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	<title>Max Klein, Isabell Beck, Autor bei presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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	<description>Das Magazin für Studierende der Universität und Hochschule Augsburg.</description>
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	<title>Max Klein, Isabell Beck, Autor bei presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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		<title>„Ich will euch frei machen“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Max Klein]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Apr 2017 08:38:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[freiraum]]></category>
		<category><![CDATA[Brüder Karamasov]]></category>
		<category><![CDATA[Dostojewski]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Fjodor Dostojewskis Kritik an der Freiheit Freiheit. Ein Begriff macht weltweit Karriere. Doch was bedeutet es frei zu sein? Manchmal scheint es ratsam, den allgegenwärtigen Freiheitsphrasen nicht allzu schnell Vertrauen zu schenken. Fjodor Dostojewski hat bereits im 19. Jahrhundert in...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Fjodor Dostojewskis Kritik an der Freiheit</h2>
<figure id="attachment_9591" aria-describedby="caption-attachment-9591" style="width: 1163px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-9591 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2017/04/Dosti_white.jpg" alt="" width="1163" height="732" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2017/04/Dosti_white.jpg 1163w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2017/04/Dosti_white-400x252.jpg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2017/04/Dosti_white-768x483.jpg 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2017/04/Dosti_white-1024x645.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1163px) 100vw, 1163px" /><figcaption id="caption-attachment-9591" class="wp-caption-text">Text: Max Klein &#8211; Illustration: Isabell Beck</figcaption></figure>
<p><strong>Freiheit. Ein Begriff macht weltweit Karriere. Doch was bedeutet es frei zu sein? Manchmal scheint es ratsam, den allgegenwärtigen Freiheitsphrasen nicht allzu schnell Vertrauen zu schenken. Fjodor Dostojewski hat bereits im 19. Jahrhundert in &nbsp;<em>die&nbsp;</em><em>Brüder Karamasow</em> Antworten auf eine der ältesten und komplexesten Fragen der Menschheit gegeben – die auch heute noch aktueller denn je sind.</strong></p>
<h3>Veröffentlicht 1880 &#8211; wie kann mir das Buch bei meinen Fragen helfen?</h3>
<p>Beim Lesen eines dicken Wälzers mit großem theoretischen Gehalt ist es wohl ganz legitim sich hin und wieder die Frage zu stellen, welche Relevanz die ganzen gedruckten Worte für mein heutiges Leben einnehmen. Wer sich durch die etwa 1200, je nach Ausgabe auch mal mehr, Seiten Dostojewskis letzten Werks schlägt, wird bei aufmerksamen Lesen belohnt. Das 5. Kapitel des Buches, <em>der Großinquisitor</em>, wirft nützliche Antworten und gewichtige Fragen auf und erfreut sich bis in die heutige Zeit einer regen Rezeption. Im Zentrum steht ein Gespräch zwischen Jesus Christus und einem Großinquisitor irgendwann im 16. Jahrhundert. Das heikle Anliegen des Großinquisitors ist es, Jesus Christus von der Notwendigkeit der Inquisition zu überzeugen, tiefergehend steckt die Kritik, dass der Mensch mit der Freiheit überfordert sei, insbesondere wenn es um Fragen nach allgemeinen Wahrheiten geht. Gerade nach den Anschlägen in Nizza, Paris und Berlin sollten einem schlagartig die Themen der Religion, Freiheit und Wahrheit bewusst werden, und die heutige Relevanz des großen Werkes einleuchten.</p>
<h3>Freiheit und gut?</h3>
