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	<title>Oberbürgermeister Archive | presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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		<title>Oberbürgermeister Florian Freund im Interview mit Presstige</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jamie Ehmer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 May 2026 13:01:09 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Frischer Wind in Augsburg: SPD-Herausforderer Florian Freund ist neuer Oberbürgermeister. Mit der Vereidigung im Goldenen Saal Anfang Mai hat für Florian Freund offiziell ein neues Kapitel begonnen. Der gebürtige Würzburger setzte sich bei der Stichwahl am 22. März mit 56,6...</p>
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									<p class="p1">Frischer Wind in Augsburg: SPD-Herausforderer Florian Freund ist neuer Oberbürgermeister. Mit der Vereidigung im Goldenen Saal Anfang Mai hat für Florian Freund offiziell ein neues Kapitel begonnen. Der gebürtige Würzburger setzte sich bei der Stichwahl am 22. März mit 56,6 Prozent der Stimmen gegenüber Eva Weber durch. Im Interview mit Presstige erzählte er über seinen Weg nach Augsburg, prägende Erfahrungen aus dem Studium und die Zukunft der Stadt.</p>								</div>
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									<p class="p1"><b>Herr Freund, wenn man heute auf Ihre Rolle als Oberbürgermeister schaut: Wie hat </b><b>eigentlich alles in Augsburg für Sie begonnen und warum sind Sie geblieben?</b></p><p class="p1"><b>F.F.:</b> Angefangen hat es ganz klassisch mit dem Studium. Die wirtschaftswissenschaftliche Fakultät war damals ein starkes Argument, auch weil sie einen anderen Aufbau hatte als heute mit einem stärkeren Fokus auf Ökonomie. Gleichzeitig kannte ich Augsburg schon und hatte die Stadt immer positiv in Erinnerung. Meine damalige Freundin, heute Ehefrau, kam aus der Nähe von Garmisch, da lag Augsburg natürlich günstig.</p><p class="p1"><b>Wie haben Sie Ihre Studienzeit damals erlebt?</b></p><p class="p1"><b>F.F.:</b> Die größte Herausforderung für mich war, überhaupt in dieser akademischen Welt anzukommen. Ich bin der Erste in meiner Familie, der studiert hat, da muss man sich vieles selbst erschließen. Gleichzeitig bringt diese neue Freiheit auch Verantwortung mit sich. Und manchmal lernt man Dinge auf die harte Tour, etwa vor dem geschlossenen Supermarkt, wenn man merkt, dass am 8. August in Augsburg alles zu hat. Was sich seitdem aber definitiv verändert hat ist der Wohnungsmarkt. Ich habe damals im Wohnheim etwa 150 Euro gezahlt. Das ist heute kaum vorstellbar und inzwischen zu einer großen Herausforderung geworden.</p><p class="p1"><b>Sie sprechen den Wohnungsmarkt an, ein Thema, das viele Studierende heute stark </b><b>beschäftigt. Was muss sich hier konkret ändern?</b></p><p class="p1"><b>F.F.:</b> Die Wohnungsnot betrifft längst nicht mehr nur Studierende, sondern auch Auszubildende und junge Berufstätige. Aus meiner Sicht brauchen wir vor allem mehr Angebot. Im Wahlkampf haben wir beispielsweise über ein Azubiwerk gesprochen, ähnlich dem Studierendenwerk, das gezielt bezahlbaren Wohnraum schaffen soll. Gleichzeitig hängen viele Lösungen auch von Bundes- und Landesvorgaben ab, etwa bei Baustandards.</p><p class="p1"><b>Woran möchten Sie sich in den kommenden Jahren als Oberbürgermeister messen </b><b>lassen?</b></p><p class="p1"><b>F.F.:</b> Ich bin mit drei zentralen Versprechungen in den Wahlkampf gegangen: Den ÖPNV wieder attraktiver zu machen, unter anderem mit einem 5-Minuten-Takt, die Schultoiletten in den Augsburger Schulen zu erneuern und die Fugger Promenade in der Innenstadt umzubauen. Letzteres ist kein Projekt, das alle Probleme löst, aber es ist ein sichtbares, städtebauliches Zeichen für mehr Grün in der Innenstadt. Darüber hinaus gilt es große Projekte wie das Staatstheater oder den Bahnhof, die seit vielen Jahren in Schleifen hängen, jetzt zu einem Abschluss zu bringen.</p><p class="p1"><b>Gerade beim Thema ÖPNV geht es nicht nur um Attraktivität, sondern auch um </b><b>Sicherheit besonders nachts. Wie wollen Sie das angehen?</b></p><p class="p1"><b>F.F.:</b> Mir ist es im Wahlkampf widergespiegelt worden, dass man sich nicht zu jeder Tages- oder Nachtzeit in den Straßenbahnen wohlfühlt, insbesondere als junge Frau. Deswegen müssen wir uns Gedanken machen, wie wir Angebote für ein sicheres Nachhause kommen ermöglichen. Das werden wir jetzt in den nächsten Monaten diskutieren. Andere Städte wie München haben mit Taxigutscheinen für Frauen bereits interessante Ansätze entwickelt. Solche Modelle schauen wir uns natürlich an.</p><p class="p1"><b>Wie wichtig ist Ihnen denn gerade jetzt der Kontakt mit den Menschen?</b></p><p class="p1"><b>F.F.:</b> Ich glaube, das ist in den letzten Jahren ein bisschen zu kurz gekommen. Ich bin grundsätzlich ein Mensch, der gerne mit Leuten spricht und genieße es, direktes Feedback zu bekommen. Das geht auf der Straße dann doch schneller als in Sitzungsräumen. Im Moment verspüre ich eine große Offenheit mir gegenüber und das schätze ich sehr. Gerade in der Kommunalpolitik will man ein Gefühl dafür bekommen, wer diese Person ist, die Entscheidungen trifft.</p><p class="p1"><b>Wie schaffen Sie es bei all dem, auch mal abzuschalten?</b></p><p class="p1"><b>F.F.:</b> Sport spielt für meinen Ausgleich eine große Rolle. Solosportarten wie Laufen oder Rennrad fahren lassen sich dabei flexibler in den Alltag einbauen. Früher war ich auch im Verein aktiv, aber das lässt sich momentan einfach schwer einplanen. Vor allem in den stressigen Phasen des Wahlkampfes schaue ich abends auch häufig Serien, die ich schon kenne, um sozusagen diesem „Brainrot“ nachzugehen. Da lande ich oft bei Folgen von Dr. House, Narcos oder auch Modern Family. Eine großartige Serie, finde ich. Da können die Systeme am Abend einfach herunterfahren.</p><p class="p1"><b>Zum Schluss:</b> <b>Was würden Sie Ihrem jüngeren Ich heute raten und auch den </b><b>Studierenden von heute, wenn es um Zukunftsängste geht</b>?</p><p class="p1"><b>F.F.:</b> Ich habe meine Abiturzeit sehr intensiv genutzt, um mich auszuleben. Als ich nach Augsburg gekommen bin, habe ich schnell gemerkt, dass es jetzt ernst wird. Die erste 5,0 hat mich schon getroffen, gerade in angespannten Klausurenzeiten. Deswegen würde ich meinem jüngeren Ich raten: Häng dich emotional nicht zu sehr an einzelnen Rückschlägen auf. Aber am Ende des Tages hatte ich eine gute Studienzeit, ich hätte jedoch öfter in die Berge fahren sollen. Ansonsten würde ich meinem jüngeren Ich noch raten: Hör bloß auf zu rauchen!</p><p class="p1">Mein Rat für die jetzigen jungen Leute wäre deshalb für die Zukunft auch: Angst war nie ein guter Ratgeber. Wenn ich mit Angst in die OB-Kandidatur gegangen wäre, wäre das nichts geworden, vor allem weil die Lage am Anfang nicht besonders aussichtsreich war als Sozialdemokrat in Bayern. Wichtig ist, dass man das macht, was einem Spaß macht und wofür man brennt. Auf meinem Lebensweg hat sich das mit den 90 Prozent Transpiration und 10 Prozent Inspiration immer wieder bestätigt. Es gehört einfach auch Fleiß, Ehrgeiz und Einsatz dazu.</p>								</div>
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		<title>WWW im Duell um den OB-Posten: Im Gespräch mit Eva Weber (CSU)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lara Reile]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Mar 2020 08:02:32 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>An einem stürmischen Vormittag auf dem Rathausplatz empfangen uns Richard Goerlich, bisher Pressesprecher der Stadt Augsburg und nun Wahlkampfmanager, und die Frau, die das freiwerdende Amt des Oberbürgermeisters gerne übernehmen möchte: Eva Weber, aktuell Wirtschafts- und Finanzreferentin sowie zweite Bürgermeisterin.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2020/03/www-im-duell-um-den-ob-posten-im-gespraech-mit-eva-weber-csu/">WWW im Duell um den OB-Posten: Im Gespräch mit Eva Weber (CSU)</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>An einem stürmischen Vormittag auf dem Rathausplatz empfangen uns Richard Goerlich, bisher Pressesprecher der Stadt Augsburg und nun Wahlkampfmanager, und die Frau, die das freiwerdende Amt des Oberbürgermeisters gerne übernehmen möchte: Eva Weber, aktuell Wirtschafts- und Finanzreferentin sowie zweite Bürgermeisterin, geht für die CSU ins Rennen und möchte die letzte große Hochburg der Christsozialen verteidigen. Nach einer freundlichen Begrüßung geht es rund 250 Meter die Maximilianstraße in Richtung Süden entlang. In einem ehemaligen Bastelgeschäft wurde Anfang Februar das &#8220;Camp Eva&#8221; eröffnet, die offizielle Wahlkampfzentrale des &#8220;Team Eva&#8221;.</p>
