Happy Birthday, Presstige!

Euer Augsburger Hochschulmagazin wird 15 Jahre alt und das muss gefeiert werden. In Corona-Zeiten gestaltet sich eine solche Feier als schwierig. Daher begab ich mich digital mit neun weiteren Presstige-RedakteurInnen auf eine Reise in die Vergangenheit, zu den Ursprüngen dieser Zeitung, in die Nullerjahre an der Uni Augsburg, in denen drei BWL-Studenten eine folgenreiche Idee hatten…

  • 2005

    Gründung der Presstige

    Bei zwei Abendessen im Il Porcino im Univiertel entstand unser Hochschulmagazin durch die drei BWL-Studenten Martin Huggenberger, Hannes Lüth und Michael Hofmann und den damaligen Leiter der katholischen Hochschulgemeinde (KHG) und Studentenpfarrer Prof. Dr. Thomas Schwartz. Ein Beirat aus Augsburger Sponsoren wurde zusammengestellt und die Presstige erschien fortan unter dem Schirm der KHG, damals noch mit dazu passendem Logo.

    Funfact: Im Beirat befand sich in Ausgabe 3 u. a. auch unser geliebter Klaus Prem.

Bei ein paar Gläsern Wein wurde ich zum Namensgeber und kombinierte die beiden Ansprüche der Presstige: Presse für Studenten (Press) auf exklusivem Niveau (Prestige).. 

Michael Hofmann

2005 - 2006

  • 2005

    Erste Redaktionssitzung und Ausgabe

    Nach Werbung in Seminaren und Vorlesungen findet kurz darauf die erste Redaktionssitzung statt, in der das Heft seinen konzeptionellen Ursprung findet. (Layout-)Vorbild damals: Neon vom Stern. Das Heft gilt als modern, frech und jung und arbeitete mit vielen weißen Elementen. Die KHG unter Leitung von Thomas Schwartz lässt den Studierenden inhaltlich freie Hand.

  • 2006

    "Sex an der Uni" - Skandal

    Ausgabe 3 schlägt nicht nur an der Universität, sondern in ganz Augsburg hohe Wellen. Presstige bleibt trotzdem noch einige Jahre bei der KHG.

Ich weiß noch, dass ich sonntags am Augsburger Hauptbahnhof in der Zeitschriftenabteilung war. An der Kasse hatten die immer noch die BILD und verschiedene Tageszeitungen, u. a. auch die Augsburger Neue Sonntagspresse. Ich ging also zur Kasse und sah die Schlagzeile: „Skandal um Hochschulmagazin: Sex an der Uni“. Ich hab erst gar nicht begriffen, dass wir gemeint waren. Ich dachte „Witzig, gibt es wohl noch eine Unizeitung.“

Dominik Hahn

2005 - 2008

Dann kam diese ominöse Ausgabe. Ein Aufmacher war „Sex an der Uni“, was von der katholischen Kirche als etwas unpassend empfunden wurde. Das war aber glaube ich nicht der Hauptgrund, sondern es gab in der selben Ausgabe einen Artikel über die homosexuelle Szene in Augsburg. Der hat der katholischen Kirche überhaupt nicht geschmeckt. Der persönliche Referent von Bischof Mixa hat sich dann darüber ausgelassen. Das ging also mehr oder weniger bis zur Pressestelle vom Vatikan, dass es da eine in der KHG verlegte Hochschulzeitung gibt, die irgendwie quer schießt und solche Artikel schreibt. Unser Chefredakteur Christopher war daraufhin der Sündenbock und musste zurücktreten.

Michael Sentef

2005 - 2016

  • 2006

    Eigenes Büro in der KHG

    Durch die Unterstützung von Studentenpfarrer Thomas Schwartz gibt es 2006 das wohlverdiente eigene Büro in der KHG. Das bietet vor allem für Treffen und redaktionelle Arbeiten Platz. Privat wird der Raum aber auch zur Bachelorarbeits-Fläche für den ein oder anderen Redakteur.

  • 2006

    Größtes Hochschulmagazin Bayerns

    Ab 2006 ist die Presstige nicht nur Uni-Magazin, sondern deckt redaktionell auch die FH und die Musikhochschule Augsburg ab. Zur gleichen Zeit wird die Presstige das größte Hochschulmagazin Bayerns mit 10.000 +1 Exemplaren.

    Warum +1? Weil auch der Rivale in München die höchste Auflage in Bayern haben will und sich so ein Kreislauf entwickelt, in dem beide Magazine immer ein Exemplar mehr drucken als das andere.

