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	<title>AIESEC Archive | presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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	<description>Das Magazin für Studierende der Universität und Hochschule Augsburg.</description>
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		<title>Auf der Welt etwas verändern &#8211; Freiwilligenprojekte im Ausland mit AIESEC</title>
		<link>https://presstige.org/2019/02/auf-der-welt-etwas-veraendern-freiwilligenprojekte-im-ausland-mit-aiesec/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Julia Motschmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 10 Feb 2019 12:07:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sustainable Development Goals. 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung. Darunter zählen zum Beispiel Armutsbekämpfung, Bildung für Alle, Bekämpfung des Klimawandels, Tierschutz oder auch Gleichstellung der Geschlechter. Ziele, die sich die Organisation AIESEC zur Aufgabe gemacht hat. AIESEC ist eine internationale Austauschorganisation,...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2019/02/auf-der-welt-etwas-veraendern-freiwilligenprojekte-im-ausland-mit-aiesec/">Auf der Welt etwas verändern &#8211; Freiwilligenprojekte im Ausland mit AIESEC</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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<p>Sustainable Development Goals. 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung. Darunter zählen zum Beispiel Armutsbekämpfung, Bildung für Alle, Bekämpfung des Klimawandels, Tierschutz oder auch Gleichstellung der Geschlechter. Ziele, die sich die Organisation <a href="https://www.aiesec.de">AIESEC</a> zur Aufgabe gemacht hat. </p>



<figure class="wp-block-image is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2019/02/Sustainable-Development-Goals.jpg" alt="" class="wp-image-10712" width="583" height="364" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/02/Sustainable-Development-Goals.jpg 800w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/02/Sustainable-Development-Goals-400x250.jpg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/02/Sustainable-Development-Goals-768x480.jpg 768w" sizes="(max-width: 583px) 100vw, 583px" /><figcaption>(c) Wikipedia<br><br></figcaption></figure>



<p>AIESEC ist eine internationale Austauschorganisation, die Projekte in über 120 Länder vermittelt. Hierbei geht es nicht nur um den kulturellen Austausch, sondern auch darum aktiv etwas zu verändern. Gegründet wurde die Organisation nach dem zweiten Weltkrieg. Die Idee dahinter war Menschen zu vernetzen und dem Hass zwischen Nationen keine Chance zu geben. „To achieve peace in human kind potential“ ist bis heute einer der Leitsätze, erklärte mir Marie. Als Mitglied des Local Komitee Augsburg hilft sie interessierten Personen das richtige Freiwilligenprojekt zu finden. Die Auswahl ist sehr groß. Von sozialen Projekten, wie Arbeit mit Kindern und Erwachsenen, über Projekte für Umwelt und Tiere, bis hin zu wirtschaftlichen Projekten ist alles zu finden. </p>



<p>Die Augsburger Studentin Juliane war als Global Volunteer für sechs Wochen in Indonesien. Gemeinsam mit zehn deutschen und zehn einheimischen Studenten setzte sie sich dort für die Umwelt ein. In einem kleinen Interview hat sie mir über ihre Erfahrungen berichtet.</p>



<p><em>Wie habt ihr euch in Indonesien für die Umwelt engagiert?</em></p>



<p>Wir haben versucht das Bewusstsein der Bevölkerung vor Ort hinsichtlich des Müllproblems, Plastikproblems &#8211; eigentlich hinsichtlich allen Umweltproblemen &#8211; ein bisschen zu fördern. Wir haben erstmal einen Plan aufgestellt, was unser Ziel ist in den sechs Wochen und wie wir das erreichen wollen. Anschließend haben wir uns Vorträge angehört und Workshops gemacht zu dem Thema. Zum Beispiel wie kompostiere ich? Wie ist die Infrastruktur hier mit dem Müll? Wie läuft das alles ab? Wir haben uns angeschaut, wo der ganze Müll außerhalb der Stadt eigentlich hinkommt. Das war ziemlich schockierend zu sehen. Dann haben wir einen kleineren Stadtteil zugeteilt bekommen. Der meist verschmutzte Fluss der Welt liegt genau daran, das ist der Citarum River. Der besteht eigentlich nur noch aus Plastik. Jährlich wird dieser Stadtteil auch überflutet, weil so viel Müll in diesem Fluss ist, dass zur Regenzeit das Wasser hochkommt. Dort haben wir also versucht von Tür zu Tür zu gehen, um mit den Leuten zu reden und haben danach beschlossen wir entwickeln einen kleinen Platz in dieser Stadt weiter. Wir haben die Wände bemalt, haben vertikale Gärten gepflanzt, Blumengärten und kleine Sitzmöglichkeiten aus alten Reifen für die Kinder gemacht.</p>



