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	<title>umland Archive | presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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	<description>Das Magazin für Studierende der Universität und Hochschule Augsburg.</description>
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		<title>Auge in Auge mit Mutter Natur &#8211; ein Besuch in der Ausstellung “Körperwelten der Tiere”</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Cornelia Salz]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Jul 2019 08:46:16 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Biologie hat mich schon immer interessiert. So sehr, dass ich in der Kollegstufe den beinahe fatalen Fehler gemacht habe, einen Bio-Leistungskurs zu belegen&#8230; 4 Punkte im schriftlichen Abi. Reden wir nicht darüber.&#160; Trotz dieser unerfreulichen Erfahrung blieb mein Interesse an...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2019/07/auge-in-auge-mit-mutter-natur-ein-besuch-in-der-ausstellung-koerperwelten-der-tiere/">Auge in Auge mit Mutter Natur &#8211; ein Besuch in der Ausstellung “Körperwelten der Tiere”</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Biologie hat mich schon immer interessiert. So sehr, dass ich in der Kollegstufe den beinahe fatalen Fehler gemacht habe, einen Bio-Leistungskurs zu belegen&#8230; 4 Punkte im schriftlichen Abi. Reden wir nicht darüber.&nbsp;<br></p>



<p>Trotz dieser unerfreulichen Erfahrung blieb mein Interesse an Dingen erhalten, die biologisch sind, aber nur indirekt mit Zitronensäurezyklus und Photosynthese zu tun haben. Ich gucke gern Naturdokus und mag es, von biologischen Fakten in Erstaunen versetzt zu werden. (Die Fingerabdrücke von Koalas sind denen des Menschen so ähnlich, dass eine echte Verwechslungsgefahr an Tatorten besteht! Elefantenkinder benutzen ihre Rüssel als Schnuller!) Grund genug also, der freundlichen Einladung zu folgen, mir für Presstige die Ausstellung “Körperwelten der Tiere” in Ulm anzusehen.</p>



<p>Die “Körperwelten”-Ausstellungen erlangten in den Nullerjahren fragwürdige Berühmtheit. Ihr Erfinder, der deutsche Mediziner Gunther von Hagens, begann, vollständige menschliche Leichen auszustellen, die durch ein sogenanntes Plastinierungsverfahren haltbar gemacht worden waren. In den Medien wurde ausführlich verhandelt, ob so etwas erlaubt sei, ob nicht die Totenruhe damit verletzt würde, obwohl alle “Exponate” ihre Körper nach dem Tod ausdrücklich diesem Zweck zugedacht hatten. Wie der Name schon verrät, liegt der Fokus der Ausstellung in Ulm allerdings auf präparierten Tierkadavern (wobei zu meiner Überraschung auch verschiedene menschliche Präparate gezeigt wurden, aber dazu später mehr).<br></p>



<p>Ich war neugierig geworden, also schnappte ich mir meinen besten Freund, der sich seinerseits das Auto seines Vaters auslieh, und wir brausten bei strahlendem Wetter nach Ulm.&nbsp;</p>



<p>Standort der Körperwelten ist das Blautal-Center, ein großes Einkaufszentrum, und zu unserem Amüsement liegt der Eingang &#8211; etwas prosaisch &#8211; neben einem Netto.</p>



<figure class="wp-block-image"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="497" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2019/07/WhatsApp-Image-2019-06-13-at-16.56.23-1024x497.jpeg" alt="" class="wp-image-11519" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/07/WhatsApp-Image-2019-06-13-at-16.56.23-1024x497.jpeg 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/07/WhatsApp-Image-2019-06-13-at-16.56.23-400x194.jpeg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/07/WhatsApp-Image-2019-06-13-at-16.56.23-768x373.jpeg 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/07/WhatsApp-Image-2019-06-13-at-16.56.23.jpeg 1600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>© Cornelia Salz</figcaption></figure>



