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	<title>jugend Archive | presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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	<description>Das Magazin für Studierende der Universität und Hochschule Augsburg.</description>
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		<title>k wie kunterbunt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Isabell Beck]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Oct 2016 10:20:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[stadtnah]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Jugendzentrum k15 Gelb, türkis, rot, weiß – Augsburg ist bunt. So heißt es in der städtischen Friedensbewegung gegen Rechtsextremismus. Das Jugendzentrum k15 lebt dieses Motto intuitiv und ohne sich auf Migration zu konzentrieren. Die Menschen kommen einfach und finden...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Das Jugendzentrum k15</h2>
<figure id="attachment_9169" aria-describedby="caption-attachment-9169" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-9169 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2016/10/villa-k-1200.jpg" alt="villa-k-1200" width="1200" height="800" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/10/villa-k-1200.jpg 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/10/villa-k-1200-400x267.jpg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/10/villa-k-1200-768x512.jpg 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/10/villa-k-1200-1024x683.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-9169" class="wp-caption-text">Text: Isabell Beck – Fotos: Paul von Platen</figcaption></figure>
<p><strong>Gelb, türkis, rot, weiß – Augsburg ist bunt. So heißt es in der städtischen Friedensbewegung gegen Rechtsextremismus. Das Jugendzentrum k15 lebt dieses Motto intuitiv und ohne sich auf Migration zu konzentrieren. Die Menschen kommen einfach und finden ein offenes Wohnzimmer für alle.</strong></p>
<p>Türkisfarben leuchtet das Treppengeländer, das hinauf in die Villa K führt, das Café und Wohnzimmer des k15. Das Jugendzentrum liegt als grauer Betonbau in der Kanalstraße 15, der Namensgeberin des Begegnungsortes. Doch der erste Eindruck täuscht. Weder trist noch grau, stattdessen farbenfroh, bunt präsentiert sich der Alltag hier, wie Dennis Galanti, der Leiter des Jugendzentrums berichtet: „Die Straße runter befindet sich eine Flüchtlingsunterkunft. Die Menschen verbringen dort hauptsächlich Zeit auf engstem Raum mit anderen Arabisch Sprechenden und kommen immer mehr hierher, um auch andere Kulturen und Sprachen kennen zu lernen.“<br />
Es ist ein Donnerstagnachmittag im März. Vasen mit gelben Narzissen stehen auf den Tischen im Café. Ein Tisch ist für das gemeinsam gekochte Mittagessen gedeckt. Die ersten Kinder trudeln von der Schule und dem Kindergarten ein. Es gibt Kartoffelgratin, Gemüse und Salat, dazu türkischen Tee. Auf ausgewogene Ernährung achten Galanti und seine Mitarbeiterinnen Nadine Geier und Sandra Berndt, genauso wie darauf, dass alle gemeinsam Wasser und Energie sparen. Eine junge Frau mit rotem Kopftuch serviert den Tee. Sie ist Praktikantin beim Stadtjugendring, dem Träger des k15, und wäre gerne Grundschullehrerin geworden. Das Kopftuch würde ihr die Arbeitsplatzsuche nach dem Studium in Bayern erschweren. Als gebürtige Augsburgerin möchte sie jedoch nicht weg. Deshalb entscheidet sie sich nun für das Fach Erziehungswissenschaften.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Ein Ort zum Austauschen und Ankommen</h3>
<p>Am Tisch sitzt auch ein syrischer Mann. Salim* hat gerade seine Aufenthaltserlaubnis bekommen. Vor fünf Jahren ist er aus Syrien aufgebrochen. Dort besaß er ein Haus mit Pool und sammelte alte, amerikanische Autos. Wenn er Fotos davon zeigt, ist mehr Stolz als Traurigkeit in seiner Stimme. Mit einem lachenden Auge erzählt er von den drei Tagen, die er trauernd vor seinem zerstörten Haus verbracht hat, ehe er sich dazu entschloss, gemeinsam mit seiner Familie zu gehen. Seine Frau ist mit den Kindern noch in der Türkei, doch im Sommer kommt sie nach. Folglich bleiben drei Monate, um eine Wohnung zu finden. Doch zuerst braucht er eine Bleibe für sich, denn nach der Genehmigung seines Aufenthalts in Deutschland muss er die Flüchtlingsunterkunft verlassen.<br />
