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	<title>klassisch Archive | presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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	<description>Das Magazin für Studierende der Universität und Hochschule Augsburg.</description>
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		<title>Sehnsucht. Musik. Ankunft? &#8211; Ein Karussell der Kulturen</title>
		<link>https://presstige.org/2019/02/sehnsucht-musik-ankunft-ein-karussell-der-kulturen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Laura Schwetz]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Feb 2019 09:50:50 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ein typischer Abend unter der Woche: man kommt nach Hause, packt vielleicht gerade das Essen aus, das man sich auf dem Heimweg noch eben vom Chinesen geholt hat und macht es sich vor dem Fernseher bequem. Was sind die ersten...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2019/02/sehnsucht-musik-ankunft-ein-karussell-der-kulturen/">Sehnsucht. Musik. Ankunft? &#8211; Ein Karussell der Kulturen</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein typischer Abend unter der Woche: man kommt nach Hause, packt vielleicht gerade das Essen aus, das man sich auf dem Heimweg noch eben vom Chinesen geholt hat und macht es sich vor dem Fernseher bequem. Was sind die ersten Bilder, die über den Bildschirm flimmern? Ein Tatsachenbericht in einer aufklärerischen, öffentlich-rechtlichen Enthüllungssendung, oder einfach schlicht die Tagesthemen? Die Chancen stehen gut, dass der Beitrag sich mit einem Thema beschäftigt, welches die Aufmerksamkeit der Gesellschaft dieser Tage wie kaum ein anderes auf sich zieht, sei es bei Wahlen, kriminellen Zwischenfällen oder simpel bei sozialem Engagement: Migration, Einwanderung und der damit verbundenen Integration. Ein polarisierendes Thema, umso mehr polarisierende Meinungen darum herum. Hier spaltet sich alles in zwei Lager, nämlich die Menschen, welche dafür und jene, die dagegen sind und den damit einhergehenden Pauschalisierungen und Anfeindungen des jeweils gegnerischen Lagers. Lässt man Politik, Mentalität und Religion einmal außer Acht, ist alles, was unter dem Strich bleibt, ein Haufen Menschen, die vor diversen Ursachen fliehen und hoffen, bei uns ein Asyl zu finden, aus welchen Gründen dies in den einzelnen Fällen auch immer motiviert sein mag. Menschen, die ebenfalls gerne kochen, einen Spaziergang im Stadtpark unternehmen oder kreativ tätig sind. Summa summarum also wie du und ich.</p>
<p>Bleiben wir bei der Kunst: genau diese Spate der Kommunikation, welche ohne Worte verständlich ist, haben sich die Initiatoren zweier Musikabende zu Nutzen gemacht, in denen die Völkerverständigung, das Ankommen, der Abbau von Vorurteilen und die Kunst der Flüchtlinge im Fokus standen.</p>


<p>Unter dem Titel „Sehnsucht. Musik.
Ankunft. Ein Konzert der Kulturen“ fand an den Abenden des 07.02.
und des 08.02.2019 im Schloss Nymphenburg, München, eine
musikalische Soiree statt, die partiell von künstlerischen, sowie
kulinarischen Elementen begleitet wurde.</p>



<p>Das musikalische Programm glich einer
internationalen Palette: Lieder aus Frankreich, Deutschland,
Afghanistan, Griechenland, Ägypten und weiteren Ländern wurden zum
Besten gegeben, wobei ein entscheidender Teil der gesanglichen
Darbietung auf die Sängerin und Kulturaktivistin Cornelia Lanz,
sowie dem Harmoniumspieler und politischen Liedermacher Pouya Raufyan
entfällt. Kleinere Musikstücke wurden von den beiden syrischen
Schwestern Wissam Kanaieh und Walaa Kanaieh interpretiert.</p>



<p>Die Begleitung war ebenfalls
internationalen Ursprungs: das Instrumentalensemble, welches von
einem europäischen Orchester gebildet wurde und in einer musischen
Einheit zu spielen verstand, dass den meisten Zuschauern die
Beseeltheit im Gesicht anzusehen war, bestand aus bekannten hiesigen
Instrumenten, wie Kontrabass (Thomas Hille), Violine (Albert
Ginthör/Ludwig Hahn), Violoncello (Hans Peter Besig) oder Viola
(Marianne Venzago).</p>



