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	<title>kulturflatrate Archive | presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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	<description>Das Magazin für Studierende der Universität und Hochschule Augsburg.</description>
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		<title>Dieser Artikel ist gratis!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexandra Kiefer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Feb 2015 16:00:20 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>“Ein kostenloser Online-Artikel, oh wie toll!“ Könnte das dein erster Gedanke gewesen sein? Oder dachtest du eher, dieser Text müsste doch sowieso umsonst sein? Nicht nur weil presstige ein Studentenmagazin ist, sondern weil für Artikel im Internet bisher nur Wenige...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_6625" aria-describedby="caption-attachment-6625" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/02/download_1200px.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-6625" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/02/download_1200px.jpg" alt="Text: Alexandra Kiefer –Illustration: Lisa Luthardt" width="1200" height="849" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/02/download_1200px.jpg 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/02/download_1200px-400x283.jpg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/02/download_1200px-1024x724.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a><figcaption id="caption-attachment-6625" class="wp-caption-text">Text: Alexandra Kiefer –Illustration: Lisa Luthardt</figcaption></figure>
<p><strong>“Ein kostenloser Online-Artikel, oh wie toll!“ Könnte das dein erster Gedanke gewesen sein? Oder dachtest du eher, dieser Text müsste doch sowieso umsonst sein? Nicht nur weil presstige ein Studentenmagazin ist, sondern weil für Artikel im Internet bisher nur Wenige bezahlen. Ähnlich ist es bei Musik, Filmen und Büchern. Doch bedeutet „online irgendwie zugänglich“ auch gleichzeitig legal oder gar fair? Bald spielt diese Frage aber sowieso keine Rolle mehr – folgt man zumindest der These von Autor <em>Chris Anderson</em>.</strong></p>
<p>Vor ein paar Wochen nahm ein Freund von mir mein Notebook in Beschlag. Er hatte eine lange Autofahrt vor sich und wollte dafür noch einen USB-Stick mit Musik bestücken. Zum Einsatz kam dabei ein Programm zum Download von Songs auf Youtube und meine eigene digitale Musiksammlung. Wir diskutierten ein wenig über die Herkunft meiner Auswahl und dabei überraschte er mich mit dieser Aussage: „Ich habe noch nie in meinem Leben eine CD gekauft.“ Ich war verwirrt. Mein letzter Kauf lag zwar schon ein paar Jahre zurück, aber ich kam nach kurzer Überlegung auf mindestens 15 CDs, die ich mein Eigentum nennen konnte. Wie konnte mein Gegenüber, ein Jahr älter als ich, dagegen kein einziges gekauftes Album besitzen? „Früher als Filesharing noch legal war, versorgte mein Vater die ganze Familie mit Musik und Filmen. Danach blieb immer noch Youtube“, erklärte er mir. Sein „früher legal“ bezog sich wohl auf die Zeit, in der es bereits diverse Plattformen zum öffentlichen Kopieren von Dateien gab, die Musikindustrie aber noch keine Urheberrechtsklagen anstrebte. Anders ausgedrückt hätte er auch sagen können: Obwohl er morgens neben Kaffee laute Musik zum Aufstehen brauche, gebe er kein Geld dafür aus. Seit ein paar Jahren bezahle auch ich meinen Lieblingskünstlern fast keinen Cent mehr. Ist das überhaupt legal? Und ist es fair?</p>
<blockquote>
<p dir="ltr"><strong>Schwerpunkt: Geld</strong></p>
<table style="background-color: transparent;">
<colgroup>
<col width="20%" />
<col width="80%" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/01/Themenwoche_Geld.png" alt="" /></td>
<td>Das Studentenleben dreht sich häufiger darum, als uns manchmal lieb ist: Geld. Ganz egal, ob wir es brauchen, um es in Bier zu investieren, den Kühlschrank zu füllen oder es für unsere kleinen Träume zurückzulegen. Darum widmet die presstige-Redaktion dem Geld einen Schwerpunkt. Alle bisher erschienenen Beiträge <a href="http://presstige.org/tag/geld/">sind hier gesammelt</a>.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<h3>Ein kurzer Blick ins Gesetzbuch</h3>