<p>Die Ausstellung selbst ist sehr schlicht gehalten: gut ausgeleuchtete Exponate, von allen Seiten einsehbar, vor schwarzem Grund. Der Effekt ist sowohl sachlich als auch theatralisch &#8211; ein modernes Gruselkabinett.</p>



<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" width="1024" height="497" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2019/07/WhatsApp-Image-2019-06-13-at-16.56.23-1-1024x497.jpeg" alt="" class="wp-image-11520" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/07/WhatsApp-Image-2019-06-13-at-16.56.23-1-1024x497.jpeg 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/07/WhatsApp-Image-2019-06-13-at-16.56.23-1-400x194.jpeg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/07/WhatsApp-Image-2019-06-13-at-16.56.23-1-768x373.jpeg 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/07/WhatsApp-Image-2019-06-13-at-16.56.23-1.jpeg 1600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>© Cornelia Salz</figcaption></figure>



<p>Eines der ersten Ausstellungsstücke ist ein Hund mit Frisbee im Maul, für immer im Sprung gebannt. Während mein Begleiter direkt Auge in Auge geht, halte ich mich ein wenig zurück, Faszination und ein leichtes Unbehagen angesichts so viel toten Fleisches ringen miteinander.</p>



<p>Aus der Nähe sieht das plastinierte Gewebe dann tatsächlich einfach aus wie bemaltes Plastik, was ich gleichermaßen beruhigend wie enttäuschend finde. <br></p>



<p>Im nächsten Ausstellungsraum wartet ein menschliches Skelett auf uns, klein, zierlich und zahnlos, mit deutlichen Anzeichen von Gelenkabnutzung und Knochenschwund, und ich bin gerührt. Das ist ein Mensch, ein echter Mensch, eine zahnlose alte Dame, die bereit war, ihr Skelett ausstellen und begutachten zu lassen! Ich würde sie gern fragen, was sie von der Ausstellung hält, und was sie dazu bewogen hat, ihren Körper hierfür zu spenden.<br></p>



<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" width="634" height="602" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2019/07/Screenshot-2019-07-04-at-15.14.12.png" alt="" class="wp-image-11522" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/07/Screenshot-2019-07-04-at-15.14.12.png 634w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/07/Screenshot-2019-07-04-at-15.14.12-400x380.png 400w" sizes="(max-width: 634px) 100vw, 634px" /><figcaption>© Cornelia Salz</figcaption></figure>



<p>Der Gang durch die Ausstellung wartet immer wieder mit neuen, für mich oft verblüffenden Exponaten auf. Sei es die &#8220;Gefäßgestalt&#8221; eines Pferdekopfes, also all die unzähligen Adern, die nötig sind um Gewebe zu durchbluten, oder die schwer fassbare Monstrosität der Muskulatur eines ausgewachsenen Gorillas.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="774" height="884" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2019/07/Screenshot-2019-07-04-at-15.19.51.png" alt="" class="wp-image-11524" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/07/Screenshot-2019-07-04-at-15.19.51.png 774w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/07/Screenshot-2019-07-04-at-15.19.51-350x400.png 350w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/07/Screenshot-2019-07-04-at-15.19.51-768x877.png 768w" sizes="(max-width: 774px) 100vw, 774px" /><figcaption>© Cornelia Salz</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="497" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2019/07/WhatsApp-Image-2019-06-13-at-16.57.01-3-1024x497.jpeg" alt="" class="wp-image-11525" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/07/WhatsApp-Image-2019-06-13-at-16.57.01-3-1024x497.jpeg 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/07/WhatsApp-Image-2019-06-13-at-16.57.01-3-400x194.jpeg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/07/WhatsApp-Image-2019-06-13-at-16.57.01-3-768x373.jpeg 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/07/WhatsApp-Image-2019-06-13-at-16.57.01-3.jpeg 1600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>© Cornelia Salz</figcaption></figure>



