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	<title>pro Archive | presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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	<description>Das Magazin für Studierende der Universität und Hochschule Augsburg.</description>
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	<title>pro Archive | presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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		<title>Sollen wir unsere Organe spenden?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Paul von Platen]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Aug 2015 14:25:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[contra]]></category>
		<category><![CDATA[das schicksal ist ein mieser verräter]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Demnächst wird wohl fast jeder von uns wieder einen Organspendeausweis in seinem Briefkasten finden. Schließlich verschicken die deutschen Krankenkassen 70 Millionen davon. Doch dann bleibt die Frage &#8211; was kreuze ich an? Unsere Redakteure diskutieren dieses Thema in einem Pro...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2015/08/sollen-wir-unsere-organe-spenden/">Sollen wir unsere Organe spenden?</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Demnächst wird wohl fast jeder von uns wieder einen Organspendeausweis in seinem Briefkasten finden. Schließlich verschicken die deutschen Krankenkassen 70 Millionen davon. Doch dann bleibt die Frage &#8211; was kreuze ich an? Unsere Redakteure diskutieren dieses Thema in einem Pro und Contra.</strong></p>
<figure id="attachment_8025" aria-describedby="caption-attachment-8025" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/08/Organspende_1200px.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-8025 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/08/Organspende_1200px.jpg" alt="Text: Linda Gering - Illustration: Paul von Platen" width="1200" height="800" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/08/Organspende_1200px.jpg 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/08/Organspende_1200px-400x267.jpg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/08/Organspende_1200px-1024x683.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a><figcaption id="caption-attachment-8025" class="wp-caption-text">Text: Linda Gering &amp; Michael Müller &#8211; Illustration: Paul von Platen</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Ja, findet Linda Gering</strong></p>
<p>Wir alle sind heute bestens über Fälle von Organhandel informiert. Kein Wunder, dass angesichts dessen die Zahl der Organspender in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken ist. Im Jahr 2010 lag der Bundesdurchschnitt noch bei 15,9 Spendern pro 1 Million Einwohner, 2013 waren es nur noch 10,9. Laut der Warteliste von Eurotransplant warteten im Jahr 2013 mehr als 11. 200 Menschen in Deutschland auf eine Organtransplantation. Ich finde, man sollte dem Abwärtstrend entgegensteuern und die Zahl der Wartenden verringern!</p>
<p>Der große Erfolg des letztjährigen Kinohits „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ zeigt das Interesse der Bevölkerung an Menschen, die ein schweres Schicksal zu tragen haben. Ein Film über zwei Jugendliche mit Krebs schreit ja geradezu nach Aufmerksamkeit. Beim tragischen (und irgendwie vorhersehbaren) Ende des Films haben tausende Menschen eine ganze Packung Taschentücher verschnäutzt und sich sicher gefragt: „Warum ist mein Schicksal KEIN mieser Verräter?“ Niemand will nur tatenlos zusehen müssen, noch nicht einmal im Kino.</p>
<p>Vielleicht kennt auch manch einer selbst das Kopfkino und den Augenblick, in dem man sich denkt: „Warum habe ich nur so ein glückliches, gesundes Leben?“ Von einer Sekunde auf die andere könnte alles vorbei sein. Ein Wimpernschlag und nichts ist wie zuvor. Niemand außer denen, die mich kannten wird dann wissen, dass ich ein glücklicher Mensch war und mich gerne beim Schicksal bedankt hätte.</p>
<p>Das könnte ich doch gut durch die Spende meiner Organe zeigen und so einem anderen Menschen ein problemloseres und angenehmeres Leben ermöglichen, vielleicht sogar ein Leben retten.</p>
