„Je mehr Leute wir sind, desto mehr können wir realisieren.“ – Die Fachschaften der Uni Augsburg

Sportlerparty hier, Juraball dort, Stammtisch nächste Woche, Geosommerfest, Tramparty, Party, Party, Party…das sind wohl die Veranstaltungen, die hauptsächlich das Bild von Fachschaften bei den Studis prägen. Wie ich erfahre, ist das auch ein großer (sehr wichtiger!) Aufgabenteil, aber eben lange nicht alles. Sechs Fachschaften haben mir Rede und Antwort gestanden und mir kleine Einblicke in ihre Arbeit gegeben. Denn Fachschaften machen nicht nur Party, sie „unterstützen die Studierendenschaft, gestalten das Campusleben und bilden ein Netzwerk aus Studierenden“ (AUStA). Lasst euch mitnehmen auf einen Blick hinter die Kulissen der Fachschaftsarbeit der Uni Augsburg…

Illustration: Julia Bartsch

Wir starten mit einer Vorstellungsrunde: Wer seid ihr denn, wofür ist eure Fachschaft da und wie arbeitet ihr so?

Fachschaft Lehramt: Wir verstehen Fachschaftsarbeit generell als jegliche Arbeit, die das Studium unserer Studierenden in irgendeiner Form erleichtert, unterstützt und bereichert. Insbesondere agieren wir als Sprachrohr zwischen Studierenden und Dozierenden und als Kommiliton_innen aus einem höheren Semester. Dabei arbeiten wir ausschließlich basisdemokratisch und ehrenamtlich. Konkret geben wir aktiv Hilfestellung für Erstsemester (Stundenplanberatung, Erstihütten, etc.), klären Probleme im persönlichen Gespräch mit betroffenen Dozierenden und veranstalten informative sowie kulturelle Beiträge (Infovorträge zum Thema Lehramt, Lehrberuf, usw., Lehramtsparty, Glühweinstand, etc.) . Wir haben über die Jahre und durch unsere konstante Präsenz in wichtigen universitären Gremien und Arbeitsgruppen ein enormes Wissen aufgebaut, das wir sehr gerne weitergeben. Einige unserer Mitglieder arbeiten nebenher auch in diversen Beratungsstellen.

AUStA: Wir sind ein Verbund aus Studenten, Alumnis und Dozenten von allen Fakultäten der Uni Augsburg. Die „Augsburger Universitätsstudenten und Alumni e.V.“, kurz AUStA, ist dabei unser fakultätsübergreifender Dachverbund. Zu uns gehören außerdem je Fakultät noch ein bis zwei Untervereine, in denen die Aktiven organisiert sind, wie beispielsweise die Fachschaft Wiwi und die Fachschaft Jura. Momentan sind wir ca. 50 Aktive aus vielen unterschiedlichen Studiengängen. Den Kern bilden dabei unsere Vorstände, ansonsten gibt es keine Hierarchie oder Ähnliches.

Fachschaft Geographie: Wir sind die größte Geofachschaft Deutschlands. Bei dem Pensum an Veranstaltungen sind die vielen Mitglieder aber auch nötig. Außerdem verfügen wir über Alumnis und Fördermitglieder, die uns unterstützen, da wir ein Verein und doch auf Hilfe angewiesen sind. Wir sind in erster Linie für Studierende da. Wir informieren insbesondere zum Thema Studium. Dies machen wir indem wir Skripte sammeln und verteilen, Altklausuren zur Verfügung stellen und Informationsveranstaltungen zum Thema Studium durchführen. Auf unseren Informationskanälen informieren wir alle Studierenden über wichtige Informationen, Exkursionen und Veranstaltungen. Natürlich sehen wir uns auch als Bindeglied zwischen Studierenden und Institut. Wir haben das große Glück, dass wir ein sehr gutes Verhältnis zum gesamten Institut pflegen. Daher sind wir jährlich bei der „Denkwerkstatt Lehre“ der Geographie dabei mit unserem GeoFeedback. Außerdem versuchen wir die Geographie im Allgemeinen zu stärken. Das tun wir mit unserer Geography Awareness Week und zahlreichen Partnerschaften. Natürlich darf auch der Spaß und das Studentenleben nicht zu kurz kommen und daher veranstalten wir auch die GeoParty, Sommerfest, Adventsaktionen und Semesterempfang zum Networken 😉. Die Aufgaben sind also bunt gemischt. Außerdem haben wir ein neues Veranstaltungsformat „Die Lange Nacht der Fachschaft“. Hier stellen wir uns vor und Interessierte können sich informieren über die Fachschaftsarbeit.