<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" width="1024" height="575" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2019/02/Foto-von-Juliane-1024x575.jpg" alt="" class="wp-image-10744" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/02/Foto-von-Juliane-1024x575.jpg 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/02/Foto-von-Juliane-400x225.jpg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/02/Foto-von-Juliane-768x431.jpg 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/02/Foto-von-Juliane.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>(c) Juliane</figcaption></figure>



<p><em>Was hast du von der Zeit im Ausland gelernt?</em></p>



<p>Ich bin mir noch ein bisschen bewusster bezüglich der ganzen Plastikbenutzung geworden. Also ich benutze noch weniger als davor. Hier in Deutschland bekommt man das ja nicht mit – der Müll wird irgendwo in ein anderes Land verschifft und man sieht ihn nicht mehr. Aber wenn man diese Flüsse, die von Plastik überfüllt sind, so direkt vor sich hat, ist es schon schockierend. </p>



<p><em>Was war die eindrucksvollste Erinnerung für dich?</em></p>



<p>Wir haben einmal eine Straßenkampagne gemacht. Wir sind zu Leuten, die mit Plastiktüten unterwegs waren, hingegangen, haben sie ein bisschen aufgeklärt und ihre Plastiktüten dann mit Stofftüten ausgetauscht. Zwei Frauen waren so dankbar, dass sie angefangen haben zu weinen und zehntausend Mal Danke gesagt haben. Die indonesische Kultur ist sehr, sehr schön. Egal, was man macht, die Menschen sind einfach unglaublich dankbar für alles. Auch die Gastfamilien sind so super lieb gewesen. Wir haben vor Ort einen „Buddy“ zugeteilt bekommen. Das war jemand von den anderen Freiwilligen vor Ort oder ein AIESECer vor Ort und ich habe mich mit meinem Buddy sehr gut verstanden. Das war auch sehr schön.</p>



<p>Freiwilligenprojekte wie Julianes werden von Studenten, die im Local Komitee sitzen, selbst vermittelt. Anmelden kann man sich unverbindlich auf der Website und mit einem AIESECer, wie Marie oder Juliane, ein Projekt aussuchen. AIESEC ist zwar eine Non Profit Organisation, aber um die Local Komitees zu finanzieren, kostet der Austausch 399€. Das PWC Scolarship oder der DAAD unterstützen die&nbsp; Freiwilligenprojekte aber häufig.</p>



<p>Vielleicht ist ein Hilfsprojekt für den ein oder anderen ja auch die Alternative für ein Auslandssemester. Die Anmeldung für die Reise als Global Volunteer ist nämlich jederzeit möglich. </p>