<p>Sicher, Schicksal ist Schicksal, werden einige Zyniker denken. Die einen trifft es hart, die anderen weniger. Aber kann ich mit gutem Gewissen meine Organe verschwenden, indem ich sie behalten will, wenn ich sie gar nicht mehr benötige? Zugespitzt grenzt das an passive Sterbehilfe. Die einfache Möglichkeit, die eigenen Organe nach dem Tod jemand anderem zur Verfügung zu stellensollte sich niemand entgehen lassen! Wenn es das Schicksal gut mit mir meint, wird von meinem Organspendeausweis nie Gebrauch gemacht. Falls nicht, kann ich durch meinen Ausweis vielleicht einer Geschichte wie der der beiden unglücklichen Jugendlichen im Kinofilm ein gutes Ende verpassen &#8211; und auch einen anderen Titel.</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Nein, findet Michael Müller</strong></p>
<p>Eine Organspende kann ein Leben retten. Dazu müssen wir nichts weiter tun, als ein kleines Kärtchen mit uns herumzutragen. Von der eigentlichen Spende bekommen wir nichts mehr mit und gebrauchen könnten wir die Organe dann ja sowieso nicht mehr. Kann man da überhaupt dagegen sein? Ja, das geht – und zwar ganz ohne skandalträchtige Fälle von Organhandel zu bemühen.</p>
<p>Ungeachtet trendiger Werbekampagnen geht es beim Thema Organspende letztlich um den eigenen Tod. Voraussetzung für Organentnahme ist der Hirntod des Spenders. Selbst wenn wir aus diesem Zustand erwiesenermaßen nicht mehr aufwachen, sind wir noch nicht tot im landläufigen Sinne. Nur deshalb sind wir ja als Spender geeignet. Der Herztod tritt erst mit der Entnahme ein. Wer darüber nachdenkt, Organspender zu werden, stellt sich damit eine der ganz großen Fragen: Wann endet ein menschliches Leben? Aus philosophischen oder religiösen Gründen lässt sich durchaus argumentieren, dass der Hirntod dazu noch nicht ausreicht. Aus dieser Sicht ist ein Organspendeausweis die Einwilligung, sich unter bestimmten Umständen töten zu lassen. Eine so persönliche Entscheidung ist absolut ergebnisoffen. Mit einem Arzt, der sich fragt, ob er gerade entgegen seinem Eid ein Leben beendet hat, möchte man im Übrigen wohl auch nicht tauschen. Ebenso werden die Angehörigen des Spenders in der Organspendedebatte oft vergessen. Mit dem Verlust eines nahen Menschen setzt ein schmerzhafter Trauerprozess ein. Die Logik der Organspende kann dabei unerträglich pragmatisch wirken. Damit kann die Rücksicht auf Angehörige also ein guter Grund sein, sich dagegen zu entscheiden.</p>
<p>Vor allen Dingen betrifft die Frage nach der Organspende die ganz persönliche Freiheit. Egal, wie ich mich entscheide, ich nehme damit das Recht in Anspruch, bis zur letzten Minute über meinen Körper zu entscheiden. Das darf mir auch nicht mit der moralischen Keule genommen werden. So richtig es ist, dass eine Organspende Leben retten kann, so kurzsichtig ist es, jeden als rücksichtslosen Egoisten zu verteufeln, der sich dagegen entscheidet.</p>
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		<title>Sollen Studenten unbezahlte Praktika annehmen?</title>
		<link>https://presstige.org/2014/12/studenten-unbezahlte-praktika/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Felix Veil]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Dec 2014 16:30:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[wegweiser]]></category>
		<category><![CDATA[contra]]></category>
		<category><![CDATA[praktika]]></category>
		<category><![CDATA[presstige#27]]></category>
		<category><![CDATA[pro]]></category>
		<category><![CDATA[studenten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Diskussion zwischen Für und Wider Ja, findet Felix Veil Ich bin gerade auf eine interessante Stelle aufmerksam geworden und klicke mich durch die Homepage. Die Beschreibung klingt für mich super. Alles passt also bis auf… ach ja, die Vergütung....</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/12/studenten-unbezahlte-praktika/">Sollen Studenten unbezahlte Praktika annehmen?</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Eine Diskussion zwischen Für und Wider</h2>
