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	<title>gewalt an frauen Archive | presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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	<description>Das Magazin für Studierende der Universität und Hochschule Augsburg.</description>
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		<title>Feminismus und Frauenrechte &#8211; Stand 2020 nach Christi Geburt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Justin Lautenbach]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 May 2020 11:49:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der aktuellen Coronakrise sind vermehrt Diskussionen über gerechte Bezahlung von "typischen Frauenberufen" angestoßen worden. Aber wo steht die Gleichberechtigung der Geschlechter im Jahr 2020?</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2020/05/feminismus-und-frauenrechte-stand-2020-nach-christi-geburt/">Feminismus und Frauenrechte &#8211; Stand 2020 nach Christi Geburt</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="641" height="428" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/05/Fäuste_Filter-1-1.jpeg" alt="" class="wp-image-14474" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/05/Fäuste_Filter-1-1.jpeg 641w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/05/Fäuste_Filter-1-1-300x200.jpeg 300w" sizes="(max-width: 641px) 100vw, 641px" /><figcaption>© Balthasar Zehetmair</figcaption></figure>



<p>&#8220;Warum müssen wir überhaupt über Dinge wie Frauenrecht diskutieren, als ob wir darüber entscheiden könnten, ob jemanden [Menschen-]Rechte hat oder nicht&#8221;, fragt ein Nutzer der bekannten Social-Media-Plattform Instagram. Hier stellt sich die Frage, was überhaupt Frauenrechte sind. Warum sollten Frauenrechte existieren, aber niemand spricht von Männerrechten? Ein Blick in die Geschichte zeigt auf, wieso es den Begriff &#8220;Frauenrechte&#8221; gibt. Lange Zeit wurden Frauen wegen ihres Geschlechts benachteiligt: in Frankreich galten nach der Französischen Revolution nur Männer als rechtlich relevant, in Deutschland dürfen Frauen erst seit 1919 auf nationaler Ebene wählen und auch heute werden Frauen weltweit benachteiligt. </p>



<p>Statistiken zeigen, warum die Diskussion um sogenannte Frauenrechte weiterhin geführt werden darf und auch muss. Fast <strong>100 Millionen</strong> weibliche Embryos wurden schätzungsweise bis ins Jahr 2020 abgetrieben, weil die Eltern männlichen Nachwuchs wollten. <strong>Eine von fünf</strong> Frauen wird von ihrem Ehemann körperlich misshandelt oder missbraucht, <strong>3 Millionen</strong> Frauen werden jährlich an den Geschlechtsteilen verstümmelt.<a href="#_ftn1">[1]</a> All diese skrupellosen Taten finden nicht nur wegen Krieg oder Streitigkeiten statt – nein, das Geschlecht und die damit verbundenen Rollenvorstellungen verursachen diese Zahlen zu einem großen Teil mit.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Gleichstellung im Jahr 2020</strong></h4>



<p>Für die verfassungsgemäß zugesicherte Gleichstellung von Frau und Mann setzen sich heute die Frauenbeauftragten*innen, Feministen*innen und viele andere Aktivist*innen ein. Dabei ist vor allem der Begriff Feminist*in oft mit negativen Stigmata verbunden. Männerhasserin, &#8220;Emanze&#8221; (konnotiert als Schimpfwort) und andere Beleidigungen müssen sich die Aktivistinnen und Aktivisten oftmals anhören. Die Frage ist hierbei aber: Was versteht man unter Feminismus? Ein Nachschlag im Wörterbuch klärt auf: Feminismus ist eine &#8220;Richtung der Frauenbewegung, die, von den Bedürfnissen der Frau ausgehend, eine grundlegende Veränderung der gesellschaftlichen Normen [&#8230;] und der patriarischen Kultur anstrebt&#8221;<a href="#_ftn2">[2]</a>. Die Sozialrechts-Studentin <strong>Marie Rosenberg </strong>(Name und Ort von der Redaktion geändert) engagiert sich beim Frauenbüro Ulm und widerspricht dieser starren Definition: &#8220;Feminismus bedeutet die Gleichstellung aller Geschlechter. Feminismus bedeutet die Gesellschaft zu analysieren und zu thematisieren, zu hinterfrage, wo jeweils gewisse Geschlechter benachteiligt werden. Auch heute umgibt uns noch ein Patriarchat, das uns allen schadet. Das betrifft Frauen und Männer gleichermaßen. Diese denken oft, sie müssten immer selbstbewusst und stark sein. Das führt dazu, dass Männer oft unter Druck stehen und beispielsweise häufiger Selbstmord begehen, weil sie (scheinbar) mit niemanden sprechen konnten&#8221;.</p>



