Positiv sein in Zeiten von Corona

© Emelie Lautenbach

Das Coronavirus hat die Welt fest im Griff: über 530.000 Infizierte und 24.000 Todesfälle (Stand: 27.03.2020, 11:00 Uhr)1. Im Radio, im Fernsehen, im Netz – das Hauptthema: Corona. Welche Maßnahmen beschließen Bund und Länder zur Eindämmung des Virus? Wo häufen sich die Fallzahlen? Wie ergeht es anderen Nationen im Kampf mit COVID-19? Die schlechten Nachrichten häufen sich, Politiker werden zu Überbringern von Hiobsbotschaften, die Grund- und Freiheitsrechte in Deutschland werden eingeschränkt.

Trotzdem gilt es, nicht zu verzagen, nicht dem berühmt-berüchtigten Lagerkoller zu erlegen. Immerhin betitelt sich Bayern mit „Freistaat“, so Ministerpräsident Söder bei der Verkündung der Ausgangsbeschränkungen.2 Wir Menschen in Bayern lieben also unsere Freiheit, deswegen dürfen wir uns auch weiterhin im Freien bewegen, Sport treiben und mit dem Hund rausgehen. Das ist aber nicht das einzige Positive in dieser schwierigen Situation.

Es gibt noch mehr Licht am Ende des Tunnels: Manche Lichtblicke sind leichter zu erkennen, andere weniger stark, aber sie sind da. Im folgenden möchte ich euch ein paar Lichtblicke aufzeigen:

1. Die meisten Deutschen halten sich an die Ausgangsbeschränkungen. Das heißt konkret: weniger Ansteckungsrisiko, weniger Möglichkeiten für das Virus, sich weiter auszubreiten. Ein Nebeneffekt: die weltweite Umweltverschmutzung nimmt ab, die Natur kann sich einige Wochen und Monate erholen und die Menschen begreifen hoffentlich, dass sie auch mit einem weniger umweltbelastenden Verhalten gut überleben können. Ein Gewinn für Mutter Erde und uns Menschen!

2. Forscher aus aller Welt arbeiten mit Hochdruck an einem Medikament und einem Impfstoff, um COVID-19 Einhalt zu gebieten. Federführend in Deutschland: die Tübinger Firma CureVac. Diese ließ sich auch nicht von der US-Regierung beirren, die der Geschäftsführung der Firma angeblich hohe Geldbeträge bot, um sich den Impfstoff exklusiv für die Vereinigten Staaten zu sichern.3 Indem CureVac seine Forschungen weiter in Deutschland betreibt, wird ein in Zukunft entwickeltes Gegenmittel nicht nur in den USA verfügbar sein. Ein Sieg für alle Corona-Infizierten.

3. Gesundheitsminister Spahn rief eine Aktion ins Leben, die durch viele große Influencer auf Instagram bekannt gemacht wurde: Die „Stay-at-Home“-Kampagne – ein sichtbares Zeichen der Solidarität, dem sich schnell viele andere Instagram-Nutzer anschlossen. Fotos von den häuslichen Aktivitäten posten, den passenden Filter drauf und fertig. Schon zeigt man seinen Followern und der restlichen Welt, was man zuhause alles machen kann. Ein Zeichen der Solidarität mit allen Kranken und Gefährdeten.

4. Das #WIRBLEIBENZUHAUSEFESTIVAL: Nico Santos, Lea, Alvaro Soler. Namhafte Musiker und Musikerinnen schlossen sich am letzten Sonntag zusammen und veranstalteten kostenlos 30-minütige Musikbeiträge – von zuhause aus. Über Instagram konnten alle Nutzer der Plattform den Sängerinnen und Sängern zuschauen, mit ihnen interagieren und den Musikern lauschen, wie sie aus ihren Schlaf- und Wohnzimmern live ihre liebsten Songs performten. Vier Stunden lang streamten die acht Künstler ihre Beiträge, um ihre Follower daran zu erinnern, zuhause zu bleiben – und ihnen zu zeigen, dass sie auch dort nicht alleine sind und Spaß haben können. Nico Santos hat bereits angekündigt, dass er nochmal Live-Streams mit anderen Musikern organisieren möchte. Jeder, der die Streams verpasst hat, kann das nächste Mal Teil der Zuschauer sein. Immerhin verfolgten bis zu 70.000 Leute die Streams und unterstützen die Aktion. Ein Erfolg auf ganzer Linie.

