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	<title>krieg Archive | presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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	<description>Das Magazin für Studierende der Universität und Hochschule Augsburg.</description>
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		<title>Wie fühlt sich ein Krieg an?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Laura Lindig]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Mar 2022 08:14:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Krieg in der Ukraine dauert an. Wie nehmen die Menschen in Russland die Situation wahr? Insbesondere die Zivilbevölkerung, ist von starken Sanktionen und deren Auswirkungen betroffen. Aufgrund der wenigen Informationen, die aus Russland zu uns nach Deutschland bzw. Europa gelangen, wissen wir nur wenig über den Alltag der russischen Bevölkerung. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2022/03/wie-fuehlt-sich-ein-krieg-an/">Wie fühlt sich ein Krieg an?</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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									<p>Seit über einem Monat herrscht Krieg in der Ukraine.</p>
<p>Täglich erreichen uns in Deutschland Nachrichten über zerstörte Gebäude, Geflüchtete und verstorbene Menschen. Die Schreckensmeldungen reißen einfach nicht ab, sondern ein Loch in die Herzen derer, die sich um ihre Familien, Freunde, Bekannte und das eigene Zuhause sorgen. Besonders die ukrainischen Bürgerinnen und Bürger leiden.</p>
<p>Andererseits ist auch Russland, insbesondere die russische Zivilbevölkerung, von starken Sanktionen und deren Auswirkungen betroffen. Aufgrund der wenigen Informationen, die aus Russland zu uns nach Deutschland bzw. Europa gelangen, wissen wir nur wenig über den Alltag der russischen Bevölkerung. Meist können wir nur erahnen was vor sich geht. Wie erleben die Menschen die aktuelle Lage? Darüber berichtet die Augsburger Studentin Alexandra im heutigen Interview.</p>								</div>
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									<p>Dieser Artikel ist Teil unserer Cross-Media Reihe. Wer noch mehr über die aktuelle Situation in der Ukraine erfahren möchte, kann sich bei KanalC informieren. Dort wird der Krieg aus ukrainischer Sicht beleuchtet.</p>								</div>
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									<p><strong>Ich freue mich sehr, dass du heute Zeit für das Interview gefunden hast. Zum Einstieg wäre es wirklich schön, wenn du etwas über dich erzählen könntest.</strong></p>
<p>Hallo, ich heiße Alexandra. Ich bin 21 Jahre alt, studiere in Augsburg Medien und Kommunikationswissenschaft und stamme ursprünglich aus Moskau. In meiner Freizeit bin ich bei Presstige tätig, fotografiere, singe und zeichne gerne. Ich lebe jetzt seit fast vier Jahren hier in Augsburg. Meine erste Station in Deutschland war Heidelberg. Dort absolvierte ich mein Studienkolleg, damit mein Abitur anerkannt wurde. Danach kam ich nach Augsburg, weil mir die Stadt sehr gut gefiel.</p>
<p><strong>Wie geht es dir momentan?</strong></p>
<p>Eigentlich ist es ganz „okay“. Zurzeit bin ich jedoch extrem mit dem Studium und der Arbeit überfordert. Natürlich überfordert mich aber auch die Situation in der Ukraine.</p>
<p><strong>Wie hast du ganz persönlich diesen Moment erlebt, als du erfuhrst, dass Krieg herrscht?</strong></p>
<p>Zuallererst verstand ich gar nicht was passierte. Für mich war es ein großer Schock. Drei, vier Minuten habe ich überhaupt nicht gesprochen, aber nach einiger Zeit, ungefähr 5 Minuten, fing ich an zu weinen und habe extrem Panik bekommen. Ich habe sehr viele Freunde in der Ukraine, um die ich Angst habe. Ich habe alle kontaktiert, die ich kannte. Auch sie konnten nicht verstehen, was gerade passierte. Ich war so erschüttert, dass ich mehrere Tage Kopfschmerzen bekam und mich wie in einem Paralleluniversum fühlte. Ich konnte einfach nicht glauben, was passiert war. Einige Tage schlief ich deswegen sehr wenig. Mir ging es sehr schlecht und teilweise geht es mir immer noch schlecht, weil ich mich schuldig fühle.</p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #00ccff;"><em>Es geht darum, dass ich Russin bin und Scham gegenüber meinem Land empfinde, weil ich den Krieg nicht unterstütze. </em></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #00ccff;"><em>&#8211; Alexandra </em></span></p>