<p><strong>Frau Weber, Sie haben die Chance, in die Fußstapfen von Kurt Gribl zu treten, der in seinen beiden Amtszeiten zweifelsohne vieles in Augsburg bewegt hat. In Ihrem Wahlprogramm sprechen Sie von einer Dynamik, dem sogenannten „Augsburg-Spirit“ – was beinhaltet dieser und wie möchten Sie ihn weiterführen?</strong></p>
<p>Weber: Den Spirit <em>spüren</em> wir glaube ich vor allem alle. Ich habe 1996 hier angefangen zu studieren und die Stadt von damals ist mit der Stadt heute nicht zu vergleichen. Das, was in den letzten Jahren geschafft worden ist, wie zum Beispiel der Innovationspark, der Ausbau von Uni und Hochschule, das Uniklinikum und das Staatstheater, sind alles Bausteine, die Großstadt und urbanes Leben ausmachen und die einfach ein Gefühl in der Stadt hinterlassen – das ist der „Augsburg-Spirit“.</p>
<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="683" height="1024" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/05/DSC_0383-683x1024.jpg" alt="" class="wp-image-14448" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/05/DSC_0383-683x1024.jpg 683w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/05/DSC_0383-200x300.jpg 200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/05/DSC_0383-768x1151.jpg 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/05/DSC_0383-1025x1536.jpg 1025w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/05/DSC_0383-1367x2048.jpg 1367w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/05/DSC_0383-scaled.jpg 1708w" sizes="(max-width: 683px) 100vw, 683px" /><figcaption>© Balthasar Zehetmair</figcaption></figure>
<p><strong>Nun möchten wir gerne etwas spezifischer auf einzelne Themenbereiche eingehen. Beginnen wir mit dem Thema Wohnen. Wie wollen Sie einen Kompromiss aus mehr Bauen (Stichwort Wohnraumoffensive) und mehr Umweltschutz (Flächenfraß) finden?</strong></p>
<p>Weber: Augsburg hat schon in den vergangenen Jahren Innenentwicklung vor Außenentwicklung gestellt. Wir hatten ja das große Glück, mit den Konversionsflächen viel machen zu können. Und bei der grundsätzlichen Aussage, dass natürlich erstmal im Innenraum oder da, wo schon gebaut ist, nachverdichtet werden muss, bevor außen irgendwelche zusätzlichen Flächen dazukommen, dabei bleibt es auch. Ausnahme ist unser neues Gebiet Haunstetten-Südwest, das kürzlich vorgestellt worden ist. Der Rahmenplan hierfür sieht 50 Prozent Grünflächen vor. Es ist ja nicht so, dass da 200 Hektar eng an eng zugebaut werden, sondern 50 Prozent sind Wasserläufe, Parks und Ähnliches mehr. Und so glaube ich, kann qualitativ hochwertiges Wohnen auch entstehen. Aber qualitativ hochwertig heißt nicht preislich hochwertig. Wir haben jetzt schon Grundstücke für unsere Wohnungsbaugesellschaft in dem Gebiet gesichert und wir werden dort auch versuchen, mit Konzeptvorgaben soziale Aspekte des Wohnens unterzubringen. Zum Beispiel auch, indem wir Grundstücksflächen für Genossenschaften anbieten. Und studentisches Wohnen wird auch ein Thema sein.</p>
<p><strong>Da würden wir gleich mal einhaken: Gerade die Suche nach bezahlbarem Wohnraum ist für Studenten ein großes Thema. Welche konkreten Maßnahmen möchten Sie ergreifen, damit sich auch Studenten in Zukunft noch Wohnen in Augsburg leisten können?</strong></p>
<p>Weber: Naja, beim Wohnen geht es ja auch darum, dass wir natürlich auch ein Angebot brauchen, damit man überhaupt eine Wohnung findet. Momentan ist das Angebot knapp, weswegen die Preise nach oben gegangen sind zusätzlich zu dem, dass die Baupreise an sich, also die Erstellungskosten, auch relativ hoch sind und dementsprechend sich die Mietpreise ableiten. Insofern wird sich natürlich, wenn auch mehr gebaut wird, auch eine Entspannung für die Studierenden ergeben. Wir haben jetzt bereits Baugenehmigungen für ungefähr 3.000 Wohneinheiten in petto, das sind statistisch rund 7.000 Personen, die dort dann wohnen können. Daran sieht man schon, dass in den letzten Jahren dieser Stau aufgelöst worden ist. Ein Bebauungsplan braucht einfach mal ein bisschen, bis er vom Stadtrat auch wirklich beschlossen wird, da auch entsprechend lange Planungsschritte dabei sind.</p>
<p>Aber wir haben zum Beispiel im Wahlprogramm ein Projekt drin, das heißt „Wohnen für Hilfe“ und das gibt es bereits in München. Hier unterstützt man insbesondere älteren Damen und Herren, die alleine und teilweise auch in großen Wohneinheiten wohnen und manchmal etwas Hilfe im Alltag brauchen, wie zum Beispiel beim Einkaufen, beim Rasenmähen, beim Baumzuschneiden, beim Hausgangputz oder Ähnlichem. Studierende ziehen dann dort ein – kostengünstig oder umsonst – und im Gegenzug geben sie Hilfestellungen, indem dem älteren Eigentümer oder Mieter dann geholfen wird, das Leben zu bewerkstelligen.</p>
<p><strong>Und wie konkret sehen in Augsburg die Pläne dafür schon aus?</strong></p>
<p>Weber: Wir sind im Wahlkampf (lacht). Im Wahlkampf muss man erstmal auch Ideen entwickeln. Aber meine Kontakte zur Universität, zur Hochschule oder auch zum Studentenwerk sind gut. Ich glaube, dass man dadurch, dass man sich kennt und einen engen Draht hat, relativ schnell ein gemeinsames Projekt auf den Weg bringen kann.</p>
<blockquote class="wp-block-quote is-style-large is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><strong>„Mobilität ist eine Daueraufgabe, die nie abgeschlossen sein wird.&#8221;</strong></p>
</blockquote>
<p><strong>Kommen wir zum Thema Mobilität. Das Ziel „Fahrradstadt 2020“ wurde bekanntlich verfehlt. Woran lag das und wie soll das in Zukunft verbessert werden?</strong></p>
<p>Weber: Dass die Radfahrerinnen und Radfahrer sich mehr wünschen, kann ich total verstehen. Und dass mit einem Radbegehren nochmal versucht wird, Druck zu machen auf die Politik, kann ich auch verstehen, da sie sich einfach mehr erhofft hatten. Ich finde trotzdem, man muss sich genauer anschauen, wie diese Zahlen (Anteil des Radverkehrs 19,4 % statt 25 %; Anm. d. Red.) zustande kommen. Die 19,4 % sind ja aufgesplittet in verschiedene Kilometerdistanzen. Im niedrigen Bereich haben wir einen Radverkehrsanteil von rund 28 %. Und das sind ja die normalen Distanzen, die man mit dem Fahrrad fährt. Diejenigen, die bis an die 10 Kilometer einfach jeden Tag mit dem Fahrrad fahren, die müssen noch mehr werden. Dadurch entsteht der Mittelwert von 19,4 %.</p>
<p>Mobilität ist eine Daueraufgabe, die nie abgeschlossen sein wird. Das Thema Fahrradfahren wird nie abgeschlossen sein, ebenso wie die Weiterentwicklung des ÖPNV. Ich glaube, dass sich die Mobilität in den nächsten Jahren ganz wesentlich verändern wird. Zudem glaube ich, dass wir umswitchen werden hin zu Plattformökonomien wie zum Beispiel Carsharing, das jetzt gerade schon bei den Stadtwerken erfolgreich gemacht wird oder auch deren Mobil-Flat, mit der man für 79 Euro im Monat wirklich alles fahren kann, was man braucht. Die Tendenz vom eigenen Auto weg wird meiner Meinung nach in den nächsten Jahren automatisch erfolgen, gerade wenn ich mir anschaue, wie Kinder von Freunden nicht mehr automatisch ihren Führerschein machen, um ihn auch am 18. Geburtstag abholen zu können. Bei mir war das damals noch anders: Mein erster Gang in der Früh meines 18. Geburtstag war, dass ich mir meinen Führerschein abgeholt habe – das ist wirklich anders geworden.</p>
<p>Das Thema Mobilität wird uns sehr beschäftigen, auch zum Beispiel die ganze Diskussion zum Thema ÖPNV-Preise. Wir müssen es halt nur irgendwie finanzieren. Und gerade ÖPNV ist wahnsinnig teuer: Für jeden Euro, den der Fahrgast zahlt, zahlt die öffentliche Hand einen weiteren Euro obendrauf. Das würde kein Unternehmer machen, weil er sagt „Da bin ich pleite“ – das ist reinste öffentliche Daseinsvorsorge.</p>
<p><strong>Einige Mitbewerber haben konkrete Forderungen in ihrem Wahlprogramm, wie zum Beispiel eine autofreie Maxstraße oder eine Verkehrsberuhigung der Karlstraße. Wie sieht Ihr Mobilitätskonzept für die Innenstadt aus?</strong></p>
<p>Weber: Auch wir haben einen Punkt in unserem Wahlprogramm zum Thema Maximilianstraße, wo wir die Autos mehr raushaben und eine höhere Aufenthaltsqualität umsetzen wollen. Zudem haben wir einen Rückbau der Karlstraße mit im Programm, soweit es eben auch geht. Man muss wissen, dass da 25.000 Fahrzeuge am Tag durchfahren. Ich glaube nicht, dass sich die Anwohner in den Wohnvierteln ringsum freuen würden, wenn dort auf einmal der Verkehr durchgeht. Da muss man einfach auch schauen, wie man das macht. Oder wir haben zum Beispiel auch die Karolinenstraße drin, damit dort weniger Durchgangsverkehr und mehr Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum ist.</p>
<p>Wenn man gerade über eine autofreie Innenstadt diskutiert, muss man dabei auch ehrlich sein. Keiner findet es schön, wenn Autos im öffentlichen Raum stehen, und man kann sich da tausend andere Sachen vorstellen. Aber gerade in der Maximilianstraße gibt es auch Anwohner, die Zufahrtsberechtigungen zu Tiefgaragen und Ähnlichem haben. Da kann man nicht sagen „Das darfst du nicht mehr“ nach dem Motto „Ist uns wurscht, gibt’s halt jetzt nicht mehr.“ Deshalb muss man schon ehrlich sein in der Diskussion, wie man das dann eben auch umsetzen will.</p>