<p>Die Reaktionen auf die Arbeit der Aktivistin fallen dabei oft unterschiedlich aus. Das bestätigt auch die Leiterin der Gleichstellungsstelle Augsburg <strong>Barbara Emrich</strong>: „Die Reaktionen sind so vielfältig wie die Menschen und ihre Einstellungen. Sie reichen von Zustimmung über nicht weitgehend genug bis hin zu Ablehnung, unabhängig von Frauen und Männern“. Dies sei vor allem bei den Diskussionen rund um genderneutrale Sprache in der Stadtverwaltung Augsburg zu sehen gewesen.</p>



<p>Frauenrechtliche Verbesserungen erstrecken sich dabei oftmals über einen weiten Zeitraum. So wird damit gerechnet, dass erst im Jahre 2276 Frauen und Männer faktisch gleichberechnet sind,<a href="#_ftn3">[3]</a> bei Außerachtlassung möglicher Rückschläge der Frauenrechtsbewegungen. Auch Rosenberg ist dieser nur schleichende Prozess bewusst: &#8220;Männer sind für Erfolge des Feminsimus essenziell, denn wenn 50 % der Bevölkerung (Anmerk. d. Red.: ungefährer Anteil der Frauen an der deutschen Gesamtbevölkerung) betroffen ist und sich engagieren würde und sich dann noch 10 – 20 % der Nichtbetroffenen für Gleichberechtigung einsetzt, ist es schier unmöglich die Belange des Feminismus weiterhin zu ignorieren&#8221;.</p>



<p>Auch die Gleichstellungstelle Augsburg versucht diesen Prozess mit Projekten anzustoßen: Chancengleichheit bei Personal, Stadtentwicklung, Bürger*innenbeteiligung, Bildung und Jugendhilfe ist das erklärte Ziel. Zudem werden verschiedenste gleichstellungspolitische Themen beispielsweise in Form vom Internationalen Tag „<strong>Nein zu Gewalt an Frauen</strong>“, <strong>Equal Pay Day</strong> oder dem <strong>international Männertag</strong> angesprochen. Dabei arbeitet die Stelle auch immer wieder mit den Hochschulen in Augsburg zusammen. Emrich bezeichnet die Kooperation dabei als <strong>ertragreich</strong> und wünscht sich eine Ausweitung der Zusammenarbeit.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Feminismus und Frauenrechte heute</strong></h4>



<p>Aber wo steht der Feminismus und damit auch die Frauenrechte heute? „Ich erlebe es so, dass Feminismus wieder mehr Resonanz, insbesondere auch von jungen Frauen, hat. Frisch und selbstbewusst rufen sie am Internationalen Frauentag zum Frauenstreik mit Demo und Aktionen auf. Sie stellen ihre Forderungen nach <strong>besserer Bezahlung</strong> von frauendominierten Berufen, <strong>besserer Vereinbarkeit</strong> von Beruf und Familie, <strong>gerechte Aufteilung</strong> von bezahlter Arbeit und unbezahlter Sorgearbeit, gegen Sexismus, Gewalt und Rassismus. Sie tun das zusammen mit Männern, die auch genug von einem traditionellen, einengenden Männerbild haben“, so Barbara Emrich.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-rich is-provider-instagram wp-block-embed-instagram"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<blockquote class="instagram-media" data-instgrm-captioned data-instgrm-permalink="https://www.instagram.com/p/B94Ev8cDRV_/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading" data-instgrm-version="14" style=" background:#FFF; border:0; border-radius:3px; box-shadow:0 0 1px 0 rgba(0,0,0,0.5),0 1px 10px 0 rgba(0,0,0,0.15); margin: 1px; max-width:640px; min-width:326px; padding:0; width:99.375%; width:-webkit-calc(100% - 2px); width:calc(100% - 2px);"><div style="padding:16px;"> <a href="https://www.instagram.com/p/B94Ev8cDRV_/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading" style=" background:#FFFFFF; line-height:0; padding:0 0; text-align:center; text-decoration:none; width:100%;" target="_blank"> <div style=" display: flex; flex-direction: row; align-items: center;"> <div style="background-color: #F4F4F4; border-radius: 50%; flex-grow: 0; height: 40px; margin-right: 14px; width: 40px;"></div> <div style="display: flex; flex-direction: column; flex-grow: 1; justify-content: center;"> <div style=" background-color: #F4F4F4; 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overflow:hidden; padding:8px 0 7px; text-align:center; text-overflow:ellipsis; white-space:nowrap;"><a href="https://www.instagram.com/p/B94Ev8cDRV_/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading" style=" color:#c9c8cd; font-family:Arial,sans-serif; font-size:14px; font-style:normal; font-weight:normal; line-height:17px; text-decoration:none;" target="_blank">A post shared by HeForShe (@heforshe)</a></p></div></blockquote><script async src="//platform.instagram.com/en_US/embeds.js"></script>
</div><figcaption><em>#heforshe zeigt auf, warum sich auch Männer für feministische Ziele einsetzen</em></figcaption></figure>