<figure id="attachment_5778" aria-describedby="caption-attachment-5778" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/12/Pro_Con_Praktikum.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-5778 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/12/Pro_Con_Praktikum.jpg" alt="Text: Felix Veil &amp; Natalia Sander – Illustration: Julia Muhm" width="1200" height="500" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/12/Pro_Con_Praktikum.jpg 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/12/Pro_Con_Praktikum-400x166.jpg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/12/Pro_Con_Praktikum-1024x426.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a><figcaption id="caption-attachment-5778" class="wp-caption-text">Text: Felix Veil &amp; Natalia Sander – Illustration: Julia Muhm</figcaption></figure>
<h3><strong>Ja, findet Felix Veil</strong></h3>
<p>Ich bin gerade auf eine interessante Stelle aufmerksam geworden und klicke mich durch die Homepage. Die Beschreibung klingt für mich super. Alles passt also bis auf… ach ja, die Vergütung. Es steht mal wieder geschrieben, dass es keine Entlohnung gibt. Ich komme ins Grübeln: Hat sich die Sache für mich damit erledigt? Der Geldaspekt wird oft mit der Wertschätzung von Arbeit gleichgesetzt oder zumindest in Verbindung gebracht und das gilt nicht nur für Praktika. Ein Blick auf die Mindestlohn-Debatte der Vergangenheit gibt uns Aufschluss darüber. Eine Bezahlung bzw. Entlohnung des Praktikums kann durchaus mit einer Wertschätzung des Praktikanten in Verbindung stehen, aber sie muss es nicht und garantiert es vor allem nicht. Wir stehen mal wieder vor einer Entscheidung. Bezahlte Praktika sind sicher wünschenswert(er), denn wer hat schon etwas gegen eine Bezahlung einzuwenden?</p>
<p>Dennoch sollten wir den Geldaspekt bei Praktika nicht zu hoch gewichten, sondern einem anderen, für mich wichtigeren Aspekt, mehr Raum geben: dem Erfahrungswert. Der Praktikant bekommt einen Einblick in das Tätigkeitsfeld, das ihn interessiert und das er bislang oft nur aus der Theorie kannte. Entscheiden wir uns gegen unbezahlte Praktika, schließen wir von vornherein gewisse Praktikumsangebote aus, die sich als sehr interessant erweisen könnten. Wenn der Vergütungsaspekt also eine oder die entscheidende Rolle spielt, wird unser Handlungsspielraum automatisch kleiner.<br />
Natürlich können wir nach einem unbezahlten Praktikum auch zu der Entscheidung kommen, dass dieses Tätigkeitsfeld nichts für uns ist. Dennoch handelt es sich dann nicht um vergeudete Zeit, in der wir nicht einmal etwas verdient haben, sondern um eine weitere wertvolle Erfahrung in unserem Repertoire. Keine Bezahlung kann diesen Erfahrungswert ersetzen und niemand kann uns das erworbene Wissen wieder nehmen.</p>
<p>Ein bezahltes Praktikum ist außerdem kein Garantieschein für eine intensivere Betreuung des Praktikanten. Genauso wenig können wir ein unbezahltes Praktikum automatisch mit dem bloßen Absitzen von Stunden gleichsetzen. Bezüglich Letzterem kann ich aus eigener Erfahrung sprechen. Dieses Jahr im März absolvierte ich ein vierwöchiges Praktikum bei der Augsburger Allgemeinen in der Landredaktion. Eine Vergütung gab es nicht. Trotzdem wurde ich in den Arbeitsprozess der Redaktion eingebunden und die Redakteure teilten mir Aufgaben zu, die über das Klischee des Kaffeekochens und Kopierens hinausgingen.</p>
<hr />
<address>Felix studiert Sozialwissenschaften in Augsburg und arbeitet als Redakteur bei presstige. Er hört gerne Musik und quält seine E-Gitarre mit teils harten und schweren Riffs. Er mag die Ironie und ist ein Künstler im Tiefstapeln.</address>
<hr />
<h6></h6>
<h3><strong>Nein, findet Natalia Sander</strong></h3>
<p>Mir kommt es so vor, als hätten nur Studenten, die finanziell von ihren Eltern unterstützt werden, die Chance, unbezahlte Praktika zu machen. Die andere Möglichkeit ist es, zuerst Geld anzusparen, um sich das unbezahlte Praktikum überhaupt leisten zu können. Also muss man erst ganz viel arbeiten, um dann kostenlos arbeiten zu können. Hört sich komisch an? Das finde ich allerdings auch.<br />
Es ist nicht wegzureden, dass Studenten Zeit brauchen, um Erfahrung zu sammeln und sich über ihre beruflichen Ziele klar zu werden. Auf der anderen Seite stehen aber Unternehmen, die von der kostenlosen Arbeitskraft profitieren. Häufig handelt es sich dabei um große Konzerne mit einem ordentlichen Umsatz und einem guten Ruf. Dass sie ihre Praktikanten nicht vergüten, erscheint mir mehr als kurios.</p>
