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	<title>normen Archive | presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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	<description>Das Magazin für Studierende der Universität und Hochschule Augsburg.</description>
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	<title>normen Archive | presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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		<title>Brothers In Norms</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dr. Michael Sentef]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Nov 2016 10:24:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[freiraum]]></category>
		<category><![CDATA[europa]]></category>
		<category><![CDATA[glosse]]></category>
		<category><![CDATA[normen]]></category>
		<category><![CDATA[presstige#29]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Michael Sentef und Christopher Große sagen tschüss zu Europa, aber auf CENG-normkonforme Weise Eine EU-Norm (EN 999999) des Europäischen Komitees für Glossennormung (Comitée Européen de Normalisation des Gloses, kurz: CENG*) untersagt neuerdings nichtkonforme Glossen. Nichtkonforme Glossen beginnen beispielsweise mit ungebräuchlichen,...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2016/11/brothers-in-norms/">Brothers In Norms</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Michael Sentef und Christopher Große sagen tschüss zu Europa, aber auf CENG-normkonforme Weise</h2>
<figure id="attachment_9309" aria-describedby="caption-attachment-9309" style="width: 580px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-9309 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2016/11/glosse-2-01.jpg" alt="glosse-2-01" width="580" height="270" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/11/glosse-2-01.jpg 580w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/11/glosse-2-01-400x186.jpg 400w" sizes="(max-width: 580px) 100vw, 580px" /><figcaption id="caption-attachment-9309" class="wp-caption-text">Text: Michael Sentef &amp; Christopher Große</figcaption></figure>
<p><strong>Eine EU-Norm (EN 999999) des Europäischen Komitees für Glossennormung (Comitée Européen de Normalisation des Gloses, kurz: CENG*) untersagt neuerdings nichtkonforme Glossen. Nichtkonforme Glossen beginnen beispielsweise mit ungebräuchlichen, etwa altertümlichen Formulierungen wie „Im Anfang war SEIN Wort“, weswegen wir auf diese liebgewonnene Eröffnung diesmal schweren Herzens verzichten müssen, ebenso auf theatralische Regieanweisungen („Unter betretenem Schweigen ab!“) und sprachliche Kauderwelsche („Voilà – die dümmste Glosse ever!“).</strong></p>
<p>Stattdessen schreiben wir, CENG-normkonform:</p>
<p>Der, dessen Name nicht genannt werden darf, trug uns auf, eine Glosse zu schreiben, die das Thema „Europa“ zum Inhalt habe. Wir mögen unverzüglich damit beginnen und der heiklen Sache mit gebührendem Respekt begegnen, auch wenn wir das Thema vermutlich nicht ausstehen können. Schließlich seien auch die Politiker Schäuble und Varoufakis einander stets mit gebührendem Respekt begegnet, auch wenn sie sich vermutlich noch weniger ausstehen konnten. Er, dessen Name noch immer nicht genannt werden darf, fühle sich der europäischen Idee sehr, sehr verpflichtet. Er fühle sich als Europäer durch und durch, dem platonischen, aristotelischen, sokratischen Erbe Altgriechenlands verpflichtet, als Denker vom alten Schlag, auf dessen Größe und Großartigkeit wir subnormen Glossistchen zwar nicht in unserem kühnsten Traum zu hoffen wagen dürften, die wir uns jedoch stets zum Vorbild − zum Ideal − nehmen sollten. Außerdem erhalte er EU-Subventionen und riskiere bei CENG-nichtkonformen Glossen eine saftige Vertragsstrafe. Letztere müssten wir im Falle der CENG-Nichteinhaltung von unserem ebenfalls subnormen Glossisten-Obolus berappen.</p>
<p>Der eine von uns (MS) findet Normen meistens blöd. Es ist nicht so, dass Normen grundsätzlich Unfug sind. DIN-Normen beispielsweise verhindern hässliche Papierstaus in Druckern. Wir haben das neulich mal zuhause ausprobiert: Die zweijährige Tochter des einen von uns hält sich mit ihrer Papierschere an keinerlei DIN-Normen, dennoch musste der eine von uns als guter Daddy unbedingt selbiges nicht genormtes Papier in den Drucker legen und eine Testseite drucken. CENG! Papierstau! Das Leben lehrt uns, dass bestraft wird, wer sich nicht an Normen hält. Und mit Strafe verbinden wir Schuldgefühle. Schuld tut weh. In diesem Fall dem Drucker, der von der Zweijährigen als Schuldiger ausgemacht und mit dem sehr harten Schädel ihrer Lieblingspuppe ordentlich verhauen wurde. Du dummer Drucker!</p>