<p><strong>Noch etwas konkreter zum Thema ÖPNV: Wie stehen Sie zur aktuell diskutierten möglichen Ausweitung des Geltungsbereichs im Semesterticket?</strong></p>
<p>Weber: Das Semesterticket ist eine Solidarfinanzierung von allen. Jeder Studierende, egal ob er das ÖPNV-Ticket nutzt oder nicht, zahlt ja mit. Das ist im Endeffekt genau das gleiche System wie beim FCA oder wenn man ins Theater geht und da zwei Stunden vorher und nachher mit dem ÖPNV fahren darf. Dadurch ergibt sich eine Finanzierung des gesamten Systems und ich weiß, dass im AVV – auch da habe ich schon Gespräche geführt – gerade diskutiert wird, was denn passieren würde, wenn man auf die Zone 30 ausdehnt, um die es ja zurzeit vor allem geht. Und da muss man halt einfach wissen: Es wäre eine Solidarfinanzierung, mit der es für alle Studierenden teurer werden würde. Deshalb ist momentan die Frage, wie man es machen will. Ich glaube, dass sich manche Dinge auch auflösen werden, wenn im Herbst das 365 Euro-Ticket für Schüler und Studierende eingeführt werden soll. Das ist zwar für diejenigen, die im Innenbereich wohnen, nicht attraktiver, weil sie mit dem Semesterticket günstiger unterwegs sind. Aber für diejenigen, die ein bisschen weiter draußen wohnen, wird es glaube ich die Lösung sein, wie man damit umgehen kann.</p>
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<blockquote class="twitter-tweet" data-width="550" data-dnt="true">
<p lang="de" dir="ltr">Stadt der Chancen. So haben wir unser Wahlprogramm getauft. Neugierig? <a href="https://t.co/aQELPAGlqh">https://t.co/aQELPAGlqh</a><a href="https://twitter.com/hashtag/stadtderchancen?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#stadtderchancen</a> <a href="https://twitter.com/hashtag/teameva?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#teameva</a> <a href="https://twitter.com/hashtag/csusammen?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#csusammen</a> <a href="https://t.co/QObEqkpCdG">pic.twitter.com/QObEqkpCdG</a></p>
<p>&mdash; Eva Weber (@Eva_K_Weber) <a href="https://twitter.com/Eva_K_Weber/status/1216452665649049601?ref_src=twsrc%5Etfw">January 12, 2020</a></p></blockquote>
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<p><strong>Ein weiteres wichtiges Thema ist die Umwelt. Auf einigen Ihrer Wahlplakate liest man den Begriff „Blue City“. Sie möchten Augsburg zur klimafreundlichsten Großstadt Bayerns machen. Wie kann dies gelingen?</strong></p>
<p>Weber: Das sind verschiedene Säulen. Blue City ist ein wissenschaftlicher Begriff. Das ist nichts, was wir erfunden haben, sondern das umfasst eben, dass man nicht vom ideologischen Grün spricht, also ideologischem Klimaschutz nach dem Motto Verzicht, sondern es geht eben auch darum, dass man Technologien und Innovationen fördert. Eins der Beispiele, wo man es vielleicht am greifbarsten verstehen kann: In den 80er Jahren war Waldsterben und damals hat die Autoindustrie einen Katalysator erfunden, um eben diese schädlichen Stoffe nicht mehr hinten aus dem Auto rauskommen zu lassen.</p>
<p>Ich glaube, dass wir Klimaschutz nicht nur für Augsburg sehen können, wir können es nicht nur für Bayern sehen, sondern man muss es global sehen. Wir müssen versuchen, durch entsprechende Innovationen die CO2-Emissionen vom Wirtschaftswachstum abzukoppeln. Wir haben Schwellenländer, wir haben Staaten in Afrika, die einfach mehr wollen. Die sehen im Internet, wie es den Leuten in Europa geht. Die wollen Wohlstand haben und wenn man denen sagt, das wäre zwar ganz nett, wenn es euch ganz gut gehen würde, aber wir können euch da nicht unterstützten, weil, wir müssen aufs Klima achten. Ich glaube, das wird da niemand verstehen und deswegen glaube ich, dass die einzige Möglichkeit ist, wirklich Anreize zu setzen für eben innovative Klimaschutztechnologie und entsprechende Innovationen.</p>
<p>In Augsburg sind wir da schon gut unterwegs, wenn man sich zum Beispiel die MAN anguckt. Die war früher dafür bekannt, dass sie Diesel-Schiffsmotoren gegossen hat. Das machen sie auch nach wie vor. Sie haben sich aber vor zwei Jahren umbenannt in „Energy Solutions“, weil sie dekarbonisierte, zukunftsfähige Energieversorgungssysteme anbieten. Sie wollen eben genau diesen Switch mitgestalten, wie man künftig ohne entsprechende CO2 Belastungen Energieversorgung leisten kann. Oder schauen Sie ins Technologiezentrum an der Universität. Da sind ein Haufen Unternehmen, die sich auch genau mit der Frage beschäftigen: Wie können wir weniger Ressourcen verbrauchen? Wie können wir damit unser Klima schützen? Das ist sozusagen die eine Säule, die umgesetzt werden muss.</p>
<p>Das Zweite ist, dass wir natürlich unsere Bürgerinnen und Bürger dazu auch animieren wollen, mitzumachen beim Klimaschutz. Das fängt bei kleinen Sachen an, dass man eben auch überlegt, wo kaufe ich ein oder auch wirklich zu sagen, hey, wir müssen den ÖPNV auch so attraktiv machen, dass man eben auch gerne mit Straßenbahn und Bus unterwegs ist und dafür auch einfach mal das Auto stehen lässt. Das Thema Lastenfahrrad-Förderung haben wir im letzten Jahr ja schon umgesetzt. Also da gibt es schon auch einige Möglichkeiten und Stellschrauben, wo wir eben die Augsburgerinnen und Augsburger wirklich auch gut motivieren können, selber einen Beitrag zu leisten. Und aus der Summe dieser kleinen Puzzlesteinchen wird ein großer Puzzlestein für Augsburg.</p>
<p><strong>Also steht Blue City als Abgrenzung zur Green City, weil Technologie und Fortschritt miteinbezogen werden?</strong></p>
<p>Weber: Ja.</p>
<p><strong>Sie haben ja bekanntlich auch in Augsburg studiert. Wie ist Ihre persönliche Beziehung zur Uni Augsburg und wie blicken Sie auf Ihre Zeit dort zurück?</strong></p>
<p>Weber: Naja, also wenn man da mal studiert hat, dann hat man natürlich eine persönliche Beziehung. Ich habe ja noch in der Eichleitnerstraße studiert. Im Vorlesungsraum über der alten Mensa war meine erste Vorlesung im ersten Semester. Ich habe Jura studiert und wir wurden damals willkommen geheißen mit dem wunderbaren Satz „50 Prozent von Ihnen werden das vierte Semester nicht sehen und von den restlichen 50 Prozent, die da sein werden, werden 35 Prozent durchs erste Examen fallen.“ Da dachte ich mir so „Ja vielen Dank auch.“ Da ist man schon mal so richtig motiviert ins erste Semester gestartet.</p>
<p>Für mich war die Zeit an der Uni Augsburg die schönste Zeit in meinem Leben. Einfach auch deswegen, weil es für mich das erste Mal war, dass ich von zuhause weg war, und das erste Mal, wo ich alleine gewohnt habe. Aus der Zeit kommen meine engsten, besten, tiefsten Freundschaften. Alleine deswegen habe ich da eine enge Beziehung. Und wenn ich jetzt an der Uni unterwegs bin, finde ich es einfach toll, dass es eine Campus-Uni ist, die so ein ganz eigenes Flair hat. Ich finde, es ist wunderschön geworden, gerade mit der juristischen und der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät – das hat schon was.</p>
<p><strong>Inwiefern ist Augsburg für Sie eine Studentenstadt?</strong></p>
<p>Weber: Ich glaube, da haben wir noch ein bisschen Luft nach oben. Gerade durch den Campus – was ja für jemanden, der studiert, super ist, weil einfach alles an einem Platz ist – merkt man das studentische Leben in der Innenstadt relativ selten. Meine Schwester wohnt in Heidelberg, da sind sämtliche Institute etc. auf die gesamte Stadt verteilt. Das heißt, man hat auch überall immer Studierende vor der Nase, die die Räume und Gebäude wechseln – da ist es mehr greifbar. Ich finde, in Augsburg hat sich schon auch was getan. Es ist nicht so, dass man die fast 27.000, die an der Hochschule und an der Uni studieren, nicht merkt. Aber ich glaube, dass man für die Verankerung von Uni und Hochschule in die Stadt einfach noch mehr tun kann, angefangen mit der „Langen Nacht der Wissenschaft“ vor zwei Jahren oder der Ringvorlesung „Reden wir über Digitalisierung“ im letzten Jahr. Das waren alles so Themen, wo wir versucht haben, den Bürgerinnen und Bürgern ins Bewusstsein zu bringen, dass es eine Uni und eine Hochschule gibt, die echt einen coolen Job machen.</p>
<p><strong>Haben Sie noch weitere konkrete Maßnahmen, wie das Uni-Leben noch weiter in der Innenstadt verankert werden soll?</strong></p>
<p>Weber: Diese Veranstaltungen gemeinsam mit den beiden Hochschulen sollen verstetigt werden, das ist ganz wichtig. Ich glaube aber, dass man noch mehr machen kann. Eine meiner Ideen ist, dass es in der Stadtverwaltung auch jemanden geben muss, der sich ganz konkret um Hochschule und Universität kümmert. Das ist bisher immer so ein bisschen hin- und hergeswitcht: Wenn es um Bausachen ging, ist es im Baureferat gelandet, Bildungsfragen sind im Bildungsreferat gelandet, Fragen zum Thema Fachkräfte sind bei mir im Wirtschaftsreferat gelandet. Und ich finde, das tut nicht gut, weil Hochschule und Universität einfach ein Ansprechpartner fehlen, wo man hingehen und sagen kann, wir haben ein Thema – in welche Richtung auch immer. Ich glaube, dass wenn es eine Person gibt, die in der Stadt eine Verantwortung dafür hat, sich um Uni und Hochschule zu kümmern, dann wird auch eine andere Dynamik entfaltet in dem, was man tun kann und was zum Beispiel zum Thema Studentenleben noch mehr gemacht werden kann.</p>
