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	<title>tattoo Archive | presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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	<description>Das Magazin für Studierende der Universität und Hochschule Augsburg.</description>
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		<title>Faszination Hautstich &#8211; Die Tätowierung als globales Phänomen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Krauss]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Jul 2015 15:44:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Teil 2: Von Protest, Stilfragen und Jugendsünden Nachdem wir uns bereits mit den dunkleren Kapiteln in der Geschichte der Tätowierung auseinandergesetzt haben, geht es im zweiten Teil unseres Überblicks um die Freiheit. Hier erfahrt ihr, wie sich der Hautstich von...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2 style="text-align: justify;">Teil 2: Von Protest, Stilfragen und Jugendsünden</h2>
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<div class="textLayer" style="text-align: justify;">
<figure id="attachment_7936" aria-describedby="caption-attachment-7936" style="width: 600px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/07/Xni7Hz2yB9tBfFl6EKiKSVau2NhU8FvfGH861ue_lGw.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-large wp-image-7936" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/07/Xni7Hz2yB9tBfFl6EKiKSVau2NhU8FvfGH861ue_lGw-1024x649.jpg" alt="Julia Krauss &amp; Michael Müller – Illustration: Isabell Beck" width="600" height="380" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/07/Xni7Hz2yB9tBfFl6EKiKSVau2NhU8FvfGH861ue_lGw.jpg 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/07/Xni7Hz2yB9tBfFl6EKiKSVau2NhU8FvfGH861ue_lGw-400x254.jpg 400w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption id="caption-attachment-7936" class="wp-caption-text">Text: Julia Krauss &amp; Michael Müller – Illustration: Isabell Beck</figcaption></figure>
<p><strong>Nachdem wir uns bereits mit den <a title="Faszination Hautsicht – Die Tätowierung als globales Phänomen" href="http://presstige.org/2015/07/taetowierung-als-globales-phaenomen-teil1/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dunkleren Kapiteln in der Geschichte</a> der Tätowierung auseinandergesetzt haben, geht es im zweiten Teil unseres Überblicks um die Freiheit. Hier erfahrt ihr, wie sich der Hautstich von der Protestkultur zu dem vielfältigen </strong><strong>Massenphänomen aufgeschwungen hat, das wir aus unserem Alltag kennen.</strong></p>
<div data-canvas-width="124.89859361435295">
<hr />
</div>
<div data-canvas-width="97.92478657171768"></div>
<div data-canvas-width="179.71854790298826">Die 1960er Jahre schlugen nach dem dritten Reich ein wie eine Bombe! Ausgehend von den USA kam eine Jugendprotestbewegung auf, die neben LSD, sphärischer Musik und Woodstock auch das Tattoo wieder in Mode brachte. So entstand bei Hippies und Punks gleichermaßen eine Protestkultur, die von einer bewussten und kritischen Haltung gegen die „spießige“ bürgerliche Welt der Eltern und Großeltern geprägt war. Die Tätowierung wurde so zum Massenphänomen und zum Ausdruck eines Verbundenheitsgefühls.</div>
<div data-canvas-width="97.45066475908237">Die radikalen Punks im Großbritannien der 70er Jahre machten den Hautstich zum Teil ihrer Rebellion. Mit szenetypischen Motiven zeigten sie Flagge gegen die schlechte wirtschaftliche und politische Lage des Landes: grinsende Totenschädel mit gekreuzten Knochen, Ratten, Spinnen und Spinnennetzte, Pin-Ups mit Irokesen-Frisur oder Namen und Logos von bekannten Bands dienten als konstante Ausdrucksform des nicht gesellschaftsfähigen Individuums. Dieses schlechte Image von Rauheit und Verwegenheit wurde später maßgeblich durch den Ruf von Rockern und Bikern verbreitet, als sich in den späten Siebzigern Hardrock- und Heavy-Metal-Strömungen der Tätowierkunst anschlossen. Andererseits wurde der Hautstich über die ausgestrahlten Musikvideos auch endgültig in der westlichen Welt gesellschaftsfähig gemacht.</div>
<h3 data-canvas-width="97.45066475908237"></h3>
<h3 data-canvas-width="97.45066475908237">Die Stichart verändert sich</h3>
</div>
<div class="textLayer" data-canvas-width="724.9465022727534">
<div style="text-align: justify;" data-canvas-width="544.3053314436002">Die ersten Hautstiche der Steinzeit waren eher ungewollt. Um die Blutgerinnung zu beschleunigen oder durch die Reizung der Haut für mehr Narbengewebe zu sorgen, wurde Pflanzensaft in eine Wunde gerieben. Das konnte eine Verfärbung der Narbe nach sich ziehen, was schlussendlich doch gewollt genutzt wurde. So entstanden als erste Tätowierungen Linien und später durch die individuelle Abschottung der Kulturen verschiedene Tätowiertechniken und Motive.</div>