<p>Religiös motivierte Verbrechen sind kein neues Phänomen, doch erfahren sie gerade heute eine andere Brisanz. Gesellschaften, die sich selbst als frei und hochgebildet einschätzen und präsentieren, sehen sich gefährdet. „Frankreich ist im Krieg“ stieß François Hollande nach den Anschlägen auf die Satire-Zeitschrift „Charlie Hebdo“ in die trauernde Menge. „Um der allgemeinen Anbetung rotteten sie einander mit dem Schwert aus“ so schrieb es Dostojewski. Die vielleicht etwas pathetisch anmutenden Worte beherbergen einen denkenswerten Kern: Eine allgemeingültige oder allumfassende Wahrheit kann nicht in Konkurrenz stehen, da Allgemeinheit nicht abzugrenzen ist. Glaube ich aus tiefer Überzeugung an eine solche Wahrheit, muss ich eine „andere“ oder „abweichende“ allgemeine Wahrheitsvorstellung, die es in solchen Fällen nach logischen Maßstäben nicht geben kann, ablehnen. Daraus folgt zwangsweise ein Konflikt. Die Freiheit gilt nur in Momenten, in denen ich mich entscheiden kann und Entscheidung bedarf Abgrenzung. Diese Art der Konflikte um Definitionsmächte finden sich in heutigen Religions- und Wertekonflikten wieder.</p>
<h3>Freiheit kritisieren ist nicht gleich anti-demokratisch</h3>
<p>„(…) es (gibt) keine quälendere menschliche Sorge, als jemanden zu finden, dem er so schnell wie möglich die Gabe der Freiheit, mit der dieses unglückselige Wesen auf die Welt kommt, übergeben kann.“ Nicht nur Dostojewski sah die Freiheit als zu bändigende Kreatur an. Schon der Bürgerkriegsphilsoph Thomas Hobbes skizziert seinen Leviathan als Ungeheuer, das die Freiheit des einzelnen bändigen sollte, damit Menschen friedvoll und gemeinsam (ko-)existieren können und nicht der zwangsläufige Überlebenskampf aus Angst vor der Freiheit das Leben bestimmt. Frei ist nun mal auch der, der sich der Freiheit annimmt, mich meines Gutes und Lebens zu berauben. „Das Verlangen nach universeller Vereinigung ist die letzte Qual des Menschen. Von jeher hat die Menschheit als Ganzes um jeden Preis nach der erdumfassenden Totalität gerungen.“&nbsp; Gerade dieser Aufgabe fühlt sich der heutige oder auch moderne Staat verpflichtet. Menschen treten einen Teil ihrer Freiheit an den Staat ab, um ein soziales Leben in Gemeinschaft zu führen, die Reglementierung meiner Freiheit wird zur notwendigen Bedingung eines friedlichen und sozialen Lebens.</p>
<h3>Was können wir mitnehmen?</h3>
<p>Eine Kritik der Freiheit stößt schnell auf Ablehnung, da gerade demokratisch verfasste Staaten den Begriff zum Topwert erheben. Es geht weniger um die Kritik des demokratischen Wertekanons, sondern mehr um die Forderung, die Freiheitsdebatte weit differenzierter zu führen, als sie manche zu hörende und zu lesende Äußerungen vermuten lassen. Freiheit an sich ist nicht zwangsläufig positiv zu konnotieren und gerade das ständige reflektieren solcher komplexen Begriffe, die in so manchen WG-Küchen zielsicher und vorschnell ihre Bühne finden, ist ein Qualitätsmerkmal sachlich geführter Diskussionen, um sich nicht in einem dogmatischen Netz der Freiheitsbefürwortung zu verfangen. „Und so wie die Freiheit zu den erhabensten Gefühlen zählt, so auch die entsprechende Täuschung zu den erhabensten“ (Franz Kafka).</p>
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		<title>Mit Sokrates im Club</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Max Klein]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 15 Apr 2017 17:17:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[freiraum]]></category>
		<category><![CDATA[augsburg]]></category>
		<category><![CDATA[rezension]]></category>
		<category><![CDATA[theater]]></category>
		<category><![CDATA[Theter]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Einige Worte zu Theters und alles war ihr Schlaf War es nicht Umberto Eco, der mit Platon im Stripsteaselokal war? Bei dem Stück „und alles war ihr Schlaf“ war es ganz ähnlich, nur eben mit Sokrates im Club. Für ein...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Einige Worte zu Theters <em>und</em> <em>alles war ihr Schlaf</em></h2>
<figure id="attachment_9579" aria-describedby="caption-attachment-9579" style="width: 2048px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-full wp-image-9579" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2017/04/unspecified.jpg" alt="" width="2048" height="1424" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2017/04/unspecified.jpg 2048w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2017/04/unspecified-400x278.jpg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2017/04/unspecified-768x534.jpg 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2017/04/unspecified-1024x712.jpg 1024w" sizes="(max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /><figcaption id="caption-attachment-9579" class="wp-caption-text">Text: Max Klein &#8211; Fotos: Ines Flögel</figcaption></figure>
