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	<title>Simone Klauer, Sandra Deyerler, Autor bei presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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	<description>Das Magazin für Studierende der Universität und Hochschule Augsburg.</description>
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	<title>Simone Klauer, Sandra Deyerler, Autor bei presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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		<title>Ist das noch gut?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Simone Klauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Oct 2013 18:01:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[essen]]></category>
		<category><![CDATA[nahrungsverschwendung]]></category>
		<category><![CDATA[presstige#25]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Faustregeln für den Umgang mit Lebensmitteln Wie erkennt man, ob ein Lebensmittel noch zu genießen ist? Und wie verhindere ich, dass etwas schlecht wird? Presstige hat für euch das wichtigste zum Thema Haltbarkeit und richtiger Lagerung zusammengefasst. Vorneweg: Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD)...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2 align="JUSTIFY">Faustregeln für den Umgang mit Lebensmitteln</h2>
<p><strong>Wie erkennt man, ob ein Lebensmittel noch zu genießen ist? Und wie verhindere ich, dass etwas schlecht wird? Presstige hat für euch das wichtigste zum Thema Haltbarkeit und richtiger Lagerung zusammengefasst.</strong></p>
<figure id="attachment_167" aria-describedby="caption-attachment-167" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2013/10/joey.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-167 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2013/10/joey.png" alt="joey" width="1200" height="801" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2013/10/joey.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2013/10/joey-400x267.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2013/10/joey-1024x683.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a><figcaption id="caption-attachment-167" class="wp-caption-text">Text: Simone Klauer; Illustration: Sandra Deyerler</figcaption></figure>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;"><strong>Vorneweg:</strong> Das </span><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">Mindesthaltbarkeitsdatum</span><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;"> (MHD) ist nicht das </span><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">Verfallsdatum</span><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">. Es gibt an, bis zu welchem Termin das Produkt auf jeden Fall zu genießen ist. Auch nach diesem Datum ist es häufig noch verzehrfähig. </span></p>
<p align="JUSTIFY">Anders ist es beim Verbrauchsdatum („verbrauchen bis“), zum Beispiel bei Fleisch. Diese empfindlichen Frischprodukte sollte man bis zu diesem Datum verbrauchen. Oder einfrieren, was die Haltbarkeit um einige Monate erhöht.</p>
<h3>Brot &amp; Toast</h3>
<p align="JUSTIFY">Abgepacktes Brot ist in der Regel noch nach Ablauf des MHD genießbar. Sobald es anfängt zu schimmeln, muss das Brot komplett entsorgt werden, da sich die Gifte schnell unsichtbar verbreiten. Tipp zur Vorbeugung: Brot hält länger frisch, wenn es nicht geschnitten ist. Am besten bei Zimmertemperatur luftdicht lagern. Oder einfrieren und kurz in der Mikrowelle oder im Toaster auftauen. Vollkorn- und Roggenbrot bleibt länger frisch als Weißbrot.</p>
<h3>Milchprodukte</h3>