<p><strong>Ist deine Familie noch in Russland? Wenn ja, wie gestaltet sich der Kontakt zu ihnen?</strong></p>
<p>Ich bin vor vier Jahren nach Deutschland wegen des Studiums gekommen. Meine Familie ist in Moskau geblieben. Der Kontakt läuft immer über soziale Netzwerke. Sie nutzen kein Facebook oder Instagram, aber wir kommunizieren über Telegram und WhatsApp. Die Grenzen sind zwar nicht geschlossen, aber die Flüge nach Russland gestrichen. Deshalb ist es sehr schwer meine Familie persönlich zu treffen. Vor ein paar Tagen bin ich nach Russland gefahren. Es war mir möglich bis nach Estland zu fliegen und dann mit mehreren Umstiegen in Busse und Züge nach Moskau weiterzureisen, weil ich meine Familie sehen wollte und wichtige Dokumente abholen musste. Die Reise war für mich einfach nur anstrengend.</p>
<p><strong>Wie wird der Krieg innerhalb deiner Familie empfunden?</strong></p>
<p>Natürlich können meine Eltern auch nicht fassen, dass der Krieg stattfindet. Sie verstehen, dass sie nicht am Krieg schuld sind, aber sie fühlen sich sehr schuldig, weil sie Russen sind. Das zieht sie extrem runter und sie leiden psychisch sehr. Sie wollen einfach nur, dass der Krieg vorbei ist und es Frieden gibt. Sie haben den Krieg nicht gewollt.</p>
<p><strong>In den Nachrichten wird darüber berichtet, dass viele Konzerne und Geschäfte in Russland schließen oder von Sanktionen betroffen sind. Wie gestaltete sich aktuell das alltägliche Leben in Russland. Was bekommst du davon mit?</strong></p>
<p>Viele Konzerne schließen, aber das ist nicht wirklich ein Problem. Es ist kein Vergleich zu der Situation in der Ukraine. Die Menschen erleben dort schreckliche Dinge. Natürlich ist aber auch das Alltagsleben in Russland eingeschränkt. Zum Beispiel werden Menschen spontan von Regierungsleuten oder der Polizei kontrolliert, müssen ihre Handys mit allen Inhalten zeigen. Soziale Netzwerke wie Instagram oder Facebook sind gesperrt. Für die Menschen ist es nicht möglich zu demonstrieren. Wenn man zum Beispiel als einzelne Person mit einem Plakat gegen den Krieg auf die Straße geht, kann man sofort ins Gefängnis kommen oder den Job verlieren. Alles ist sehr teuer und die Menschen können sich ohne Beruf das Essen nicht leisten. Wovon sollen sie sich ernähren? Auch die freien Medien wie Zeitungen, Magazine oder Fernsehkanäle sind gesperrt.</p>
<p><strong>Spürt deine Familie die Auswirkungen der Sanktionen?</strong></p>
<p>Meine Familie spürt die Auswirkungen in finanzieller Hinsicht. Der Wert des Rubels ist gesunken, aber die Gehälter bleiben gleich oder werden sogar niedriger. Meine Mutter bekommt ihr Gehalt momentan nicht ausgezahlt. Deshalb unterstütze ich meine Familie finanziell und arbeite viel. Das schlimmste ist aber, dass meine Oma und mein Opa sich keine Medikamente leisten können oder es die Medikamente wegen der Sanktionen einfach nicht gibt. Es wird nichts aus Deutschland oder Europa geliefert. Der Lebensmittelmangel macht sich bemerkbar, denn viele Grundnahrungsmittel wie Zucker, Salz und Reis verschwinden aus den Supermärkten.</p>
<p><strong>Wie gehen deiner Meinung nach die Menschen in Russland mit der Situation um?</strong></p>
<p>Vielen geht es psychisch sehr schlecht. Die meisten haben Freunde, Verwandte oder Bekannte in der Ukraine und sorgen sich Tag und Nacht. Die Menschen trauen sich nicht etwas gegen den Krieg zu sagen, weil sie Angst davor haben im Gefängnis zu landen oder ihren Job zu verlieren. Die die gegen den Krieg sind, sind Menschen aus der Mittelschicht oder Intellektuelle. Die Sanktionen beeinflussen überwiegend das einfache russische Volk und nicht die Menschen die es treffen sollte, wie Regierungsmitglieder oder Oligarchen.</p>