<div style="text-align: justify;" data-canvas-width="229.84875576691772">Zum großen Wandel und endgültigen Triumphzug der Tätowierungstechnik kam es erst 1891. Samuel O ́Reilley wandelte den von Thomas Edison erfundenen Elektrostift (ebenso Erfinder der Glühbirne und des Grammophons) in eine elektronische Tätowiermaschiene um. Der größte Vorteil gegenüber den alten Stichtechniken war, dass man nun viel schneller, hygienischer und vor allem präziser tätowieren konnte. Heute gibt es für Tattoomotive eine Vielfalt verschiedener. Unter „Old Port/School“ fallen zum Beispiel Seemotive mit eigenständiger Bedeutung.</div>
<div style="text-align: justify;" data-canvas-width="333.4109455632">So steht die Schildkröte als Symbol für die Überquerung des Äquators. Der „Neue Tribalismus“ steht für kraftvolle schwarze Linien und nicht-figurative Designs, unter anderem basierend auf der visuellen Sprache der Polynesiern. Der illustrative Stil des Westens ist dagegen auf technische und stilistische Perfektion ausgerichtet. Zudem gibt es die Stilart „New School“ der etliche Unterstile unterfallen, wie Lettering, Grafitti, Celtic, Kanji/Oriental, Fantasy/Feen und Engel, Biomechanik, Cartoons &amp; Pinups, Porträts und Religion/Mythologie.</div>
<h3 style="text-align: justify;" data-canvas-width="333.4109455632"></h3>
<h3 style="text-align: justify;" data-canvas-width="333.4109455632">Der Hautstich wird zum Massenphänomen</h3>
<div style="text-align: justify;" data-canvas-width="184.91820648882359">Heutzutage ist das Tragen eines Tattoos Mainstream geworden. Viele lassen sich aus einem persönlichen Gefallen am Motiv tätowieren, ohne seine ursprüngliche Bedeutung genau zu kennen. So kann es die Identität des Trägers unterstreichen, kann aber genauso ohne tiefere Bedeutung bleiben und lediglich für das ästhetische Empfinden des Trägers stehen. Es ist chic, Tattoos zu tragen, die in den vergangenen Jahren zur Modeerscheinung, fast schon zum Must-have geworden sind. Das solche Schönheit vergänglich ist, zeigen sogenannte „Tattoo-Jugendsünden“.</div>
<div style="text-align: justify;" data-canvas-width="79.006753626">Vielen älteren Trägern werden Steißbeintattoos, oder der einst stolze Adler, der zu einem hässlichen faltigen Vogel geschrumpft ist, unangenehm peinlich. Folglich verwundert die hohe Nachfrage nach Tattoo-Weglaserungen oder Cover-Ups kaum. Deshalb sollte sich jeder „Glatte“ vor dem ersten Nadelstich seines Wunschmotives sicher sein und es besser mehrfach hinterfragen. Reichen vielleicht schon Trikot und Fanschal oder geht die Liebe zum FCA wirklich unter die Haut? Zuletzt sollte aber jeder nach seinem eigenen Schönheitsempfinden urteilen, denn seien wir einmal ehrlich: Manche Tattoos sind große Meisterwerke, formvollendet und wirklich schön anzuschauen! Kompliment also an die Träger und vor allem an die Künstler, die dahinter stehen!</div>
</div>
</div>
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		<title>Faszination Hautsicht &#8211; Die Tätowierung als globales Phänomen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Krauss]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Jul 2015 14:29:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Teil 1: Von Ausgrenzung, Zusammenhalt und Südseeträumen Die Tätowierung hat einen langen Weg hinter sich. Nicht nur in der Tattooszene war es ein gutes Stück von „Old Port“ bis zur „New School“, sondern vor allem auch in der gesellschaftlichen Akzeptanz....</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2 style="text-align: justify;">Teil 1: Von Ausgrenzung, Zusammenhalt und Südseeträumen</h2>
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<div class="textLayer" data-canvas-width="724.9465022727534">
<figure id="attachment_7937" aria-describedby="caption-attachment-7937" style="width: 600px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/07/GhUSwKBQyMwLv0dhSLyzokXYUmj5iKbhHa1LqpzCZJM.jpg"><img decoding="async" class="size-large wp-image-7937" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/07/GhUSwKBQyMwLv0dhSLyzokXYUmj5iKbhHa1LqpzCZJM-1024x613.jpg" alt="Text: Julia Krauss &amp; Michael Müller – Illustration: Isabell Beck" width="600" height="359" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/07/GhUSwKBQyMwLv0dhSLyzokXYUmj5iKbhHa1LqpzCZJM.jpg 1024w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2015/07/GhUSwKBQyMwLv0dhSLyzokXYUmj5iKbhHa1LqpzCZJM-400x239.jpg 400w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption id="caption-attachment-7937" class="wp-caption-text">Text: Julia Krauss &amp; Michael Müller – Illustration: Isabell Beck</figcaption></figure>