<p>Doch der eine von uns hat noch ganz andere, geistige Schmerzen erfahren. Die finnische Verwandtschaft der Ehefrau des einen von uns hat einen Bauernhof. Darauf züchten sie Schafe. Gemäß EU-Norm ist Schafen und sonstigen Nutztieren in EU-genormten Wassereimern stets eine EU-genormte Menge an Trinkwasser zur Verfügung zu stellen. Nun leben drei dieser Schafe nicht beim Rest der Herde, sondern auf einem separaten, idyllischen Grundstück an einem Bach. Jener Bach führt enorme Mengen an bestem finnischen Trinkwasser. Selbige Schafe ignorieren geflissentlich die täglich zu wechselnden EU-genormten Wassereimer. Wozu auch – sie können doch allerbestes Wasser direkt aus dem Bach trinken. Doch der EU-Kontrolleur konnte das einfach nicht mit seinen EU-Normen in Einklang bringen. Die EU-Eimer müssen bleiben. CENG!</p>
<blockquote>
<table style="background-color: transparent;" width="100%">
<colgroup>
<col width="30%">
<col width="70%"> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2016/07/Ausgabe-29_Cover.png" alt=""></td>
<td><strong>Ausgabe 29: Europa</strong><br />
Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 29 unseres Magazins als E-Paper.</p>
<ul>
<li><a href="http://presstige.org/2016/08/ausgabe-29-europa">Die digitale Version durchblättern</a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/presstige29">Alle Artikel der Ausgabe </a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/SP-europa">Der Schwerpunkt Europa</a></li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<p>Wenn es so weiter geht, räsoniert der eine von uns bei einer EU-genormten Tasse EU-genormten Espressos, dann nehmen wir die EU und mit ihr ganz Europa bald nur noch als einen großen Wust von Normen wahr. Wo, fragt sich der eine von uns, bleibt bei all den Normen und Regeln das, was Europa als Idee im Kern ausmacht &#8211; die Menschlichkeit? Ist es schon an der Zeit, tschüss zu sagen zu dieser Idee? Der eine von uns könnte das kaum ertragen.<br />
Der andere von uns (CG) findet Normen meistens blöd. Trotz grundsätzlicher Sympathien sowohl für Öko als auch für Design, kann er mit Ökodesign-Richtlinien herzlich wenig anfangen. Deshalb zehrt er bis zum heutigen Tage tapfer von seinem überschaubaren Vorrat an Glühlampen der Energieeffizienzklasse E, den er sich in weiser Voraussicht bei Zeiten angelegt hatte (inklusive ebenso vorausschauendem Nachkauf im Vor-EU-Beitritts-Kroatien). Denn nichts, so meint der andere von uns, geht über das heimelig-schummrige warmweiße Licht der guten alten Glühlampe. Das ist seit jeher nicht nur Grundlage der guten alten, zu Recht berüchtigten deutschen Gemütlichkeit, sondern hat den anderen von uns (neben einer gehörigen Menge schottischen Single Malts) auch über die eine oder andere Verstimmung, Sinnkrise bzw. tiefdepressive Phase gerettet. Auch seinen 2.200-Watt-Haartrockner nutzt der andere von uns mit Luft und Liebe – schließlich ist er nicht ohne Grund einer der ersten Absolventen des sogenannten Elitestudiengangs „Ethik der Fönfrisuren“ (Anm.: Bis heute erkennen sich die Absolventen untereinander an einem locker über die rechte Schulter geworfenen Handtuch). Ein zweiter, baugleicher Haartrockner wartet derweil beharrlich im Schrank auf seinen Notfalleinsatz. Neben einem originalverpackten Wassertrockner und einem benzinbetriebenen Rasenmäher übrigens – auch wenn der andere von uns gar keinen Garten sein eigen nennt. Der andere von uns ist nämlich für Wärme, Rasen (Stichwort: „Was der Rasen noch zu bieten hat“) Herz und Liebe an sich. Und von alledem gibt es dieser Tage ohnehin viel zu wenig. Brüssel tut dafür sein übriges, weil … [diese Passage wurde aus Gründen der CENG-Konformität auf Basis der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 386/2014 der Kommission gestrichen], findet der andere und fühlt sich der Revolution plötzlich so nahe wie seit dem warmweißen Deutschen Herbst 77 nicht mehr. Damals wurde im Übrigen auch noch verbleit getankt, verbleit geliebt und verbleit geraucht – und zwar ungefähr überall. Tschüss … äh … hust!</p>
