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	<title>nahrungsverschwendung Archive | presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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	<description>Das Magazin für Studierende der Universität und Hochschule Augsburg.</description>
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	<title>nahrungsverschwendung Archive | presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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		<title>Gemäßigte Idealisten gesucht!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexandra Kiefer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Oct 2013 07:32:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[essen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Interview über Foodsharing Mitten in einer ruhigen Münchner Wohngegend wird plötzlich für zwei Stunden der Bürgersteig in Beschlag genommen. Eine Tür wird geöffnet, kleine, bunte Stühle werden hinausgetragen, Lebensmittel hinein: Äpfel, Joghurts, Backwaren und mehrere Packungen Wurst. Im großen...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Ein Interview über Foodsharing</h2>
<h5><strong style="font-family: Georgia, Palatino, 'Palatino Linotype', 'Book Antiqua', serif; font-size: 1em; line-height: 1.5em;">Mitten in einer ruhigen Münchner Wohngegend wird plötzlich für zwei Stunden der Bürgersteig in Beschlag genommen. Eine Tür wird geöffnet, kleine, bunte Stühle werden hinausgetragen, Lebensmittel hinein: Äpfel, Joghurts, Backwaren und mehrere Packungen Wurst. Im großen Schaufenster neben der Tür hängt ein Plakat von Foodsharing.de. Hier auf dem Gehsteig, in lockerer Atmosphäre und umgeben von Freiwilligen und Passanten, habe ich auch mein Interview mit Barbara Merhart. Sie ist derzeit der Kopf der Freiwilligen von Foodsharing in München.</strong></h5>
<h5 style="text-align: center;"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2013/10/Foodsharing.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-269" alt="Foodsharing" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2013/10/Foodsharing.png" width="1200" height="900" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2013/10/Foodsharing.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2013/10/Foodsharing-400x300.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2013/10/Foodsharing-1024x768.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;"> </span><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">Fotos: Alexandra Kiefer</span></h5>
<p style="text-align: left;"><em><strong>Presstige</strong>: <strong>Frau Merhart, was machen Sie hier? Und was ist Foodsharing?</strong><br />
</em><strong>Barbara Merhart:</strong> Ich leite heute die Aufsicht über den Fair-Teiler, der zu Foodsharing gehört. Er ist eine Art öffentlicher Kühlschrank, wo die Leute Lebensmittel bringen oder mitnehmen können. Darüber wird in München im Moment am meisten geteilt; in anderen Städten mehr über unsere Website. Auf der kann jeder für seine Stadt einen Essenskorb mit übrig gebliebenen Lebensmitteln online stellen, den andere abholen können. Foodsharing will ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung setzen. Ausgangspunkt war die Dokumentation „Taste the waste“, die zeigt, in welchem Ausmaß noch genießbare Lebensmittel weggeworfen werden. Dessen Regisseur, Valentin Thurn, hat danach den Verein Foodsharing e.V. Gegründet und via Crowdfunding die Programmierung der Website Foodsharing.de finanziert. Anfangs hätte er nie damit gerechnet, dass daraus so viel entsteht. Seit Dezember 2012 sind wir online und es finden sich in vielen Städten freiwillige Helfer und Möglichkeiten, Lebensmittel zu retten, indem man Supermärkte, Mensen und so weiter anspricht.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2013/10/Barbara-plus-Freunde.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-266" alt="Barbara plus Freunde" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2013/10/Barbara-plus-Freunde.png" width="1200" height="900" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2013/10/Barbara-plus-Freunde.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2013/10/Barbara-plus-Freunde-400x300.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2013/10/Barbara-plus-Freunde-1024x768.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></p>
<h5 style="text-align: center;"><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">Barbara Merhart ist die mittlere Person auf diesem Foto</span></h5>