<p>Dieser aufstrebenden Bewegung emanzipierter Frauen und Männer stellt sich jedoch eine Entwicklung entgegen, die sich im Alltag und der Politik bemerkbar macht: <strong>Weltweit nehmen populistische und fundamentalistische Ideologien zu</strong>. Ein Feindbild der Vertreter dieser Ansichten stellen Engagierte in Frauenbewegungen und Feminismus dar. „Es gibt durchaus Strömungen, die wieder zu traditionellen Rollenaufteilungen zurückwollen und die bisherigen Errungenschaften der Gleichberechtigung bekämpfen. Menschen, die nicht der heterogeschlechtlichen Norm entsprechen, werden abgewertet. Die (sexuelle) Selbstbestimmung von Frauen wird in Frage gestellt. Wichtige Errungenschaften der Geschlechtergerechtigkeit werden als „<em><strong>Gendergaga</strong></em>“ verunglimpft und lächerlich gemacht. Feministinnen, Politikerinnen und Vertreterinnen von Gender-Studies werden insbesondere in den sozialen Medien massiv <strong>attackiert</strong> und <strong>bedroht</strong>“, weiß Emrich zu berichten. Auch Marie Rosenberg sieht ihre Arbeit diesen Bedingungen vor allem hinsichtlich sexistischer Äußerungen ausgesetzt, dies fange schon im Kindesalter an: „Jungen und Mädchen werden oftmals in verschiedenen Bereichen gefördert und unterstützt, was dann auch zur Ausprägung oder eben nicht zur Ausprägung von Charaktereigenschaften führt. Während der Pubertät war es oftmals so, dass, wenn ich einen Standpunkt oder meine Meinung vertreten habe, schnell der Satz kam: ‚<em>Du hast bestimmt deine Tage</em>‘. Ein Satz der mundtot macht. Meine Meinung war damit hinfällig“.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
https://www.youtube.com/watch?v=XjJQBjWYDTs
</div><figcaption><em>Weibliche, stereotypische Genderverhaltensweisen dargestellt durch &#8220;always&#8221;</em></figcaption></figure>



<p>Sie führt weiter aus: „Privat unterstützen mich viele Frauen und beneiden meinen Mut. Ich finde es schade, dass man in ihren Augen mutig sein muss, um für seine <em>fundamentalen Rechte</em> zu kämpfen und Missstände aufzuklären, denn würden wir uns alle zusammen in die Öffentlichkeit stellen, wären wir viel stärker als alleine.“</p>



<p>Eine Gleichbehandlung der Geschlechter kann also nur in <strong>Zusammenarbeit</strong> zwischen verschiedenen Organisationen, dem Staat und vor allem den Bürgerinnen und Bürgern ernsthaft und faktisch umgesetzt werden.</p>