<p align="JUSTIFY">Milchprodukte aus dem Supermarkt sind im geschlossenen Zustand oft noch einige Tage länger haltbar als angegeben. Ein gewölbter Deckel heißt nicht, dass das Produkt schlecht ist, sondern dass die Milchsäurebakterien aktiv sind. Das ist ganz normal. Bei Schimmelbefall müssen Milchprodukte komplett entsorgt werden. Feta hält sich länger, wenn man ihn in Salzwasser einlegt.</p>
<h3>Eier</h3>
<p align="JUSTIFY">Ein praktischer Test, wie frisch das Ei ist: in ein Glas mit Wasser geben. Sinkt es auf den Boden ist es frisch; steht es aufrecht, ist es schon älter, aber gegart noch gut. Wenn es oben schwimmt, ist es zu alt.</p>
<h3>Knoblauch, Kartoffel, Zwiebeln</h3>
<p align="JUSTIFY">Dunkel und trocken lagern, sonst treiben sie aus. Sprossen kann man aber wegschneiden. Grüne Stellen an Kartoffeln sollte man großzügig wegschneiden.</p>
<h3>Pesto</h3>
<p align="JUSTIFY">Bei Schimmelspuren oder strengem Geruch: entsorgen. Generell immer mit einem sauberen Löffel entnehmen, nach dem Öffnen mit Öl bedecken und im Kühlschrank lagern.</p>
<h3>Salat</h3>
<p align="JUSTIFY">Hält sich am besten in Küchenpapier gewickelt in einer Plastiktüte im Kühlschrank. Welke Blätter werden durch ein Bad in eiskaltem Wasser wieder knackiger.</p>
<p align="JUSTIFY"><strong>Generell gilt:</strong> Je größer der Wasseranteil in einem Lebensmittel, desto schneller breiten sich Keime aus. Trockenes und beispielsweise Marmeladen mit hohem Zuckergehalt sind weniger gefährdet. Der Schimmel tritt erst auf der Oberfläche auf und kann großzügig entfernt werden.</p>
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		<title>Rallye Augsburg-Dakar</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Simone Klauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 20 Oct 2012 06:27:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[archiv]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zwischen zwei Kulturen. Alltägliche Abenteuer in Senegal, Westafrika Ein Semester geht zu Ende, die Dezember-Kälte nervt, plötzliches Fernweh nach Weite, Abenteuer, Sinnhaftigkeit. Die einzige Aussicht: Semesterferien, acht Wochen freie Zeit, ohne Ortsbindung und ohne einen festgelegten Alltag. Das bietet im...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Zwischen zwei Kulturen. Alltägliche Abenteuer in Senegal, Westafrika</h2>
<p><strong>Ein Semester geht zu Ende, die Dezember-Kälte nervt, plötzliches Fernweh nach Weite, Abenteuer, Sinnhaftigkeit. Die einzige Aussicht: Semesterferien, acht Wochen freie Zeit, ohne Ortsbindung und ohne einen festgelegten Alltag. Das bietet im Prinzip nur das Studentenleben &#8211; diese freie Zeit zu Hause zu versauern? Das kam für mich noch nie in Frage.</strong></p>
<p>Von Simone Klauer<br />
<span id="more-1246"></span></p>
<p>Erasmus oder Auslandspraktikum – viele Abschiede standen zum Ende des Semesters bevor. Und ich? Ich bekam Fernweh. Wie wäre es wohl, endlich mal Französisch wirklich zu beherrschen? Rauskommen, etwas Sinnvolles tun – ganz gleich an welchem Ort der Welt. Das „egal wo“ verwandelte sich mit der Hilfe der Studentenorganisation AIESEC (s. Infokasten<a style="mso-endnote-id: edn1;" href="#_edn1" name="_ednref1">[i]</a>) für mich in ein Ziel: Senegal, Westafrika. Das Angebot: ein Projekt mit Studenten zur AIDS-Aufklärung von Jugendlichen. Die Liste mit Erwartungen und Vorstellungen: kurz, denn dafür blieb ohnehin kaum Zeit.<br />
So landete ich, keine zwei Monate nach meiner Idee, im Februar mitten in der Nacht in Dakar, der Hauptstadt Senegals am westlichsten Zipfel von Afrika und damit in einem kuriosem Traum: Nach einer kurzen Nacht wurde ich morgens von einem seltsamen Gesang geweckt. Bald hatte ich mir zusammengereimt, dass dies das Morgengebet der naheliegenden Moschee sein musste. Damit wusste ich auch wieder, wo ich mich nachts zum Schlafen hingelegt hatte: In einem Zimmer oder vielmehr einem Matratzenlager mit meinen drei Gastschwestern. Ich durfte in der Familie einer AIESECerin leben, die in einem Vorort von Dakar wohnte. Das Appartement sah eigentlich ganz normal aus. Unterschiede gab es in Sachen Komfort: Wasser gibt es nur durch zwei Hähne, der Herd ist eine Gasflamme. Sie könnte sich sicher mehr leisten – aber die Tradition zeigt, dass Dusche, Klospülung und Backofen verzichtbar sind.</p>