<p><strong>Sie möchten im Zuge Ihrer Stadtteilpolitik mehr Aufenthaltsqualität im Univiertel schaffen. Wie sieht Ihre Vision dafür aus?</strong></p>
<p>Weber: Stichwort Europaplatz: Da geht es zum Beispiel um Begrünung. Da geht es auch um Bänke und darum, dass jetzt endlich wirklich mal der Autoverkehr nicht mehr drüberfährt. Es ist ja eigentlich gesperrt, aber es hält sich irgendwie keiner dran. Über diesen Europaplatz bin ich, ich weiß gar nicht wie viele tausend Mal schon in meinem Leben, gelaufen, weil ich auf der anderen Seite im Studentenwohnheim gewohnt habe. Und dieser Europaplatz ist halt einfach ein Riesenplatz, wo eigentlich nichts passiert – und das muss sich ändern.</p>
<blockquote class="wp-block-quote is-style-large is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><strong>&#8220;Es gab Freunde, die gesagt haben, das hätten sie schon immer gewusst. Die waren irgendwie schlauer als ich.&#8221;</strong></p>
</blockquote>
<p><strong>Sie könnten bald die erste OberbürgermeisterIN werden, was heutzutage noch immer nicht wirklich alltäglich ist. Wie waren die Reaktionen in Ihrem Umfeld?</strong></p>
<p>Weber: (überlegt) Also die haben eigentlich nichts damit zu tun gehabt, dass ich eine Frau bin. Es gab Freunde, die gesagt haben, das hätten sie schon immer gewusst. Die waren irgendwie schlauer als ich (lacht). Andere waren sehr überrascht. Die Überraschung war aber vor allem deswegen da, weil der Oberbürgermeister gesagt hat, dass er nicht mehr antritt und das für viele nicht absehbar war. Aber ansonsten waren es eigentlich wirklich sehr positive Reaktionen. Ich bekomme auch jetzt sehr positive Reaktionen, wobei ich da auch weiß, dass ich in einer Blase bin. Da wird mir niemand ins Gesicht sagen, dass er mich doof findet oder so – das funktioniert auf anderen Wegen, da bin ich auch realistisch genug.</p>
<p><strong>Sie und Ihre Partei haben es beim Plakatieren in der Stadt eher gemächlich angehen lassen. Ist weniger bei Ihnen mehr, angesichts deutlich weniger Plakate als einige Mitbewerber?</strong></p>
<p>Weber: Ich weiß nicht wie es Ihnen geht: Wenn ich durch die Stadt fahre und mir die ganzen Plakate anschaue, dann habe ich permanent ein Fremdschämgefühl, weil ich es einfach abartig finde, wie zugepflastert alles ist und ehrlich gesagt finde ich, dass die Plakate wichtig sind, um einfach auch der Bevölkerung zu zeigen, dass eine Wahl ansteht. Ob man so plakatieren muss, wie es jetzt bei der Kommunalwahl passiert, weiß ich nicht. Also klar, wir haben 15 Listen, jeder will sich irgendwie natürlich zu Wort melden und Plakate sind im Verhältnis immer noch eine gängige Geschichte.</p>
<p>Wir haben uns sehr bewusst dafür entschieden, damit nicht in der ersten Minute nach der Plakatierungsverordnung rauszugehen, sondern wirklich auch zu sagen, dass die Plakate lang genug stehen. Und ich glaube, dass viele Bürgerinnen und Bürger auch nicht über ein Plakat eine Wahlentscheidung treffen werden, sondern viele wählen das, was sie schon immer gewählt haben und andere werden sich halt auch über andere Medien darüber informieren, wo sie denn ihr Kreuz machen sollen. Also Plakate sind glaube ich ein Hingucker, keine Frage. Deswegen sehen unsere Plakate auch anders aus als alle anderen Plakate. Auch da haben wir versucht, uns ein bisschen abzugrenzen, weil man es ansonsten gar nicht gecheckt hätte. Also stellen Sie sich mal vor, wir hätten auch noch irgendwelche Plakate, wo irgendwelche Fotos drauf sind von Kandidaten mit vielen Menschen und so weiter – das wäre glaube ich nicht gut.</p>
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<p style=" color:#c9c8cd; font-family:Arial,sans-serif; font-size:14px; line-height:17px; margin-bottom:0; margin-top:8px; overflow:hidden; padding:8px 0 7px; text-align:center; text-overflow:ellipsis; white-space:nowrap;"><a href="https://www.instagram.com/p/B8IzaLPo2Yr/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading" style=" color:#c9c8cd; font-family:Arial,sans-serif; font-size:14px; font-style:normal; font-weight:normal; line-height:17px; text-decoration:none;" target="_blank">A post shared by Eva Weber (@eva.k.weber)</a></p>
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</div><figcaption>Eva Weber mit dem scheidenden OB Kurt Gribl, dem Augsburger Bundestagsabgeordneten Volker Ullrich und Ministerpräsident Markus Söder in der neu eröffneten Wahlkampfzentrale</p>
</figcaption></figure>
<p><strong>Mal ein Blick in die Zukunft: Wenn alles nach Ihrem Plan läuft, wo steht Augsburg am Ende Ihrer Amtszeit 2026?</strong></p>
<p>Weber: Am Ende meiner Amtszeit wird Augsburg einer der großen Player sein beim Thema Wandel in unserer Wirtschaftswelt, Digitalisierung und Transformation, wo wir es aber auch geschafft haben, diesen Wandel eben nicht nur im Wirtschaftsleben, sondern auch in der Gesellschaft mitangeschoben zu haben. Das, was uns in den nächsten Jahren passieren wird, ist die größte Veränderung seit der Industriellen Revolution. Es steht nicht irgendwie vor der Tür, sondern da sind wir ja eigentlich schon drin. Und diese Veränderung wird nicht nur die Unternehmen, unseren Job oder Ähnliches betreffen, sondern wird uns in allen Bereichen der Gesellschaft betreffen.</p>
<p>Ich glaube, dass wir es schaffen müssen, die Augsburgerinnen und Augsburger wirklich mitzunehmen und eine Stadt der Chancen zu sein – so wie es bei uns im Wahlprogramm steht. Bildung steht da ganz, ganz weit oben und ich weiß, dass wir Bildung anders definieren müssen. Wir können nicht nur über Schulen und Schulsanierungen reden, sondern Bildung muss niederschwellig und ganzheitlich sein und das ganze Leben lang funktionieren. Dass das eine Daueraufgabe ist, muss in der Stadtgesellschaft implementiert werden. Wenn wir das bis 2026 so in ersten Schritten geschafft haben, dann sind wir meiner Meinung nach gut.</p>
<p><strong>Einige Studenten stecken ja gerade noch in der Klausurenphase und empfinden vieles als stressig. Wie stressig ist Ihr Alltag eigentlich gerade?</strong></p>
<p>Weber: Sehr (lacht). Mein Tag fängt in der Früh um halb sieben an und meistens sind beim Aufstehen schon die ersten WhatsApp-Nachrichten da. Danach geht es weiter mit Zeitunglesen und mich informieren, was gerade los ist. Die Termine gehen oft bis nachts um weiß der Geier was. Meine Tage haben momentan 15, 16, 17 Stunden – das ist gerade relativ viel.</p>
<p><strong>Vielen Dank für dieses informative Gespräch!</strong></p>
<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="683" height="1024" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/03/DSC_0380-683x1024.jpg" alt="" class="wp-image-13949" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/03/DSC_0380-683x1024.jpg 683w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/03/DSC_0380-200x300.jpg 200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/03/DSC_0380-scaled.jpg 1708w" sizes="(max-width: 683px) 100vw, 683px" /><figcaption>Unsere Redakteure Lara Reile und Thomas Koristka beim Gespräch mit Eva Weber in der Wahlkampfzentrale &#8220;Camp Eva&#8221; in der Maximilianstraße<br />© Balthasar Zehetmair</figcaption></figure>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2020/03/www-im-duell-um-den-ob-posten-im-gespraech-mit-eva-weber-csu/">WWW im Duell um den OB-Posten: Im Gespräch mit Eva Weber (CSU)</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>WWW im Duell um den OB-Posten: Im Gespräch mit Dirk Wurm (SPD)</title>
		<link>https://presstige.org/2020/03/www-im-duell-um-den-ob-posten-im-gespraech-mit-dirk-wurm-spd/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Justin Lautenbach]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Mar 2020 08:02:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>An einem verschneiten Samstagmorgen treffen wir uns mit dem Mann, der der nächste sozialdemokratische Oberbürgermeister der Stadt Augsburg werden möchte. Mit uns redet er über Umwelt, den ÖPNV, aber auch über die LGBTQ+-Community und warum er trotz Wahlkampf nicht gestresst ist.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2020/03/www-im-duell-um-den-ob-posten-im-gespraech-mit-dirk-wurm-spd/">WWW im Duell um den OB-Posten: Im Gespräch mit Dirk Wurm (SPD)</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>An einem verschneiten Samstagmorgen treffen wir uns mit dem Mann, der der nächste sozialdemokratische Oberbürgermeister der Stadt Augsburg werden möchte. Mit uns redet er über Umwelt, den ÖPNV, aber auch über die LGBTQ+-Community und warum er trotz Wahlkampf nicht gestresst ist.</p>