<p><strong>Wie ist das Leben in Deutschland gerade für dich? </strong></p>
<p>Es ist sehr anstrengend und schwierig, weil sich meine Familie nicht finanzieren kann. Ich lese kaum Nachrichten, damit ich mich nicht noch schlechter fühle. Aber leider sind die Gedanken nicht vermeidbar vor allem, weil ich jeden Tag Menschen aus der Ukraine in der Straßenbahn oder in der Stadt sehe.</p>
<p><strong>Sprichst du mit Freunden in Deutschland über den Krieg? </strong></p>
<p>Ja, wir sprechen darüber und versuchen uns gegenseitig zu unterstützen. Ich habe sowohl deutsche Freunde als auch Freunde aus anderen Nationen. Meine Freunde sind intelligent und möchten den Kontakt zu mir nicht abbrechen, weil ich aus Russland komme. Manchmal ist es jedoch im Alltag sehr schwierig, da wir auf der Straße komisch angesehen werden, wenn wir Russisch sprechen. Viele wissen glaube ich nicht, dass auch viele Leute die aus der Ukraine stammen, Russisch sprechen.</p>
<p><strong>Was wünschst du dir von der deutschen bzw. russischen Regierung? </strong></p>
<p>Von der russischen Regierung wünsche ich mir, dass der Krieg beendet wird und wir in einer Demokratie leben können. Die russischen Menschen verstehen, dass die Demokratie auch für Russland sehr gut wäre. Deshalb leiden wir sehr. Außerdem wünsche ich mir, dass sich die russische Regierung aus den Angelegenheiten anderer Länder heraushält.</p>
<p>Von der deutschen Regierung wünsche ich mir, dass es keine Sanktionen gegen die breite russische Bevölkerung gibt oder gegen Personen aus Russland die hier leben.</p>
<p>Viele verstehen nicht, dass die russischen Menschen nicht einfach demonstrieren gehen können. Viele Gesetzte sind sehr repressiv und deshalb trauen sich die Leute nicht zu aufzustehen. Wer nie in Russland gelebt hat, wird das nie verstehen können. Es wird nur aus der demokratischen, westlichen Sicht auf die russischen Menschen geschaut. Ich würde mir wünschen, dass auch unsere Sicht auf die Dinge gehört werden würde.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: 12pt;"><em><span style="color: #00ccff;">Ich träume davon, dass der Krieg zu Ende ist und es Frieden gibt. </span></em></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: 12pt;"><em><span style="color: #00ccff;">&#8211; Alexandra</span></em></span></p>
</blockquote>
<p><strong>Vielen Dank für deine Offenheit! </strong></p>								</div>
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		<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2022/03/wie-fuehlt-sich-ein-krieg-an/">Wie fühlt sich ein Krieg an?</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>Augsburg zeigt Solidarität mit der Ukraine</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexandra Rudnew]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Feb 2022 22:24:42 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Dem Aufruf des Ukrainischen Vereins Augsburg folgten heute einige Hundert Menschen. Bei der Kundgebung drückten Augsburger:innen ihre Solidarität mit der ukrainischen Bevölkerung aus.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2022/02/augsburg-zeigt-solidaritaet-mit-der-ukraine/">Augsburg zeigt Solidarität mit der Ukraine</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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									<p><strong>Der Angriff Russlands auf die Ukraine sorgte in ganz Europa für Schrecken. In vielen Ländern sind Menschen auf die Straße gegangen, um Solidarität mit der Ukraine zu zeigen und um für den Frieden zu demonstrieren. Auch in Augsburg.</strong></p>								</div>
