Tipps gegen Müdigkeit in der Klausurenphase

Bild: (c) Pixabay

„Je später du anfängst zu lernen, desto kürzer ist die Klausurenphase“.
Was sich zunächst noch nach einer guten Rechtfertigung für professionelle Prokrastination in der Prüfungszeit angehört hat, entpuppt sich früher oder später als Auslöser langer Nächte, die man sich mit Zusammenfassen und Auswendiglernen um die Ohren schlägt. Denn früher oder später wirft man dann doch mal einen Blick in die gesammelten Unterlagen und stellt fest, dass sich das aufgestaute Arbeitspensum unmöglich bis zur Klausur erledigen lässt, wenn man nicht die ein oder andere Nachtschicht einlegt. Um den daraus resultierenden Schlafmangel zu kompensieren, entwickelt jeder von uns im Laufe der Zeit unterschiedliche Methoden, manche mehr und manche weniger effektiv. Wir haben deswegen im Folgenden Tipps zusammengestellt, die Euch auf jeden Fall helfen, Euer Schlafdefizit bestmöglich auszugleichen und die Klausurenphase so wach wie möglich zu bestreiten.

Eines vorweg: Klar, optimalerweise sollte man natürlich einfach genügend lang und tief schlafen, um der Müdigkeit erst gar keine Chance zu bieten. Aber optimalerweise sollte man auch jede Vorlesung direkt im Anschluss nachbereiten und zu allen Tutorien erscheinen.

Kalt duschen/Bewegung

Man fällt morgens nach einer viel zu kurzen Nacht voller Lernstress aus dem Bett, will noch duschen, bevor es wieder in die Uni geht und gerade im Winter würden man dabei am liebsten das Warmwasser bis zum Anschlag aufdrehen. Wenn Ihr aber nicht direkt auf dem Duschvorleger im Badezimmer wieder einschlafen wollt, empfiehlt es sich, den Regler Richtung kalt zu stellen. Das regt den Kreislauf an und sorgt für einen wacheren Start in den Tag. Weiterer Vorteil: bei kaltem Wasser ist es ungemütlicher in der Dusche und man kommt nicht in die Versuchung, Zeit zu vertrödeln und schon wieder zu spät zur Vorlesung zu erscheinen.

Im Laufe des Tages ist es immer wieder sinnvoll, kurz aufzustehen und sich zu bewegen. Klingt sehr simpel, vergisst man aber trotzdem schnell mal, wenn man schon länger in der Bibliothek oder am Schreibtisch sitzt. Der Gang bis zum Kühlschrank zählt übrigens leider nicht, denn Ihr solltet euch schon ungefähr 15 Minuten bewegen, um zu spüren, wie Eure Müdigkeit verschwindet. Optimal wäre zum Beispiel ein Spaziergang zum nächsten Supermarkt, zum Beispiel um den Kaffee- oder Energydrink Vorrat aufzufüllen. Wichtig: auch wieder zum Schreibtisch zurückkommen!

Kaffee/Mate/Energy Drinks

Hier hat vermutlich jeder unterschiedliche Präferenzen für die Wahl seines Dopingmittels.
Der Klassiker ist und bleibt natürlich Kaffee. In allen Variationen, mit und ohne Milchschaum, unterschiedlich stark, als Espresso, Cappuccino oder gleich schwarz. Während der durchschnittliche Student auch außerhalb der Klausurenphase gerne Kaffee trinkt, scheint manch einer während den Prüfungszeit zu 90%  daraus zu bestehen. Die Nachteile dürften den meisten wohl auch bekannt sein: nach der euphorischen Phase, in der sich die eigene Produktivität maximiert und man plötzlich glaubt, ein ganzes Semester in 2 Tagen lernen zu können, folgt früher oder später das Kaffee-Tief und man muss nachschütten. Und natürlich tritt nach einer gewissen Zeit eine Gewöhnung ein und man muss deutlich größere Menge zu sich nehmen, um noch Effekte zu spüren. Betrachtet man die Koffeinkonzentration, liegt der klassische Kaffee im Vergleich zu anderen Getränken im Mittelfeld: zwischen 60 und 100mg Koffein sind ungefähr in einer Tasse enthalten, je nach Bohnen und dem Verhältnis von Wasser und Pulver.

Cola assoziiert man ebenfalls sofort mit Koffein. Dabei enthält die klassische Coca-Cola mit ca. 9mg auf 100 ml sogar deutlich weniger Koffein als andere Konkurrenzmarken. Deutlich mehr des Wachmachers steckt dagegen in Energy-Drinks, von denen auch eine große Bandbreite in fast allen Supermärkten erhältlich ist. Beide Getränke haben allerdings den Nachteil, dass sie relativ viel Zucker und andere Zusatzstoffe enthalten, sofern man sich natürlich nicht für die Light-Variante entscheidet.

Wer nicht nur seine Müdigkeit bekämpfen, sondern gleichzeitig ein passendes Accessoire zu seinem Hipsterlook finden möchte, ist wohl bei Mate besser aufgehoben. Zugegeben, so viel Birkenstock- und Jutebeutel-Flair umgibt den Tee aus Südamerika inzwischen gar nicht mehr, denn mittlerweile findet man in jedem größeren Supermarkt eine breite Auswahl verschiedener Anbieter und Geschmacksrichtungen: von Mate mit Cola, Mate-Grantapfel über Mate aus der Glasflasche bis hin zum klassischen Mate Tee im Beutel ist alles dabei. Damit eignet sich dieser Wachmacher für alle, die mit dem klassischen Kaffeegeschmack nichts anfangen können oder gerne mal was anderes ausprobieren möchten. Je nach Zubereitung ist der Koffeingehalt hier ähnlich wie bei Kaffee.