<p>Ich will nicht alles vorweg nehmen &#8211; einige Präparate sind wirklich zutiefst beeindruckend und leben zum Teil auch vom Überraschungseffekt &#8211; nur so viel: Die Ausstellung ist den Besuch wert, auch wenn ich für meinen Teil bei den wenigen menschlichen Exponaten am längsten verweile: das sind unter anderem ein Gehirn, ein Uterus und das Präparat eines kompletten Menschen ohne Haut, der mit einem unsichtbaren Handy zu telefonieren scheint.</p>



<figure class="wp-block-image is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2019/07/WhatsApp-Image-2019-06-13-at-16.57.00-1-497x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-11526" width="581" height="1197" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/07/WhatsApp-Image-2019-06-13-at-16.57.00-1-497x1024.jpeg 497w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/07/WhatsApp-Image-2019-06-13-at-16.57.00-1-194x400.jpeg 194w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/07/WhatsApp-Image-2019-06-13-at-16.57.00-1-768x1581.jpeg 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/07/WhatsApp-Image-2019-06-13-at-16.57.00-1.jpeg 777w" sizes="(max-width: 581px) 100vw, 581px" /><figcaption>© Cornelia Salz</figcaption></figure>



<p>Am Ende bleibt bei mir ein vielschichtiges, melancholisches Gefühl zurück, mit dem Gedanken, dass wir alle am Ende doch nichts anderes sind als wandelnde, animierte Konstrukte aus Fleisch, Blut und Knochen. Und doch: was haben wir mit dem bisschen Hirnmasse nicht alles zuwege gebracht! Drei Pfund Gehirn, und damit haben wir Kunst erfunden, Wissenschaft und Humor. Gar nicht mal so schlecht, eigentlich. Gar nicht so schlecht.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="766" height="778" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2019/07/Screenshot-2019-07-04-at-15.38.18.png" alt="" class="wp-image-11529" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/07/Screenshot-2019-07-04-at-15.38.18.png 766w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/07/Screenshot-2019-07-04-at-15.38.18-394x400.png 394w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/07/Screenshot-2019-07-04-at-15.38.18-80x80.png 80w" sizes="(max-width: 766px) 100vw, 766px" /><figcaption>© Cornelia Salz</figcaption></figure>



<p>Die Ausstellung macht noch bis zum 22. September Station in Ulm. Mit <a href="http:// https://www.reservix.de/tickets-koerperwelten-der-tiere-in-ulm-in-ulm-blautal-center-ulm-am-18-6-2019/e1414051">Ticketkosten</a> von 12 Euro für Studenten, für einen Rundgang von etwa einer Stunde, gehört die Ausstellung zu den eher teuren Vergnügen. Glücklicherweise gibt es <strong>bis zum 31. Juli ein Studentenspecial: 2für1, also 2 Tickets zum Preis von einem!</strong></p>



<p>Die Fahrt ist mit dem Bayern-Ticket durchaus erschwinglich (1 Tag lang im Nahverkehr fahren/bis zu 5 Personen/ab 25 Euro plus 7 Euro je Mitfahrer) und dauert nur bisschen mehr als eine Stunde pro Richtung.</p>



<p>Für die Körperwelten allein würde ich nicht zum Trip nach Ulm raten, wer aber ohnehin mal einen Tagesausflug dorthin machen wollte, etwa, um sich das bei diesem Wetter wundervoll kühle Münster anzusehen, oder mit Blick auf die Donau bei Pizza und Spritz zu sitzen, dem empfehle ich den Besuch der “Körperwelten der Tiere” gern. <br></p>



<p><br></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2019/07/auge-in-auge-mit-mutter-natur-ein-besuch-in-der-ausstellung-koerperwelten-der-tiere/">Auge in Auge mit Mutter Natur &#8211; ein Besuch in der Ausstellung “Körperwelten der Tiere”</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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