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	<title>crowdworking Archive | presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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	<description>Das Magazin für Studierende der Universität und Hochschule Augsburg.</description>
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		<title>Geld verdienen mit Crowdsourcing Apps. Eine Alternative zum klassischen Nebenjob?</title>
		<link>https://presstige.org/2019/09/geld-verdienen-mit-crowdsourcing-apps/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Balthasar Zehetmair]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Sep 2019 07:26:12 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist einer dieser heißen Tage dieses verstreuten Sommers, als ich mich in Mission für die App Streetspotr zum Supermarkt aufmache. Die Sonne brennt, ich schmelze bei der Hitze, doch der Weg ist nicht weit und das leicht verdiente Geld...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Es
ist einer dieser heißen Tage dieses verstreuten Sommers, als ich mich in
Mission für die App <em>Streetspotr </em>zum
Supermarkt aufmache. Die Sonne brennt, ich schmelze bei der Hitze, doch der Weg
ist nicht weit und das leicht verdiente Geld lockt mich in den gekühlten
Supermarkt. Wie in der App angegeben, arbeite ich die einzelnen Aufgaben der
Reihe nach ab. Unauffällig fotografiere ich die Pappaufsteller in der
Süßwarenabteilung, beantworte noch ein paar Fragen und schon sind – wie ich 3
Stunden später erfahre – drei Euro verdient. Ich schicke den Auftrag ab und tätige
meine Einkäufe. Auf dem Weg zurück zur Wohnung schnauft mit dem großen,
orangenen Rucksack bepackt langsam ein Lieferando-Fahrer an mir vorbei. Geregeltes
Einkommen, aber feste Arbeitszeiten oder doch
lieber sein eigener Chef sein, mit unsicherem Einkommen? Diese Frage drängt sich mir
auf. Schnell schieße ich noch ein Foto von einem Werbeplakat für <em>Appjobber </em>und schon ist der nächste Euro
verdient, bevor ich mich wieder an meine Hausarbeit setze. </p>



<p>Crowdsourcing-Apps
wie <em>Streetspotr, Appjobber oder
Clickworker </em>locken ihre Nutzer*innen mit dem einfach verdienten Geld. „Noch
nie war Jobben so einfach!“ „Verdiene Geld mit deinem Smartphone!“ Auf den
Websites wird man mit diesen und ähnlichen Slogans sowie Erfahrungsberichten begrüßt, welche suggerieren
sollen, wie schnell und einfach viel Geld verdient werden könnte. </p>



<p>Schnell
wird man Teil der „<em>Crowd</em>“, der Menge
anonymer Internetnutzer, welche als Freiberufler – auch <em>Crowdworker</em> oder <em>Freelancer</em>
genannt – über Crowdsourcing-Apps und Plattformen für Unternehmen arbeiten. Auf
den Plattformen werden den Nutzern Mikrojobs vermittelt, welche wenig Zeit in
Anspruch nehmen und daher gut
nebenbei erledigt werden können. So wird das Ausfüllen von Umfragen, das
Schreiben von kurzen Produktbeschreibungen oder Werbetexten, die kleinere
Internetrecherche, das Korrekturlesen von Texten, das Testen von Apps oder
Spielen oder eben das Fotografieren von Produkten im nächsten Supermarkt mit „<em>Kleckerbeträgen</em>“ von ein paar Euros
vergütet. Dies sind natürlich alles einfache Aufgaben, die auch von Personen
ohne spezielle Vorkenntnisse schnell erledigt werden können. Allerdings gibt es
auch Plattformen wie <em>Dasauge, Freelance</em> oder <em>99 Design</em> welche ihren <em>Crowdworkern</em> die Mitarbeit an langfristigen Projekten, aber auch
Aufgaben in speziellen Fachbereichen anbieten. </p>