<p><em>War es nicht Umberto Eco, der mit Platon im Stripsteaselokal war? Bei dem Stück „und alles war ihr Schlaf“ war es ganz ähnlich, nur eben mit Sokrates im Club. Für ein Wochenende eigentlich nichts ungewöhnliches. Wer sich gelegentlich morgens um 5 im City Club rumtreibt, der wird wohl nicht das erste Mal mit einem antiken Philosophen auf der Tanzfläche gestanden haben.</em></p>
<p>Was sich Theter am Samstagabend bei ihrer Premiere von <em>und alles war ihr Schlaf</em> vornahmen, waren nicht die kleinen Fragen. Nein, Bescheidenheit war nicht das Motto. Sich im intellektuellen Bergwerk die Hände schmutzig zu machen, dagegen eher. Ein melancholisch-musikalisches Abenteuer mit abschließendem Hoffnungskonfetti. Was traurig begann, wollte sich zukunftsoptimistisch entschuldigen. Ein Stück voll von Intertextualität, das die ganz Großen befragt. Ein bisschen Mephistoglitzer hier, etwas Erlkönig da, ein schreiender Nietzsche und ein wegen der Eitelkeit auf Erden weinender Gryphius … Manchmal kommt es einem wie ein Philosophiegrundkurs mit Schnaps und ein bisschen Techno vor. „Wer das verlor // Was du verlorst, macht nirgends halt“. Überwiegend ist es fragmentarisch, etwas unübersichtlich, manchmal kryptisch. Nur der Anfang und das Ende scheinen einen Rahmen zu geben. Lieber Leser, du bist verwirrt? Wo ist anzufangen?</p>
<p>Der ganz eigen gebliebene City Club trifft auf Glas und Beton am rauchfreien Königsplatz. Ist dieses Bild schon Teil des Stücks? Leben! Ging es nicht irgendwie darum? Es ist die große Frage, die menschliche, allzu menschliche: Was macht unser Leben lebenswert? Wie gesagt, nicht ganz bescheiden. Aber ganz im Zeitgeist. Die postmoderne Welt: zerfallen und partikularisiert. So trifft sich das Subjekt vor einer entfremdeten Welt wieder, irgendwie allein und egoistisch und irgendwie siehst du „wohin du siehst, nur Eitelkeit auf Erden“. Moral ist historisch geworden, es gibt keine Wahrheit, die modernistische Alles-geht-Bewegung.</p>
<p>Aber Moment, das geht zu schnell! Das ist nur die halbe Wahrheit. Das Stück versucht Antworten zu finden. Vielleicht ist doch nicht alles so lässig nihilistisch, wie man manchmal glaubt. Ein kleines melancholisches Stück zu Beginn, netter Gesang, zynischer Herzschmerz. Plötzlich steht Sokrates auf der Agora und befragt im Sinne seiner Mäeutik die punktierte Masse. Ein kurzes Treffen tagtäglicher Gesichter in Gestalt einer altbekannten Studentin, ein Kasper, ein charmanter Engel und ein Gott, unser Gott, welcher Gott? Ein Ensemble das Antworten sucht und sie hofft zu finden. Nein, sie findet sie in der Hoffnung. Alles was unser Leben lebenswert macht, so die Schlusspredigt, ist Hoffnung. Die Hoffnung, dass alles sich im Wandel befindet und sich so auch -hoffentlich- doch ins Gute verwandelt. Es durchzieht unsere Gegenwart mit einem neoromantischen Glanz als Kontrast zum Glas unserer Handys. Erinnert manchmal an den Versuch des Soziologen Hartmut Rosa, der Rosonanz als eine Antwort auf die Lebensform des entfremdeten Individuums versucht zu geben.</p>
<p>Wer sich Samstagabend lieber mit anderen Dingen beschäftigt, mit seinen Freunden auf das (un-)beschwerte Leben anstoßen mag oder im Leid der existenzialistischen Freiheit Tränen vergießt, der lebe sein Leben, bitte, aber er verpasste eine Alternative eines sympathischen Ensembles.</p>
<p>Schaut vielleicht selbst und überlegt, was euer Leben lebenswert macht. Vielleicht ist das der einzig wirkliche Kommentar zu diesem Stück. Mehr Informationen und den&nbsp;aktuellen Spielplan findet ihr auf der&nbsp;<a href="http://theter.de/">Website des Ensembles</a>.</p>
<figure id="attachment_9580" aria-describedby="caption-attachment-9580" style="width: 1365px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-full wp-image-9580" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2017/04/unspecified-1.jpg" alt="" width="1365" height="2048" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2017/04/unspecified-1.jpg 1365w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2017/04/unspecified-1-267x400.jpg 267w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2017/04/unspecified-1-768x1152.jpg 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2017/04/unspecified-1-683x1024.jpg 683w" sizes="(max-width: 1365px) 100vw, 1365px" /><figcaption id="caption-attachment-9580" class="wp-caption-text">Fotos: Ines Flögel</figcaption></figure>
