Raus aus der Komfortzone: Zwischen Boxhandschuhen und Muskelkater

Neues Semester, neue Chance auf einen Platz im Hochschulsport. Letzte Woche lief die Anmeldung für die Kurse und vielleicht konntet ihr die Gelegenheit nutzen, etwas Neues auszuprobieren. Im Alltag bleibt man oft bei dem, was man kennt und mag. Dinge zum ersten Mal zu machen kostet Überwindung: eine ungewohnte Umgebung, fremde Leute und keine Ahnung, was einen eigentlich erwartet. Aber manchmal muss man genau das tun und die auf Social Media gerne diskutierte „Komfortzone“ verlassen. Und genau deshalb ging es für mich letztes Semester ins Fitness-Kickboxen.

Um ehrlich zu sein wusste ich anfangs gar nicht genau was das ist. Aus der Kursbeschreibung wurde klar, dass es sich um einen Mix aus Ganzkörpertraining und den Grundlagen des Kickboxens (ohne direkten Körperkontakt) handelt. Das klang zwar vielversprechend, aber mir kam schon der Gedanke: „Passe ich da überhaupt rein?“. Mit Kampfsport hatte ich vorher überhaupt keine Berührungspunkte. Um die Hürde ein wenig zu senken, habe ich mich zusammen mit Freundinnen aus der Uni angemeldet.

Im ersten Training bin ich mir auf der Matte, umringt von Boxsäcken, zunächst etwas deplatziert vorgekommen. Das Gefühl war aber schnell wieder verschwunden, als auf einmal Lieder von T-Pain, Lupe Fiasco und Rihanna den Raum erfüllt haben. Nach einer kurzen Seilspring- und Dehn-Einheit haben wir mit den Basics angefangen. Neben dem richtigen Stand und den ersten Schlägen sollten wir uns auch an einfachen Kombinationen versuchen. Was sich ziemlich simpel anhört, war für mich gar nicht so einfach. Die Koordination von Schritten und Schlägen war sehr ungewohnt. Das Ganze war auch nicht nur körperlich anstrengend, sondern man musste auch immer fokussiert bleiben, um nicht aus Versehen doch einen Schlag abzubekommen. Zwischendurch gab es immer wieder Übungen zur „Auflockerung“ wie Burpees oder Liegestütze. Nach einer kleinen Abschlussrunde, die aus einem halben Zirkeltraining bestand, war ich komplett erledigt – aber auch ziemlich zufrieden. Der Muskelkater in den nächsten Tagen war dagegen weniger spaßig…

Was für mich den Start in diese neue Sportart sehr viel leichter gemacht hat, war die Atmosphäre im Studio. Jeder war willkommen. Die Trainer waren geduldig, haben individuelles Feedback gegeben und sich Zeit genommen, Dinge auch mehrfach zu erklären. Kleine Fortschritte wurden gelobt, was motiviert hat weiterzumachen. Auch untereinander entstand schnell ein Gefühl von Gemeinschaft. Zwischen gemeinsamen Auspowern und dem einen oder anderen überforderten Blick hat man schnell gemerkt, dass man nicht allein ist.

Insgesamt hat es mir echt Spaß gemacht, auch wenn es am Anfang ein bisschen Überwindung gekostet hat. Für mich hat sich auf jeden Fall bestätigt: Gerade die Dinge, die außerhalb der eigenen Komfortzone liegen, sind oft die, aus denen man am meisten mitnimmt. Vielleicht steckt also doch ein bisschen Wahrheit in all den motivierenden Sprüchen, die man sonst gerne belächelt.

Schreibe einen Kommentar