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									<p>Am Donnerstagnachmittag versammelten sich einige hundert Menschen auf dem Rathausplatz, um Solidarität mit der ukrainischen Bevölkerung zu zeigen. Aus dem Grau der Wintermäntel strahlten die gelb-blauen Fahnen der Ukraine. Viele trugen die Flaggen in der Hand oder um die Schultern gelegt. Auch Oberbürgermeisterin Eva Weber bekam eine als Geschenk des Ukrainischen Vereins Augsburgs, dem Organisator der Kundgebung. Die Oberbürgermeisterin sei gekommen, um sich mit den ukrainischen Bürger:innen in Augsburg und der ukrainischen Bevölkerung vor Ort solidarisch zu zeigen. In ihrer Ansprache versicherte sie, dass Menschen, die vor dem Krieg fliehen, in Augsburg willkommen seien und dass sich die Stadt unter ihrer Leitung darauf vorbereite, die Versorgung gewährleisten zu können. Die Oberbürgermeisterin sei nicht allein, mit ihr sind auch Stadträt:innen gekommen, die vorzeitig ihre Sitzung beendeten, um dabei sein zu können.  </p><p>Die Kundgebung bestand aus vielen Redebeiträgen, neben Eva Weber sprachen unter anderem Matthias Lorentzen, Vorstand des Bündnisses für Menschenwürde, und Didem Laçın Karabulut, Vorsitzende des Integrationsbeirates in Augsburg. Die Redner:innen verurteilten den Krieg scharf und benannten den russischen Präsidenten Wladimir Putin als Aggressor. Jetzt müssen sich alle klar ihm entgegen an die Seite der Ukraine stellen.</p>								</div>
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									<p>Neben politischen Vertreter:innen kamen auch Betroffene zu Wort, die von ihren Sorgen um die eigenen Familien und Freund:innen berichteten. Eine junge Frau erzählte von ihrer Ohnmacht, die sie angesichts der Lage empfinde, davon, wie ihre drei Monate alte Nichte sich mit ihrer Familie in einem Bunker verstecken muss, während sie hier im sicheren Augsburg sei. Auch Brian, ein Teilnehmer der Kundgebung, erzählte uns im Gespräch, dass er sich große Sorgen mache, denn seine Schwiegereltern seien in Kyjiw und wären heute von Explosionen aufgewacht. „Ich hoffe, dass die Sanktionen Wirkung zeigen und der Krieg gestoppt wird“, sagte er uns.</p><p>Trotz Kirchenglocken und lautem Wind herrschte Stille bei der Kundgebung, man hätte eine Stecknadel fallen hören können, so fokussiert lauschten die Demonstrierenden den Sprecher:innen. Im Kreis versammelt, entstand eine Stimmung voller Würde, die die verschiedenen Gefühle von Trauer, Wut und Stolz vereinte. Zweimal wurde die ukrainische Nationalhymne angestimmt, einmal ein Gebet. Der kraftvolle Gesang schuf ein Moment des Zusammenhalts und der Solidarität.</p>								</div>
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									<p>Die Teilnehmerin Daniela Tanzer-Gronde (rechts im Bild) brachte die Fassungslosigkeit und den Unmut auf den Punkt: „Das, was gerade passiert, ist inakzeptabel.“</p>								</div>
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		<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2022/02/augsburg-zeigt-solidaritaet-mit-der-ukraine/">Augsburg zeigt Solidarität mit der Ukraine</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>Die Helden, die ich meine</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christian Endt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Feb 2014 18:35:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[weitblick]]></category>
		<category><![CDATA[frieden]]></category>
		<category><![CDATA[generation_der_helden]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer ständig von Helden spricht, sollte sich irgendwann gründlich mit diesem Begriff auseinandersetzen. Der hat nämlich eine zwielichte Geschichte. Zeit, ihn neu zu besetzen. Text: Christian Endt, Illustration: Marina Schröppel Seit Wochen ist hier von Helden die Rede. Vielleicht ist...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/02/helden-begriff-krieg/">Die Helden, die ich meine</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p dir="ltr" id="docs-internal-guid-5b57804b-034d-62f4-b78f-77b00e8e4af0"><strong>Wer ständig von Helden spricht, sollte sich irgendwann gründlich mit diesem Begriff auseinandersetzen. Der hat nämlich eine zwielichte Geschichte. Zeit, ihn neu zu besetzen.</strong></p>