„Ein Thema, das uns immer häufiger betrifft“, erklärt Galanti. „Die Wohnungslage in Augsburg ist kritisch für die sozial Schwächeren. Das war es auch bevor so viele Flüchtlinge hierher kamen. Nun wird es nicht leichter.“ Doch Aufgeben gibt es nicht. Schon fliegen die ersten Ideen über den Tisch. Eine Lehramtsstudentin richtet für Salim ein Profil auf WG-Gesucht ein. Einmal die Woche hilft sie ehrenamtlich im k15 aus. Es gibt Schwierigkeiten in der Verständigung. Salim spricht Deutsch noch brüchig und besteht deshalb darauf, vorerst in eine kulturell gemischte WG zu ziehen: „Wenn du in diesem Heim bist, reden alle um dich herum Arabisch und du hörst nur Arabisch. Das geht ins Ohr und Deutsch bleibt nicht hängen. Deswegen eine deutsche WG, oder wenigstens eine andere Sprache.“<br />
Auch einige Wochen zuvor ging es um Verständigung und Sprache. Am zweiten Samstag im Monat findet seit einiger Zeit die JamSession statt. Musiker jeden Genres können sich am Abend im großen Veranstaltungsraum treffen und sich nach Herzenslust musikalisch austoben. Eine Grundausrüstung aus Schlagzeug, Bass, Gitarre, Keyboard und Mikrofon stellt das k15 zur Verfügung. Eine junge Band, gerade einmal einen Monat bestehend, spielt an diesem Abend. Galanti zeigt den Proberaum, der hinter dem großen Veranstaltungsraum liegt. Er wird renoviert. Noch leuchten die Wände grün, doch schon bald werden sie von Dämmmaterial verdeckt sein.</p>
<blockquote>
<table style="background-color: transparent;" width="100%">
<colgroup>
<col width="30%" />
<col width="70%" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2016/07/Ausgabe-29_Cover.png" alt="" /></td>
<td><strong>Ausgabe 29: Europa</strong><br />
Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 29 unseres Magazins als E-Paper.</p>
<ul>
<li><a href="http://presstige.org/2016/08/ausgabe-29-europa">Die digitale Version durchblättern</a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/presstige29">Alle Artikel der Ausgabe </a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/SP-europa">Der Schwerpunkt Europa</a></li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<h3>„Just talk!</h3>
<p>Der Abend ist noch früh und sehr ruhig. Ein junges Paar schaut vorbei. Es sind Portugiesen aus Regensburg, die einen spontanen Wochenendtrip nach Augsburg unternehmen und nach Lokalen und Übernachtungsmöglichkeiten fragen. Sie sprechen Englisch. Schnell entwickelt sich ein Gespräch darüber, wer wo herkommt und was in seinem Leben macht. Sich selbst bei Sprachfehlern zu ertappen sorgt dabei für Lachen. „Just talk! No shame, we practise English in this way“, sagt die Portugiesin mit einem Grinsen.</p>
<p>Doch Sprache ist auch im Alltag immer wieder Thema im k15. Galanti schließt die hauseigene Fahrradwerkstatt auf. Hier arbeitet ein Syrer kostenlos für andere syrisch Sprechende, die nach Deutschland kommen und deren Mobilität von einem Fahrrad abhängt. Auch der Fahrradreparateur findet sich an dem einen Nachmittag im März am Mittagstisch ein. Seine Kinder springen fröhlich um ihn herum, bis sie zu einem Impftermin beim Arzt aufbrechen. Das Mittagessen ist vorbei und einige beschließen, die Tischtennisplatte im Innenhof aufzubauen.<br />
Die bunten Graffitis leuchten in der Sonne, während eine Lehramtsstudentin, eine Türkin und ein Jugendzentrumsleiter einem Syrer mit Händen und Füßen den Rundlauf erklären, bei dem die Spieler nach einem Schlag um die Tischtennisplatte auf die andere Seite laufen. Das Spiel trägt übrigens auch den Namen „Chinesisch“ – wenn das nicht multikulturell ist.</p>
<p>* Name von der Redaktion geändert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2016/10/k-wie-kunterbunt/">k wie kunterbunt</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>Müller will über „Digital Natives“ reden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Jan 2016 09:31:23 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Hinter dem Internet verbirgt sich das wohl größte Los der jungen Generation. Bei jeder Gelegenheit betonen Politik und Wirtschaft die Chancen der Digitalisierung. Und wer kann diese Entwicklung besser einschätzen als eine Jugend, die praktisch im Internet aufgewachsen ist? Deshalb...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2016/01/mueller-will-reden-digital-natives/">Müller will über „Digital Natives“ reden</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_8383" aria-describedby="caption-attachment-8383" style="width: 1200px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2016/01/Müller_1200_Digital-Natives.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-8383 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2016/01/Müller_1200_Digital-Natives.jpg" alt="Müller_1200_Digital Natives" width="1200" height="673" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/01/Müller_1200_Digital-Natives.jpg 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/01/Müller_1200_Digital-Natives-400x224.jpg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/01/Müller_1200_Digital-Natives-1024x574.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a><figcaption id="caption-attachment-8383" class="wp-caption-text">Text: Michael Müller &#8211; Illustration: Isabell Beck</figcaption></figure>