<p>Beim Lesen unserer CENG-normkonformen Glosse bleibt ihm, dessen Name nach wie vor nicht genannt werden darf, beinahe die Spucke weg. Und dann ER so: „CENG! Bah! Wie langweilig, diese Glosse! Wie gewöhnlich! Wie &#8230; NORMAL! Ach, ihr Glossistlein, ihr habt mich bei all eurer Unzulänglichkeit doch immer bestens unterhalten! Eure Glossen waren doch immer eigenwillig, doch immer niedlich, irgendwie auch komisch, wenn auch unfreiwillig komisch, aber doch komisch. Wisst ihr was, meine Glossistchen: Scheiß die Wand an! Scheiß auf die CENG-Normen! Scheiß auf die EU-Subventionen! Macht doch einfach wieder euer Ding!“ − Wir [bass erstaunt]: „Aber, oh HErr, sollte es denn möglich sein? Dass wir das noch erleben dürfen, Euch, oh HErr, auf unserer Seite zu wissen, wir sind sprachlos, ohne Worte, wissen gar nicht, was wir sagen &#8230;“ − ER [schon wieder ganz HErrisch]: „Schnauze und ab zurück an den Schreibtisch!“ (CENG! Alle unkonform ab.)</p>
<p><em>*Anmerkung der Glossisten: Das Europäische Komitee für Glossennormung CENG ist trotz seiner Realitätsnähe nur auf unserem Mist gewachsen. Für seine etwaige künftige Gründung auf unsere Idee hin möchten wir uns schon jetzt bei unseren Brüdern und Schwestern Glossisten in ganz Europa entschuldigen und melden zugleich ein Patent am Europäischen Markenamt an.</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2016/11/brothers-in-norms/">Brothers In Norms</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>Die Macht der Norm</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Katharina Knopf]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Jun 2014 06:30:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[macht]]></category>
		<category><![CDATA[normen]]></category>
		<category><![CDATA[presstige#26]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Warum ist es wichtig, viele Freunde auf Facebook zu haben? Warum wird man als Single gefragt, warum man nicht vergeben ist? Warum hingen in meinem liebsten Klamottenladen letzten Sommer lauter Pastellfarben? Und warum muss ich mich für ein sozialwissenschaftliches Studium...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/06/macht-norm/">Die Macht der Norm</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div id="pageContainer1">
<div>
<div dir="ltr"><strong>Warum ist es wichtig, viele Freunde auf Facebook zu haben? Warum wird man als Single gefragt, warum man nicht vergeben ist? Warum hingen in meinem liebsten Klamottenladen letzten Sommer lauter Pastellfarben? Und warum muss ich mich für ein sozialwissenschaftliches Studium rechtfertigen, für ein naturwissenschaftliches aber nicht? Die schlichte Antwort: Normen.</strong></div>
<div dir="ltr">
<figure id="attachment_2963" aria-describedby="caption-attachment-2963" style="width: 1068px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/macht-der-norm_platzhalter.png"><img decoding="async" class="wp-image-2963 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/macht-der-norm_platzhalter.png" alt="Text: Katharina Knopf - Illustration: Marina Schröppel" width="1068" height="460" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/macht-der-norm_platzhalter.png 1068w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/macht-der-norm_platzhalter-400x172.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/macht-der-norm_platzhalter-1024x441.png 1024w" sizes="(max-width: 1068px) 100vw, 1068px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2963" class="wp-caption-text">Text: Katharina Knopf &#8211; Illustration: Marina Schröppel</figcaption></figure>
</div>
<div dir="ltr">
<p>Normen sind ungeschriebene Verhaltensvorschriften, die vermitteln, was akzeptabel ist und was nicht. Viele werden selten wahrgenommen und ebenso selten hinterfragt. Man könnte sie auch als unsichtbare Macht bezeichnen. Umso einflussreicher, weil wir uns ihrer gar nicht bewusst sind.</p>
</div>
<h3>Die heteronormative Paarbeziehung</h3>
<p dir="ltr">Es gibt immer mehr Singles. Immer mehr Menschen lassen sich scheiden. Die Zustimmung zur Erlaubnis der homosexuellen Ehe steigt. Die Partnerwahl scheint immer freier zu werden. Es darf mehr ausprobiert werden, mehrere Beziehungen im Leben zu führen ist keine Schande und selbst der Bundeskanzlerkandidat in der vierten Ehe wird ins Amt gewählt. Die Individualisierung schreitet voran.Vorbei ist die Zeit der Ehe zwischen Mann und Frau mit ihren beiden Kindern. Scheinbar zumindest. Die Angst, nur umringt von 100 Katzen zu sterben, ist uns geblieben. Man muss nur einmal einen Blick ins Fernsehen werfen. Kaum ein Seriencharakter hat je das ewige Glück ohne eine Liebesbeziehung gefunden. Kein Wunder bekomme ich als Single mehr als einmal die Frage gestellt: Warum hast du keinen Freund? Wohl gemerkt fragt nie jemand nach einer Freundin. Individualisierung hin oder her, die Norm zur (heterosexuellen) Partnerschaft bleibt bestehen. Und so sehe ich mich als Single plötzlich unter Rechtfertigungszwang.</p>