<h5 dir="ltr" style="text-align: center;"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/Helden-der-Generation_Ursprung_5.2._1200px.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone  wp-image-2200" alt="Helden der Generation_Ursprung_5.2._1200px" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/Helden-der-Generation_Ursprung_5.2._1200px.png" width="1201" height="665" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/Helden-der-Generation_Ursprung_5.2._1200px.png 1201w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/Helden-der-Generation_Ursprung_5.2._1200px-400x221.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/02/Helden-der-Generation_Ursprung_5.2._1200px-1024x566.png 1024w" sizes="(max-width: 1201px) 100vw, 1201px" /></a><br />
Text: Christian Endt, Illustration: Marina Schröppel</h5>
<p dir="ltr">Seit Wochen ist hier von Helden die Rede. Vielleicht ist es an der Zeit darüber zu sprechen, was mit diesem Wort eigentlich gemeint ist.</p>
<p dir="ltr">Der Gedanke kam mir letztens in Wien, als ich über den Heldenplatz lief. Der Heldenplatz ist ein großer Platz vor der Wiener Hofburg. An Silvester treffen sich hier tausende Menschen, sie feiern gemeinsam und tanzen mit einem Walzer ins neue Jahr. Im Sommer sitzen hier viele Leute und genießen die Sonne. Dafür gibt es im dicht bebauten Zentrum von Wien sonst nicht viele Orte. Aus diesen Gründen ist der Heldenplatz einer meiner Lieblingsplätze in der Stadt.</p>
<p dir="ltr">Das liegt aber nicht an seiner Geschichte. Der Heldenplatz hat seinen Namen, wie man sich denken kann, nicht zur Erinnerung an erfolgreiche Botaniker erhalten. Es geht vielmehr um Kriegshelden. In der Mitte des Platzes steht ein Reiterstandbild. Ein beeindruckendes Kunstwerk, denn die <a href="http://www.viennatouristguide.at/Ring/Denkmal_Bild/z_carl.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zehn Tonnen Metall</a> stehen nur auf den Hinterfüßen des Pferds. Aber es bleibt halt ein Kriegsdenkmal. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Heldenplatz#Geschichte" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Wikipedia sagt</a>, es “diente zur militärischen Glorifizierung der Dynastie”. Woher sie das weiß, sagt die Wikipedia zwar nicht, aber es klingt ziemlich plausibel. Der abgebildete Erzherzog Karl hat das Habsburgerreich in viele Schlachten geführt, vor allem gegen Napoleon.</p>
<blockquote>
<p dir="ltr"><strong>Kolumne: <a href="http://presstige.org/tag/generation_der_helden/">Generation der Helden</a></strong></p>
<table style="background-color: transparent;">
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<td>Wir sind schlau, wir sind trinkfest und wir sehen gut aus. Mit dem Elan der Jugend, den Möglichkeiten des Internets und einem Bier vom Kiosk werden wir die Welt retten. Diese Kolumne ist nur der Trailer. <a href="http://presstige.org/author/christian-endt/">Christian Endt</a> schreibt sie meistens dienstags und immer im Wechsel mit &#8220;<a href="http://presstige.org/tag/student_sein/">Student sein</a>&#8221; von <a href="http://presstige.org/author/rebecca-naunheimer/">Rebecca Naunheimer</a>. Beide Kolumnen werden von <a href="http://presstige.org/author/marina-schroeppel/">Marina Schröppel</a> illustriert. <a href="http://presstige.org/tag/generation_der_helden/">Alle Folgen von &#8220;Generation der Helden&#8221; zum Nachlesen</a></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<p dir="ltr">Auch nach dem Ende der Monarchie diente der Heldenplatz <a href="http://orf.at/stories/2204464/2204487" target="_blank" rel="noopener noreferrer">nicht immer dem Frieden auf Erden</a>. Hitler verkündete hier die Eingliederung Österreichs ins Deutsche Reich. Immerhin, 1993 demonstrierten Hunderttausende hier gegen die Ausländerhetze der FPÖ (Sollte man so etwas nicht auch dringend auf dem Münchner Marienplatz abhalten, als Zeichen gegen die “<a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/csu-offensive-gegen-arbeitsmigranten-ein-widerwaertiger-spruch-1.1852206" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wer betrügt, der fliegt</a>”-Kampagne der CSU?). Doch noch immer findet hier jedes Jahr eine Werbeveranstaltung der österreichischen Armee statt.</p>