Max Giesinger und Lea © Justin Lautenbach

Diese Punkte sind die großen Lichtstrahlen, die mehr oder weniger hell in unserem „Hausarrest“ strahlen. Nicht zu unterschätzen sind aber die kleinen Strahlen, erzeugt von Leuten, die so sind wie du und ich. Wenn sich in Italien und Spanien, den zwei Ländern, die am schwersten betroffen sind, trotz der schlimmen Situation die Nachbarschaft auf den Balkonen versammelt, um gemeinsam für alle Helfer und Helferinnen zu applaudieren, gemeinsam zu singen und sich so den Tag zu versüßen. Wenn sich in Deutschland Leute auf ihren Terassen und Balkonen versammeln, um gemeinsam zu musizieren, die EU-Hymne (Ode an die Freude – Beethoven) ertönt, modern interpretiert mit Klavier, Saxophon und Trommel. Dann wird klar: Deutschland erinnert sich, dass alle im selben Boot sitzen. Deutschland hilft sich gegenseitig.

Wie ihr seht, ist unser „Hausarrest“ kein Hausarrest, es ist eine Möglichkeit, zusammen als Menschen der Ausbreitung des Corona-Virus entgegenzustehen. Erreicht werden kann dies leider nur, indem wir alle in unseren Wohnungen bleiben.

Ihr vermisst natürlich eure Freunde. Zuhause bleiben, bedeutet aber nicht allein sein. Ihr könnt euch immernoch sehen und hören. Die klassischen Möglichkeiten sind Telefonate mit dem Handy, Skype oder WhatsApp. Mehr als telefonieren und euch sehen, könnt ihr damit aber nicht. Abhilfe verschafft hier zum Beispiel die App „Houseparty„. Mit ihr könnt ihr mit euren Freunden videochatten und gleichzeitig Spiele spielen. Quize wie zum Beispiel „Wer bin ich“ oder Zeichnungen erraten, das alles ist mit dieser App möglich. Ein bisschen Tabu und Gesellschaftsspiele, nur in elektronischer Form. Die App sorgt dabei dafür, dass ihr nicht nur über Standartspiele verfügt, sondern auch ausgefallenere Spiele, die ihr noch nicht kennt, spielen könnt. Ein Schelm, wer hieraus ein Trinkspiele macht (wer am wenigsten Zeichnungen errät trinkt, wer gewinnt darf Schlücke verteilen :D)

Houseparty © Justin Lautenbach

Mein Fazit: Das Coronavirus erschüttert die Welt und jeden einzelnen von uns. Die Menschheit wird auch noch in Jahren mit den wirtschaftlichen Auswirkungen zu kämpfen haben, Firmen gehen pleite, Leute verlieren ihre Jobs. Das ist aber nicht die erste Krise, die wir in Deutschland und auf der Welt erleben. Dabei müssen wir uns eins in Erinnerung rufen: den Menschen macht eins aus, er ist widerstandsfähig und kann sich an die jeweilige Situation anpassen. Das haben wir Menschen immer getan und das werden wir auch weiterhin tun. Wir müssen jetzt zuerst solidarisch daran arbeiten, das Virus einzudämmen, indem wir zuhause bleiben. Verliert Euch hierbei nicht in negativen Gedanken, seht auch das Positive, das sich in dieser Krisenzeit zeigt. Seht die Menschen und all die hellen, aber auch die weniger hellen Lichtstrahlen, die andere zu euch nach Hause schicken.

1 https://www.merkur.de/welt/coronavirus-deutschland-tote-infizierte-anzahl-italien-welt-news-covid-19-sars-cov-2-zr-13600954.html

2 Pressekonferenz MP Söder BR 21.03.2020

3 https://www.welt.de/wirtschaft/article206555143/Corona-USA-will-Zugriff-auf-deutsche-Impfstoff-Firma.html