<p><strong>Wie
wollen Sie einen Kompromiss aus Bauen und Umweltschutz finden?</strong></p>



<p>Das
Thema Wohnen und Stadtentwicklung sollte bei allen ganz oben stehen,
da es eine der dringenden sozialen Fragen ist. Wir müssen
gewährleisten, dass bezahlbarer Wohnraum entsteht. Das wird nur mit
Nachverdichtung gehen. Das heißt wir müssen gegebenenfalls ein
Stück weit höher bauen, als wir das bisher getan haben. Wenn nach
verdichtet wird, dann braucht es auch klare Regeln für qualifizierte
Grüngestaltung. Es müssen also nutzbare Grünräume und
Freizeiträume entstehen, um sich zu begegnen, sich auch zu bewegen
und zu erholen.</p>



<p><strong>Ist
es dann nicht auch ein sinnvoller Ansatz das Wohnen auf dem Land
attraktiver zu machen?</strong></p>



<p>Das ist ja immer stark mit dem Thema Arbeit verbunden. Die Arbeitswelt und was man beruflich tun möchte, hat sich in den letzten Jahrzehnten stark geändert. Meistens gibt es Jobangebote im boomenden Dienstleistungssektor eher in den Städten. Wir werden aber auch an einen Punkt kommen, wenn nur noch wenig Raum zum Wohnen in der Stadt übrig ist, dass man gut und gerne im Augsburger Umland wohnen bleiben kann. Das allerdings bedingt dann eine gute und bezahlbare Mobilität, also einen ÖPNV, der uns kostengünstig und umweltschonend in die Innenstädte bringt.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-style-large is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p><strong>&#8220;Wir brauchen [&#8230;] ein 365 Euro Ticket&#8221;</strong></p></blockquote>