  • 2007

    Angliederung an das MuK-Begleitstudium

    Ein großer Schritt in puncto Nachhaltigkeit ist die Angliederung an den Studiengang Medien und Kommunikation. MuK-Studierende bekommen für ihr Engagement bei Presstige künftig ECTS. Das hilft besonders bei der Akquirierung neuer MitgliederInnen.

  • 2009

    Abkapselung von der KHG

    Presstige ist endgültig reif für den nächsten Schritt der organisatorischen Selbstständigkeit. Statt "Presstige. Magazin im Leben." fortan als "Presstige. Das Augsburger Hochschulmagazin."

Dann hatten wir eine Ausgabe, die das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Der neue Studentenpfarrer war von der Einstellung das komplette Gegenteil von Thomas Schwartz. Wir hatten damals eine Chefredakteurin, die Muslima war, was der neue Pfarrer glaube ich gar nicht wusste. Wir hatten dann einen Artikel über jemanden der vom Christentum zum Islam konvertiert ist. Da hat der neue Pfarrer dann wirklich darauf bestanden, dass dieser Artikel gestrichen wird. Er wollte die Ausgaben vorher sehen und hat dann auch Veto eingelegt und sich inhaltlich eingemischt. Wir haben dadurch die sehr engagierte Chefredakteurin verloren, weil sie natürlich gesagt hat, dass sie unter diesen Bedingungen nicht weitermachen kann. Das war der Punkt an dem wir gesagt haben, so kann das für uns nicht weitergehen.

Michael Sentef

2005 - 2016

  • 2010

    Vereinsgründung

    Es muss sich etwas ändern und gesagt getan, gründen ehemalige Presstige-Mitglieder und Beiräte Anfang 2010 den Verein "presstige - Verein zur Förderung des journalistischen Nachwuchses e.V." und damit ist Ausgabe 16 die erste selbst herausgegebene Ausgabe der Presstige.

    Funfact: Über den Wechsel der Presstige berichtet damals sogar die Augsburger Allgemeine. Alois Knoller schreibt im März 2010 den Artikel "Presstige-Verlust", der nach wie vor im Abo zu lesen ist.

  • 2013

    Relaunch der Website

    Natürlich geht der Wandel der Medienwelt auch an Presstige nicht vorbei: Im Lauf des Jahres 2013 wird immer deutlicher, dass es für die gedruckte Ausgabe des Augsburger Hochschulmagazins bald eng werden könnte...

Bei jedem Heft war es bis zum Schluss ein großes Zittern, ob die Werbeeinnahmen am Ende für die Druckkosten reichen würden. Schon ein paar Jahre vorher waren wir daher vom viertel- auf einen halbjährigen Erscheinungszyklus übergegangen, druckten also nur noch ein Heft pro Semester. Zumindest damit wollten wir so lange wie möglich weitermachen. Trotzdem entschieden wir uns damals, ein zweites Standbein aufzubauen. Die bis dahin ziemlich vernachlässtige Presstige-Website erhielt einen Relaunch: eine frische Optik, mit WordPress eine neue technische Basis und ein neues publizistisches Konzept. Das Heft mussten wir bald darauf einstellen. Die Website ist bis heute online. Sie ist schneller, aktueller, bildstarker, vielfältiger als es ein Printmagazin jemals sein könnte.

Christian Endt

2012 - 2014

Wir bauten das Onlineangebot stark aus – mit wöchentlichen Kolumnen und Rubriken, sowie Artikeln, die nur online veröffentlicht wurden und legten einen Instagram-Account an. 

Petra Maier

2011 - 2014

  • 2013

    Erster Instagram-Account

Meine Lieblingsanekdoten aus dieser Zeit sind einmal die Nacht für einen Artikel im Weißen Lamm, die ich mit Natalia Sander verbrachte; ein sehr lustiger und sehr denkwürdiger Abend – am Ende landeten wir noch in der Brezn. 

In einer anderen Ausgabe hatten wir ein Interview mit einer Domina. Die externe Blattkritik kam ausgerechnet von einem katholischen Mitglied des Beirats. Ich glaube, er hat das Interview einfach schnell überblättert.

Einmal veranstalteten wir die Release-Party bereits vor der Schlussredaktion – im Nachhinein vielleicht nicht die beste Idee.

Petra Maier

2011 - 2014

  • 2015

    Letzte Print-Ausgabe

    Im Juni muss der Druck der Presstige endgültig eingestellt werden. Ab sofort wird auf die neue Website und das Online-Angebot gesetzt.

  • 2017

    Unregelmäßigkeiten und wenig Rekrutierung: Presstige am Ende?