<p>Dass Gerechtigkeit, auch in Bezug auf die Gleichbehandlung der Geschlechter ein fundamentales Element der Demokratie ist, haben auch die Mütter und Väter des Grundgesetzes erkannt. Nicht zufälligerweise steht an prominenter, dritter Stelle nach der Menschenwürde und dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht geschrieben: &#8220;Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat [&#8230;] wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin&#8221;. Der Staat, wie es heißt, besteht dabei freilich nicht nur aus Politikerinnen und Politikern. Der Staat umfasst die ganze Gesellschaft, damit auch Frauen und Männer. Folglich liegt es bei jedem einzelnen von uns, Ungleichheiten im Alltag zu erkennen, zu thematisieren und sie zu beseitigen. <em>Diese Aufgabe obliegt uns allen, Männern und Frauen gleichermaßen.</em></p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p><a href="#_ftnref1">[1]</a>https://www.amnesty.ch/de/themen/frauenrechte/zahlen-fakten-und-hintergruende/was-sind-frauenrechte</p>



<p><a href="#_ftnref2">[2]</a>https://www.duden.de/rechtschreibung/Feminismus</p>



<p><a href="#_ftnref3">[3]</a>https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/global-gender-gap-report-wef-gleichberechtigung-1.4725336</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2020/05/feminismus-und-frauenrechte-stand-2020-nach-christi-geburt/">Feminismus und Frauenrechte &#8211; Stand 2020 nach Christi Geburt</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>Nein heißt Nein – der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lea Schubert]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Dec 2019 09:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[stadtnah]]></category>
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		<category><![CDATA[25.November]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#160;„Jede dritte Frau ist einmal in ihrem Leben mit häuslicher oder sexueller Gewalt konfrontiert“, stellt Familienministerin Franziska Giffey anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen fest. 1999 wurde dieser Tag von der UN offiziell ins Leben gerufen. Seitdem wird...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2019/12/nein-heisst-nein-der-internationale-tag-gegen-gewalt-an-frauen/">Nein heißt Nein – der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><img decoding="async" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2019/11/IMG_1586_klein-Kopie-2_klein.jpeg" alt="©Terre des Femmes" class="wp-image-12370" width="353" height="235"/><figcaption>©Terre des Femmes</figcaption></figure></div>



<p><strong>&nbsp;„Jede dritte Frau ist einmal in ihrem Leben mit häuslicher oder sexueller Gewalt konfrontiert“, stellt Familienministerin Franziska Giffey anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen fest. 1999 wurde dieser Tag von der UN offiziell ins Leben gerufen. Seitdem wird jährlich am 25. November den Opfern von häuslicher Gewalt gedacht – weltweit und auch in Augsburg.</strong></p>



<p>Laut der polizeilichen Kriminalstatistik 2019 wurden im vorigen Jahr bundesweit 122 Frauen von ihrem Partner ermordet und 324 erlebten einen Mordversuch. Nach dem BKA versucht jeden Tag ein Mann in Deutschland seine Frau umzubringen. Vergangenen Montag organisierte das Augsburger Aktionsbündnis, zu dem unter anderem der Frauenrechtsverein Terre des Femmes gehört, eine Aktion gegen Gewalt an Frauen. Katrin Jacob, Mitglied und Hauptorganisatorin, gibt einen Einblick in die Bedeutung des 25. Novembers.</p>



<p><strong>Presstige</strong>: Terre des Femmes wurde ursprünglich 1981 in
Hamburg &nbsp;gegründet. Wofür setzt sich der
Verein ein?</p>



<p><strong>Katrin</strong>: Ganz allgemein gesagt setzt sich der Verein für die Rechte von Frauen ein. Auf allen Gebieten. Also ob es um sexistische Werbung&nbsp; geht oder Gewalt gegen Frauen. Die Themen unterteilen sich in Spezialgebiete: zum Beispiel ist die weibliche Genitalbeschneidung (FGM) ein starkes Thema. Und Prostitution. Dann auch vermehrt Mädchenrechte. Aktuell gibt es eine Unterschriftenaktion für ein Kopftuchverbot von Mädchen in Schulen oder Kindergärten. Und dann setzen eigentlich auch die Ortsgruppen Themen. Das, was die Städtegruppen als wichtig ansehen, können sie setzten. Und das sind die Hauptthemen. Also alles, was Frauen angeht.</p>