<p style="text-align: left;"><em><strong>Ist das nicht alles viel zu umständlich, wenn ich in einem anderen Teil von München wohne, und dann erst mal sehr lange fahren muss, um hierher zu kommen?</strong><br />
</em>Nein, wenn jemand sehr weit weg vom Fair-Teiler wohnt, dann kann er sein Essen via Internet teilen und jemand bei ihm in der Nähe holt das ab. Außerdem ist es unser Ziel, dass in jeder größeren Stadt und in jedem Stadtteil Fair-Teiler stehen.</p>
<p><em><strong>Was ist, wenn ich abgepackten Schinken aus Massentierhaltung oder Erdbeeren im Winter teilen will?</strong><br />
</em>Das ist uns egal. Unser erstes Ziel ist es, Lebensmittel zu retten. Ob man Massentierhaltung nun moralisch gut findet oder nicht ist eine ganz andere Sache. Wir haben hier viele Menschen, die vegan oder vegetarisch leben und sich dafür auch engagieren, aber das gehört erst einmal nicht zu Foodsharing. Wir können in Deutschland erst einmal viel erreichen, wenn wir die Haushalte dazu bewegen, weniger wegzuschmeißen. Die haben einen Anteil von 61 Prozent an noch genießbaren, weggeworfenen Lebensmitteln. Der Hauptteil davon: Obst und Gemüse.</p>
<p><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2013/10/Essen-mit-Mensch-und-Schokohase.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-267" alt="Essen mit Mensch und Schokohase" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2013/10/Essen-mit-Mensch-und-Schokohase.png" width="1200" height="900" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2013/10/Essen-mit-Mensch-und-Schokohase.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2013/10/Essen-mit-Mensch-und-Schokohase-400x300.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2013/10/Essen-mit-Mensch-und-Schokohase-1024x768.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a><br />
<em><strong>Macht ihr nicht den Supermärkten das Geschäft kaputt?</strong><br />
</em>Nein, das ist Quatsch. Durch eine Kooperation mit uns sparen sie sich im Übrigen Müllkosten. Besonders kleinere Läden, die auch bei ihrem Produktangebot auf Nachhaltigkeit achten, machen gerne mit. In München versuchen wir aktuell, den Viktualienmarkt einzubinden. Was ich mir auch sehr gut vorstellen kann, ist eine „Ditsch-Kiste“ einzurichten. Das heißt wir würden für die Supermärkte Obst und Gemüse, das zwar nicht mehr ganz der ästhetischen Norm entspricht, aber immer noch essbar ist, in einen Korb sortieren und das kann dann zum reduzierten Preis gekauft werden. Wir wollen die Supermärkte und auch die Privathaushalte dazu bringen, sich vor dem Einkauf von frischen Lebensmitteln mehr Gedanken über ihren tatsächlichen Bedarf zu machen. Dann wird auch weniger weggeschmissen.</p>
<p><strong><em>Muss man Idealist sein, um mitzumachen?</em></strong><br />
Wir sind zwar durch die Bank weg alle Idealisten, aber ich würde sagen eher gemäßigte Idealisten.</p>
<p><em><strong>Weil der Idealismus mit der Zeit verloren geht?</strong><br />
</em>Nein! Es kommt darauf an, wie man die Sache angeht. Wenn man ganz schnell die Welt retten will, dann wird man wahrscheinlich bald desillusioniert. Wenn man aber einfach vorher schon weiß, dass es seine Zeit dauert und es mühsam ist, und man gleichzeitig immer wieder Leute trifft, die dann Mitstreiter sind, dann funktioniert es.</p>
<h5><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2013/10/Fair-Teiler-KÅhlschrank.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-268" alt="Fair-Teiler-KÅhlschrank" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2013/10/Fair-Teiler-KÅhlschrank-767x1024.png" width="600" height="801" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2013/10/Fair-Teiler-KÅhlschrank-767x1024.png 767w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2013/10/Fair-Teiler-KÅhlschrank-299x400.png 299w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2013/10/Fair-Teiler-KÅhlschrank.png 1200w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a></h5>
<p><em><strong>In Augsburg gibt es bisher keinen Foodsharing-Ableger. Was würde man dazu brauchen?</strong><br />
</em>Anfangs braucht es ein, zwei Leute, die bereit sind sehr viel Zeit zu investieren und hinter der Idee stehen. Man muss erst einmal genügend Werbung machen, damit man wahrgenommen wird von den Privathaushalten. Das heißt man stellt sich hin und verteilt Flyer, organisiert kleine Aktionen und gibt Interviews für die Presse. Dann ergeben sich bald Möglichkeiten für Fair-Teiler und Kooperationen. Als kleinen Test kann es jeder einfach mal selbst ausprobieren, indem er in seinem Wohnhaus oder Studentenwohnheim einen Korb in den Gang stellt, gefüllt mit übrigen Lebensmitteln und einem „Bedarf?“-Schild. Das ist schneller weg, als du gucken kannst.</p>