</div>
<div class="textLayer" data-canvas-width="724.9465022727534">
<p><strong>Die Tätowierung hat einen langen Weg hinter sich. Nicht nur in der Tattooszene war es ein gutes Stück von „Old Port“ bis zur „New School“, sondern vor allem auch in der gesellschaftlichen Akzeptanz. Unsere Redakteure haben hierzu einen kleinen Überblick zusammengestellt.</strong></p>
<hr />
<p>Die Geschichte des Tattoos reicht bis in die Steinzeit. Egal ob Ästhetik, Identität, Identifikation, religiöse Verbundenheit, Mode oder eine politische Gesinnung – seit jeher lassen sich Menschen tätowieren. Die 59 genauestens platzierten Kreuz- und Linientätowierungen in der Haut der ca. 5300 Jahre alten Gletschermumie Ötzi hatten vermutlich medizinische Gründe. Der Hautstich wurde jedoch genauso zur Grenzziehung zwischen sozialen Schichten oder Glaubensvorstellungen eingesetzt, wie die schmerzhafte psychosoziale Brandmarkung Krimineller oder unerwünschter Personen zeigt.</p>
<h3 data-canvas-width="407.21626567877644">Das Tattoo als Brandmarkung</h3>
<div data-canvas-width="181.6173846780001">Die Römer und Griechen zeichneten um 100 v. Chr. gezielt Soldaten, Sklaven, Kriminelle und die in ihren Augen ketzerischen Christen. Ihre Tätowierung brandmarkte sie als böse, ungerecht, minderwertig und ungläubig. Unter den frühen Christen wandelten sich die gewaltsam aufgedrückten „Out-Group-Stigmata“ so allerdings schnell zu gruppenstärkenden und sogar freiwillig erworbenen „In-Group-Erkennungszeichen“. Bereits hier zeigt sich der ambivalente Charakter der Tätowierung, den sie bis heute nicht verloren hat. Einerseits diffarmierende Brandmarkung, andererseits positives Gruppenzeichen.</div>
<div data-canvas-width="235.9973394957177">Besonders grausam wurden Menschen bei ihrer Ankunft in den Konzentrationslagern des dritten Reichs gebrandmarkt. Die Zahl auf dem linken Unterarm sollte nicht auf der Haut halt machen, sondern bis ins Hirn wirken. Vom Körper in die Seele sollte sie das Individuum zu einer Nummer unter vielen reduzieren. Von einem Menschen zum Nichts. Auf andere Weise wirken diese Zahlen bis in die Gegenwart fort. Viele junge Erwachsene veranlasst das Gedenken an den Holocaust dazu, sich diese KZ-Matrikelnummer ihrer Vorfahren ebenfalls tätowieren zu lassen. So zeigen sie, dass die geliebten Großeltern weit mehr als eine Nummer waren. Damit wird eine Brandmarkung zum Versuch, das Vergangene aufzuarbeiten und die Geschichte des jüdischen Volkes und der eigenen Familie weiterzutragen.</div>
<h3 data-canvas-width="235.9973394957177"></h3>
<h3 data-canvas-width="235.9973394957177">Tätowierungen als Importschlager aus der Südsee<strong><br />
</strong></h3>
</div>
</div>
<div style="text-align: justify;" data-canvas-width="422.31456999712935">Im 18. Jahrhundert wandelte sich das Tattoo zum Symbol für den Traum vom Leben auf einer Südseeinsel. Matrosen brachten wilde Abenteuergeschichten und den Begriff tattow von ihren Reisen mit nach Europa. Dieser ist eine Abwandlung des polynesischen tatau, einer Kulturtechnik, bei der die Tahitianer ihre Tätowierung erhalten. Auf diesem Wege wurde die „bodymodification“ in Europa weitläufig wiederbelebt. In der Folge entwickelte sie ihre eigene Dynamik in der Körperkunst und löste geradezu eine Tätowierungswut aus.</div>
<div style="text-align: justify;" data-canvas-width="422.31456999712935"></div>
<blockquote>
<table style="background-color: transparent;" width="100%">
<colgroup>
<col width="30%" />
<col width="70%" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td style="text-align: justify;"><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2015/07/ab28.jpg" alt="" /></td>
<td><strong>Ausgabe 28: Körper </strong>Dieser Artikel erscheint exklusiv als Onlinebeitrag zur Ausgabe 28 unseres gedruckten Magazins.</p>
<ul>
<li><a href="http://presstige.org/2015/07/ausgabe-28-koerper/">Die digitale Version durchblättern</a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/presstige28/">Alle Artikel der Ausgabe </a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/koerper/">Der Schwerpunkt Körper</a></li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2015/07/taetowierung-globales-phaenomen-teil1/">Faszination Hautsicht &#8211; Die Tätowierung als globales Phänomen</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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