<p><strong>Presstige</strong>: Da leitest du gut zu meiner nächsten Frage über:
Was sind auf Augsburger Ebene die wichtigsten Themen?</p>



<p><strong>Katrin</strong>: Also in Augsburg haben wir ganz stark das Thema FGM. Hier kooperieren wir unter anderem auch mit der Universität und Medizinern. Terre des Femmes möchte nicht nur über das Thema informieren, sondern hat auch ein Projekt ins Leben gerufen, wo wir Change Agents ausbilden. Das sind meistens selbst betroffene Frauen und teilweise auch Männer, die in ihren Herkunftsländern, meist Afrika, Informationsarbeit leisten. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Gewalt gegen Frauen, also häusliche Gewalt. Prostitution ist ein Thema, das auch in die Gewalt hinein spielt. Außerdem ist eines unserer Ziele, Terre des Femmes allgemeiner bekannt zu machen. Diese Themen setzen wir im Moment und können diese auf ehrenamtlicher Basis durchführen. </p>



<p><strong>Presstige</strong>: Mit Bezug auf den heutigen Tag als den
Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen: Wie sieht eure Aktion heute aus und
auf was möchtet ihr speziell aufmerksam machen?</p>



<p><strong>Katrin</strong>: Normalerweise hisst Terre des Femmes am 25. November immer Flaggen mit dem Titel „Frei leben ohne Gewalt“. Wir haben in den vergangenen Jahren immer dieses Fahnen Hissen in der Vordergrund gestellt, aber dieses Mal haben wir uns etwas anderes vorgenommen. Das war unheimlich wichtig – das merkt man erst immer, wenn man dabei ist – um uns selber wieder ein wenig Kraft zu geben. Denn es sind heute eigentlich drei andere Aktionen: Wir haben zum einen diese Spray-Aktion, um bei den Leuten Aufmerksamkeit zu erregen. Hier werden zum Thema „Nein heißt Nein“ Kunstwerke entstehen und wir selber sprayen auch ein bisschen. Und der zweite Teil ist eine Mahnwache. Wir stellen 150 Kerzen auf, die stellvertretend für die getöteten Frauen in Deutschland und weltweit stehen. Dazu haben wir Plakate mit Informationen und Daten dabei. Im Anschluss findet am Abend um 19 Uhr der ökumenische Gottesdienst in der Annakirche statt.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large"><img decoding="async" width="320" height="213" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2019/11/IMG_1607_klein-Kopie-2_klein-Kopie.jpeg" alt="©Terre des Femms" class="wp-image-12374"/><figcaption>©Terre des Femmes</figcaption></figure></div>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="320" height="213" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2019/11/IMG_1595_klein-Kopie_klein.jpeg" alt="©Terre des Femmes" class="wp-image-12375"/><figcaption>©Terre des Femmes</figcaption></figure></div>



<p><strong>Presstige</strong>: Warum gibt es in einer scheinbar emanzipierten
Gesellschaft in Deutschland so viel Gewalt an Frauen? Wie kommt es dazu?</p>