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		<title>Ist das noch gut?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Simone Klauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Oct 2013 18:01:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[essen]]></category>
		<category><![CDATA[nahrungsverschwendung]]></category>
		<category><![CDATA[presstige#25]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Faustregeln für den Umgang mit Lebensmitteln Wie erkennt man, ob ein Lebensmittel noch zu genießen ist? Und wie verhindere ich, dass etwas schlecht wird? Presstige hat für euch das wichtigste zum Thema Haltbarkeit und richtiger Lagerung zusammengefasst. Vorneweg: Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD)...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2 align="JUSTIFY">Faustregeln für den Umgang mit Lebensmitteln</h2>
<p><strong>Wie erkennt man, ob ein Lebensmittel noch zu genießen ist? Und wie verhindere ich, dass etwas schlecht wird? Presstige hat für euch das wichtigste zum Thema Haltbarkeit und richtiger Lagerung zusammengefasst.</strong></p>
<figure id="attachment_167" aria-describedby="caption-attachment-167" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2013/10/joey.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-167 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2013/10/joey.png" alt="joey" width="1200" height="801" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2013/10/joey.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2013/10/joey-400x267.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2013/10/joey-1024x683.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a><figcaption id="caption-attachment-167" class="wp-caption-text">Text: Simone Klauer; Illustration: Sandra Deyerler</figcaption></figure>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;"><strong>Vorneweg:</strong> Das </span><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">Mindesthaltbarkeitsdatum</span><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;"> (MHD) ist nicht das </span><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">Verfallsdatum</span><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">. Es gibt an, bis zu welchem Termin das Produkt auf jeden Fall zu genießen ist. Auch nach diesem Datum ist es häufig noch verzehrfähig. </span></p>
<p align="JUSTIFY">Anders ist es beim Verbrauchsdatum („verbrauchen bis“), zum Beispiel bei Fleisch. Diese empfindlichen Frischprodukte sollte man bis zu diesem Datum verbrauchen. Oder einfrieren, was die Haltbarkeit um einige Monate erhöht.</p>
<h3>Brot &amp; Toast</h3>
<p align="JUSTIFY">Abgepacktes Brot ist in der Regel noch nach Ablauf des MHD genießbar. Sobald es anfängt zu schimmeln, muss das Brot komplett entsorgt werden, da sich die Gifte schnell unsichtbar verbreiten. Tipp zur Vorbeugung: Brot hält länger frisch, wenn es nicht geschnitten ist. Am besten bei Zimmertemperatur luftdicht lagern. Oder einfrieren und kurz in der Mikrowelle oder im Toaster auftauen. Vollkorn- und Roggenbrot bleibt länger frisch als Weißbrot.</p>
<h3>Milchprodukte</h3>
<p align="JUSTIFY">Milchprodukte aus dem Supermarkt sind im geschlossenen Zustand oft noch einige Tage länger haltbar als angegeben. Ein gewölbter Deckel heißt nicht, dass das Produkt schlecht ist, sondern dass die Milchsäurebakterien aktiv sind. Das ist ganz normal. Bei Schimmelbefall müssen Milchprodukte komplett entsorgt werden. Feta hält sich länger, wenn man ihn in Salzwasser einlegt.</p>
<h3>Eier</h3>
<p align="JUSTIFY">Ein praktischer Test, wie frisch das Ei ist: in ein Glas mit Wasser geben. Sinkt es auf den Boden ist es frisch; steht es aufrecht, ist es schon älter, aber gegart noch gut. Wenn es oben schwimmt, ist es zu alt.</p>
<h3>Knoblauch, Kartoffel, Zwiebeln</h3>
<p align="JUSTIFY">Dunkel und trocken lagern, sonst treiben sie aus. Sprossen kann man aber wegschneiden. Grüne Stellen an Kartoffeln sollte man großzügig wegschneiden.</p>
<h3>Pesto</h3>
<p align="JUSTIFY">Bei Schimmelspuren oder strengem Geruch: entsorgen. Generell immer mit einem sauberen Löffel entnehmen, nach dem Öffnen mit Öl bedecken und im Kühlschrank lagern.</p>
<h3>Salat</h3>
<p align="JUSTIFY">Hält sich am besten in Küchenpapier gewickelt in einer Plastiktüte im Kühlschrank. Welke Blätter werden durch ein Bad in eiskaltem Wasser wieder knackiger.</p>