<h3>„C’est pas grave“ – nicht so schlimm!</h3>
<p class="MsoNormal">Das Projekt ASK wird von Studenten der Uni in Dakar aufgezogen, um in Schulen 14 bis 16-jährigen Workshops zum Thema AIDS anzubieten. Von Studenten für Schüler – eine tolle Idee, jedoch eine mit Tücken. Zwar war das schon erfolgreiche Programm vorbereitet, jede Übung in einem Ordner nachzulesen. Das Team bestand aus über 20 AIESECern. Doch wer genau ist wann und für was verantwortlich? Verspätung, Ausfall, Weglassen von Übungen? Die senegalesische Mentalität gibt die Antwort: In der gängigen Stammessprache Wolof sagt man dazu „Grawoul!“– „alles nicht so schlimm“. Der Inbegriff der senegalesischen Entspanntheit. So war die Arbeit im Projekt doch nur ein kleiner Teil meines Aufenthaltes.<br />
Die Studenten dort zeigten mir ihren Alltag, der größtenteils aus dem Nationalsport Tanzen besteht. Und natürlich „Entspannen“,  also zu Hause bleiben. Für mich zu wenig – aber so hatte ich Zeit, diese vollkommen fremde Welt zu entdecken. Alles wirkte wie in einer mittelmäßigen Afrika-Reportage: Ziegen auf der Straße, Sand überall. Staus, Smog, Dreck und Betonlandschaften machten jedoch schnell klar: Die Vorstellung vom abgeschiedenen afrikanischen Busch ist völlig falsch.</p>
<h3>Volksaufstand hautnah</h3>
<p class="MsoNormal">Noch dazu stand diese Welt in sich völlig auf dem Kopf: Bald sollten die Präsidentschaftswahlen stattfinden – mit einem Amtsinhaber, der den Platz nicht räumen wollte. Gegner von Abdoulaye Wade und dessen Anhänger lieferten sich blutige Straßenschlachten. Ein Zustand, den ich bisher höchstens in den Nachrichten verfolgt habe. Oft wurde davon abgeraten, auf die Straße zu gehen. Auch die Uni fiel monatelang aus, denn die Professoren streikten gegen die Regierung. Wäre so etwas auch an deutschen Unis möglich?<br />
Sich in der Stadt zu bewegen oder gar herumzureisen war schwierig und riskant. Als weißes Mädchen ist man auffällig wie ein schwarzes Schaf. Um nicht ausgenutzt zu werden, muss man das Land verstehen. Schon der Weg von zu Hause bis zur Uni war ein Hindernis: Ein angeblicher Fahrplan der „Car Rapides“, den bunten Taxibussen, war in der ersten Woche rätselhaft. Straßennamen gibt es selten, also schien erst mal alles planlos und riesig.</p>
<p class="MsoNormal">Man erlebt in so einem Land erst mal eine Unselbstständigkeit, die man nicht gewohnt ist – und mit der man sich unwohl fühlt. Deshalb führte mein erster alleiniger Weg in eine Buchhandlung, um einen Stadtplan zu kaufen. Ich verbrachte meine Tage damit jedes Viertel zu entdecken und drei Wochen später war Dakar kein Rätsel mehr für mich.<br />
Dakars Straßenleben ist einzigartig: kurios wie das nur scheinbar planlose Verkehrssystem; glamourös wie die stolzen Senegalesinnen, deren liebster Zeitvertreib wohl ist, sich schön zu machen und damit den sandigen, zugemüllten Straßen zu trotzen. Ob nun vermeintlich europäisch schick mit Glitzer-Pailletten oder traditionell mit buntem Musterkleid und Kopftuch und das zwischen fliegenden Händlern, die auch an den unmöglichsten Orten Muskelwunderpulver oder dekorative Autoteppiche anpreisen.</p>
<p>Die eingeschränkte Selbstständigkeit, das ungesunde Großstadtleben und teilweise die senegalesische Mentalität waren anstrengend. Aber manches Gefühl will ich auch nicht vergessen: Wie offen ich überall aufgenommen ich wurde. Senegalesische Tanznächte in Dakars Clubs. Mit wenig Komfort zufrieden zu sein.<br />
