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	<title>soziologie Archive | presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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		<title>Wenn der Kopf Kaffeepause macht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Madeleine Londene]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Feb 2017 09:56:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[weitblick]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie uns das Abkapseln von der Umwelt die Freiheit kosten kann Dass wir in einer Zeit leben in der Konsum &#8211; zumindest in der westlichen Gesellschaft &#8211; groß geschrieben wird ist nichts Neues. Trotzdem ist unsere Welt einem ständigen Wandel...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Wie uns das Abkapseln von der Umwelt die Freiheit kosten kann</h2>
<figure id="attachment_9521" aria-describedby="caption-attachment-9521" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-9521 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2017/02/Entfremdung_1200px.jpg.png" height="800" width="1200" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2017/02/Entfremdung_1200px.jpg.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2017/02/Entfremdung_1200px.jpg-400x267.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2017/02/Entfremdung_1200px.jpg-768x512.png 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2017/02/Entfremdung_1200px.jpg-1024x683.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-9521" class="wp-caption-text">Text: Madeleine Londene – Foto: Paul von Platen</figcaption></figure>
<p><strong>Dass wir in einer Zeit leben in der Konsum &#8211; zumindest in der westlichen Gesellschaft &#8211; groß geschrieben wird ist nichts Neues. Trotzdem ist unsere Welt einem ständigen Wandel unterworfen und vor allem ein Trend fällt dabei besonders auf: Eine gewisse Entfremdung, die auf sämtliche Lebensbereiche übergreift und immer mehr essentielle Werte aus unserem Blickfeld drängt. Gibt es ein Entkommen aus diesem Scheuklappenkonformismus?</strong></p>
<p>Immer mehr Menschen verzichten auf fleischhaltige Kost. So ist laut dem Frankfurter Essethnologen Marin Trenk ist ein genereller Trend zu beobachten, dass sich der Mensch zunehmend vom Tier als Nahrung entfremdet. Parallel dazu möchte ein Großteil der Gesellschaft möglichst billig möglichst viel einkaufen. Auf den ersten Blick ist das ein Widerspruch. Generell gilt: Die Wenigsten machen sich wirklich Gedanken darüber, was genau sie sich gerade in den Mund stecken, egal ob Hacksteak oder Maiskolben. Woher das Essen wirklich kommt, wer dafür sein Leben lassen musste oder was dafür abgeholzt und gerodet wurde, liegt außerhalb des Horizonts. Auf Facebook ist der Aufruhr groß, wenn von einer Tierschutzorganisation ein Video über die Grausamkeiten der Massentierhaltung gezeigt wird. Kommentare wie: „Das wollte ich heute am frühen Morgen wirklich nicht auf meiner Startseite sehen“ oder „Die armen Kälber sind doch noch so jung“ sind keine Seltenheit. Sobald der Bildschirm abgeschaltet ist und die schockierenden Bilder im Nebel der Verdrängung verschwinden, wird oftmals trotzdem mehr oder weniger passiv am Wurstbrot weitergeknabbert.</p>
<h3>Soziologische Blickwinkel auf das Beziehungschaos</h3>
<p>Unter dem Begriff der Entfremdung setzten sich viele europäische Sozilogen bereits im ausgehenden 19. Und frühen 20. Jahrhundert mit Phänomenen dieser Art auseinander. Für Emile Durkheim lag ihr Ursprung dabei im Verlust gesellschaftlicher und religiöser Traditionen. Der Wegfall solcher starren sozialen Regelungen sorgt zwar dafür, dass wir heute individueller leben können als jemals zuvor. Er bedeutet oft aber auch den Verlust gesellschaftlicher Sicherheit.</p>
<p>Vertreter der Kritischen Theorie, wie Karl Marx und Theodor W. Adorno haben sich aus der Perspektive von Herrschaft und damit verbundenen gesellschaftlichen Mechanismen und Abhängigkeiten der Entfremdung genähert. Beide sehen den Ursprung der Veränderung im menschlichen Streben danach, die Natur zu beherrschen, beispielsweise mithilfe der Wissenschaft. Langfristig verändern der Mensch dabei natürlich die Beziehung zur Arbeit, anderen Menschen und sogar (zu) sich selbst. Mit anderen Worten hat unsere Art, mit unserer Umwelt umzugehen auch Auswirkungen auf uns selbst, oder wie Marx es ausdrückt: „Wer nichts achtet, ächtet sich selbst.“</p>