<p align="JUSTIFY"><strong>Generell gilt:</strong> Je größer der Wasseranteil in einem Lebensmittel, desto schneller breiten sich Keime aus. Trockenes und beispielsweise Marmeladen mit hohem Zuckergehalt sind weniger gefährdet. Der Schimmel tritt erst auf der Oberfläche auf und kann großzügig entfernt werden.</p>
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		<title>Essen vom Müll</title>
		<link>https://presstige.org/2013/10/essen-containern-verschwendung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Christian Endt]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Oct 2013 15:02:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[containern]]></category>
		<category><![CDATA[essen]]></category>
		<category><![CDATA[nahrungsverschwendung]]></category>
		<category><![CDATA[presstige#25]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Containern als Protest gegen die Vernichtung von Nahrung Eine Milliarde Tonnen Lebensmittel werden jedes Jahr weggeworfen. Menschen, die das unerträglich finden, holen einen Teil davon zurück. Containern ist ein Symbol gegen die Wegwerfkultur. Illustration: Natalia Sander Lisa und Jakob stellen ihre Fahrräder ab,...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2013/10/essen-containern-verschwendung/">Essen vom Müll</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2><span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">Containern als Protest gegen die Vernichtung von Nahrung</span></h2>
<p><strong style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">Eine Milliarde Tonnen Lebensmittel werden jedes </strong><strong style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">Jahr weggeworfen. Menschen, die das unerträglich finden, </strong><strong style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">holen einen Teil davon zurück. Containern ist ein </strong><strong style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">Symbol gegen die Wegwerfkultur.</strong></p>
<h5 style="text-align: center;"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2013/10/Illu_Containern.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-255" alt="Illu_Containern" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2013/10/Illu_Containern.png" width="1200" height="696" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2013/10/Illu_Containern.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2013/10/Illu_Containern-400x232.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2013/10/Illu_Containern-1024x593.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></h5>
<h5 style="text-align: center;">Illustration: Natalia Sander</h5>
<p>Lisa und Jakob stellen ihre Fahrräder ab, ziehen Handschuhe an und beugen sich über die Mülltonne. Mit ihren Taschenlampen leuchten sie hinein. Es riecht leicht nach Fäulnis, aber es ist nicht das, was man als Gestank bezeichnen würde. Vielleicht liegt es an den Blumen, die ganz oben liegen: ein bunt gemischter Strauß, schon etwas welk, aber eigentlich noch ganz schön. Darunter finden Lisa und Jakob Tomaten. Sie finden Paprika, gewöhnliche und kleine Süßpaprika. Sie finden Buttermilch, Naturjoghurt, Joghurt mit Schokomüsli und „Joghurt mit der Ecke”, Geschmacksrichtung Erdbeere. Sie finden viel Obst: Bananen, Orangen, Granatäpfel, Bergpfirsiche, Passionsfrüchte. Sie finden eine Kiste mit 23 Aprikosen. Davon sind 17 einwandfrei. Fünf sind etwas weich, sodass Lisa und Jakob sie direkt in die Buttermilch pürieren und trinken. Nur eine Aprikose ist kaputt, die werfen sie weg.</p>
<p>Lisa und Jakob durchsuchen die Abfälle eines Supermarkts nach Lebensmitteln, die weggeworfen wurden, aber noch genießbar sind. Sie gehen containern. „Am Anfang war es Neugier“, sagt Lisa. Inzwischen mache sie es aus Überzeugung: „Ich finde es pervers, was die Lebensmittelindustrie als schlecht deklariert und wegwirft.“ Außerdem mache containern Spaß: „Es ist immer wieder eine Überraschung, was man findet.“</p>
<p>Lisa und Jakob heißen eigentlich anders. Es ist nicht ganz klar, ob es legal ist, was die beiden tun. Alles, was sie finden, war für die Vernichtung bestimmt. Doch bis die Müllabfuhr die Abfälle abholt, sind sie nach deutschem Recht Eigentum des Wegwerfenden, in diesem Fall des Supermarkts. Für eine Verurteilung wegen Diebstahl reicht das in der Regel zwar nicht. Doch ungehindert kommt man selten an den Müll; die meisten Supermärkte haben dafür gesorgt, dass ihre Container unzugänglich sind, hinter Zäunen oder Mauern. Oft sind die Tonnen zusätzlich mit Vorhängeschlössern gesichert. Klettern die Müllsammler über einen Zaun, um an die Behälter zu gelangen, ist das Hausfriedensbruch. Dann werden manchmal Sozialstunden oder Geldstrafen verhängt.</p>