Im Flugzeug zurück nach Deutschland schrieb ich eine Liste  der Dinge, die ich gelernt habe, besonders über mich selbst. Diese Liste war weit länger als die meiner Erwartungen auf dem Hinflug.</p>
<hr />
<div style="mso-element: endnote-list;"><em>AIESEC Augsburg ist eine internationale, von Studenten geführte Organisation. Vermittelt werden hier relativ unkompliziert über eine Internetdatenbank Praktika bei Unternehmen oder sozialen Einrichtungen. In vielen Ländern leiten die Mitglieder auch selbst soziale Projekte, wie z.B. „ASK“ (Answers, Solutions and Knowledge), welches sich mit der Aufklärung zu AIDS und HIV beschäftigt.</em></div>
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		<title>Können wir helfen? &#8211; Ein sozialer Tag in der Augsburger Innenstadt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Simone Klauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 21 Jan 2012 11:51:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[archiv]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Freiwilliges soziales Jahr, Ehrenamt in einer Behindertenwerkstätte oder ein soziales Praktikum; es gibt viele Wege, sich sozial zu engagieren. Muss es aber immer gleich ein solch großes Projekt sein? Einfach in der Augsburger Innenstadt  Passanten fragen, ob man ihnen bei...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Freiwilliges soziales Jahr, Ehrenamt in einer Behindertenwerkstätte oder ein soziales Praktikum; es gibt viele Wege, sich sozial zu engagieren. Muss es aber immer gleich ein solch großes Projekt sein? Einfach in der Augsburger Innenstadt  Passanten fragen, ob man ihnen bei irgendetwas behilflich sein kann – geht das? Zwei presstige-Redakteurinnen wagen den Selbstversuch und berichten, mit welchen Reaktionen sie konfrontiert wurden.</strong></p>
<p>Von Susanne Heindl &amp; Simone Klauer – Fotos: Tim Stockschläger<br />
<span id="more-1170"></span></p>
<p>Eingepackt in einem weißen Spruch-Shirt machen wir uns an einem Mittwochvormittag auf zum Augsburger Rathausplatz. Dort erwartet uns ein himmlischer Anblick: Vier Männer in luftiger Höhe mit Sternen in den Händen. Augsburgs Weihnachtsengel schmücken gerade den Christbaum. Wie toll wäre es, den vieren behilflich zu sein?! Für solche Fälle haben wir vorgesorgt: Können wir helfen? steht in großen Buchstaben auf unseren noch größeren Shirts. So ist der Slogan sogar von der Spitze des Weihnachtsbaums aus gut leserlich. Und prompt stehen wir auf einer Hebefläche, während der Kran seinen Arm weiter ausfährt. Wir hängen einen Stern nach dem anderen auf, tauschen ein paar der 900 LED-Leuchten aus und können so zum schönen Ambiente des Augsburger Christkindlesmarkts beitragen. Zum Dank und als Andenken erhält jeder einen Stern und eine Leuchte.</p>
<h3><strong>Die Masche mit der Tasche</strong></h3>
<p>Spaßig ja, aber klassisch sozial war die Aktion noch nicht. Einzelpersonen direkt helfen, so lautet unsere Mission. Wir halten Ausschau nach schweren Taschen und schmächtigen Trägerinnen. Die Suche fällt uns nicht schwer, der Erfolg bleibt dennoch aus. Skeptisch, teilweise sogar ignorant sind die älteren Frauen, denen wir unsere Hilfe anbieten. Zu tief sitzt hier wohl ein allgemeines Misstrauen der Gesellschaft gegenüber. Es ist aber auch verständlich und wir fragen uns, ob wir wildfremden Menschen unsere Taschen anvertrauen würden.</p>
<h3><strong>Mozarts Sprachrohr</strong></h3>
<p>Weiter geht unsere Tour in der wuseligen Fußgängerzone. So viele Leute – wen also fragen? Eine goldfarbene Mozart-Statue fällt uns ins Auge, die sich plötzlich bewegt – Ein Straßenkünstler bei der Arbeit. Ein Nachteil des stummen Schauspiels ist, dass der Künstler die Passanten nicht ansprechen kann. Wir erklären der lebenden Statue kurz die Idee unseres sozialen Tages, schnappen uns das Geldkörbchen und werden zu seinem persönlichen Sprachrohr. Es klappt tatsächlich: Innerhalb weniger Minuten haben wir einen kompletten Stundenlohn eingesammelt.<strong><br />