<p>Von
Seiten der Plattformen heißt es, dass der Stundenlohn natürlich stark von der
Motivation und den gesetzten Zielen, sowie der Selbstdisziplin abhängt, allerdings
können Nutzer*innen durchaus einen Stundenlohn von 8-12 Euro erwarten.
Natürlich hängt dies auch von den Mikrojobs ab, welche nach Aufwand und Komplexität
des Jobs bezahlt werden. Allerdings fällt die Bezahlung fair und leistungsgerecht
aus, wie man den vielen Erfahrungsberichten entnehmen kann. Innerhalb der Apps
und Plattformen wird den Nutzern*innen mittels eines Punktesystems ein Ansporn
gegeben, mehr zu arbeiten. So werden bei jedem erfolgreichem Auftrag Punkte
gutgeschrieben und je mehr Punkte, desto besser werden auch die Aufträge bezahlt.
Die Punkte können aber auch für Gutscheine eingelöst werden. </p>



<p>Das
größte Problem beim Geldverdienen mit Crowdsourcing-Apps stellt die verstreute,
instabile Auftragslage dar. Bei Apps wie <em>Streetspotr</em>
und <em>Appjobber</em>, bei welchen die Nutzer
Aufträge in ihrer Umgebung erledigen, ist die Auftragslage in Augsburg noch
sehr sporadisch und so lassen sich die Jobs im Stadtgebiet manchmal an einer
Hand abzählen. Doch auch bei Online-Plattformen kann die Auftragslage stark
variieren. Dies liegt vor allem daran, dass Crowdsourcing
und Crowdworking noch relativ neu sind. Die Konzepte konnten sich auf dem
Arbeitsmarkt noch nicht etablieren, weshalb viele Unternehmen noch zögern und
ihre Aufträge und Aufgaben eher an Drittunternehmen – auch Outsourcing genannt
– als an die anonyme Crowd abgeben. Trotzdem sehen Experten im Crowdsourcing
eine erfolgreiche Zukunft, da es eine billige Alternative für Unternehmen darstellt. Des Weiteren könnten die Unternehmen vom
Wissen der Masse profitieren. Aus diesen Gründen kann in Zukunft mit einer
stabileren Auftragslage gerechnet werden, was die Arbeit mit Crowdsourcing-Apps
zur ernsthaften Konkurrenz des klassischen Nebenjobs katapultieren könnte. </p>



<p>Die
unterschiedlichen Tätigkeiten bieten dem Crowdworker ein abwechslungsreiches
Arbeitsumfeld. Außerdem ist die Unabhängigkeit von Arbeitsort und –zeit zu
betonen. Dem kann der Lieferando-Fahrer einen festen Stundenlohn, regelmäßige
Arbeitszeiten und Lohn entgegenhalten. Auch die Bezahlung sticht in den Erfahrungsberichten
als Kritikpunkt heraus und wird bei den meisten Plattformen als uneinheitlich
bemängelt. Außerdem, um auf eine gewünschte Summe von ein paar Hundert Euro
mehr im Monat zu kommen, ist es – auf Grund der schwankenden Auftragslage –
erforderlich, auf mehreren Plattformen gleichzeitig aktiv zu sein. Dies
erfordert dann natürlich auch ein Organisationstalent, um vor allem die
leistungsgerechte Bezahlung im Überblick zu behalten. Allerdings wird dem
Crowdsourcing eine erfolgreiche Zukunft zugesprochen und es kann als
hervorragender Weg angesehen werden, das eigene Portfolio auszubauen. </p>



<p>Verstreut.
Verstreut, wie der Sommer 2019, ist auch das Arbeiten mit Crowdsourcing-Apps.
Doch bald könnte die Sonne die Wolkendecke der grauen Monotonie der sicheren
Nebenjobs durchbrechen und so wird das lässige Geldverdienen beim Relaxen
schnell zur stabilen Alternative. Ob der Lieferando-Fahrer mir meinen
Milchshake dann noch an den Kuhsee oder Proviantbach liefern will oder kann,
das bleibt die offene Frage. </p>
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