<p>Selbstverständlich kann ich als Studentin mit wenig Erfahrung nicht mit einem Spitzengehalt und eigenem Firmenwagen rechnen. Ich kann aber durchaus genügend finanzielle Mittel für Wohnung und Lebensunterhalt erwarten. Ich finde, dafür muss es einen ungeschriebenen Generationenvertrag geben: Man muss den Jüngeren den Einstieg in den Arbeitsmarkt ermöglichen. Ohne, dass sie sich davor erst einmal verschulden müssen. Vor allem bei längeren Praktika oder wenn man dafür in eine neue Stadt ziehen muss, ist es unverschämt, die Studenten ohne finanzielle Unterstützung arbeiten zu lassen. Jeder der heute Erwerbstätigen hat einmal klein und ohne viel Erfahrung angefangen. Dann ist es doch nur gerechtfertigt, als jüngere Generation von Seiten der Unternehmen unterstützt zu werden. Wir sind die Arbeitskräfte von morgen und viel verlangen wir wirklich nicht. Eine minimale finanzielle Unterstützung ist aus meiner Sicht absolut gerechtfertigt.</p>
<p>Es sind auch schon alternative Unterstützungsformen eingeführt worden, wie etwa Praktikanten-WGs zu einem günstigeren Preis und kostenloses Mittagessen in der Kantine. Egal, auf welche Art und Weise: Wer seinen Praktikanten ein bisschen Respekt und Lohn entgegenbringt, bekommt dafür einen Mitarbeiter mit frischem Blick und unverbrauchten Ideen. Ganz abgesehen davon, dass man der „Investition Praktikant“ eher auch wichtigere Aufgaben überlassen kann: Einen bezahlten Praktikanten lässt man viel weniger Kaffee kochen und Post holen. Also ist das schon eine gute Sache mit dem Praktikantenlohn, egal für welche Seite. Jetzt müssen wir das nur noch den Unternehmen nahebringen.</p>
<hr />
<address>Natalia Sander ist ehemalige Art-Direktorin bei presstige. Heute ist sie fortgeschrittene Medienstudentin im Wiener Exil, Katzen-Guru und optischer Fetischist. Sie drückt sich am liebsten mit Fotografie aus und teilt es auf Instagram oder ihrem Blog.</address>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<blockquote>
<table style="background-color: transparent;" width="100%">
<colgroup>
<col width="30%" />
<col width="70%" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/12/Cover.jpg" alt="" /></td>
<td><strong>Ausgabe 27: Wohnen </strong>Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 27 unseres gedruckten Magazins.</p>
<ul>
<li><a href="http://presstige.org/2014/12/ausgabe-27-wohnen/">Die digitale Version durchblättern</a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/presstige27/">Alle Artikel der Ausgabe </a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/wohnen/">Der Schwerpunkt Wohnen</a></li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/12/studenten-unbezahlte-praktika/">Sollen Studenten unbezahlte Praktika annehmen?</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>Gehört ein Doktortitel zum Namen?</title>
		<link>https://presstige.org/2014/06/pro-contra-doktortitel/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Dr. Christopher Große]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Jun 2014 06:03:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[wegweiser]]></category>
		<category><![CDATA[contra]]></category>
		<category><![CDATA[doktortitel]]></category>
		<category><![CDATA[presstige#26]]></category>
		<category><![CDATA[pro]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als einziger Bildungsabschluss gilt der Doktor in Deutschland als Namenszusatz und kann im Pass eingetragen werden. Ist dieses Privileg berechtigt? Ja, findet Dr. Christopher Große Eigentlich muss man sich fast schämen, einen Doktortitel zu führen. Angesichts einer nicht mehr enden wollenden...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/06/pro-contra-doktortitel/">Gehört ein Doktortitel zum Namen?</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Als einziger Bildungsabschluss gilt der Doktor in Deutschland als Namenszusatz und kann im Pass <span style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;">eingetragen werden. Ist dieses Privileg berechtigt?</span></strong></p>