<p>Auf der anderen Seite spiegelt sich damit auch in so alltäglichem Verhalten wie Essgewohnheiten oder dem Einkaufsverhalten das dahinterstehende innere Wertesystem. Wenn in einer Gesellschaft Konsum und ein unstillbarer Hunger nach neuen Erfahrungen an erster Stelle stehen, bleibt schnell kein Raum mehr für Affekte. Wenn alles rationalisiert und in Kategorien einsortiert wird, kommt es nahezu zwangsläufig zu einem gewissen Gefühl von Einsamkeit, Sinnlosigkeit oder innerer Leere. Der Politologe und Soziologe Herbert Marcuse spricht hier von „eindimensionalen Gesellschaften“, die kein Maß an innerer Freiheit oder eigenständiger Subjektivität mehr kennen. So geht schnell der wahre Bezug zur Natur verloren, die nur noch als unstrukturierter Stoff erscheint, den es krampfhaft zu erfassen gilt.</p>
<h3>Vom langen Arm der unsichtbaren Hand</h3>
<p>Angesichts solcher Entwicklungen scheint es nicht mehr weit hergeholt, dass eine solche Lebensweise zu psychischen Folgen führt. Wer es – zumindest in westlichen Gesellschaften – gewohnt ist, das Leben auf dem goldenen Tablett serviert zu bekommen, dessen Sinn und Denken können schnell verkümmern. Das Leben des Einzelnen wird immer öfter fremdbestimmt durch ein gesellschaftliches System, das ihm vor allem gibt, wonach er sucht: günstigen, schnellen Konsum ohne großen Aufwand. Wer gedankenverloren zum billigsten Leberkäse greift wird also gleichzeitig zum Täter und zum Opfer in der gesellschaftlichen Maschinerie.</p>
<p>Oftmals scheint es, dass sich nur die Wenigsten trauen hinter die Fassade zu blicken &#8211;&nbsp; sei es nun aus Bequemlichkeit oder aus Unwissenheit. So komplex die Welt auch teilweise erscheinen mag, liegt der Schlüssel in der Erkenntnis, dass der Mensch ebenso selbst lenkt, wie er gesteuert wird. Für Adorno ist die rettende Lösung eine Versöhnung zwischen Mensch und Natur. Nur durch diese transzendente Einsicht sei es möglich, eine Liebe zu den Dingen wieder zu regenerieren und sich mit sich selbst und seiner Umwelt einsichtig und reflektierend auseinander zu setzen. Es geht also nicht darum, über Ernährungsweisen oder Einkaufsverhalten zu urteilen, sondern um bewussteres Handeln. Es kommt vor allem darauf an, sich Gedanken darüber zu machen, wie man lebt und eine Entscheidung zu treffen, ob man diese Lebensweise beibehalten oder ändern mag. Denn ansonsten, wie bereits Focault wusste, „verwindet der Mensch wie am Meeresufer ein Gesicht im Sand.“</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2017/02/wenn-der-kopf-kaffeepause-macht/">Wenn der Kopf Kaffeepause macht</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>X, Y, Z – Was wollen diese Buchstaben?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joscha Steybe]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Sep 2016 05:15:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[freiraum]]></category>
		<category><![CDATA[generation]]></category>
		<category><![CDATA[presstige#29]]></category>
		<category><![CDATA[soziologie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Von Zukunft im Generationenwandel Die drei letzten Buchstaben des Alphabets: X, Y, Z. Stellvertretend für die Generationen der letzten Jahrzehnte. Verändert hat sich in diesen so einiges. Was wollte das X, was will das Y und was das Z? Geschrieben...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2016/09/generation-y/">X, Y, Z – Was wollen diese Buchstaben?</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Von Zukunft im Generationenwandel</h2>
<figure id="attachment_9095" aria-describedby="caption-attachment-9095" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="wp-image-9095 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2016/08/Generation-y-Bild-1200.png" alt="Generation y Bild 1200" width="1200" height="800" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/08/Generation-y-Bild-1200.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/08/Generation-y-Bild-1200-400x267.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/08/Generation-y-Bild-1200-768x512.png 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/08/Generation-y-Bild-1200-1024x683.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-9095" class="wp-caption-text">Text: Joscha Steybe &#8211; Grafik: Paul von Platen</figcaption></figure>
<p><strong>Die drei letzten Buchstaben des Alphabets: X, Y, Z. Stellvertretend für die Generationen der letzten Jahrzehnte. Verändert hat sich in diesen so einiges. Was wollte das X, was will das Y und was das Z? Geschrieben wurde viel über uns, unsere Geschwister und Eltern.  Was wir tun, wer wir sind und wohin wir wollen. Generationen im Wandel der Zeit.</strong></p>