<p><strong>Wie
sehen denn Ihre Pläne für den öffentlichen Nahverkehr aus?</strong></p>



<p>Das Ziel
muss sein, einen Schienentakt ins Umland herzustellen, am besten im
15 Minuten Takt. Dafür braucht es den Ausbau der Bahnkörper. Wir
müssen in den kommenden Jahren in die Planung und Umsetzung gehen.
Zum zweiten muss der Nahverkehr bezahlbar sein. Hier ist meine
Forderung: wir brauchen ein gutes Tarifsystem und ein 365 Euro Ticket
mittelfristig für alle. Im ersten Schritt für Auszubildende und
Senioren und dann auch für Studenten. Das wird aber nur mit
Unterstützung des Freistaats Bayern gehen. Ich halte das für
notwendig, ansonsten kann die Verkehrswende nicht gelingen.</p>



<p>Wir
haben leider das Problem, dass ein Medienbruch stattfindet, zwischen
Stadt und Umland innerhalb des AVV´s. Diese Kommunikation muss mit
Hilfe der Digitalisierung vereinheitlicht und damit verbessert
werden.</p>



<p><strong>Viele
Studenten wohnen im Umland. Wie stehen Sie zu einer Ausweitung des
Geltungsbereichs des Semestertickets?</strong></p>



<p>Das muss
man sich im Detail dann anschauen und dann braucht man auch eine
Finanzierungsmöglichkeit, die einen Eigenanteil, aber auch
staatliche Unterstützung erforderlich machen wird. So weit sind wir
momentan noch nicht. Zuerst müssen wir schauen, welche relevanten
Nutzergruppen es gibt, dazu gehören Studenten und Studentinnen. Und
dann schauen wir, wie wir es mit der Zoneneinteilung machen.</p>



<p><strong>Das
Ziel &#8220;Fahrradstadt 2020&#8221; wurde verfehlt. Woran lag dies aus
Ihrer Sicht und wie soll das Ziel in Zukunft erreicht werden?</strong></p>



<p>Wir
haben Schwachstellen und Problemstellen, die in der Stadt Augsburg
vorhanden sind, die wir in den letzten Jahren nicht zielgerichtet
gelöst haben. Das sind insbesondere die Kreuzungsbeziehungen in der
Stadt. Am Königsplatz gibt es beispielsweise viele Kreuzungen, an
denen abmarkierte Fahrradspuren auf der Autospur, also im Nichts für
Fahrradfahrer enden, weil der Straßenraum zwar breiter wird, aber
neben der &#8220;Geradeausspur&#8221; eine &#8220;Abbiegespur&#8221; für
Autos hinzu kommt. Das wird nur funktionieren, wenn Fahrradfahrer
sich vor den Autos aufstellen können und dann 60 Sekunden früher
eine Grünphase bekommen und sich in Bewegung setzen können. Dann
kommen die Autos im zweiten Schritt. Wenn man das in den nächsten
Jahren im Rahmen einen Modellprojektes versucht, wird man glaube ich
positive Erkenntnisse bekommen. Eine der großen Schwachstellen kann
man so beheben.</p>



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overflow:hidden; padding:8px 0 7px; text-align:center; text-overflow:ellipsis; white-space:nowrap;"><a href="https://www.instagram.com/p/B8yQCnmotfY/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading" style=" color:#c9c8cd; font-family:Arial,sans-serif; font-size:14px; font-style:normal; font-weight:normal; line-height:17px; text-decoration:none;" target="_blank">A post shared by Dirk Wurm (@dirk_wurm)</a></p></div></blockquote><script async src="//platform.instagram.com/en_US/embeds.js"></script>
</div><figcaption><em>Wahlplakat von OB-Kandidat Dirk Wurm</em></figcaption></figure>



<p><strong>Wie
ist Ihre Meinung zu E-Scootern?</strong></p>



<p>E-Scooter
sind ein Add-On, meistens für Jüngere. Häufig wird der E-Scooter
als Ersatz fürs Laufen genutzt. Von daher sage ich: Es ist ganz
nett, aber dass die Roller eine Mobilitätsfunktion einnehmen, um
Personen von zu Hause zu einem Umsteigepunkt des Nahverkehrs bringen,
ist in der Regel nicht der Fall. Ich meine, da stehen keine
E-Scooter.</p>



<p>Manchmal
werden sie in den Stadtteilen ungeschickt abgestellt, so dass sie ein
Ärgernis für Fußgänger sind.</p>



<p><strong>Weg
von der Mobilität hinzu umwelttechnischen Themen:</strong></p>



<p><strong>Plastikkonsum-
und Plastikmülleindämmung, was für Pläne gibt es?</strong></p>



<p>Zusammen
mit der SPD Augsburg habe ich in unserem 20-Punkteprogramm dargelegt,
dass wir eine &#8220;Zero-Waste-City&#8221; werden müssen. Das
bedeutet, wir brauchen einen Masterplan, wie wir ressourcenschonendes
Arbeiten und Leben in der Stadt Augsburg hinbekommen können. Das
geht nur mit den Augsburger Bürgerinnen und Bürgern. Natürlich
auch mit gesetzlichen Rahmenbedinungen, die der Bund uns liefern
muss. Es ist momentan beispielsweise nicht möglich Einwegbehältnisse
in der Gastronomie zu verbieten, da gibt es keine Rechtsgrundlage.
Ich bin aber überzeugt, wenn eine Mehrheit der Bürgerinnen und
Bürger sagt: &#8220;Wir möchten einen signifikanten Beitrag zur
Müllvermeidung beisteuern&#8221;, dann kriegen wir das hin.</p>



<p><strong>Wie
soll dieses Umdenken bei den Bürgerinnen und Bürgern erreicht
werden?</strong></p>



<p>Da wird
man auf die Industrie und auf die Gesetzgebung des Bundes angewiesen
sein. Aber auch auf dem Stadtmarkt werden mittlerweile eigentlich nur
noch Stoffbeutel angeboten oder die Leute haben ihre eigenen Taschen
dabei. Wir sind auf einem guten Weg. Wenn man weiterhin
sensibilisiert, auch mit einer Öffentlichkeitskampagne, mit einer
Mitnahme der Bevölkerung, dann kriegt man glaube ich auch viele
Leute zum Mitmachen.</p>



<p>Kommunalpolitik
in diesem Jahrzehnt braucht ein aktives Miteinander der Bürgerinnen
und Bürger, der Stadträtinnen und Stadträten und der städtischen
Verwaltung. Das werden wir nur hinbekommen, indem wir in einen
regelmäßigen Austausch kommen. Zum Beispiel auf
Stadtteilkonferenzen, wo ein Thema diskutiert wird, Lösungsvorschläge
erarbeitet werden, die Stadtverwaltung wieder mit gewissen
Vorentwürfen komm, worüber abgestimmt wird und das dann umgesetzt
wird. Das wird zu einer schnelleren Umsetzung von politischen Ideen
in die Praxis sorgen und zu einer besseren Legitimation der Politik
insgesamt.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><img decoding="async" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/03/Dirk-Wrum-793x1024.jpg" alt="" class="wp-image-13824" width="340" height="438" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/03/Dirk-Wrum-793x1024.jpg 793w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/03/Dirk-Wrum-232x300.jpg 232w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/03/Dirk-Wrum-768x992.jpg 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/03/Dirk-Wrum-1189x1536.jpg 1189w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/03/Dirk-Wrum-1586x2048.jpg 1586w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/03/Dirk-Wrum-scaled.jpg 1982w" sizes="(max-width: 340px) 100vw, 340px" /><figcaption>Dirk Wurm ©Justin Lautenbach</figcaption></figure></div>



