Auf der Welt etwas verändern – Freiwilligenprojekte im Ausland mit AIESEC

Sustainable Development Goals. 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung. Darunter zählen zum Beispiel Armutsbekämpfung, Bildung für Alle, Bekämpfung des Klimawandels, Tierschutz oder auch Gleichstellung der Geschlechter. Ziele, die sich die Organisation AIESEC zur Aufgabe gemacht hat.

(c) Wikipedia

AIESEC ist eine internationale Austauschorganisation, die Projekte in über 120 Länder vermittelt. Hierbei geht es nicht nur um den kulturellen Austausch, sondern auch darum aktiv etwas zu verändern. Gegründet wurde die Organisation nach dem zweiten Weltkrieg. Die Idee dahinter war Menschen zu vernetzen und dem Hass zwischen Nationen keine Chance zu geben. „To achieve peace in human kind potential“ ist bis heute einer der Leitsätze, erklärte mir Marie. Als Mitglied des Local Komitee Augsburg hilft sie interessierten Personen das richtige Freiwilligenprojekt zu finden. Die Auswahl ist sehr groß. Von sozialen Projekten, wie Arbeit mit Kindern und Erwachsenen, über Projekte für Umwelt und Tiere, bis hin zu wirtschaftlichen Projekten ist alles zu finden.

Die Augsburger Studentin Juliane war als Global Volunteer für sechs Wochen in Indonesien. Gemeinsam mit zehn deutschen und zehn einheimischen Studenten setzte sie sich dort für die Umwelt ein. In einem kleinen Interview hat sie mir über ihre Erfahrungen berichtet.

Wie habt ihr euch in Indonesien für die Umwelt engagiert?

Wir haben versucht das Bewusstsein der Bevölkerung vor Ort hinsichtlich des Müllproblems, Plastikproblems – eigentlich hinsichtlich allen Umweltproblemen – ein bisschen zu fördern. Wir haben erstmal einen Plan aufgestellt, was unser Ziel ist in den sechs Wochen und wie wir das erreichen wollen. Anschließend haben wir uns Vorträge angehört und Workshops gemacht zu dem Thema. Zum Beispiel wie kompostiere ich? Wie ist die Infrastruktur hier mit dem Müll? Wie läuft das alles ab? Wir haben uns angeschaut, wo der ganze Müll außerhalb der Stadt eigentlich hinkommt. Das war ziemlich schockierend zu sehen. Dann haben wir einen kleineren Stadtteil zugeteilt bekommen. Der meist verschmutzte Fluss der Welt liegt genau daran, das ist der Citarum River. Der besteht eigentlich nur noch aus Plastik. Jährlich wird dieser Stadtteil auch überflutet, weil so viel Müll in diesem Fluss ist, dass zur Regenzeit das Wasser hochkommt. Dort haben wir also versucht von Tür zu Tür zu gehen, um mit den Leuten zu reden und haben danach beschlossen wir entwickeln einen kleinen Platz in dieser Stadt weiter. Wir haben die Wände bemalt, haben vertikale Gärten gepflanzt, Blumengärten und kleine Sitzmöglichkeiten aus alten Reifen für die Kinder gemacht.

(c) Juliane

Was hast du von der Zeit im Ausland gelernt?

Ich bin mir noch ein bisschen bewusster bezüglich der ganzen Plastikbenutzung geworden. Also ich benutze noch weniger als davor. Hier in Deutschland bekommt man das ja nicht mit – der Müll wird irgendwo in ein anderes Land verschifft und man sieht ihn nicht mehr. Aber wenn man diese Flüsse, die von Plastik überfüllt sind, so direkt vor sich hat, ist es schon schockierend.

Was war die eindrucksvollste Erinnerung für dich?

Wir haben einmal eine Straßenkampagne gemacht. Wir sind zu Leuten, die mit Plastiktüten unterwegs waren, hingegangen, haben sie ein bisschen aufgeklärt und ihre Plastiktüten dann mit Stofftüten ausgetauscht. Zwei Frauen waren so dankbar, dass sie angefangen haben zu weinen und zehntausend Mal Danke gesagt haben. Die indonesische Kultur ist sehr, sehr schön. Egal, was man macht, die Menschen sind einfach unglaublich dankbar für alles. Auch die Gastfamilien sind so super lieb gewesen. Wir haben vor Ort einen „Buddy“ zugeteilt bekommen. Das war jemand von den anderen Freiwilligen vor Ort oder ein AIESECer vor Ort und ich habe mich mit meinem Buddy sehr gut verstanden. Das war auch sehr schön.

Freiwilligenprojekte wie Julianes werden von Studenten, die im Local Komitee sitzen, selbst vermittelt. Anmelden kann man sich unverbindlich auf der Website und mit einem AIESECer, wie Marie oder Juliane, ein Projekt aussuchen. AIESEC ist zwar eine Non Profit Organisation, aber um die Local Komitees zu finanzieren, kostet der Austausch 399€. Das PWC Scolarship oder der DAAD unterstützen die  Freiwilligenprojekte aber häufig.

Vielleicht ist ein Hilfsprojekt für den ein oder anderen ja auch die Alternative für ein Auslandssemester. Die Anmeldung für die Reise als Global Volunteer ist nämlich jederzeit möglich.

Julianes Projekt in Bildern seht ihr hier:

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