<p>Mit Menschen ist das so eine Sache: Die einen sind laut, die anderen eher leise. Die einen sehr fleißig, die anderen eher gemütlich veranlagt. Und dann gibt es wiederum diejenigen, die sehr hohe Erwartungen und Ansprüche erheben, während andere schon mit weniger zufrieden sind. Die Soziologie hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Eigenarten der Generationen in Buchstaben zu meißeln – und versucht so zu beschreiben, was die Menschen der letzten Jahrzehnte auszeichnet.</p>
<h3></h3>
<h3>Am Anfang war das X</h3>
<p>Begonnen hat alles mit dem Autor Douglas Coupland. Im Jahr 1991 packte er jeden, der in den 60ern und 70ern geboren waren, in die Generation X. Damit hatte die Generation der Wenigen einen persönlichen Buchstaben, der sie umfangreich beschreiben sollte. Auf die geburtenstarken „Baby Boomers“ folgte mit dem X die schwache „Twentysomethings“-Generation. Die Nachkriegszeit schon länger hinter sich gelassen, wuchsen diese Menschen in eine Überflussgesellschaft hinein. Deshalb attestierte man ihnen eine gewisse Entscheidungsschwäche, die durch eine unbegrenzte Auswahl an Konsumgütern hervorgerufen worden sei. Die berufliche Zukunft? Zumindest nicht an Statussymbolen festgemacht. So handelte es sich häufig um Jobs, die wenig Prestige versprachen und den X-ern keine Erfüllung brachten. Entscheidend war hingegen bereits hier die heutzutage so oft geforderte „Work-Life-Balance“: Das Berufsleben sollte genügend Freiraum für Privates lassen.</p>
<blockquote>
<table style="background-color: transparent;" width="100%">
<colgroup>
<col width="30%" />
<col width="70%" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2016/07/Ausgabe-29_Cover.png" alt="" /></td>
<td><strong>Ausgabe 29: Europa</strong><br />
Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 29 unseres Magazins als E-Paper.</p>
<ul>
<li><a href="http://presstige.org/2016/08/ausgabe-29-europa">Die digitale Version durchblättern</a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/presstige29">Alle Artikel der Ausgabe </a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/SP-europa">Der Schwerpunkt Europa</a></li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Whyso, weshalb, warum?</h3>
<p>Das Ypsilon als bezeichnender Buchstabe für eine ganze Generation ist nur englisch ausgesprochen zu verstehen: Why? Der fragende Charakter, die geforderte Sinnhaftigkeit, schwebt über den nach 1980 Geborenen wie ein Mantra. Auf jeden Fall alles anders als zuvor. Die Zukunft? Ungewiss und wenig strukturiert, in jeder Hinsicht. Pippi Langstrumpf könnte man zur Generation Y zählen, als Musterbeispiel quasi: „Ich mach mir die Welt, widdewidde wie sie mir gefällt“. Die Zeiten, in der ein und derselbe Arbeitsplatz das Leben dominiert haben sind vorbei, denn planbar ist es ohnehin nicht mehr. Der Berliner Jugendforscher Klaus Hurrelmann bezeichnet diese Generation als jene, die „biografisches Selbstmanagement“ betreibt. Es wird sich viel um die eigene Person gekümmert, während gleichzeitig hinterfragt wird in einer Welt der scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten. Sowohl in der realen Umgebung als auch Online, denn die Ypsiloner sind die erste Generation der sogenannten Digital Natives. Sie sind wortwörtlich Muttersprachler im Bereich der neuen Medien.</p>
<h3></h3>
<h3>Das Z: Noch in den Kinderschuhen</h3>
<p>Das Alphabet ist am Ende, die Generation Z derweil erst am Anfang: Die Nachfolger der Ypsiloner stecken noch in den Kinderschuhen, sind sie heute höchstens 20 Jahre alt. Und sie haben andere Zukunftsvorstellungen als die Generation davor. Der Wissenschaftler Christian Scholz bezeichnet die Zetter als Realisten, die nicht mehr an die große Veränderung glauben. Probleme werden nicht zu nah an sich herangelassen und die Welt rettet der zweitletzte Buchstabe im Alphabet. Zudem macht er deutlich, dass der Beruf nicht des Lebenszentrum ist und auch nicht als Selbsterfüllung gesehen wird. Mit dem Z endet neben der Generationenbezeichnung dieser Text. Spannend was wohl danach kommt? Ein so häufig prophezeiter Weltuntergang würde die Möglichkeit für einen Neustart bieten: A wie Anfang. Wir werden sehen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2016/09/generation-y/">X, Y, Z – Was wollen diese Buchstaben?</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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