<h3>Der Social Media-Fluch</h3>
<div dir="ltr">Doch nicht nur unsere sexuellen Beziehungen stehen unter starkem Einfluss einer unsichtbaren Norm. Über die Freundesanzahl auf Social Media-Seiten wirdöfter gesprochen. Sie steht stellvertretend für eine Norm, die uns tagtäglich dem Druck aussetzt, uns mit möglichst vielen Leuten möglichst gut zu stellen. Wer extrovertiert ist, gewinnt. Arbeitgeber schauen sich das Facebook-Profil durchaus einmal an. Und wer will schon jemanden für sich arbeiten lassen, der nicht gut mit seinen Mitmenschen klar kommt? Wie intensiv die einzelnen „Freundschaften“ sind, kann man schlecht überprüfen, aber was macht das schon. Der Eindruck zählt. Und fühlen wir uns nicht viel besser, wenn wir wissen, wie viele Leute sich in unserer Freundesliste stapeln? Was wird über den mit „nur“ 50 Freunden gesagt?</div>
<h3></h3>
<h3>Kleider machen Leute</h3>
<div dir="ltr">Die Pastellfarben sind ein ganz anderes Problem. Wenn ich sie nicht mag, kaufe ich mir eben keine neuen Klamotten. Es laufen ja eh schon mehr als genug Leute mit den gleichen T-Shirts, Cardigans oder Schuhen herum und mit dem Studenten-Budget kann man eh nichtjede Mode mitmachen. Eine Weile geht das auch ganz gut, aber gerade bei Mode stelle ich fest: Sichzu widersetzen ist, zumindest manchmal, ist zwecklos. Auf einmal will ich haben, was ich eigentlich nie wollte. Es kann wohl niemand abstreiten, dass es so etwas wie eine Kleiderordnung gibt. Sei es nun etwas legerer, wie an der Uni, oder der Zwang zum Kostüm beim Bürojob. Vertauschen sollte man die jeweiligen Kleiderordnungen lieber auch nicht, denn da wird man in jedem Fall zum Gesprächsstoff; dabei ist nirgends niedergeschrieben, man solle nicht im Kostüm oder Anzug in die Seminare kommen. Normen beeinflussen also nicht nur meine Wünsche nach Beziehungen, sondern auch wie ich mich kleide.</div>
<blockquote>
<table style="background-color: transparent;" width="100%">
<colgroup>
<col width="30%" />
<col width="70%" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Cover_300px.png" alt="" /></td>
<td><strong>Ausgabe 26: Macht<br />
</strong>Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 26 unseres gedruckten Magazins.</p>
<ul>
<li><a href="http://presstige.org/2014/05/ausgabe-26-macht">Die digitale Version durchblättern</a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/presstige26">Alle Artikel der Ausgabe </a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/macht">Der Schwerpunkt Macht</a></li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<h3>Die Sanktion des Großraumbüros</h3>
</div>
</div>
<div id="pageContainer2">
<div>
<p dir="ltr">Wer sich nicht an die Norm hält, hat mit Sanktionenzu rechnen, so sagen die Soziologen. Gemeint ist damit keine offizielle Strafe, sondern beispielsweise soziale Ausgrenzung.</p>
<p dir="ltr">Das „falsche“ Studium oder den „falschen“ Beruf zu wählen, wird mit geringerer Bezahlung, weniger sozialer Anerkennung und ausbleibenden Fördermitteln sanktioniert. Das kommt auch nicht überraschend: Schon bevor man sich für ein Studium entscheidet, ist man sich in der Regel im Klaren, was das für die berufliche Zukunft ungefähr bedeutet und nimmt dies in Kauf. Man beugt sich der kapitalistischen Norm, die besagt, welche Berufe scheinbar wertvoller für die Gesellschaft sind, wer eineigenes Büro mit Ausblick verdient hat und wer im Großraumsein berufliches Dasein fristen darf.</p>
<p dir="ltr">Wie kann man sich also der Macht der Normen widersetzen? Nun, man kann sich von Facebook abmelden,Sachen aus der Altkleidersammlung tragen und einfach machen, worauf man Lust hat und auf die Konsequenzen pfeifen. Natürlich ist das erst einmal leichter gesagt als getan und sollte nicht unbedingt zum Exzess betrieben werden, schließlich haben Normen auch ihr Gutes. Doch vielleicht sollten wir uns angewöhnen, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und zu hinterfragen, was scheinbar so selbstverständlich ist. Danach können wir immer noch entscheiden, ob wir uns daran halten wollen oder nicht.</p>
</div>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/06/macht-norm/">Die Macht der Norm</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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