<p><strong>Stichwort
Urban Gardening, wie stehen Sie dazu?</strong></p>



<p>Sehr
aufgeschlossen. Urban Gardening ist eine gute Möglichkeit, um
zusammen mit den Augsburgerinnen und Augsburgern den öffentlichen
Raum so zu attraktivieren, dass es lebenswerter wird und gleichzeitig
passiert damit eine Sensibilisierung gegenüber natürlichen
Produktionswegen und Produkten. Das weiß jeder aus seinem eigenen
Garten, soweit er einen hat. Da wird man zum Salatfetischisten und
Schneckenhasser, man ist ja auch stolz auf das, was man angepflanzt
hat. Das hilft uns ganz viel über Produktionswege in der
Lebensmittelherstellung nachzudenken. Es entsteht auch ein
Verantworungsbewusstein gegenüber der eigenen Stadt und der Gegend,
in der ich wohne.</p>



<p><strong>Kommen
wir zum Thema &#8220;Innere Sicherheit&#8221;, wie sind da Ihre Pläne?</strong></p>



<p>So wie
ich das in den letzten sechs Jahren als Ordnungsreferent der Stadt
Augsburg gemacht habe. Law and Order bedeutet nicht &#8220;Augen zu
und hau drauf&#8221;, sondern genau das Gegenteil. Law and Order
bedeutet: Mit Präsenz dafür sorgen, dass bestehende Regeln
eingehalten werden. Auf der anderen Seite braucht es Angebote zur
Sensibilisierung. Es gibt Bürgerinnen und Bürger, die verstehen die
Regeln nicht auf Anhieb, die sind ihnen vielleicht auch nicht
bekannt. Egal ob das jetzt junge Erwachsene sind oder Menschen, die
neu in der Stadt sind. Die muss man dafür sensibilisieren. So habe
ich zum Beispiel Nachtmanager in Augsburg eingeführt. Die machen
nichts anderes als mit Anwohnern und Nutzern des öffentlichen Raums,
in einen Dialog zu treten und dafür zu sensibilisieren, dass
Rücksichtnahme ganz wichtig ist. Das funktioniert ganz wunderbar.
Eine höhere Politikerpräsenz ist durch die Stadt Augsburg nicht
darstellbar, das ist Sache des Staates. Ich schreibe den Freistaat
Bayern immer wieder an, mit der Bitte mehr Beamte in Augsburg zum
Einsatz zu bringen. Wir haben in Vergleich zu München und Nürnberg
unterdurchschnittlich wenig Polizeibeamte hier in Augsburg. Ich hoffe
und baue darauf, dass das in Zukunft besser werden wird.</p>



<p>Um
öffentliche Ordnung und Sicherheit herzustellen, braucht es
Präventionsangebote. Was wir beispielsweise ins Leben gerufen haben
haben, ist das Projekt „Nachbarschaftspaziergänge“. Wir haben
die Leute animiert am Abend zusammen spazieren zu gehen. Klingt
banal, funktioniert aber wirklich gut. Erstens lernen sich die Leute
kennen und sie lernen ihren Stadtteil kennen. Und damit wird aus
einer gefühlten Unsicherheit, eine gefühlte Sicherheit. Und darum
gehts. Augsburg ist objektiv die zweit sicherste Großstadt in
Deutschland, aber subjektiv wird das anders wahr genommen. Und diese
Leute muss man mit speziellen Angeboten abholen.</p>



<p><strong>Bildung
hängt heutzutage immer noch stark von zum Beispiel der Herkunft ab,
wie wollen Sie das konkret ändern?</strong></p>



<p>Dafür
muss man schon sehr früh anfangen, bei der frühkindlichen Bildung.
Die Herkunft und das soziale Milieu entscheidet nach wievor viel zu
stark über den schulischen und beruflichen Werdegang, den man nehmen
wird. Das hat natürlich auch etwas damit zu tun, inwieweit Eltern
willens und in der Lage sind, an der Bildung und Erziehung ihrer
eigenen Kinder mitzuwirken. Das ist extrem wichtig. Eltern sind ein
entscheidender Faktor. Also muss man ihnen Angebote machen, die sie
gerne annehmen, weil sie nicht das Gefühl haben, sie werden
bevormundet. Das muss schon im frühen Kindesalter mit guten
Angeboten an Krippeplätzen und pädagogischen Konzepten angegangen
werden. Spätestens in der Schule brauchen wir in der Stadt Augsburg,
offene Bildungshäuser mit einer modernen Pädagogik. Keine
geschlossenen Schulgebäude, wo wir uns darüber unterhalten, dass
alles nur eine Sache des Brandschutzes wäre. Das ist vollkommener
Blödsinn. Das Ziel muss heißen: offene Bildungshäuser, moderne
Pädagogik, entsprechende Raumschnitte, die dann auch andere Angebote
in diesen Bildungshäusern vorhalten: Betreuungsangebote,
Freizeitangebote und auch Erwachsenenbildung. Nur wenn wir das
hinbekommen, dann werden nicht nur mehr auf das Gymnasium gehen,
sondern auch mehr die Hochschulreife erringen und damit die
Eintrittskarte für die Universität erlangen. Parallel dazu braucht
es auch eine Stärkung der Augsburger Hochschule. Die Hochschule hat
noch stärker diese Aufstiegschance in sich, wie es die Universität
hat. Dort ist es so, dass auch Jugendliche aus &#8220;Arbeiterfamilien&#8221;
den Weg finden zum akademischen Bildungsgrad finden. Dafür brauchen
wir mehr Studienplätze.</p>



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<blockquote class="instagram-media" data-instgrm-captioned data-instgrm-permalink="https://www.instagram.com/p/B7qtb3hoPmC/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading" data-instgrm-version="14" style=" background:#FFF; border:0; border-radius:3px; box-shadow:0 0 1px 0 rgba(0,0,0,0.5),0 1px 10px 0 rgba(0,0,0,0.15); margin: 1px; max-width:640px; min-width:326px; padding:0; width:99.375%; width:-webkit-calc(100% - 2px); width:calc(100% - 2px);"><div style="padding:16px;"> <a href="https://www.instagram.com/p/B7qtb3hoPmC/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading" style=" background:#FFFFFF; line-height:0; padding:0 0; text-align:center; text-decoration:none; width:100%;" target="_blank"> <div style=" display: flex; flex-direction: row; align-items: center;"> <div style="background-color: #F4F4F4; border-radius: 50%; flex-grow: 0; height: 40px; margin-right: 14px; width: 40px;"></div> <div style="display: flex; flex-direction: column; flex-grow: 1; justify-content: center;"> <div style=" background-color: #F4F4F4; 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overflow:hidden; padding:8px 0 7px; text-align:center; text-overflow:ellipsis; white-space:nowrap;"><a href="https://www.instagram.com/p/B7qtb3hoPmC/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading" style=" color:#c9c8cd; font-family:Arial,sans-serif; font-size:14px; font-style:normal; font-weight:normal; line-height:17px; text-decoration:none;" target="_blank">A post shared by Dirk Wurm (@dirk_wurm)</a></p></div></blockquote><script async src="//platform.instagram.com/en_US/embeds.js"></script>
</div><figcaption>Wahlplakat von Dirk Wurm</figcaption></figure>



<p><strong>Gibt
es konkrete Pläne für das Universitätsviertel, die Universität
und die Hochschule? Wollen sie das Studentenleben mehr in die
Innenstadt holen?</strong></p>



<p>Vor 20
Jahren war das studentische Leben in Augsburg viel, viel weniger, als
es heute der Fall ist. Da hat sich schon etwas getan. Wenn wir
unseren Fokus auch in der Kommunalpolitik darauf legen, dass wir eine
offene, vielfältige Stadt sind, die im öffentlichen Raum auch mal
etwas zulässt, was wir davor noch nicht zugelassen haben. Zum
Beispiel eine freie Theaterszene haben wir noch nie gehabt. Auch in
Vierteln, in denen viele junge Leute leben, die das wahrnehmen und
sagen, das ist ja super, bei mir vor der Haustüre passiert ja auch
was und ich kann anderen Augsburgern und Augsburgerinnen begegnen.
Das sind Mittel und Wege, um eine lebendige und vitale Großstadt
miteinander zu bauen. Und da braucht es junge Leute dafür. Ihr habt
die Ideen und die Power so etwas umzusetzen.</p>



<p><strong>Was
ist Ihre Meinung zu einer Kommunalregierung mit &#8220;direkten
Demokratie&#8221;-Zügen?</strong></p>