<p>Ja, alles beschriebene war legal. Musikvideos auf Youtube werden meist von den Interpreten selbst hochgeladen und von gesehenen Videos darf man sich eine private (Audio-)Kopie machen. Musik, Filme oder Bücher mit der Familie oder Freunden zu teilen ist ebenfalls legal. Bei CDs, DVDs und Taschenbücher ist das jedem klar. Ich könnte aber auch einige Alben, Serienfolgen oder E-Books in meinen DropboxAccount hochladen und meinen Lieben zur Verfügung stellen. Vorausgesetzt ich habe dazu nicht den Kopierschutz der Dateien umgangen. Der soll – genauso wie Schadensersatzforderungen gegenüber Betreibern und Nutzern von FilesharingPlattformen – dabei helfen den illegalen Datenaustausch mit Fremden zu verhindern, damit Produzenten und Künstler keine potentiellen Käufer aufgrund kostenloser Kopien ihrer Werke verlieren. Dabei könnten sie damit doch viel mehr verdienen! Das behauptet zumindest der Journalist und Autor <em>Chris Anderson</em> in seinem 2009 erschienen Buch „Free – Kostenlos: Geschäftsmodelle für die Herausforderungen des Internets“. Unter dem Motto: „Gib etwas kostenlos her und du wirst reich damit!“ listet er Varianten und Beispiele auf, bei denen etwas zuerst „Gratis zu haben“ ist und danach trotzdem kräftig Gewinn einbringt.</p>
<h3>Ein kurzer Blick in Chris Andersons Buch</h3>
<p>Im ersten Schritt bedeutet „Gewinn“ einen Zuwachs an Popularität, schließlich verbreitet sich sehr schnell die Nachricht: „Da gibt es etwas umsonst!“. Nun heißt es: ein passendes Nebenprodukt dazu verkaufen. Das können passende Ersatzteile wie Wegwerfklingen für den kostenlosen Rasierer sein, das Upgrade der Gratisversion auf eine Vollversion, Fan-Artikel und Konzertkarten einer Band mit frei downloadbaren Alben, oder auf die Suchergebnisse der Kunden abgestimmte Werbung, wie Google es macht. Das Internet bedingt nun für Anderson eine Art „Gratis-Zwang“. Schließlich entstehen für digitale Versionen von Musik, Buch und Film keine Kosten für den Druck oder die Pressung, die Lieferung und den Verkauf. Laut Anderson sollen deshalb die Firmen dem gänzlichen Sinken der Materialkosten auf null zuvorkommen und den digitalen Teil ihrer Produkte lieber als eine Art Marketingstrategie verschenken. Genauso macht er es mit der Hörbuchversion seines Buchs, während er an den gedruckten Exemplaren trotzdem gut verdient. Das klingt auch für den Künstler fair, zumindest für den Künstler Anderson.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Ein kurzer Blick in die Parteibücher</h3>
<p>Am Ende der von Anderson beschriebenen Entwicklung steht vielleicht ein Internet mit einem völlig freien Zugang zu Medien aller Art. Das ist ein Traum vieler Internet- und Bildungsenthusiasten, wie zum Beispiel auch der Betreiber der Plattform openculture.com, die Verweise auf kostenlose Bücher, Filme und Online-Lernkurse sammelt und bereitstellt. Auch in der Politik gibt es Anhänger der Idee, Wissen über das Internet für alle zugänglich zu machen. So fordert die Piratenpartei, dass wissenschaftliche Publikationen unter dem Schlagwort „open access“ online frei verfügbar gemacht werden. Die Grünen und die SPD befürworteten zeitweise das Konzept einer „Kulturflatrate“. Denn während die Materialkosten bei digitalen Versionen von Medien verschwinden, bleiben die Herstellungskosten für das Original der Künstler bestehen. Mit der „Kulturflatrate“ soll deshalb für jeden Internetanschluss eine zusätzliche Abgabe entrichtet werden, die dann gemessen an ihrem Marktanteil an die Künstler als Bezahlung zurückgegeben wird. Wahrscheinlich müssten die Internetnutzer nach diesem Konzept zwischen 6 und 22 Euro bezahlen. Inzwischen hat sich auch der legale Markt für Musik- und Filmstreaming dank Portalen wie Spotify oder Netflix stark weiterentwickelt. Ob damit Nutzer, trotz bisher begrenzter Auswahl, und Künstler, trotz öffentlicher Austritte wie jüngst von Taylor Swift, zufrieden sein werden, ist unklar. Am Ende geht es letztlich auch um die Frage, wie viel uns Kultur wert ist und wie viel Geld Künstler für ihr Werk bekommen sollten. Und wie steht es mit euch? Wie viel seid ihr bereit für den Zugang zu Musik, Filmen und Büchern zu zahlen?</p>
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