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		<title>Titel können auch reduzierend sein</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Max Klein]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Oct 2016 08:00:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[freiraum]]></category>
		<category><![CDATA[Alke Stachler]]></category>
		<category><![CDATA[interview]]></category>
		<category><![CDATA[kreativität]]></category>
		<category><![CDATA[literatur]]></category>
		<category><![CDATA[lyrik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Café mit der Autorin Alke Stachler Die Augsburgerin Alke Stachler verfasst lyrische Texte, die der Autorin ebenso wie ihrem Leser einen Raum zur Entfaltung bieten. Auch in ihrem neuesten Werk dünner ort ist es ihr gelungen, den Eindrücken ihrer...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h1>Im Café mit der Autorin Alke Stachler</h1>
<figure id="attachment_9155" aria-describedby="caption-attachment-9155" style="width: 870px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-9155 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2016/10/lesung_irsee_alke_stachler.jpg" alt="Text: Max Klein – Foto: privat" width="870" height="580" /><figcaption id="caption-attachment-9155" class="wp-caption-text">Text: Max Klein – Foto: privat</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;"><strong>Die Augsburgerin Alke Stachler verfasst lyrische Texte, die der Autorin ebenso wie ihrem Leser einen Raum zur Entfaltung bieten. Auch in ihrem neuesten Werk <em>dünner ort</em> ist es ihr gelungen, den Eindrücken ihrer Umwelt, ihren Erfahrungen und ihrer Identität einen eigenen Ausdruck zu verleihen – in Texten, die ein sensibles Gerüst aus ihrer Person und bedeutungskräftigen Worten darstellen und zugleich eine Möglichkeit bieten, den eigenen Vorstellungen einen Moment einzuräumen. W</strong><strong>ir haben die Lyrikerin getroffen und sprachen mit ihr über das Verhältnis zwischen Lyrik und Kunst, ihren Schreibprozess, ihren Arbeitsalltag und die gegangenen Schritte zu heutigen Veröffentlichungen.</strong></p>
<p class="TextA" style="line-height: 150%; text-align: justify;"><b>presstige: Denkt man an Autoren, haben die meisten wohl zuerst Geschichtenschreiber im Sinn. Wie kamst du zur Lyrik</b><b><span style="font-size: 12.0pt; line-height: 150%;">?</span></b></p>
<p style="text-align: justify;">Alke Stachler: Wenn ich so zurückdenke, waren meine ersten Schreibversuche kurze Geschichten im Grundschulalter. Lyrik und lyrische Texten bekamen für mich erst mit dem Studienbeginn eine immer zentralere Bedeutung. Das lag wohl vor allem daran, dass ich erstmals auf richtig gute Lyrik gestoßen bin. Gedichte, die mich ansprachen, eine Art von Ausdruck mit der ich in der Schule noch nicht in Berührung kam. Seitdem schrieb ich fast ausschließlich lyrische Texte. Ich versuche mich zwar immer wieder mal an prosaartigen Formen, aber da fällt es mir schwer, meine Sprache zu finden.</p>
<p class="TextA" style="text-align: justify; text-justify: inter-ideograph; line-height: 150%;"><b><span style="font-size: 12.0pt; line-height: 150%;">Die Loslösung von Formen ist in der gegenwärtigen Lyrik häufig zu sehen, bei dir z. B. dadurch, dass du weder Reime noch Titel verwendest, hat das bestimmte Gründe?</span></b></p>
<p class="TextA" style="text-align: justify; text-justify: inter-ideograph; line-height: 150%;">Gerade Reime und gereimte Gedichten finde ich, wegen ihrer starken Betonung auf den Endreim schwierig. Wenn ich versuche mit Reimen zu arbeiten, erhält er zu viel Aufmerksamkeit und dem einzelnen Wort wird etwas an Bedeutung genommen. Ohne Reime schenke ich jedem Wort dieselbe Achtung. Was die Titel angeht: Auch hier habe ich gewisse Schwierigkeiten. Titel nehmen viel vorweg, interpretieren und können auch reduzierend sein. Ich möchte meine Texte offen halten und dem Leser so wenig wie möglich vorgeben. Gerade in der Malerei findet man häufig titellose Bilder, die dem Betrachter einen offenen Raum für Gedanken bieten. Dasselbe wünsche ich mir für meine Texte.</p>