<p>Julianes Projekt in Bildern seht ihr hier:</p>



<figure class="wp-block-embed-youtube wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<div class="jetpack-video-wrapper"><iframe title="iGreen x PwC Project: Numara - the untold story" width="640" height="360" src="https://www.youtube.com/embed/YnMOrAMx0jM?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
</div></figure>
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		<title>Não falo Português</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Natalia Sander]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 May 2014 06:30:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[weitblick]]></category>
		<category><![CDATA[AIESEC]]></category>
		<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
		<category><![CDATA[korrespondentenbericht]]></category>
		<category><![CDATA[praktikum]]></category>
		<category><![CDATA[reise]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Brasilien-Reisebericht über die schönsten zwei Monaten meines Lebens Zwei Monate am anderen Ende der Welt verbringen? Englisch unterrichten? Ohne Portugiesischkenntnisse? Mein Kopf hätte die Entscheidung niemals getroffen, aber der Bauch übernahm kurzerhand das Kommando und schon war das AIESEC-Praktikum...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/05/ausland-praktikum-brasilien/">Não falo Português</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Ein Brasilien-Reisebericht über die schönsten zwei Monaten meines Lebens</h2>
<p><strong>Zwei Monate am anderen Ende der Welt verbringen? Englisch unterrichten? Ohne Portugiesischkenntnisse? Mein Kopf hätte die Entscheidung niemals getroffen, aber der Bauch übernahm kurzerhand das Kommando und schon war das AIESEC-Praktikum in Brasilien fix und der Flug gebucht. Ein Korrespondentenbrief über Reisüberschuss, Englischkenntnisse und die nettesten Menschen der Welt.</strong></p>
<p><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/JardimBotanico-IMG_7675.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-3212" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/JardimBotanico-IMG_7675.png" alt="JardimBotanico-IMG_7675" width="1200" height="800" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/JardimBotanico-IMG_7675.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/JardimBotanico-IMG_7675-400x266.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/JardimBotanico-IMG_7675-1024x682.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></p>
<p>Praktikum in Brasilien? Kann ja wirklich nicht so schwer sein, dachte ich mir, immerhin sind keine Portugiesisch-Kenntnisse gefragt. Dass sie von Vorteil sind, stellt sich bereits am Flughafen in Rio de Janeiro heraus. „Where is the exit?“, frage ich eine Mitarbeiterin am Flughafen. Diese macht große Augen und schüttelt mit dem Kopf: „No english“. Mit Hilfe ihrer Kollegen, die allesamt auch kein Englisch sprechen, werde ich zum Ausgang begleitet. Hier muss ich auch schon die nächste Hürde überwinden: Mein Praktikum und Wohnort für die nächsten zwei Monate ist Juiz de Fora, eine 500.000-Einwohner-Stadt 180 Kilometer nordwestlich von Rio. Um dorthin zu gelangen muss ich zum Busbahnhof, den man wiederum mit einem Shuttle erreicht.</p>
<p>Vor dem Flughafen tummeln sich aber nur Taxis und von einem Bus ist weit und breit keine Spur. Nach zwanzig Minuten gebe ich unter dem Gewicht meines Rucksacks nach und nehme ein Taxi. Der Fahrer ist freundlich und kann sogar ein bisschen Englisch: Er erzählt mir davon, dass hier viele die Weltmeisterschaft in Brasilien kritisieren und hilft mir mit der portugiesischen Aussprache. Dass die Brasilianer alles sehr locker nehmen, wird bereits hier deutlich: Aussteigen muss ich, während wir an einer roten Ampel stehen. „Das geht schon“, meint der Fahrer lächelnd.</p>
<h3><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/JuizdeFora-IMG_7313.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-3214" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/JuizdeFora-IMG_7313.png" alt="JuizdeFora-IMG_7313" width="1200" height="742" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/JuizdeFora-IMG_7313.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/JuizdeFora-IMG_7313-400x247.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/JuizdeFora-IMG_7313-1024x633.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></h3>
<h3>Juiz de Fora</h3>
<p>Nach weiteren Sprachkomplikationen am Busbahnhof komme ich nach vier Stunden in Juiz de Fora an und werde von einem AIESEC-Mitarbeiter empfangen. Er ist 19, heißt José und wir kennen uns bereits über Facebook. Mittlerweile ist Mittag und ich merke den Temperaturschock am ganzen Körper – während mich der deutsche Februar mit zwei Grad verabschiedete, grüßt Brasilien mit sonnigen dreißig Grad.</p>
<blockquote>
<table style="background-color: transparent;">
<colgroup>
<col width="20%" />
<col width="80%" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/Korrespondentenbrief.png" alt="" /></td>
<td><strong>presstige-Autoren berichten aus aller Welt</strong> Immer wieder gehen unsere Redakteure für ein Semester oder ein Praktikum ins Ausland. In der Serie &#8220;<a href="http://presstige.org/tag/korrespondentenbericht/">Korrespondentenbericht</a>&#8221; schildern sie anschließend ihre Eindrücke und Erlebnisse. Alle Folgen sind <a href="http://presstige.org/tag/korrespondentenbericht/">hier gesammelt</a>.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<p>Es habe ein Missverständnis zwischen AIESEC und meiner Gastfamilie gegeben, meint José, also werde ich spontan bei der 26-jährigen Brasilianerin Ana Paula (Aninha) untergebracht. Da es ein soziales, unbezahltes Praktikum ist, muss ich nichts für die Unterkunft zahlen und soll im Gegenzug ihre Englischkenntnisse aufbessern. Dass es einfach die bestmögliche Planänderung gewesen ist, merke ich bereits nach ein paar Tagen. Aninha ist unkompliziert, kommunikativ und total begeistert davon, dass ich deutsche und russische Wurzeln habe. Ich lebe mich sehr schnell ein und lerne innerhalb einer Woche viele neue Menschen kennen. Und bekomme in einer Sprachschule für Erwachsene sogar noch ein zweites Praktikum angeboten. Aninha ist eine Mischung aus großer Schwester, bester Freundin und der allercoolsten Mitbewohnerin, die ich mir nur wünschen konnte. Das Highlight unserer Zeit zusammen waren zwei Ausflüge nach Rio, davon einer während des Karnevals.</p>
