paris
Top Ausblick von der Dachwohnung in Paris

Petra (Frankreich): „In Paris wohnten wir super zentral in einer schicken Dachwohnung, gleich gegenüber vom Palais Royal. Zu Fuß war man in fünf Minuten am Louvre. Dafür zahlten wir insgesamt 80 Euro pro Nacht, aber für ein Hotelzimmer hätten wir wahrscheinlich noch mehr gezahlt und auch nicht so zentral gewohnt. Die Wohnung selbst war etwas abenteuerlich: Zum einen, weil sie zwei Adressen hatte und wir erst einmal etwas verwirrt waren, wo sie sich denn befindet. Es stellte sich dann heraus, dass man zur Vorder- und Hintertür hinein kann. Und zum anderen weil die Wohnung ganz oben lag und die Treppen immer steiler und enger wurden.

Dafür gab es aber auch eine kleine Dachterrasse mit tollen Sonnenauf- und Untergängen! Unser Gastgeber war sehr nett und ein bisschen verrückt – aber auf eine positive Art. Er schenkte uns zur Begrüßung etwas Obst und eine Flasche Wein und obwohl wir im Land des Weins waren, gab es in der gesamten Wohnung keinen Flaschenöffner!“