<p class="TextA" style="text-align: justify; text-justify: inter-ideograph; line-height: 150%;"><b><span style="font-size: 12.0pt; line-height: 150%;">2014 bist du die Preisträgerin der Literaturstiftung Bayerns geworden, du liest häufiger in Salzburg und vor Kurzem erschien dein Buch <em>dünner Ort</em>. Erfolg mit lyrischen Texten ist bei Weitem nicht selbstverständlich. Wie kam es zu deinen Erfolgen? Welche Schritte musstest du gehen?</span></b></p>
<p style="text-align: justify;">Während meines Studium publizierte ich hin und wieder in einer Literaturzeitschrift der Uni oder im kleinen Rahmen, bis ich dann anfing, Texte zu verschicken. Ich recherchierte nach Literaturportalen und Zeitschriften, gerade von diesen Plattformen gibt es im deutschsprachigen Raum einige. Ich verschickte also meine Texte und versuchte mich, von Absagen nicht entmutigen zu lassen, denn die kommen auf jeden Fall.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Absagen sind auch heute noch Bestandteil deiner Arbeit?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Man muss zu Absagen zwangsläufig eine einigermaßen realistische Einstellung gewinnen und sich davon nicht zu sehr verunsichern lassen. Sie gehören einfach dazu und haben oft gar nicht direkt etwas mit den Texten zu tun. Manchmal liegt es einfach daran, dass die betreffende Zeitschrift ein bestimmtes Konzept, eine bestimmte Ästhetik verfolgt, in die man nicht ganz passt, oder, ganz banal, es hat Platzgründe! Oder aber, es hat doch mit den Texten zu tun, sie gefallen den Redakteuren nicht, und das ist ja auch deren gutes Recht! Absagen sofort löschen und trotzdem weitermachen, das ist das wichtigste!</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kritik tut also weh?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">In jedem Text, den ich schreibe, steckt etwas von mir, meine Zeit, meine Energie, meine Sicht auf die Welt, Dinge, die mich beschäftigen, Dinge, die ich sagen will. Da tun negative Reaktionen immer weh, und darum fällt es mir auch schwer, Absagen nicht persönlich zu nehmen. Trotzdem, gerade bei Absagen ist es wichtig, sie abzuhaken und nach vorn zu schauen. Bei negativer Kritik ist es wieder anders, da kommt es drauf an, ob sie trotzdem produktiv und respektvoll geäußert wird und eine tatsächliche Auseinandersetzung mit den Texten vorangegangen ist, dann schätze ich sie, auch wenn sie weh tut.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kreativität ist nicht ganz einfach zu fassen und erst recht nicht in einem geregelten Acht-Stunden Tag. </strong><strong>Wie sieht dein „Schreiballtag“ im Wesentlichen aus?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Mein Arbeitstag verläuft ganz unterschiedlich. Manchmal überarbeite ich Texte vom Vortag oder entwickele aus diesen Ideen Neue. In den letzten Monaten arbeitete ich meistens auf eine bestimmte Veröffentlichung hin, aber auch nebenher entsteht immer wieder mal ein Text. Ich versuche mich an verschiedenen Methoden: Ich öffne eine Datei und beginne wahllos zu assoziieren, schreibe ungefiltert meine Gedanken auf oder versuche Szenen aus Träumen zu verarbeiten. Druckreif ist das bei weitem nicht, aber es hilft, die gedanklichen Schleusen zu öffnen und die Hemmungen abzubauen. Ob das Ergebnis gut oder brauchbar ist, ist erstmal nebensächlich.</p>
<hr />
<p><strong>Weiterführende Links:</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://quadratur-des-herzens.blogspot.de/">Blog von Alke Stachler</a></li>
<li><a href="http://sarahoswald0.wixsite.com/sarahoswald">Website von Sarah Oswald</a></li>
<li><a href="http://www.mosaikzeitschrift.at/">Mosaik Zeitschrift, Zeitschrift für Lyrik und Text</a></li>
</ul>
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		<title>Gedächtnisprotokoll einer kurzen Weltreise</title>
		<link>https://presstige.org/2016/07/gedaechtnisprotokoll-kurze-weltreise/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Max Klein]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Jul 2016 14:41:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[wegweiser]]></category>
		<category><![CDATA[auslandsjahr]]></category>