<p dir="ltr">Okay, das war jetzt ein etwas länglicher Exkurs über ein gepflastertes Stück Österreich. Aber ich wollte deutlich machen, welche Tradition der Begriff “Held” hat: eine durch und durch militärische. Und wenn man das Wort so exzessiv verwendet, wie es in dieser Kolumne passiert, sollte man sich damit auseinandersetzen.</p>
<p dir="ltr">Der Duden hat für die vier Buchstaben gleich <a href="http://www.duden.de/rechtschreibung/Held" target="_blank" rel="noopener noreferrer">fünf Definitionen am Start</a>. Eine geht um den Held in der Mythologie, der von “edler Abkunft” sein muss. Das ist natürlich Murks. Eine andere handelt von der schon besprochenen “Tapferkeit im Krieg”, eine weitere von der DDR (“Held der Arbeit”) und die fünfte meint den literarischen Held. Für unsere Zwecke kommt eigentlich nur eine Definition in Frage: “Jemand, der sich mit Unerschrockenheit und Mut einer schweren Aufgabe stellt, eine ungewöhnliche Tat vollbringt, die ihm Bewunderung einträgt”.</p>
<p dir="ltr">Der Kriegsheld bekommt diesen Titel in der Regel von den Machthabern verliehen, deren Befehle er im Gefecht besonders pflichtbewusst und wirkungsvoll umgesetzt hat. Wer Soldaten zu Helden glorifiziert, erklärt damit Gehorsam und Grausamkeit zu erstrebenswerten Idealen.</p>
<p dir="ltr">Wenn ich von Helden spreche, meine ich Menschen, die durch Mut, Kreativität, Intelligenz und Tatendrang dazu beitragen, dass die Welt besser wird. Das kann im Einzelfall alles Mögliche heißen: glücklicher, gerechter, freier, demokratischer, gesünder, grüner, bunter, schöner, lauter, leiser, schokoladiger. Auf jeden Fall aber heißt es: friedlicher.</p>
<p dir="ltr">Wir brauchen einen anders besetzten Heldenbegriff. Zum Glück ist Sprache wandelbar und immer ein Spiegel der Zeit. Wenn die Generation der Helden erstmal die Welt gerettet hat, wird eine neue Definition von Held ganz von selbst in die Wörterbücher einziehen. Die Kriegshelden von damals werden nach und nach verschwinden, und das ist kein Verlust.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/02/helden-begriff-krieg/">Die Helden, die ich meine</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>Rüstungsforschung in der Friedensstadt</title>
		<link>https://presstige.org/2013/03/zivilklausel-ruestungsforschung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Christian Endt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Mar 2013 12:19:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[archiv]]></category>
		<category><![CDATA[forschung]]></category>
		<category><![CDATA[krieg]]></category>
		<category><![CDATA[rüstung]]></category>
		<category><![CDATA[uni]]></category>
		<category><![CDATA[zivilklausel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Diskussion um eine Zivilklausel An der Uni Augsburg wird seit geraumer Zeit die Aufnahme einer Zivil- und Transparenzklausel in die Grundordnung der Universität diskutiert. Ein solcher Passus würde vorschreiben, dass Lehre, Forschung und Studium „ausschließlich zivilen und friedlichen Zwecken...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2013/03/zivilklausel-ruestungsforschung/">Rüstungsforschung in der Friedensstadt</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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<h2 class="MsoNormal" style="margin-bottom: 10.0pt; text-align: left; line-height: 115%; mso-pagination: widow-orphan; word-break: normal;">Die Diskussion um eine Zivilklausel</h2>
<p><strong>An der Uni Augsburg wird seit geraumer Zeit die Aufnahme einer Zivil- und Transparenzklausel in die Grundordnung der Universität diskutiert. Ein solcher Passus würde vorschreiben, dass Lehre, Forschung und Studium „ausschließlich zivilen und friedlichen Zwecken dienen“ (Zivilklausel). Außerdem soll vorgeschrieben werden, dass die Details zu allen Drittmittelprojekten veröffentlicht werden (Transparenzklausel).</strong></p>