Oft vergessen wird, dass auch einige Teesorten Koffein enthalten und sich damit als Wachmacher eignen. Eine Tasse schwarzer Tee enthält zum Beispiel zwischen 40 und 90mg, abhängig von der Wassertemperatur, der Ziehzeit, aber auch der speziellen Teesorte.

Koffeintabletten/ Nao brain stimulation

Wem das Trinken eines koffeinhaltigen Getränks zu viel Aufwand ist oder wer sich einfach nicht mit dem Geschmack von Kaffee und Co. anfreunden kann, greift vielleicht zur Koffeintablette. Hier gilt wie immer: die Dosis macht das Gift. Grundsätzlich ist der Wirkstoff in Tablettenform nicht mehr oder weniger förderlich oder schädlich. Allerdings nimmt man schneller eine höhere Menge zu sich, da die Konzentration bis zum 200mg pro Tablette beträgt. Wie bei jeder anderen Art von Koffeinkonsum kann es natürlich auch hier zu Gewöhnungseffekten und Abhängigkeitssymptomen kommen.

Ein Ergänzungsmittel, das sich von der klassischen Koffeintablette unterscheidet, ist Nao Brain Stimulation. Hinter dem asiatischen anmutenden Namen steckt eine deutsche Firma, die mit einem Mix aus traditionell chinesischer Pflanzenheilkraft und ayurvedischer Kräutertherapie eine Alternative zu den klassischen Wachmachern bieten will. Die Nao Brain Stimulation Dragees bestehen dabei zum größten Teil aus Brahmi (einem Kraut, das in der traditionellen chinesischen Medizin eingesetzt wird), Matcha sowie grünen Kaffeebohnen, aus denen der Energiekick kommt. Und der soll im Gegensatz zu Mate und Co. sogar 8 Stunden lang ohne Leistungsabfall anhalten. In einer Tablette sind dabei 145 mg Koffein enthalten, was etwa zwei Tassen Kaffee entspricht. Preislich liegt ein Dragee bei ca. 0,70 €, abhängig von der bestellten Menge. Allerdings kann man auch eine Probepackung mit 4 Tabletten kostenlos anfordern.
Wir haben diesen Neuling auf dem Markt für Euch getestet und können folgendes Fazit ziehen:

Tatsächlich unterscheidet sich die Wirkweise von einem klassischen koffeinhaltigen Getränk. Das typische Kaffee-Tief bleibt aus und das Produkt hält, was es verspricht: ein über mehrere Stunden anhaltender Konzentrationsschub, der konstanter verläuft, als man es von Alternativen gewohnt ist. Mit einer durchschnittlich 8 Stunden lang anhaltenden Wirkung sollte man auch wirklich rechnen und die Dragees nicht zu knapp bevor man schlafen möchte nehmen. Hat man dagegen vor, die Nacht produktiv am Schreibtisch zu verbringen und letzte Wissenslücken für die Klausur zu schließen, sind dem Einnahmezeitpunkt natürlich keine Grenzen gesetzt. Positiv fallen außerdem die natürlichen Inhaltsstoffe auf; vor allem wenn man sie mit den vielen künstlichen Zusatzstoffen vergleicht, die oft in Energy-Drinks oder Cola-Produkten stecken.
Natürlich hängt die Wirkung immer auch von der persönlichen Sensibilität beziehungsweise Resistenz gegenüber Koffein ab. Wer schon an gewöhnlichen Tagen viel Koffein konsumiert, wird den Energiekick weniger stark spüren als jemand, der nur selten zu Wachmachern greift. Vermuten lässt sich auch, dass sich nach einiger Zeit (wie bei allen anderen Hilfsmitteln) ein Gewöhnungseffekt einstellt, der die Effektivität mindert.

Powernap

Ganz ohne aufputschende Inhaltsstoffe kommt ein kurzes Nickerchen aus. Während man sich als Kind mit voller Kraft gegen jeden Mittagsschlaf gewehrt hat, wird in der Klausurenphase die Möglichkeit, einfach mal 20 Minuten die Augen zu schließen, zum Highlight des Tages. Viel länger sollte der Powernap aber auch nicht dauern, da man sonst in die Tiefschlafphase kommt und sich dadurch beim Aufwachen noch müder fühlt als zuvor. Hält man sich allerdings an diese Vorgabe, wacht man nach so einer kleinen Pause deutlich fitter und leistungsfähiger wieder auf. Am gemütlichsten ist so ein Powernap natürlich zu Hause im eigenen Bett, aber wenn Ihr eher zu den Leuten gehört, die sich auch von einer lauten Geräuschkulisse nicht beeindrucken lassen, könnt Ihr so einen Kurzschlaf grundsätzlich überall einlegen. Zum Beispiel in der Vorlesung. Um jetzt schonmal sicher zu gehen, dass Ihr in der nächsten Klausurenphase ein ähnliches Stressniveau und einen vergleichbaren Schlafentzug haben werdet, wie gerade.

Autor des Artikels

Lara Reile

Ich heiße Lara und komme aus dem wunderschönen Puchheim bei München. An der Uni studiere ich Medien und Kommunikation und bin dafür auch nach Augsburg umgezogen, wo ich mich inzwischen richtig zu Hause fühle. "Inspirierende" Wandtattoos finde ich zwar grauenhaft, aber falls ich mir mal einen tiefgründigen Spruch irgendwo aufhängen sollte, dann vermutlich "Das Leben beginnt außerhalb der Komfortzone". Glaubt man meinen Freunden, ist meine größte Macke definitiv, kein Salz ins Nudelwasser zu tun.

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