<figure id="attachment_3852" aria-describedby="caption-attachment-3852" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/06/Illu_procontra.png"><img decoding="async" class="wp-image-3852 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/06/Illu_procontra.png" alt="Illu_procontra" width="1200" height="352" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/06/Illu_procontra.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/06/Illu_procontra-400x117.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/06/Illu_procontra-1024x300.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3852" class="wp-caption-text">Text: Dr. Christopher Große &amp; Christian Endt – Illustration Natalia Sander</figcaption></figure>
<h3>Ja, findet Dr. Christopher Große</h3>
<p>Eigentlich muss man sich fast schämen, einen Doktortitel zu führen. Angesichts einer nicht mehr enden wollenden Debatte über die Qualität deutscher Promotionen und immer neuen Negativbeispielen geltungsbedürftiger Politiker oder Wirtschaftsvertreter darf die Frage erlaubt sein, inwieweit der Titel dem Träger überhaupt noch zur Zierde gereicht. Ich kenne Menschen, die sich ihre Promotionsurkunde haben rahmen lassen, um sie auf einem für jedermann gut sichtbaren Ehrenplatze auszustellen – über dem Klo. Fakt ist: Promotionen sind heute im Schnitt deutlich länger als noch vor 40 Jahren. Das allein ist kein Qualitätsausweis. Es könnte aber zumindest ein Indiz dafür sein, dass die Diskussion um Titel zu anderen Zeiten ebenfalls ihre Berechtigung gehabt hätte.</p>
<p>Die Promotionsurkunde der Universität Augsburg ist nicht unbedingt das, was man als spektakulär bezeichnen würde. Einziger Schmuck neben den schwungvollen Unterschriften von Präsident und Dekan ist ein gestanztes, kaum wahrnehmbares Universitätssigel. Schmücken kann ich mich mit diesem A4-Blatt schwerlich. Dabei zählen wie so oft im Leben eher die inneren Werte.</p>
<p>Beim Doktor handelt es sich eigentlich um den Nachweis einer wissenschaftlichen Leistung. Und natürlich weiß ich, dass der Titel genau daraus seine Legitimation zieht und seinen Träger für genau dieses Umfeld qualifizieren soll. Da aber leider nicht jeder seine wissenschaftliche Karriere konsequent fortsetzen kann, finde ich es wenig verwerflich, den Qualifikationsnachweis auch außerhalb der wissenschaftlichen Welt zu gebrauchen. Im Übrigen wenig anders als bei anderen Titeln: Wie oft haben wir uns gefragt, ob man für diesen oder jenen Job tatsächlich das „erfolgreich abgeschlossene Hochschulstudium“ benötigt? Es schwante uns: Es geht nicht um den Titel. Es geht in unserer Jobwelt, in der alles immer globaler, schneller, weniger verlässlich und greifbar erscheint, um etwas vollkommen anderes: um Substanz. Es geht um den Ausweis einer besonderen Leistung, einer nützlichen oder weniger nützlichen fachlichen Expertise. Und wenn ich von meinem Chef nach allen Regeln der Kunst zusammengefaltet werde, er mich dabei aber wenigstens konsequent mit meinem Doktor anbrüllt – dann weiß ich, dass es zugleich um soviel mehr geht: um meine Würde.</p>
<blockquote>
<table style="background-color: transparent;" width="100%">
<colgroup>
<col width="30%" />
<col width="70%" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Cover_300px.png" alt="" /></td>
<td><strong>Ausgabe 26: Macht</strong>Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 26 unseres gedruckten Magazins.</p>
<ul>
<li><a href="http://presstige.org/2014/05/ausgabe-26-macht">Die digitale Version durchblättern</a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/presstige26">Alle Artikel der Ausgabe </a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/macht">Der Schwerpunkt Macht</a></li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<p>Ob mir der Doktor im Arbeitsleben mehr nützt als schadet, kann ich nicht beurteilen. Mitunter sorgt er für Distanz, manchmal sogar für Argwohn oder Neid. Für manche Positionen oder Aufgaben bin ich „überqualifiziert“. Mehr Geld als meine Kollegen ohne Doktortitel verdiene ich nicht, dafür habe ich während meiner Promotionszeit deutlich weniger verdient als die Meisten von ihnen. Tägliche Arbeit und üblicher Stress unterscheiden sich ebenso wenig. Meine amerikanischen Kollegen finden es eher albern, dass auf meiner Karte und in meinem E-Mail-Absender immer ein Dr. vor dem Namen klemmt, obwohl ich gar kein Arzt bin.</p>