<p><b>Hinter dem Internet verbirgt sich das wohl größte Los der jungen Generation. Bei jeder Gelegenheit betonen Politik und Wirtschaft die Chancen der Digitalisierung. Und wer kann diese Entwicklung besser einschätzen als eine Jugend, die praktisch im Internet aufgewachsen ist? Deshalb gelten wir schon heute als Experten für Fortschritt und Zukunft und dürfen immer wieder eifrig mitreden. Doch hat es damit etwa zum ersten Mal eine jüngere Generation geschafft, den Älteren praktisch scon von Haus aus zu erklären, wo es langgeht? Reden wir darüber!</b></p>
<p>Unsere Fernsehlandschaft ist voller Experten. Wer sich über ein kurzes Statement hinaus Gehör verschaffen möchte, sollte allerdings besser für mehr als nur die eigene Person sprechen. Erfolgreiche Unternehmer, Parteigrößen oder bekannte Journalisten haben deshalb fast schon Stammplätze in den abendlichen Nachrichten- oder Talkformaten. Doch zum Glück gibt es da auch einen weniger anstrengenden und deutlich schnelleren Weg, der sogar wie gemacht für Studenten erscheint. Einfach nur jung genug sein! Wer jünger als dreißig ist und sich in einem gesellschaftlichen Feld engagiert, wird Medien schnell einmal zum Vertreter der <i>junge</i><i>n</i><i> Generation</i> ernannt. So dürfen einzelne Youtuber ganz pauschal über die <a href="http://www.deutschlandfunk.de/youtube-star-lefloid-fernsehen-muss-man-erstmal-definieren.807.de.html?dram:article_id=322490">Zukunft des Fernsehens</a> sprechen oder werden zufällig ausgewählte, junge Demonstranten schnell zum Indiz einer Jugendbewegung erklärt. Dieses Phänomen hat auch nicht nur etwas mit knappem Sendeplatz oder den Vorlieben der Bildregie zu tun. Auch im Alltag gilt immer wieder: Sobald irgendein als <i>jung</i> eingestuftes Phänomen auftritt, suchen die Älteren fieberhaft nach einem Experten und das oft im eigenen Umfeld. Doch woher kommt dieses Bedürfnis und vor allem, sollten wir Jungen da überhaupt mitmachen?</p>
<h3>Evolution statt Revolution</h3>
<p>Das Schimpfen der Alten über die Gewohnheiten der Jungen gehört zu den absoluten Klassikern der Generationenkonflikte. Dabei haben vor allem Studenten über die Jahrzehnte so einiges zu hören bekommen. Mal galten sie als aufrührerisch und arbeitsscheu, dann wieder als zu angepasst und karrieristisch. Zumeist wurden gerade junge Akademiker mit ihrer freien Lebensweise als bestes Beispiel dafür genannt, was mit der jungen Generation so alles nicht stimme. Auch wenn sich die Anlässe über die Zeit geändert haben, stand hinter dieser Kritik stets das gleiche Prinzip: Erstens gehe die Jugend irgendeiner neuen Mode nach und zweitens seien die Jugendlichen untereinander darin alle gleich. Im Grunde hat sich an dieser Sicht bis heute nichts geändert. Trotzdem gibt es einen wesentlichen Unterschied und der liegt in der neuesten Mode selbst, dem Internet. Anders als zum Beispiel bei der Vorliebe der 68er für den Kommunismus, sehen in der modernen Computertechnologie nämlich auch viele Ältere eine Chance und keine Bedrohung. Einer der lautesten Befürworter einer digitalen Revolution ist der amerikanische Unternehmer und Lehrer Marc Prensky. In seinen teilweise umstrittenen Thesen hat er unsere Generation zu <a href="http://www.marcprensky.com/writing/Prensky%20-%20Digital%20Natives,%20Digital%20Immigrants%20-%20Part1.pdf" class="broken_link"><i>Digital Natives</i></a> erklärt und geht dabei so weit, dass sich unsere Wahrnehmung und unser Denken durch den selbstverständlichen Umgang mit Computern seit frühester Kindheit sogar bis hin zur physischen Ebene verändert haben. Damit verfolgen wir laut Prensky also nicht nur irgendeine Mode, sondern sind von Grund auf anders als unsere Eltern, womit sich auch die Hoffnung, uns noch einmal umzuerziehen erübrigt hätte.</p>
<blockquote>
<p dir="ltr"><strong>Kolumne: Müller will reden</strong></p>