<p>Den exotischen Touch, der in der Tat
einmal etwas Neues darstellte, was man nicht häufig auf deutschen
Bühnen sieht, vor allem im Hinblick auf ein Konzert, in welchem auch
Klassische Stücke von Verdì oder Schubert gespielt wurden, 
verliehen verschiedene Ouds (Abathar Kmash), eine Art arabischer
Laute, die Tabla, eine Beckentrommel, (Said Hashemi) und das
Harmonium (Pouya Raufyan).</p>



<figure class="wp-block-image"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="531" height="800" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2019/02/komf9o9f9rP-TOpizUk8-e1550620005856.jpg" alt="" class="wp-image-10784" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/02/komf9o9f9rP-TOpizUk8-e1550620005856.jpg 531w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/02/komf9o9f9rP-TOpizUk8-e1550620005856-266x400.jpg 266w" sizes="(max-width: 531px) 100vw, 531px" /><figcaption>Die Oud, virtuos gespielt von Abathar Kmash    (c) Julia Dreisbach</figcaption></figure>



<p>In Kooperation mit dem Dam Badida Chor
der LMU München unter musikalischer Leitung von Andreas Kowalewitz
war das gemeinsame Projekt vom Deutschen Forum für Kunst- und
Theaterkultur e.V., dem Department Kunstwissenschaften der LMU und
des Vereins Zukunft Kultur e.V. ein mit viel Herz vorbereitetes
Konzert, das sich mühte, mit Emotion und Talent Verständnis und
Verständigung für die Geflüchteten zu schaffen, was mit Erfolg
gekrönt war, allerdings auf Kosten der Atmosphäre der Kunst an
jenem Abend ging.</p>



<p>Am Rande der Veranstaltung, sowie zu
Beginn und in der Pause wurde Kunst ausgestellt, darunter Acryl,
Ölbilder und Drucke, die die Erfahrungen und Gefühle der Künstler
mit brutalen Regimen oder der Flucht darstellten (Mohammad Eldae /
Salomon Musanak Niclaus / Madina Muslieva), nebenbei wurden arabische
Leckereien, wie Böreck und Baklava verkauft, die von den Eltern
einer Teilnehmerin gebacken.</p>



<p>Wer mit der Erwartung anreiste, ein
Klassisches Konzert mit internationaler Besetzung zu sehen, war hier
in der Tat etwas falsch.</p>



<p>Mit der neu arrangierten Adaption
mancher europäischer Klassiker, die stellenweise in Arabisch
übersetzt wurden, trauten sich die Organisatoren etwas Neuartiges
zu, was wahrscheinlich bisher recht selten auf deutschen Bühnen zu
sehen war. Sie brachten etwas an den Mann, was durchaus zu genießen
und interessant anzusehen war, doch gleichzeitig ein gesondertes
Publikum benötigt.</p>



<p>Eine willkommene Abwechslung stellten die arabischen Instrumente und Gesang dar, welche für westliche Ohren exotisch und auch schön klangen, nur fehlte hierbei die Balance.</p>



<p>Eine gelungene Mischung aus
europäischer und Arabischer Musikkultur sollte präsentiert werden,
war in gewisser Weise auch meistens vorhanden, doch lag der Fokus
sehr auf dem arabischlastigen Teil der Darbietung.</p>



<p>In manchen Momenten wirkte der Fokus
auf die Geflüchteten, ihren Hintergrund, ihre Geschichten &#8211;  welche
natürlich präsentiert und vorgestellt werden sollten &#8211; fast schon
inszeniert, da dieser manchmal höchst (beinahe schon zu) emotional
und überschwänglich, irgendwann vor jedem Musikstück durch eine
neue Anmoderation bedacht wurde, um diesen Sänger oder jene
Geschichte noch schnell in der Vorstellung unterzubringen, was sich
ziemlich negativ auf den flüssigen Ablauf der Soiree auswirkte.</p>