<p>Für mich ist der Doktor auch im digitalen, globalen 21. Jahrhundert kein Auslaufmodell. Er ist genauso wenig antiquiert wie ein Studium an einer deutschen Hochschule. Und er hat seine Berechtigung genau wie viele andere Leistungs- und Qualifikationsnachweise. Ein klein wenig mehr Demut indes täte vermutlich vielen Menschen gut – in Wirtschaft, Politik und auch in der Wissenschaft – und im Übrigen nicht allein im Umgang mit ihrem Titel.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Nein, findet Christian Endt</h3>
<p>Als Kind wollte ich Feuerwehrmann werden. Eines Tages gingen meine Eltern mit mir zum Tag der offenen Tür bei der Berufsfeuerwehr. Ich durfte die Garage besichtigen, in der die großen Fahrzeuge standen, und einen der schweren Helme anprobieren. Alles sah aus wie in meinem Lieblingsbilderbuch über Feuerwehrmann Florian. Nach der Garagenführung gingen wir in den Hinterhof. Dort waren für Kinder mehrere Stationen aufgebaut. An eine kann ich mich noch erinnern: Da mussten wir mit einem Wasserstrahl aus dem Feuerwehrschlauch irgendwelche Ziele treffen. Wer alle Stationen erfolgreich absolviert hat, bekam eine Urkunde. Auf meiner stand: „Christian Endt darf nun den Titel Oberspritzenmeister führen.“</p>
<p>Eigentlich sollte ich bei allen Online-Formularen in das Titelfeld die Bezeichnung „Oberspritzenmeister“ schreiben. Wenn jemand nachfragt – ich habe die Urkunde noch und kann belegen, dass alles seine Ordnung hat. Das ist albern? Klar ist es albern. Zugebenermaßen ist es viel alberner, als unter Titel die Zeichenkombination „Dr.“ einzutragen. Aber prinzipiell ist es dasselbe.</p>
<p>Jedenfalls bin ich der Meinung, ein Doktortitel sollte genauso wenig Teil des Namens sein wie Oberspritzenmeister oder das Seepferdchen. Wer eine Promotion erfolgreich zu Ende bringt, beweist wissenschaftliche Kompetenz und Durchhaltevermögen; dafür bekommt Herr oder Frau Doktor zu Recht Anerkennung und oft auch bessere Karrierechancen. In erster Linie sollte man aber aus Interesse an seinem Thema promovieren oder weil man eine Laufbahn in der Wissenschaft anstrebt. Die Promotion gehört daher, wie andere Bildungsabschlüsse auch, in den Lebenslauf. Warum aber muss der Doktor auf der Visitenkarte und dem Türschild zu lesen sein? Mit dieser Praxis zieht man Leute an, denen es um Ruhm und Prestige geht, maximal am Rande um Wissenschaft. Prominente Beispiele für diesen Doktortypus finden sich unter dem Suchbegriff „Plagiatsaffäre“ zuhauf bei Google.Ein Doktortitel ist eine Auszeichnung für Leistungen in einem bestimmten Fachgebiet. Man kann einen Doktor etwa in Medizin machen oder in Sozialwissenschaften. An der Uni Wuppertal gab es bis vor wenigen Jahren einen Master-Studiengang in „Brandschutz“. Ob Zielübungen mit einem Feuerwehrschlauch zur Ausbildung gehörten, weiß ich nicht.</p>
<p>Gerade ältere Menschen reden beinahe ehrfürchtig von Doktoren. Auch wenn sie damit meistens Ärzte meinen und gerade der Dr. med. vergleichsweise leicht zu erlangen ist und international nicht als dem Ph.D ebenbürtig anerkannt wird. Viele Frauen, die mit einem Doktor verheiratet sind, haben die Erfahrung gemacht, als „Frau Doktor“ angesprochen zu werden, obwohl sie selbst nicht promoviert haben. Als wäre die Dissertation keine akademische Arbeit, sondern die Aufnahme in den Adelsstand.</p>
<p>Auch andere Menschen haben in Ausbildung oder Beruf viel geleistet, dabei aber keinen Titel erworben. Oder einen, der keinen herausgehobenen Status als Namenszusatz besitzt wie der Doktor, Handwerksmeister beispielsweise. Für diese Ungleichbehandlung gibt es keinen Grund. Darum gibt es nur zwei Möglichkeiten: Auch Schreiner- und Oberspritzenmeister dürfen im Ausweis eingetragen werden. Oder der Doktor muss raus.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/06/pro-contra-doktortitel/">Gehört ein Doktortitel zum Namen?</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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