<table style="background-color: transparent;">
<colgroup>
<col width="20%" />
<col width="80%" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/kolumne.png" alt="" /></td>
<td>Meinung ist tot? Nicht mit uns, denn unser ehemaliger Chefredakteur <a href="http://presstige.org/author/michael-mueller/">Michael Müller</a> ist überzeugt, dass es Dinge gibt, die man nicht wissen kann, aber über die es sich zu reden lohnt. In Zeiten harter Fakten glaubt er an das lose Mundwerk, denn wohin sonst mit all den gesammelten Informationen? Mal geht es um Wichtiges, mal um den Rest, aber immer gilt: Keine Angst, Müller will nur reden. Die Kolumne erscheint immer donnerstags und wird von <a href="http://presstige.org/author/isabell-beck/">Isabell Beck</a> illustriert. <a href="http://presstige.org/tag/mueller-will-reden/">Alle Folgen von &#8220;Müller will reden&#8221; zum Nachlesen.</a></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<p>Ganz unabhängig davon, ob sich unsere Gehirne nun verändern oder nicht, haben sich Wirtschaft und Politik längst mit einem digitalen Wandel abgefunden. Dass die Wirtschaft mit gezielter Werbung versucht, die wachsende Kaufkraft junger Kunden zu nutzen ist nichts Neues. Doch der digitale Lebensstil wird als so große Veränderung wahrgenommen, dass inzwischen ganze Geschäftsmodelle darauf aufbauen. Vor allem in Social Media und einer steigende Vernetzung lägen dabei die großen Chancen. Egal, ob persönlicher Kundenkontakt, internes Wissensmanagement oder elektronische Demokratie – allenthalben werden Experten für das Social Web gesucht und genau hier kommen wir <i>Digital Natives</i> wieder ins Spiel. Wer sollte sich besser auskennen als wir, die wir angeblich ja schon fast im Netz leben. Für den Einzelnen bedeutet das Mitspracherechte, von denen die frühere Jugend nur träumen konnte. Geht es um die Social Media Strategie oder den Internetauftritt, kann so auch die Meinung des studentischen Mitarbeiters plötzlich großes Gewicht bekommen. Sowohl als Kunden als auch als Mitarbeiter sind wir damit vielleicht wichtiger denn je.</p>
<h3>Der nettere Zwilling des Klischees</h3>
<p>Wie so häufig gibt es jedoch auch hier eine schattigere Seite. Denn wie gehen wir mit all dieser Verantwortung um, wenn wir eben keine typischen <i>Digital Natives</i> sind. Wer sich in den sozialen Netzwerken deutlich zurückhält oder einer fortschreitenden Digitalisierung skeptisch gegenübersteht, ist dann schnell abgemeldet. Die verlockende Option, sich im Namen der eigenen Generation zu Wort zu melden, dreht sich so schnell zum Gegenteil. Mangels Zielgruppenkenntnis wird uns die Jugend dann einfach aberklärt. Oftmals werden auch Informatik- oder Marketingkenntnisse erwartet, die bei weitem nicht jeder momentane Student hat. Hier wird deutlich, dass sich zwar die Bewertung der jungen Generation durch die Alten verändert hat, nicht aber die Prinzipien dahinter. Auch im Fall der <i>Digital Natives</i> ist es letztlich die alte Generation, die Kriterien dafür festlegt, was ihre Nachfolger ausmache. Selbst der Druck auf die Jugend bleibt, nur dass er eben nicht mehr auf deren Änderung, sondern Konformität abzielt. Gerade der wirtschaftliche und politische Hype um die Potenziale der neuen Berufswelt kann zu einem ernormen Anpassungsdruck werden. Wer will seine Chancen in dieser Welt schon dadurch verschenken, als Rückständig zu gelten?</p>
<p>Natürlich ist die Idee der <i>Digital Natives</i> nicht vollkommen aus der Luft gegriffen. Tatsächlich verfügen wir durch unseren Alltag über technische Potenziale, die unseren Eltern fehlen, und natürlich dürfen wir diese auch im Sinne der Zukunft der Gesellschaft einsetzen. Allerdings sollten wir es uns mit diesem Status nicht zu bequem machen, sonst wird aus solchen Eigenschaften ein Klischee. Über enttäuschte Erwartungen kann sich auch ein positives Vorurteil schnell gegen uns wenden und ist dabei am Ende vielleicht sogar schwerer loszuwerden als sein negatives Gegenstück. Was uns hilft, ist auch gegenüber diesem Erwartungsdruck zu behaupten, wer wir sind. Letzten Endes bleiben wir nämlich doch eine ganz normale junge Generation, die ihre Identität nicht in die Hände der Älteren legen sollte.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2016/01/mueller-will-reden-digital-natives/">Müller will über „Digital Natives“ reden</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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