<p>Hier und da hätte es dem Programm gut
getan die reine Kunst für sich sprechen zu lassen, anstatt alles in
mehrfacher Ausführung zu schildern, weswegen das Publikum eigentlich
auch dort war.</p>



<p>Das Hauptmotiv des Abends war die
Kunst, speziell aber die Musik, als ein Medium, das (fremde) Kulturen
miteinander verbindet, wobei es gerade hier weniger oder gar keiner
Worte bedarf, um sich über Sprachbarrieren hinweg zu verständigen.
Es hätte gut daran getan, gerade diesem Leitmotiv mehr
Aufmerksamkeit zu schenken oder es gar mehr in den Fokus zu rücken,
weil sich ja gerade hierin eine Hauptaussage befindet, die die
Zuschauer mit nach Hause nehmen sollten.</p>



<p>Im Resümee lasse ich sehr relativ schönen Abend mit einem emotionalen und horizonterweiternden Konzert revue passieren, der allerdings hier und da einige (inhaltliche) Schwächen aufweist, gerade im Bezug auf das Programm und dessen Ablauf.</p>



<p>Dieser hätte um einiges fließender sein können, gerade die Anmoderationen. Das Publikum wurde nicht Zeuge einer kameradschaftlichen, verbindenden Anstimmung zu den Musikstücken, sondern einer inszeniert wirkenden Präsentation, die manchmal nicht ganz wusste, wo es besser gewesen wäre, einige Details fallen zu lassen, die so ganz sicher interessant und schockierend sind, allerdings dem Konzert als solches rein gar nichts gaben. Weniger wäre hier mehr gewesen.</p>



<p>Dies gilt auch für die Anmoderation
selbst, die oftmals sehr gekünstelt war und man nicht ganz wusste,
ob man in einem Konzertsaal oder Theater sitzt. Emotion ist gut und
trägt Geschichten, ganz klar, doch wurde dem Kitsch hier einige male
zu viel Raum gegeben, was eher kontraproduktiv war.</p>



<p>Ich kam in erster Linie, um Kunst zu
bestaunen, schöne Musik live zu hören und Impulse, sowie
Inspiration mitzunehmen, was ich bekam, war im großen und ganzen
das, allerdings nicht so, wie man es vorher erwartet hätte.</p>



<p>Die musikalischen Künstler waren gut,
jeder für sich, sowohl an den Instrumenten, als auch im Hinblick auf
den Gesang. Besonders hervorzuheben ist hier allerdings das
Instrumentalensemble, das einfach nicht nur wunderbare Musik gemacht
hat, sondern auch mit einem harmonischen Ensemble schön anzusehen
und ein wahrer Augenschmaus war. 
</p>



<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" width="800" height="531" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2019/02/hUo8oUCXDSw_iwaakQ0u.jpg" alt="" class="wp-image-10785" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/02/hUo8oUCXDSw_iwaakQ0u.jpg 800w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/02/hUo8oUCXDSw_iwaakQ0u-400x266.jpg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/02/hUo8oUCXDSw_iwaakQ0u-768x510.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption>Das internationale Orchester ins Spiel vertieft   (c) Julia Dreisbach</figcaption></figure>



<p>Eine besonders ästhetische Spielweise besaß hier Thomas Hille, der den Kontrabass anscheinend nicht wie ein Instrument, sondern eher als einen alten Freund versteht, den er schon ein gesamtes Leben hindurch kennt und ebenso liebkost.</p>



<p>Die Kunst im Foyer war ein interessanter Anhaltspunkt und nett anzusehen, passte jedoch nicht zu einem hochtrabenden Klassischen Konzert, sondern eher zu einem Kleinkunstabend, dennoch war es schön, ausländische Künstler in Verbindung mit ihren zu Leinwand gebrachten Geschichten zu erfahren, die außerhalb des standardisierten Fokus liegen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2019/02/sehnsucht-musik-ankunft-ein-karussell-der-kulturen/">Sehnsucht. Musik. Ankunft? &#8211; Ein Karussell der Kulturen</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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