Fachschaft Sport: Unsere Fachschaft gestaltet das Leben am Sportzentrum aktiv mit, indem wir zwischen Studierenden und Dozierenden vermitteln, beiden sozusagen als „Sprachrohr“ dienen. Wir versorgen die fleißigen Sportler bei Veranstaltungen wie der HSA Trophy oder dem Sommerfest mit Essen und Trinken und organisierten bis dato jedes Semester eine Turn- und Tanzgala, bei der die Studierenden ihre Examensküren aufführten. Natürlich kommen wir auch der Feierlaune unserer Mitstudenten entgegen und organisieren Sportlerpartys, Trampartys und einen Semesterabschluss am Hochablass. Zu unseren aktiven Mitgliedern kommen ein paar Studierende hinzu, die während ihrer Examenszeit den aktiven Fachschaftlern unter die Arme greifen. Drei der aktiven Mitglieder bilden den Vorstand, bestehend aus 1. und 2. Vorstand und Kassenwart. Strukturiert ist die Fachschaft in verschiedenen Arbeitskreisen. In den letzten Jahren haben wir uns besonders darum gekümmert den Studierenden vor den Examensprüfungen an den Wochenenden Zeit zum Trainieren zu ermöglichen, haben uns dafür stark gemacht die Augsburger Fachschaften untereinander zu vernetzen mit einer Augsburger Fachschaften Tagung (kurz AUFATA) und versuchen bei Problemen wie der Nicht-Vergabe der Studienzuschussmittel eine Verbindung zwischen Dozierenden und Studierenden zu bilden. Außerdem stehen wir in Kontakt mit dem Studierendenrat der Fakultät Phil.-Soz. und dem AStA der Uni Augsburg.

Fachschaft MuK: Eine Fachschaft kümmert sich in unserer Sicht vor allem um die Interessensvertretung und das Wohlbefinden der Mitstudierenden. Wir beraten die MuKis in sämtlichen fachlichen, organisatorischen und sozialen Fragen, organisieren Veranstaltungen und sind Hauptvermittler zwischen Studierenden und Dozent_innen/Professor_innen. Außerdem sorgen wir über den StuRa und die AStA dafür, dass das Fach Medien und Kommunikation auch auf universitärer Ebene eine Stimme hat und mitreden kann. Unsere Fachschaft besteht aus MuKis verschiedener Semester. Drei von uns bilden den Vorstand, ansonsten teilen wir die Aufgaben grob in Ressorts ein. Meistens packen wir aber alle dort an, wo es gerade benötigt wird.

Fachschaft Musik: Bei Musik ist die Fachschaft dafür zuständig, bei allen Veranstaltungen, wie der Seerenade oder dem Big-Band-Konzert für die Bewirtung zu sorgen. Wir haben dann unsere eigene kleine Bar und verkaufen Drinks und oft auch noch Snacks. Außerdem machen wir am Anfang des Semesters einen Vorbereitungskurs für die Aufnahmeprüfung. Übers Semester kümmern wir uns um allgemeine Sachen wie die Schließfächerverteilung und helfen allen Studenten die Fragen bezüglich ihres Studiums haben. Dadurch, dass wir mit vielen Dozenten in engem Kontakt stehen, lassen sich alle Angelegenheiten entspannt klären.

Wie wichtig ist es in euren Augen, dass ein Studiengang eine aktive Fachschaft hat? Habt ihr in eurem Studiengang schon etwas bewegt/verändert?

AUStA: Eine aktive Fachschaft ist unglaublich wichtig für jeden Studiengang, da die Fakultäten oft gerade das Leben ums Studium herum völlig außer Acht lassen und Dinge wie z.B. die O-Phase für Erstsemester oder eine Absolventenfeier nicht oder nur eingeschränkt organisieren. Wir haben unter Anderem dafür gesorgt, dass der BWL-Studiengang akkreditiert wird und die Absolventenfeier dort eingeführt. Außerdem setzen wir uns in der Hochschulpolitik, also in verschiedenen StuRas und im studentischen Konvent, für die Interessen der Studierenden ein und haben so beispielsweise die Wasserspender in der Bib erhalten können.