<p>Alle fünf Sekunden stirbt irgendwo auf der Welt ein Kind unter zehn Jahren an Unterernährung, schreibt der Autor Jean Ziegler in seinem Buch „Wir lassen sie verhungern“. Zugleich wird weltweit etwa ein Drittel der produzierten Nahrung weggeworfen, schätzen die Vereinten Nationen, das sind 1,3 Milliarden Tonnen pro Jahr. Allein in Deutschland werden jedes Jahr elf Millionen Tonnen Lebensmittel verschwendet. Abfall entsteht bei allen Schritten der Verwertungskette. In der Landwirtschaft, bei der Weiterverarbeitung, im Handel, beim Verbraucher.</p>
<h3>Was nicht makellos ist, wird aussortiert</h3>
<p>Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Nahrungsverschwendung in Mitteleuropa und dem Hunger in Entwicklungsländern? Natürlich gibt es den. Nicht, weil man die aussortierten Lebensmittel statt zur Müllverbrennung in den Niger fahren könnte. Sondern weil die Überproduktion für den Müll die Weltmarktpreise in die Höhe treibt. Der Nahrungspreisindex der Welternährungsorganisation FAO hat sich seit 2002 mehr als verdoppelt. Für Welthunger und steigende Nahrungspreise gibt es viele Ursachen, etwa Überbevölkerung und Spekulation auf Lebensmittel. Aber auch die Produktion für den Müll ist ein Grund. Dazu kommt die unnötige Umweltbelastung, der Verbrauch an Boden, Wasser, Dünger und Treibstoffen.</p>
<p>Man muss morgens, direkt nach Ladenöffnung, in einen Supermarkt gehen, dann kann man den Angestellten beim Aussortieren der Obst- und Gemüsetheke zuschauen. Kisten füllen sich mit Trauben, Tomaten, Bananen. Es sind Kisten für den Müll. Das Wenigste ist verdorben, es sieht halt nicht mehr so schön aus, ist weich und hat ein paar dunkle Stellen. „Was wir selbst nicht mehr kaufen würden, werfen wir weg“, sagt die Mitarbeiterin. Ob man die Sachen denn mitnehmen könne? „Nein, das dürfen wir nicht weitergeben. Einmal die Woche kommt die Tafel, der Rest landet im Müll, leider.“</p>
<p>In den Werbefilmen der Handelsketten sieht man prall gefüllte Theken mit Früchten in leuchtenden Farben. Damit die Kunden kaufen, muss es es nicht nur im Film leuchten, sondern auch im Laden. Darum wird jeden Morgen aussortiert, was optisch nicht mehr dem Ideal entspricht. Der Kunde will es so, sagen die Händler, und wahrscheinlich haben sie recht. Aber ist es nötig, dass fast alle Supermärkte ihre Mülltonnen schützen wie Banken ihre Tresore?</p>
<h3>Der Müll schmeckt am Besten</h3>
<p>„Aus ethischer und ökologischer Sicht sind vermeidbare Lebensmittelverluste nicht akzeptabel“, so steht es in einem Beschluss des Deutschen Bundestages. Die Realität sieht anders aus: Die massenweise Vernichtung von Nahrungsmitteln wird hingenommen. Zugleich ist es verpönt, im Müll nach Essbarem zu suchen.</p>
<p>Für viele arme Menschen ist Containern der einzige Weg, satt zu werden. Doch viele, die im Müll nach Essbaren suchen, könnten sich auch einen Einkauf leisten. Für sie ist Containern ein Symbol des Protests gegen die Überfluss- und Wegwerfkultur. Eine Lösung des Problems ist es freilich nicht.</p>
<p>Für die Meisten ist es undenkbar, etwas zu essen, was aus dem Müll kommt. Aber jeder könnte ab und zu ein Stück Obst kaufen, dessen Schale nicht mehr ganz makellos aussieht. Dann muss es am nächsten Morgen nicht aussortiert werden.</p>
<p>Lisa und Jakob pürieren einen Teil der Bananen und Pfirsiche und rühren sie in die Buttermilch. Aus den weichen und stellenweise angedätschten Tomaten und Paprika kochen sie eine fruchtige Soße und füllen sie in alte Marmeladengläser. Ein paar Tage später sind Freunde zu Gast, die dem Containern äußerst skeptisch gegenüberstehen. Am Ende eines gemeinsamen Abendessens stellen<br />
sie nichts ahnend fest, die Soße sei das Beste von allem gewesen.</p>
<p><em>Unser Guide <a title="Ist das noch gut?" href="http://wp.presstige.org/?p=109" class="broken_link">&#8220;Ist das noch gut?&#8221;</a> erklärt, wann man Lebensmittel wegwerfen muss, und wann sie noch essbar sind. Mehr Informationen zur Lebensmittelverschwendung stehen auf <a href="http://www.zugutfuerdietonne.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.zugutfuerdietonne.de</a>.</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2013/10/essen-containern-verschwendung/">Essen vom Müll</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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