</strong></p>
<h3><strong>Zu früh gefreut</strong></h3>
<p>Wenig später erspähen wir einen DHL-Austräger: „Mein Päckchen-Bote beschwert sich immer, wenn er zu mir in den vierten Stock hinauf muss.“ Gespannt wittern wir unsere nächste gute Tat. Doch zu früh gefreut. Der Studentengrad befähige uns leider nicht zu dieser „Hoheitsaufgabe des Staates“, erklärt uns der DHL-Mann. Schade!<br />
Ähnlich ergeht es uns im Supermarkt: Ein älterer Herr, ein suchender Blick, ein leerer Einkaufswagen – der Einkaufszettel aber ist voll. Wenn wir da nicht helfen können! Sehr freundlich weist er uns jedoch ab. Auch er will an seiner Aufgabe festhalten, mit dem Unterschied, dass sie ihm persönlich sehr wichtig zu sein scheint. Vielleicht handelt es sich um eine der wenigen Aufgaben, die der alte Mann noch völlig selbstständig erledigen kann und möchte sie deshalb nicht abgeben.</p>
<h3><strong>Helfer auf dem Bahnsteig</strong></h3>
<p>Endstation: Hauptbahnhof. Der Weg dorthin führt uns über den Königsplatz. Noch schnell einer Frau mit Kinderwagen beim Einsteigen helfen und eilenden Menschen in letzter Sekunde die Straßenbahntür aufhalten – schon wieder zwei gute Taten geleistet.<br />
In der Bahnhofshalle herrscht hektisches Treiben. An einem Automat fällt uns ein älterer Mann auf. Überfordert blickt er auf die vielen Wörter und Symbole des Touchscreens. Zusammen kaufen wir ein Ticket nach Mering. Voller Dank drückt er uns sein Wechselgeld in die Hand. Wir lehnen erfreut ab. Ob er auch bei seiner Rückfahrt eine helfende Hand finden wird?<br />
Von dem mehr oder weniger bedienerfreundlichen Fahrkartenautomaten gehen wir zu den Bahngleisen. Wie so oft funktioniert auch an diesem Tag das Gepäckförderband nicht. Da verwandeln wir uns in ein mobiles Transportband. Frauen mit schwerem Gepäck bringen wir die Koffer direkt vor die Zugtür. Beim von Natur aus starken Geschlecht greift der Transport-Service allerdings leider nicht.</p>
<h3><strong>Helfen tut gut!</strong></h3>
<p>Alles in allem war unsere Aktion sehr abwechslungsreich: Von gewöhnlichen Studentinnen mutierten wir zu Hilfsengelchen, einem Mozart-Sprachrohr und einem Gepäckförderband. Uns begegneten aber auch ignorante Blicke und skeptische Aussagen, wie „Demonstriert ihr gegen etwas?“ oder „Seid ihr von einer Sekte?“. Wir haben den Eindruck, dass das Annehmen fremder Hilfe viel mit Vertrauen, den eigenen Fähigkeiten und der Umgebung zu tun hat. Kann ich wie der alte Mann noch allein einkaufen gehen, so lasse ich mir diese Würde ungern nehmen. Bin ich hingegen nicht fähig, mir ein Ticket am Automaten zu kaufen, so freue ich mich über fremde Hilfe. Der Bahnhof stellt wohl ein Umfeld dar, wo Hilfe eher angenommen wird. In der Fußgängerzone hingegen waren viele zu überrascht und deshalb misstrauisch. Dennoch beendeten wir unseren sozialen Tag mit dem befriedigenden Gefühl, wenigstens ein paar Menschen geholfen zu haben – und das in so kurzer Zeit. Denn oft sind es ja gerade die kleinen alltäglichen Dinge im Leben, die am meisten Freude bereiten!</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2><a href="http://presstige.org/index.php?option=com_k2&amp;view=item&amp;id=427:tipps-aus-der-redaktion-zeitspartipps&amp;Itemid=137" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hier geht es zu den Tipps aus der Redaktion!</a></h2>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2012/01/koennen-wir-helfen/">Können wir helfen? &#8211; Ein sozialer Tag in der Augsburger Innenstadt</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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