Fachschaft Lehramt: Wir halten Fachschaftsarbeit im Allgemeinen für sehr wichtig. Oftmals hört man, dass studentische Gremien oder Fachschaften ja gar keinen Einfluss hätten. Wir wollen das pauschal auch nicht abstreiten. Es ist trotzdem enorm wichtig, dass es auch eine studentische Sicht der Dinge gibt. Im Lehramt speziell ist es einfach auch wichtig, dass jemand den Überblick behält. Die einzelnen Lehrstühle werden lediglich von einer zentralen universitären Stelle koordiniert, welche stark unterbesetzt ist (das zu ändern, ist beispielsweise eine unserer zentralen Forderungen an die Unileitung). Für das Lehramtsstudium haben wir in naher Vergangenheit  eine Hospitationsreihe für alternative Schulformen in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Schulpädagogik ins Leben gerufen. Außerdem kämpfen wir seit Jahren für den Erhalt des Bachelor und Master of Education. Ohne unsere vehemente Gegenwehr würde es beide Abschlüsse vermutlich nicht mehr an der Universität Augsburg geben, da ansonsten keine studentischen Meinungen diesbezüglich eingeholt werden.

Fachschaft MuK: Eine aktive Fachschaft ist definitiv wichtig, weil sie die Student_innen im Studiengang vernetzen kann. Vor allem bei Medien und Kommunikation klappt das sehr gut, da wir insgesamt recht wenig Studierende sind. Alleine die Ersti-Hütte hilft beispielsweise den neuen Studierenden direkt, sich zu orientieren und auch neue Freunde zu finden. Bei Problemen wissen sie, dass sie sich an uns wenden können. Ansonsten stehen wir im engen Kontakt mit unseren Dozent_innen. Aktuell arbeiten wir beispielsweise gemeinsam daran, den Master-Studiengang zu verbessern und praktischer zu gestalten. Wir haben dabei ein relativ großes Mitspracherecht, was uns natürlich sehr freut. 

Fachschaft Geographie: Sehr wichtig. Studierende müssen Einfluss auf die Lehre haben und das funktioniert nur, wenn eine Masse dahinter steht. Ein einzelner kann selten was bewegen. Wir versuchen mit der Masse an das Institut heranzutreten um etwas zu bewirken. So beispielsweise mit dem GeoFeedback. Hier kann jeder seine Meinung sagen und wir nehmen dann alle Anregungen der Studierenden mit uns diskutieren das auf der Denkwerkstatt Lehre. Außerdem durften wir während der Berufungsphase unseres neuen Lehrstuhlinhabers der Physischen Geographie auch alle Kandidaten kennenlernen und an die Kommission eine Empfehlung weitergeben, was wir als Studierenden denken. Da sind wir schon Glücklich darüber dass die Zusammenarbeit so gut läuft.

Fachschaft Musik: Sehr wichtig. Wenn man als unerfahrener Ersti an die Uni kommt, hilft es total, wenn man weiß, an wen man sich wenden kann, wenn man irgendwelche Fragen hat. Außerdem ist bei uns die Fachschaft ein wichtiges Triebwerk, dass die ganzen Veranstaltungen und Konzerte überhaupt stattfinden können.

Fachschaft Sport: Eine aktive Fachschaft ist in unseren Augen wichtig. So sind wir Ansprechpartner, wenn Studierende Probleme mit der Lehre o. ä. haben und vermitteln dann zwischen beiden Parteien. Aber nicht nur in der Uni sollte die Fachschaft aktiv sein. Wir organisieren auch Partys und Events, bei denen sich nicht nur die Studenten besser kennenlernen, sondern auch neue Sportarten entdeckt werden können. Die Fachschaft Sport hilft außerdem immer wieder Projekte, wie beispielsweise den Wasserspender im Sportzentrum oder einen neuen Hochschulsportbus, zu finanzieren.

Jetzt kommen wir mal auf den Punkt, wer ist denn nun die coolste Fachschaft?

Illustration: Julia Bartsch

Ich kann mich unseren Lehrämtlern nur anschließen: Alle Fachschaften sind toll! Also ein großes Danke an euch für jede Party und jede Hilfestellung, für euren Einsatz und dass ihr uns das Leben an der Uni so viel leichter macht.

Es gilt: „Je mehr Leute wir sind, desto mehr können wir realisieren.“ (AUStA). Ihr wollt euch auch gerne engagieren oder habt Fragen an die Fachschaft eures Studiengangs?

Illustration: Julia Bartsch

Was dürfen Studis auf keinen Fall verpassen? – Save the Dates:

  • „Zu Dir, zu Mir oder an die Bar?“-Party in der MahaBar, 07.11.2019 (AUStA)
  • Tram- & Sportlerparty, Oktober (Fachschaft Sport)
  • Lehramtsparty, Anfang November (Fachschaft Lehramt)
  • Faschingsparty, November (Fachschaft Sport)
  • Night of the Profs, am 12.12.2019 (AUStA)