    Einige Jahre konnte ein guter Online-Rhythmus von Artikeln und Kolumnen auf der Website geboten und veröffentlicht werden. Ab ca. 2017 erscheinen immer unregelmäßiger und seltener Artikel. Weniger Artikel, weniger Bekanntheit, weniger RedakteurInnen ... steht Presstige vor dem Aus?

Als ich im Winter 2016 zu studieren begann, war Presstige wenig präsent auf dem Campus. Zumindest in meiner „Medien und Kommunikations“-Bubble war die Zeitung leider quasi nicht existent. Ich wollte sehr gerne zur Presstige, nur leider erhielt ich nie eine Antwort. Ich denke die Redaktion hatte damals Struktur- und Nachwuchsschwierigkeiten, sodass es schwierig für die wenigen Aktiven war überhaupt zu überleben. Auch die Anrechnung von ECTS für das MuK-Studium war nur für das Uni-Radio und Uni-Fernsehen möglich.

Julia Bartsch

2018 - 2020

Es war schwierig Kontakt zu halten zwischen Verein und Chefredaktion, aber auch innerhalb des Vereins, weil ja jeder seiner eigenen Karriere nachgegangen ist und seine eigene Familie hatte. Wir hatten einfach zu der Zeit keinen Draht mehr zu den Studenten. Der Kontakt war nicht mehr da, weil wir ja nicht vor Ort waren.

Michael Sentef

2005 - 2016

Ich hatte relativ bald nach meinem Studienstart im Winter 2017 eine E-Mail an Presstige geschrieben, auf die nie eine Antwort kam. Durch eine Nachricht über Facebook wurden wir dann aber zum Redaktionstreffen im Januar eingeladen. Beim Treffen waren nur ca. 6 Leute. Es gab zu wenige Mitglieder und wenig Motivation, da die Chefredakteure schon nicht mehr in der Uni waren. Die Kommunikation war überhaupt sehr schwer. Beim zweiten Redaktionstreffen im Juni 2018 haben Julia, Marina und ich dann die Chefredaktion übernommen und versucht Struktur und Regelmäßigkeit in das Magazin zu bringen. Damals haben wir circa einmal im Monat online einen Artikel veröffentlicht.

Julia Brandl

2018 - 2020

  • 2018

    Rückanbindung an das MuK-Begleitstudium

    Eine der ersten Amtshandlungen ist die Rückanbindung an das MuK-Studium, wodurch potenzielle neue RedakteurInnen einen zusätzlichen ECTS-Anreiz haben, um zu Presstige zu kommen. Erstes Ziel: ein Grundstamm an neuen Mitgliedern.

  • 2018

    Neustart Presstige: Erstes Redaktionstreffen

    Nach viel Werbung in Vorlesungen und Ersti-Veranstaltungen steht im Wintersemester 2018 das erste Redaktionstreffen der neuen Chefredaktion der Presstige an. Rückblickend ist das der Tag der über den Fortbestand des Projekts entscheidet.

Der Meilenstein für mich war das erstes Redaktionstreffen, das wir im Oktober 2018 organisiert haben. Nach der Erstihütte von MuK, nach der ganzen Anstrengung, Promo über Instagram, usw, war ich ziemlich aufgeregt. Wir haben einfach gehofft, dass überhaupt Leute kommen. Ich dachte nur, was ist wenn das alles nichts gebracht hat und wenn da jetzt niemand kommt, dann können wir das gesamte Projekt vergessen. Letztendlich würde das Treffen einer meiner Lieblingsmomente bei Presstige. Wir hatten nicht mal mehr genug Stühle so viele Leute kamen.

Marina Sandmann

2018 - aktuell

  • 2018

    Vereinsauflösung

    Es ist an der Zeit ein weiteres Kapitel der Presstige-Geschichte zu schließen und so löst sich der Verein "presstige - Verein zur Förderung des journalistischen Nachwuchses e.V." nach acht Jahren Bestand auf. Presstige erhält die Möglichkeit jetzt zurück an die Uni zu kommen, was auch für die Zukunft des Magazins wichtig ist.

     
  • 2018

    Neue Instagram-Seite

    Presstige braucht eine Generalüberholung, weshalb in diesem Jahr auch ein neuer Instagram-Account eingerichtet wird. Hier verwirklichen sich übrigens einige der ersten RedakteurInnen von Presstige nach Neustart des Magazins.

     
  • 2018

    Erste Themenwochen

    Ende des Jahres wird die Themenwoche eingeführt, die mittlerweile unsere klickstärksten Artikel hervorbringt. 2020 können wir im Rahmen einer Themenwoche sogar die Kommunalwahl begleiten und interviewen die OB-Kandidaten.

