Harz, Schweiß und Freudentränen

Der Augsburger Rennstall Starkstrom am Hockenheimring

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Text: Daniel Leichtle & Alexandra Mende – Fotos: privat

Für uns von Starkstrom sind die Tage 29. Juli bis zum 02. August mit die wichtigsten im ganzen Jahr: Denn dann findet am Hockenheimring die Formula Student Germany (FSG) statt. Aus der ganzen Welt kommen Studierende zusammen, um mit ihren selbstentwickelten Rennwägen gegeneinander anzutreten und am Schluss die begehrte Trophäe mit nach Hause nehmen zu können. Auch wir wollten dieses Mal vorne mit dabei sein. Ob wir es geschafft haben, erfahrt ihr hier.

Die FSG ist ein Wettbewerb, der jedem Teammitglied einiges abverlangt. Denn um uns erfolgreich mit den 38 anderen Teams in der Electric-Klasse messen zu können, haben wir ein ganzes Jahr mit Hochdruck an unserem Rennwagen „Cedur“ gearbeitet und dabei die eine oder andere Nachtschicht eingelegt.

Als unser Fahrzeug dann fertig war, war bereits neben Harz bereits eine beträchtliche Menge an Schweiß und auch die eine oder andere Träne geflossen. Doch es hat sich gelohnt. In dem Moment, in dem wir das erste Mal den fertigen Cedur in Augenschein nahmen, wussten wir: Mit diesem Rennwagen können wir vorne mitmischen und vielleicht unser großes Ziel erreichen – einen Platz in der Top 10.

Ausgabe 29: Europa
Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 29 unseres Magazins als E-Paper.

 

Cedurs große Stunde

Bevor wir unseren Boliden aber auf die Strecke schicken durften, mussten wir uns am ersten Tag des Wettkampfs erst bei den statischen Disziplinen beweisen. Eine Jury bewertet hierbei vorab eingereichte Berichte zum Rennwagen und Präsentationen der Teams. Insgesamt liefen diese Wettbewerbe ordentlich, doch bei den Disziplinen Cost Analysis und Business Plan Presentation landeten wir jeweils in der Mitte des Teilnehmerfelds. Nicht die besten Voraussetzungen, um unter die ersten Zehn zu kommen.

Das Skid Pad, das möglichst schnelle Fahren durch eine liegende Acht, war am zweiten Tag des Wettbewerbs als erste dynamische Disziplin angesetzt. Damit war auch die große Stunde von Cedur gekommen. Bei den dynamischen Disziplinen entscheiden nämlich vor allem Auto und Fahrer, ob und wie erfolgreich ein Team abschneidet. Mit einer guten Zeit von 5,8 Sekunden konnten wir uns den sechsten Platz sichern und unserem Ziel ein Stückchen näher kommen.

Am dritten Tag standen Acceleration und Autocross auf dem Programm. 4,2 Sekunden benötigte unser Cedur auf der Beschleunigungsgeraden und siedelte sich mit Platz 13 im ersten Drittel des Teilnehmerfelds an. Im Autocross hatten wir leider etwas Pech, da von vier Läufen nur einer gewertet werden konnte. Daher landeten wir auf dem für uns etwas enttäuschenden 18. Platz.

 

Die entscheidenden Ergebnisse

Traditionell wird am letzten Tag des Wettbewerbs die Königsdisziplin ausgetragen. In der Vergangenheit hatten wir beim Ausdauerrennen, dem Endurance, viele Punkte liegen lassen. Dieses Mal wollten wir es besser machen und verhindern, dass unserem Motor vorzeitig der „Saft“ ausgeht. Der zusätzliche Aufwand im Vorfeld machte sich bezahlt. Unser Cedur schaffte die 22 Kilometer lange Strecke und belegte den zehnten Platz im Rennen. Trotzdem war sein Energieverbrauch dabei nicht allzu hoch, deshalb erreichten wir in der Efficiency das fünftbeste Ergebnis. Mit diesen Platzierungen durften wir nun ernsthaft hoffen, doch noch unseren Traum wahrzumachen und weit vorne im Teilnehmerfeld zu landen.

Endgültige Gewissheit brachte dann die Award Ceremony, die das Ende des offiziellen Teils des Wettbewerbs markiert: Platz zehn für Starkstrom – das beste Ergebnis in der Vereinsgeschichte! Auch das sehr positive Feedback zu unserem diesjährigen Rennwagen Cedur ist für uns ein Grund, uns zu freuen: Mit dem Opel Style Award konnten wir als Krönung des Wettbewerbs den Preis für die cleverste ganzheitliche Design- und Package-Lösung mit nach Hause nehmen.

Danach merkten wir, dass der ganze Stress des letzten Jahres von uns abfiel – wir hatten gearbeitet, gekämpft und unseren Traum wahrgemacht! Zusammen mit den anderen Teams feierten wir deshalb bis tief in die Nacht.

Doch wir werden uns nicht auf diesem Ergebnis ausruhen – nächstes Jahr wollen wir noch eine Schippe drauflegen. Damit das klappen kann, lautet unsere Devise: Nach der FSG ist vor der FSG!

 

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Noch mehr Fotos vom Wettbewerb oder Details zum Rennwagen findet ihr auf starkstrom-augsburg.de. Dort erscheinen ebenfalls immer wieder Stellenanzeigen für gesuchte Position im Team. Wer Lust hat mitzumachen, kann aber auch einfach eine Mail an recruiting@starkstrom-augsburg.de schreiben.