		<category><![CDATA[auslandssemester]]></category>
		<category><![CDATA[informationen]]></category>
		<category><![CDATA[internationaler tag]]></category>
		<category><![CDATA[uni augsburg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Impressionen vom Internationalen Tag an der Universität Augsburg am 14. Juni 2016 Das Hörsaal-Zentrum ist mit seinem ganz eigenen Charme für Routine und Durchlauf bekannt, aber meist weniger für ein farbenfrohes Innenleben und gutes Essen. Wer sich jedoch zum Internationalen...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2016/07/gedaechtnisprotokoll-kurze-weltreise/">Gedächtnisprotokoll einer kurzen Weltreise</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_8965" aria-describedby="caption-attachment-8965" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-8965" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2016/07/Internationaler-Tag_1200.jpg" alt="Text: Maxim Klein - Fotos: Akademisches Auslandsamt der Universität Augsburg" width="1200" height="800" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/07/Internationaler-Tag_1200.jpg 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/07/Internationaler-Tag_1200-400x267.jpg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/07/Internationaler-Tag_1200-768x512.jpg 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/07/Internationaler-Tag_1200-1024x683.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-8965" class="wp-caption-text">Text: Maxim Klein &#8211; Fotos: Akademisches Auslandsamt der Universität Augsburg</figcaption></figure>
<p><strong>Impressionen vom Internationalen Tag an der Universität Augsburg am 14. Juni 2016</strong></p>
<p class="TextA" style="text-align: justify; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12.0pt; line-height: 150%;">Das Hörsaal-Zentrum ist mit seinem ganz eigenen Charme für Routine und Durchlauf bekannt, aber meist weniger für ein farbenfrohes Innenleben und gutes Essen. Wer sich jedoch zum Internationalen Tag am vergangenen Mittwoch, dem 15. Juni 2016, dort einfand, geriet in eine kurze Welle chaotischen Treibens. Zwischen Vorlesung und Cafete bot sich bei einer kleinen Weltreise die Möglichkeit, das kulturelle Leben und Selbstverständnis der Augsburger Studenten am eigenen Leib und quasi im Vorbeigehen kennenzulernen – und dabei auch einen neuen Blick auf genau die Kommilitonen zu bekommen, die sonst oft als stiller Sitznachbar im Augenwinkel untergehen.</span></p>
<p class="TextA" style="text-align: justify; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12.0pt; line-height: 150%;">Dabei führt die offene Einheit der verschiedensten Nationalitäten sinnbildlich vor allem vor Augen, was wir noch nicht voneinander wissen. Während sich der Hörsaal im Innern – mal mehr, mal weniger intensiv – dem Lernerfolg verschrieben hat, fügte das bunte Treiben davor eine ganz eigene Botschaft hinzu: Auch außerhalb des Hörsaalzentrums gibt es sehr viel zu lernen. Bei allen kleinen sprachlichen, geschmacklichen und sinnlichen Unterschieden zeigte das Programm über alle Nationalitäten hinweg zwei Gemeinsamkeiten: wirklich gutes Essen und interessante Geschichten.</span></p>
<p class="TextA" style="text-align: justify; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12.0pt; line-height: 150%;">Deshalb ist die eigentliche Stärke des Internationalen Tags das Gespräch. Stand für Stand fügen sich, einen Happen der einheimischen Küche im Mund, Erfahrungen, Meinungen und Bilder zu den Geschichten der Teilnehmer und ihrer Nationen. Persönlichen Geschichten, die so im Bücherregal keiner Bibliothek zu finden sind. Von der Ebene der oberen Hörsäle betrachtet, bleibt eine schöne Momentaufnahme: Viele Stände und Farben bilden am Ende doch wieder eine einheitliche Masse – und letztendlich ist es vielleicht genau das, was ein Internationaler Tag vor Augen führen sollte.</span></p>
<h3 class="TextA" style="text-align: justify; line-height: 150%;">Weitere Eindrücke vom Internationalen Tag 2016:</h3>
<p class="TextA" style="text-align: justify; line-height: 150%;">  [<a href="https://presstige.org/2016/07/gedaechtnisprotokoll-kurze-weltreise/">See image gallery at presstige.org</a>] </p>
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