<p><strong>Katrin</strong>: Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten, ich denke, dass Schlüsselwort ist&nbsp;„scheinbar“. Emanzipiert bedeutet ja &#8220;die traditionelle Rolle nicht mehr akzeptierend, selbstständig, unabhängig“ sein. Um das zu erreichen, muss nicht nur die Regierung gesetzliche Rahmenbedingungen für Frauen schaffen (z.B. ist erst seit 1997 die Vergewaltigung in der Ehe strafbar). Das zeigt, wie lange es dauert, in einer von Männern dominierten Rechtssprechung Änderungen im Denken der Menschen zu bewirken. Und diese Änderung erreichen wir, meiner Meinung nach, vor allem durch die öffentliche Wahrnehmung von Frauen. Wenn man sieht, dass Frauen mehr können und sich auch nehmen, als das, was man ihnen bisher zugestanden hat, dann ändert sich auch die Meinung der Gesellschaft. Aber das dauert leider sehr lange. Warum es dann aber Männer gibt, die ihre Partnerinnen als ihr Eigentum  betrachten und Gewalt gegen sie ausüben, ist für mich unerklärbar. Aber  ich weiß, so lange sie dafür nicht von der Gesellschaft und den  Gesetzgebern zur Verantwortung gezogen werden, wird den betroffenen  Frauen, ein schneller Ausweg versperrt. Ein Anfang ist schon mal der  Vorschlag von Gesundheitsminister Spahn, dass Frauen, die vergewaltigt  wurden, die Untersuchung für die Beweismittelsicherung nicht mehr selbst  bezahlen müssen, sondern dass die Kosten von den Krankenkassen  übernommen werden. Oder, dass die Ehe nicht mehr als&nbsp;„heilig“ und damit  unantastbar durch den Staat angesehen wird. Diese Einstellung und die  damit verbundene Rechtslage, hat es der Polizei sehr schwer gemacht, in  den Fällen von häuslicher Gewalt, einzugreifen. Gleichzeitig muss man  den betroffenen Frauen aber nicht nur zeigen, wie sie sich aus einer  Notlage befreien können, sondern auch, wie sie in Zukunft für sich und  ihre Kinder sorgen können.  Und so lange sich in der Gesellschaft, bei Männern und vor allem auch  bei Frauen, die Denkweise, dass immer das Opfer die Schuld trägt, nicht  weiter aufgeweicht wird, wird sich an der Gewalt in unserem Land leider  nicht viel ändern.  „Ewig Gestrige“ wird es immer geben – aber sie werden mit den Jahren weniger, wenn Frauen ihren emanzipierten Weg weiter gehen.&nbsp;  &nbsp; </p>



<p><strong>Presstige</strong>: Wenn man Studentin oder Student ist hier in
Augsburg: Wie könnte man sich bei euch engagieren?</p>



<p><strong>Katrin</strong>: Das ist völlig euch überlassen. Man kann bei Projekten unterstützen, ihr könnt aber auch selber Themen setzen. Ich bin zum Beispiel vor zwei Jahren mit dem Thema Lohngerechtigkeit eingestiegen. Das war wichtig und ist ein Thema, das die anderen nicht besetzt hatten. Ich bin dann aber auch bei häuslicher Gewalt aktiv geworden. Wir brauchen beispielsweise immer Unterstützung, wenn wir auf Fachtagen Informationsstände haben. Aber wenn euch Themen am Herzen liegen, die ihr machen wollt, dann können wir das versuchen. Wir sind vor allem für unnormale, unorthodoxe Ideen, wie man Veranstaltungen gestalten kann, dankbar. Das einfachste ist immer an unsere E-Mail-Adresse  <a href="mailto:augsburg@frauenrechte.de">augsburg@frauenrechte.de</a>  zu schreiben und vorbeizukommen. Beispielsweise ist auch Nachhaltigkeit etwas, wo wir als Frauen ein Thema sehen. Wenn man sieht, dass im Jahr 5 Milliarden Euro ausgegeben werden müssen, um die Folgen von häuslicher Gewalt zu bezahlen, dann hat das auch etwas mit Nachhaltigkeit zu tun. Also die Themen gehen auch ineinander über.</p>



<p><strong>Presstige</strong>: Zum Abschluss noch eine sehr allgemeine Frage: Wie würdest du für dich selber Feminismus definieren?</p>



<p><strong>Katrin</strong>: Jetzt ein kurzer Satz. Feminismus ist für mich, dass jede Frau tun und lassen kann, was sie will. </p>



<p>Mit der Aktion am 25. November hat das Aktionsbündnis Augsburg ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen gesetzt. Die Frauen werden nicht Opfer aufgrund einer eskalierten Liebesbeziehung. Sie werden Opfer, weil sie Frauen sind. Die Zahlen sind schockierend – gerade in einer Gesellschaft, von der ausgegangen wird, dass sie emanzipiert sei, dass alle Geschlechter gleichgestellt sind. Als Studentin oder Student lebt man meist in einem Umfeld, in dem Gleichberechtigung eine wichtige Rolle spielt und man nicht mit dem Thema häuslicher Gewalt konfrontiert wird. Doch vielleicht sollten auch wir uns daran erinnern, dass – auch wenn schon viel erreicht wurde – Gewalt gegen Frauen auch heute noch stattfindet. Und das erschreckend oft.</p>
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