     
  • 2019

    Neuer Schirmherr: Medienlabor der Universität Augsburg

    Presstige steht zur Adoption frei und das Medienlabor der Uni Augsburg nimmt sich der Verantwortung an. Hier sind wir in bester Gesellschaft, denn auch das Uni-Fernsehen KULT sitzt im Medienlabor.

     
  • 2019

    Treffen mit Gründern

    Im Februar stellt sich der Kontakt zu unseren Vorgängern her, die lange im Presstige-Verein tätig waren. Unsere Chefredakteurinnen Julia und Marina treffen die Mitbegründer Michael und Christopher, um gemeinsam über die Zukunft von Presstige zu beraten. Natürlich nicht ohne auch über die Vergangenheit zu sprechen.

     
  • 2020

    Überarbeiten der Website und Einführen eines nachhaltigen Systems

    Im April muss unser neuer Chefredakteur Thomas die Website aufgrund von Updateproblemen neu gestalten. Im Rahmen dessen pflegt er die alten Ausgaben ein, erneuert das Archiv und revolutioniert unsere interne Kommunikation und Organisation, sodass Dateien und Dokumente jetzt nachhaltig gesichert und von zukünftigen Presstige-Redaktionen genutzt werden können.

     

Rückblickend bin ich wirklich sehr stolz auf das, was wir alle gemeinsam geschafft haben. Wir starteten 2018 quasi mit nichts weiter als dem WordPress-Passwort. Die Kommunikation war leider so erschwert, dass wir weder unseren Website-Host wussten noch Zugang zu Dingen wie Logos oder anderen Dateien hatten. Die jetzige Redaktion hat sich Presstige zurückerkämpft und komplett neu aufgestellt, organisatorisch, wie auch inhaltlich und designtechnisch. Ohne die Basis der über 10 Jahre vorher und der Motivation, die daraus für uns entstand, wäre das allerdings nicht gegangen.

Julia Bartsch

2018 - 2020

  • 2020

    15. Geburtstag

    Zum Erscheinen dieses Artikels haben wir über 500 Follower auf Instagram, 30 RedakteurInnen und veröffentlichen im 4-Tages-Rhythmus unsere Artikel.

  • to be continued

    Auf viele weitere Jahre Presstige. Das Augsburger Hochschulmagazin!

Als ich bei Presstige angefangen habe, wussten die Leute meist nicht, was Presstige ist, jetzt ist das anders, vor allem über Instagram haben wir viel Bekanntheit erlangt.

Lara Reile

2018 - aktuell

Langsam werden unsere Artikel und Themenwochen wieder politischer und gesellschaftlich relevanter, was mich wirklich sehr stolz macht. Wir hatten natürlich einige Schwierigkeiten, oft gab es für die eigene Arbeit keine Wertschätzung. Aber es gab immer Leute die einem bewusst gemacht haben, dass es was bringt das durchzubringen. Ich hab immer gemerkt, es gibt Leute die dafür brennen, genauso oder sogar noch mehr als man selbst.

Marina Sandmann

2018 - aktuell

Liebe Presstige, liebe RedakteurInnen, Beiräte und alle anderen Beteiligten aus 15 Jahren Magazin-Geschichte,

Danke für Euren unermüdlichen Einsatz über Jahre hinweg, für jeden Artikel, jede Idee, jede Innovation. Dieser Artikel ist für Euch, eine kleine Ehrung und Wertschätzung dafür, was wir alle über 15 Jahre geschafft haben. Wie Petra Maier mir so passend schrieb: „Das Wichtigste waren die Freundschaften, die entstanden sind: mit vielen KollegInnen von damals bin ich noch immer in Kontakt. Ich blicke sehr gerne auf die Zeit zurück.“

Auf weitere 15 Jahre Presstige, Cheers!

Besonderer Dank an die Mitwirkenden dieses Artikels:

Presstige: 2005 - 2018 Chefredaktion: 2005 - 2006 Vereinsvorstand: 2010 - 2018
Presstige: 2005 - 2006 Beirat: 2010 - 2018

Michael Hofmann
Presstige: 2005 - 2008 Chefredaktion: 2007 - 2008

Dominik Hahn
Presstige: 2005 - 2016 Chefredaktion: 2008 Vereinsvorstand: 2010 - 2018
Presstige 2012 - 2014
Chefredaktion 2013 - 2014
Presstige: 2011 - 2014
Chefredaktion: 2013 - 2014
Presstige: 2018 - 2020
Chefredaktion: 2018 - 2019
Presstige: 2018 - 2020
Chefredaktion: 2018 - 2020
Presstige: 2018 - aktuell
Chefredaktion: 2018 - 2020
Presstige: 2018 - aktuell
Chefredaktion: 2019 - aktuell