<p>Unter
direkter Demokratie verstehe ich das, was ich vorhin schon genannt
habe mit den Stadtteilkonferenzen. Das ist für mich eine Form der
direkten Demokratie in der Kommunalpolitik. Wenn ich erkenne, dass
ich Bürgerinnen und Bürger anders ansprechen und mitnehmen muss,
was früher über Massenorganisationen funktioniert hat, wie Vereine
oder politische Parteien, funktioniert heute so nicht mehr, weil der
Mensch in diesen Organisationen nicht mehr präsent ist. Also muss
ich ihn dort abholen, wo er ist. Das ist in seinem Wohngebiet, und
zwar mit den Dingen, die ihn interessieren.</p>



<p><strong>Mit
dem Format &#8220;Wurm will´s wissen&#8221; sind Sie durch die
Stadtviertel gezogen und haben Fragen an die Bürger und Bürgerinne
gestellt: Was ist Ihnen dabei besonders im Gedächtnis geblieben?</strong></p>



<p>Inhaltlich
ist das Thema Verkehr ein sehr bestimmendes, quer durch alle
Stadtteile. Nur mit einer Kombination aus Anwohnerparken und
Kurzzeitparken kriegen wir stückweise eine Verbesserung zustande,
das hat sich jetzt auch durch das Format &#8220;Wurm will´s wissen&#8221;
bestätigt. Auch Verkehrsberuhigung, Nahverkehr und Klimaschutz
bewegt die Menschen stark.</p>



<p>Bei
allen Terminen ist bei mir hängen geblieben: Das konstruktive
Mitmachen derjenigen, die da waren. Das waren zwischen 50 und 100
Leute. Wir haben konstruktiv miteinander diskutiert. Das war kein
Auskotzen, nach dem Motto: &#8220;Ich sag jetzt mal dem Wurm, was ich
alles schlecht finde&#8221;. Jeder konnte mit seinem Smartphone mit
einer App mitmachen und auf vorformulierte Fragen antworten, was wir
dann anonym gesammelt haben, damit wir einen Überblick haben, dass
jeder zu Wort kommt. Und dann kommen konstruktive Vorschläge. Ich
glaube dieses Format war eine Vorstufe für die Stadtteilkonferenzen,
wie ich sie mir als Oberbürgermeister vorstelle.</p>



<p><strong>Die
SPD steckt zur Zeit in der Krise: Inwiefern denken Sie, dass Ihre
SPD-Mitgliedschaft einen (negativen) Einfluss auf die Wahlergebnisse
hat?</strong></p>



<p>Natürlich
wäre es mir lieber, wenn die Partei, die mich nominiert hat, bei 25
oder 30% stehen würde. Ist halt nicht so, gell? Man kann sich nicht
immer alles raus suchen im Leben. Deswegen hat man trotzdem seine
Meinung, seine Überzeugung und auch eine klare Haltung. Ich bin
Sozialdemokrat, ich bin Kommunalpolitiker mit Leib und Seele. Das
heißt ich arbeite lösungsorientiert und über Parteigrenzen hinweg.
Ich glaube auch, dass bei einer Kommunalwahl die Parteizugehörigkeit
eine wesentlich geringere Rolle spielt als bei landes- oder
bundesweiten Wahlen. Das gilt sowohl für die OB-Kandidaten, als auch
für die Stadtratskandidatinnen und -kandidaten.</p>



<p>Nichtsdestotrotz
braucht sich die SPD überhaupt nicht zu verstecken. Wenn ich jetzt
im Gespräch mal nachfrage: Was ist denn das Problem mit der SPD,
dann wird es schon ziemlich diffus. Und wenn man den Menschen dann
sagt, dass die SPD in der Großen Koalition sowohl für die
Grundrente,  ein gutes Kita-Gesetz als auch beim Berufswiedereinstieg
Vorteile für die Bevölkerung erkämpft hat, dann stellt sich das
Bild schon differenzierter dar. Es ist wohl en vogue die SPD als die
alte, tattrige Tante darzustellen, der man keine zukunftsfähige
Politik mehr zutraut. Das ist vollkommener Blödsinn. Es sollen erst
mal die anderen Parteien das leisten, was die SPD in den letzten
Jahre geleistet hat, für unser Land und auch hier in der Stadt
Augsburg. Die Flüchtlingswelle, ich sehe sie nicht als
&#8220;Flüchtlingskrise&#8221;, dass das gut gemanagt wurde, hatte
auch viel mit der SPD zu tun.</p>



<p>Wer von
sich selber nicht überzeugt ist, der kann auch andere nicht
überzeugen. Dieses ganze Gerede: &#8220;Die SPD möchte aus der
Regierungsverantwortung aussteigen&#8221;. Das halte ich für
vollkommenen Blödsinn. Darüber entscheiden alle vier Jahre die
Wählerinnen und Wähler. Aber zu denken, dass man unser Land und die
Lebensverhältnisse verbessern kann, indem man nicht regiert, das ist
vollkommer Blödsinn. Es gilt noch immer der alte Spruch von Willy
Brandt: &#8220;Zuerst kommt das Land und dann die Partei&#8221; und ich
sehe das so. Es wäre schön, wenn das in anderen Parteien auch so
gesehen wird, sage ich mal mit Blick auf Gelb und Grün.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-style-large is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p><strong>&#8220;Als Oberbürgermeister repräsentiert man die städtische Bevölkerung in seiner ganzen Breite und Tiefe&#8221; </strong></p></blockquote>



<p><strong>Sie
wollen weiterhin die LGBTQ+-Community unterstützen. Wie soll das
konkret aussehen?</strong></p>



<p>Ich
glaube das ist eine Frage der Haltung. Als Oberbürgermeister
repräsentiert man die städtische Bevölkerung in seiner ganzen
Breite und Tiefe. Das muss man ein Stück weit vorleben, promoten,
auch erzählen: Das ist kein Unterscheidungsmerkmal. Ich glaube das
ist ganz wichtig, dass die Sichtweite gegenüber verschiedenen
sexuellen Orientierungen tolerant und offen ist. Daraus können sich
durchaus, wenn man das gesamtgesellschaftlich auf die Bundesrepublik
betrachtet, gesetzliche Regelungen und Entwicklungen ergeben, die
Lesben, Schwulen, Transgendern helfen können. Das sehe ich als
Aufgabe des Oberbürgermeisters an.</p>



<p><strong>Studenten
stecken gerade in der Klausurenphase und haben viel Stress. Wie
gestresst sind Sie?</strong></p>



<p>Gar nicht. Gestresst bist du dann, wenn du etwas tust, was dich überfordert. Ansonsten hat man viel zu tun. Momentan habe ich viel um die Ohren, ich bin Ordnungs- und Sportreferent der Stadt Augsburg und gleichzeitig OB-Kandidat. Das ist viel, deshalb habe ich aktuell eine 6-Tage-Woche. Die hatte ich nicht immer. Aber es ist ganz selten, dass ich wirklich gestresst bin, weil mich was nervt. Wenn ich dann zuhause bin, bin ich aber auch ganz froh.</p>



<p><strong>Wie
sehen Sie Ihre Chancen auf die Stichwahl?</strong></p>



<p>Mein
Ziel lautet, in die Stichwahl zu kommen. Ich glaube das ist ein
durchaus realistisches Ziel, weil die Bürgerinnen und Bürger
erkennen, wofür der Kandidat Wurm steht, was er will. Das
unterscheidet mich glaube ich auch von vielen Mitbewerbern und
Mitbewerberinnen, die da im &#8220;Ungefähren&#8221; bleiben. Ich habe
gleich gesagt: Wahlkampf dient auch der Zuspitzung. Die
Augsburgerinnen und Augsburger sollen am 15. März eine bewusste
Wahlentscheidung für jemanden treffen. Das versuche ich
herüberzubringen. Das Team der SPD Augsburg ist ein wirklich gutes
Team mit jungen, engagierten und kompetenten Kräften, natürlich
auch mit erfahrenen. Auch das wird positiv wahrgenommen und ich hoffe
sehr, dass sich das dann auch mit entsprechenden Stadtratssitzen
auszahlen wird.</p>



<p><strong>Vielen
Dank für das interessante Gespräch!</strong></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2020/03/www-im-duell-um-den-ob-posten-im-gespraech-mit-dirk-wurm-spd/">WWW im Duell um den OB-Posten: Im Gespräch mit Dirk Wurm (SPD)</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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