<h3><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Kinderbilder.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-3216" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Kinderbilder.png" alt="Kinderbilder" width="1200" height="781" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Kinderbilder.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Kinderbilder-400x260.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Kinderbilder-1024x666.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></h3>
<h3>„Sie spricht kein Portugiesisch, du Dummkopf!“</h3>
<p>Am dritten Tag in Juiz de Fora darf ich mit dem Praktikum in der Schule anfangen. Ich arbeite fünf Stunden täglich und unterrichte Fünf- bis Achtjährige. Die Schule ist privat und bietet bilingualen Unterricht an. Am ersten Tag fragen mich die Schüler lustige Dinge wie „Gibt es in deiner Stadt einen Strand?“ und „Wie heißen deine Eltern und deine Katze?“. Die Kleinen sind unglaublich lieb, herzlich und haben keine Scheu vor Körperkontakt: Jeden Tag werde ich von allen umarmt und darf als Anführer der Kindergang beim englischen Bingo die Ansage machen. Einfach ist es trotzdem nicht, denn sie sprechen nur Portugiesisch und ich kann nur unnütze Portugiesisch-Brocken wie „Ich bin nicht aus Brasilien“. Nach und nach wird es jedoch besser. Ich finde langsam eigene Aufgaben, spreche Englisch mit Pantomime-Einlagen und kann viele Dinge auf Portugiesisch verstehen. Dass man in Deutschland kein Portugiesisch kann, wird den Kindern irgendwann bewusst und sie erinnern sich immer wieder gegenseitig daran: „Sie spricht doch kein Portugiesisch, du Dummkopf“. Am Ende der sieben Wochen wissen sie, wo Deutschland und Russland liegen, was man da isst, welche Zeichentrickfilme die Kinder sehen und welche Sprachen dort gesprochen werden. Ich habe die Zeit dort also sinnvoll verbracht.</p>
<h3><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/ReisBohnen.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-3213" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/ReisBohnen.png" alt="Reis&amp;Bohnen" width="1200" height="800" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/ReisBohnen.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/ReisBohnen-400x266.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/ReisBohnen-1024x682.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></h3>
<h3>Reis, Bohnen, Reis, Bohnen, Reis</h3>
<p>Dinge, die daheim so einfach sind, können im Ausland zur Herausforderung werden, so auch das Essen. Mittagessen darf ich in der Schule und genieße so jeden Tag Reis, Bohnen und Fleisch. Am Anfang noch begeistert von dem neuen Essen, hängt mir dieses Gericht nach drei Wochen zu den Ohren raus. Während der Karnevalswoche Anfang März hat die Schule geschlossen und so erfreue ich mich daheim an selbstgekochten Kartoffeln und Pasta. Zu meiner eigenen Überraschung tut dieses Essen aber nicht so gut wie die fettfreien brasilianischen Gerichte. Also genieße die letzten drei Wochen das Duo Reis &amp; Bohnen in vollem Maße. Am liebsten würde ich diese Gewohnheit in Deutschland fortsetzen, aber die Uni-Mensa ließ sich noch nicht von dieser Idee begeistern.</p>
<h3>Samba und Politik</h3>
<p>Auch wenn es Sprachkomplikationen gab, wurden sie durch eines wettgemacht: Selten in meinem Leben habe ich so viele freundliche, aufgeschlossene und kommunikative Menschen getroffen. Die Tatsache, dass ich alleine von Rio nach Juiz de Fora kam, sorgt für Bewunderung: Ihnen ist bewusst, dass es ohne Portugiesisch nicht einfach sein muss. Entgegen dem Klischee, die Brasilianer wären dauerhaft im Samba-Karneval-Modus, führe ich viele ernste Gespräche über Bildung und Weltpolitik und erzähle über das Leben in Russland und Deutschland. Hier erfahre ich auch den Grund für das schlechte Englisch: An vielen öffentlichen Schulen werden nur einfache Grundlagen vermittelt. Wer Englisch sprechen möchte, muss jahrelang privaten Unterricht nehmen. Leisten können sich das etwa zehn Prozent der Bevölkerung. Wenn sie über das luxuriöse Leben der Europäer reden, meinen sie also meist auch die Bildung.</p>
<p><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Ego_in_Brazil.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-3211" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Ego_in_Brazil.png" alt="Ego_in_Brazil" width="1200" height="800" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Ego_in_Brazil.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Ego_in_Brazil-400x266.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Ego_in_Brazil-1024x682.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></p>
<p>Im Nachhinein wird mir klar, dass ich auf meiner Reise nur die schöne Seite der Medaille kennengelernt habe: Private Schulen, Bars am Abend und Wochenendausflüge nach Rio sind kein Standard in Brasilien. Dessen sollte man sich bewusst sein, wenn man als Tourist dorthin reist. Mit Spiegelreflexkamera in die Favelas zu gehen, um die Misere zu fotografieren, fand ich aber auch nicht angemessen.</p>
<p>Zwei Monate sind echt keine lange Zeit. Im fremden Land rennt die Zeit jedoch nach eigenen Gesetzen. Nach einem gefühlten Jahr dort kann ich sagen: Brasilien hat mich flexibel und offen gegenüber Neuem gemacht. Danke an AIESEC und vor allem an das netteste Land der Welt: Eo amo o Brazil!</p>
<p>Für alle, die nicht genug haben: Mehr Bilder und Geschichten über Brasilien gibt es <a href="http://apfelsanderson.blogspot.de/search/label/BRAZIL">auf meinem Blog</a>.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/05/ausland-praktikum-brasilien/">Não falo Português</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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