Von Waldbränden und Wintern, die keine mehr sind – Interviews mit Augsburger Student*innen

Wir sind verantwortlich dafür, dass Wälder brennen, Gletscher sterben, Ozeane sauer und Korallen bleich werden. Seit dem vorindustriellen Zeitalter ist die globale Durchschnittstemperatur bereits um etwa ein Grad gestiegen. Weil wir Unmengen von Treibhausgasen in die Erdatmosphäre blasen. Das System muss sich ändern, klar, aber wir müssen dafür kämpfen. Für mehr Nachhaltigkeit, Klimagerechtigkeit und Naturbelassenheit. Ich wollte wissen, was Augsburger Student*innen für das Klima und die Umwelt tun und habe mich auf dem Campus auf die Suche nach Antworten begeben. Rund um den Unisee wurde ich fündig. Den befragten Student*innen war es lieber, dass ihre Aussagen anonym veröffentlicht werden, aber ich denke, sie sprechen für sich und vielleicht können sie den/die ein oder andere*n ja auch inspirieren oder motivieren.

„Damit man das irgendwie retten kann“

Wie nimmst du die Folgen des Klimawandels wahr?

Man kriegt es natürlich immer mit durch mehr Waldbrände, es wird ja auch viel in den Medien berichtet. Ich finde, es ist schon ein präsentes Thema. Jetzt an der eigenen Haut merkt man es eher weniger, aber ich finde schon, dass es immer präsenter wird, auch durch Fridays for Future ist es noch viel mehr ins Bewusstsein gerückt.

Wie engagierst du dich für das Klima, was tust du, um die Umwelt zu schützen?

Ich esse kein Fleisch und auch relativ wenig Milchprodukte, fliege eigentlich auch so gut wie nie und fahre ansonsten viel Fahrrad oder so was, jetzt im Alltäglichen.

Warum findest du das so wichtig?

Naja, damit es einfach für die nächsten Generationen und mein eigenes Leben, was hoffentlich noch ein bisschen ist (lacht), gut weitergehen kann und man das irgendwie retten kann.

„Wenig Fußabdruck hinterlassen“

Wie nimmst du die Folgen des Klimawandels wahr?

Durch die Medien sieht man natürlich schon viel, was überall auf der Welt passiert. Ich finde oft ist einem ja gar nicht so richtig bewusst, dass die Auswirkungen, die man vielleicht in den Medien sieht, tatsächlich durch den Klimawandel bedingt sind – sondern eher, wenn man sich intensiv damit beschäftigt. Klar, in Deutschland merkt man jetzt eher wenig davon. Die Jahreszeiten verschieben sich ein bisschen nach hinten, Winter gibt’s nicht mehr richtig, aber ansonsten merkt man hier nicht viel.

Wie engagierst du dich für das Klima, was tust du, um die Umwelt zu schützen?

Persönlich, sage ich mal, im Kleinen, kaufen wir nur bio ein, wir fahren nur mit dem Fahrrad, wir trennen den Müll, soweit es möglich ist. Jetzt so aktiv im Verein oder sowas bin ich nicht.

Warum findest du das so wichtig?

Klar, weil die Welt einfach der Planet ist, auf dem wir leben und ich denke mal, jeder möchte, dass seine Kinder, Enkel und Urururenkel auch noch schön leben können, ohne irgendwelche Umweltkatastrophen, so wie wir. Und deswegen ist es einfach wichtig, sich für das Klima zu engagieren, also zu schauen, dass man wirklich wenig Fußabdruck hinterlässt und dass einem bewusst ist, was man anrichtet, mit dem was man macht, also dass einem die Folgen der Handlungen einfach bewusst sind.  

„Wir sind sehr naturverbunden“

Wie nimmst du die Folgen des Klimawandels wahr?

Man merkt es ja immer in den Nachrichten, dass viel mehr Umweltunfälle und Naturkatastrophen passieren und das belastet einen dann schon, wenn man die Bilder sieht. Jetzt gerade in Amerika, mit den Feuern und auch im Amazonas. Und man merkt es ja auch selbst, wir haben ja keinen wirklichen Winter mehr. Das ist dann schon so ein komisches Gefühl, wenn man sich zurückerinnert, als Kind, wie da der Winter war und jetzt…

Wie engagierst du dich für das Klima, was tust du, um die Umwelt zu schützen?