<p><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">Angestoßen wurde die Debatte von einigen Studenten, die sich zur „Initiative Friedliche Uni Augsburg“ (IFUA) zusammengefunden haben. Von Anfang an dabei ist Leo Selinger, der heute als Pressesprecher der Gruppe fungiert. Für ihn ist Militärforschung mit dem Wesen einer Universität nicht vereinbar. Das Militär stehe für strenge Hierarchie, Befehlsprinzip und Geheimhaltung, wohingegen sich eine Universität den Werten Demokratie, Pluralität und Transparenz verschreiben und einen offenen Diskurs pflegen sollte. Der Antrag der IFUA wurde auf einer studentischen Vollversammlung im Sommersemester 2012 mit breiter Mehrheit angenommen. Das Votum der Studentenschaft ist jedoch eher ein Appell. Entscheiden muss letztlich der Universitätsrat, der neben Vertretern von Professorenschaft, Mitarbeitern und Studierenden auch mit externen Mitgliedern aus Wissenschaft und Wirtschaft besetzt ist.</span></p>
<p class="MsoNormal">Gegner einer Zivilklausel berufen sich häufig auf die Freiheit der Wissenschaft. Eine Argumentation, die Jost-Hinrich Eschenburg nicht nachvollziehen kann: Forschung zu militärischen Zwecken hält der Mathematik-Professor für unvereinbar mit der Wissenschaftsfreiheit, da diese den freien Zugang zu Forschungsergebnissen einschließe. „Ich sehe das moralische Problem von Rüstungsforschung als einer Forschung, die potenziell im Dienste des Todes steht“, so Eschenburg. Eine Zivilklausel als eine Art Selbstverpflichtung, ähnlich dem Hippokratischen Eid unter Medizinern, würde er daher begrüßen.</p>
<h3 class="MsoNormal">Rüstungskonzerne im Innovationspark?</h3>
<p class="MsoNormal">Eine besondere Bedeutung bekommt das Thema im Hinblick auf den Augsburger Innovationspark. Bei diesem Projekt sollen Technologieunternehmen und Forschungsinstitute auf einem Areal südlich der Uni angesiedelt werden und eng mit dieser kooperieren. Zu den Schwerpunkten des Innovationsparks gehören Mechatronik und Faserverbundtechnologie – Bereiche, die auch für die Rüstungsindustrie von großem Interesse sind. In Augsburg gibt es mehrere große Rüstungsunternehmen, etwa Renk (Panzergetriebe) und die EADS-Tochter Premium Aerotec (Bauteile für Kampfflugzeuge). Kritiker fürchten, dass im Zuge des Innovationsparks Rüstungsprojekte gemeinsam mit den Physikern und Materialwissenschaftlern der Uni vorangetrieben werden. Jano von Zitzewitz, im Wirtschaftsreferat der Stadt Augsburg für den Innovationspark zuständig, antwortet auf die Frage, ob an diesem Standort Rüstungsforschung betrieben werden wird, schlicht: „Nein.“</p>
<p class="MsoNormal">Bei den Augsburger Grünen ist man sich da offensichtlich nicht so sicher. Sie versuchten über den Stadtrat eine eigene Zivilklausel im Leitbild des Innovationsparks zu verankern. Im November einigte man sich im Wirtschaftsausschuss auf einen Kompromiss, der aus Sicht der IFUA nicht ausreicht. Die Initiative setzt sich weiterhin für ihren Entwurf einer Zivilklausel in der Grundordnung der Uni ein.</p>
<p class="MsoNormal">Im Siegel der Universität findet sich der Schriftzug „Scientia et Conscientia“, zu Deutsch: Wissen und Gewissen. Bleibt abzuwarten, wie der Universitätsrat diesen Wahlspruch interpretiert.</p>
<blockquote><p><strong>Die von der Vollversammlung verabschiedete Zivil- und Transparenzklausel im Wortlaut:</strong></p>
<p><em>(1) Die Universität Augsburg ist eine Universität, an der Lehre, Forschung und Studium ausschließlich zivilen und friedlichen Zwecken dienen.</em></p>
<p><em> (2) Unter besonderer Berücksichtigung der Frage, ob zivile Zwecke verfolgt werden, sind alle Drittmittel in Bezug auf Drittmittelgeber, Zeitraum, Projektverantwortliche, Finanzvolumen nach Drittmittelgeber, Zielsetzung und Fragestellung vor Beginn des Projekts öffentlich bekannt zu geben. Als Drittmittel sind dabei solche anzusehen, wie sie im Abschnitt 1.2 der bayerischen Verwaltungsvorschriften zur Annahme und Verwendung von Mitteln Dritter an Hochschulen benannt sind.</em></p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2013/03/zivilklausel-ruestungsforschung/">Rüstungsforschung in der Friedensstadt</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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