Die Standardsachen halt, wenn’s ums Recyceln geht. Ich bin außerdem bei den Pfadfindern und wir sind ja sowieso sehr naturverbunden und achten da auch darauf, haben auch immer wieder Aktionen mit Müllsammeln in der Gegend, oder wir machen Altpapiersammlungen, Altkleidersammlungen und so was, also da bin ich schon mit engagiert.

Warum findest du das so wichtig?

Wenn man sich überhaupt mal informiert, dann weiß man ja, wir haben nur eine Welt, auf der wir leben, und wir sollten sie auch schützen und pflegen. Und deswegen ist es auch wichtig, dass wir auf die Umwelt aufpassen und schauen, dass wir sie auch für nachfolgende Generationen noch so hinterlassen können, dass sie dort auch in dem Standard leben können wie wir jetzt.  

„Ich habe das Gefühl, es verschiebt sich nach hinten“

Wie nimmst du die Folgen des Klimawandels wahr?

Also ich merke sie schon, und zwar extrem, weil es zum Beispiel auch immer später kälter wird. Normalerweise war es jetzt im September immer schon kälter und im März denkt man eigentlich es wird wieder frühlingshaft, aber das wird es nicht. Ich habe das Gefühl, es verschiebt sich nach hinten und ich habe das Gefühl, es wird viel wärmer, als es davor war. Und ja, also ich nehme sie schon wahr, zum Beispiel haben wir Verwandte, die einen Bauernhof haben und da merkt man halt auch die Trockenheit.

Wie engagierst du dich für das Klima, was tust du, um die Umwelt zu schützen?

Ich versuche die Öffentlichen zu nehmen, wenn ich kann. Hier in Augsburg komplett, aber wenn ich nach Hause fahre, nicht immer, das kommt darauf an, wie viel Zeug ich auch dabeihabe. Aber ich ernähre mich fast komplett vegan, also nicht zu 100%, aber ich würde mal sagen zu 95%, weil das ja auch sehr viele CO2-Auswirkungen hat.

Warum findest du das so wichtig?

Naja, also ich meine, es gibt Tage im Sommer, da denke ich mir, ich kann heute gar nichts machen, außer in einem klimatisierten Raum zu sein. Und wenn ich dann an die noch wärmeren Länder denke, bei denen es ja noch extremer ist, habe ich keine Lust, dass ich irgendwann einmal das halbe Jahr einfach nur in einem klimatisierten Raum aushalten kann (lacht).

„Ein paar Kleinigkeiten, die man selbst machen kann“

Wie nimmst du die Folgen des Klimawandels wahr?

Das Thema Waldbrände nimmt man schon wahr – dass es irgendwie, zumindest gefühlt, deutlich häufiger auftritt. In Deutschland ist es, finde ich, noch nicht so krass. Vielleicht ein bisschen mehr Wetterextreme. Dass es eigentlich kaum Frühling, kaum Herbst mehr gibt.

Wie engagierst du dich für das Klima, was tust du, um die Umwelt zu schützen?

Ich ernähre mich fast vegetarisch, also nicht komplett, aber wir kochen an sich nie mit Fleisch, vielleicht mal beim Essengehen und so was. Ich versuche viel Fahrrad zu fahren. So was in die Richtung, also ein paar so Kleinigkeiten, die man selbst machen kann.

Warum findest du das so wichtig?

Es ist halt unsere Lebensgrundlage. Wenn die nicht mehr da ist, wäre es schon doof (lacht). Also genau, es ist an sich ein unglaublich großes Thema, weil ohne einen lebenswerten Planeten hätten wir halt keinen Ort zum Leben.

Wir leiden bis jetzt vergleichsweise am wenigsten unter den Auswirkungen des Klimawandels, aber haben mit am meisten dazu beigetragen. Bis zum Ende des Jahrhunderts ist eine globale Erwärmung um bis zu fünf Grad möglich und mit jedem weiteren Temperaturanstieg wird die Wahrscheinlichkeit größer, dass Kipppunkte passiert werden. Wenn wir die Folgen noch irgendwie beherrschen wollen, müssen wir jetzt die Reißleine ziehen, CO2-Emissionen reduzieren, bewusster konsumieren. Das Gute ist, es liegt an uns. Das Schlechte ist, uns bleibt keine Zeit. Aber jede*r einzelne von uns kann etwas tun. Und wie das aussieht, kann ja jede*r für sich selbst entscheiden.