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	<title>Theter Archive | presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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	<description>Das Magazin für Studierende der Universität und Hochschule Augsburg.</description>
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	<title>Theter Archive | presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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		<title>Theter &#8211; Ein junges, freies Theaterkollektiv auf dem Modular</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Laura Schwetz]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Jun 2019 07:55:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[freiraum]]></category>
		<category><![CDATA[stadtnah]]></category>
		<category><![CDATA[modular]]></category>
		<category><![CDATA[theater]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vom 20. bis zum 22. Juni fand das Modular in Augsburg am Gaswerk statt. Hierbei handelt es sich um ein Festival mit oftmals internationaler Besetzung, verschiedensten Künstlern und diversen Showacts, die vom Theater, über Techno, bis hin zur klassischen Band...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2019/06/theter-ein-junges-freies-theaterkollektiv-auf-dem-modular/">Theter &#8211; Ein junges, freies Theaterkollektiv auf dem Modular</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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<figure class="wp-block-image"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="935" height="600" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2019/06/1.jpg" alt="" class="wp-image-11412" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/06/1.jpg 935w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/06/1-400x257.jpg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/06/1-768x493.jpg 768w" sizes="(max-width: 935px) 100vw, 935px" /><figcaption>© Alisa Eva-Marie Honold Illustration: Julia Brandl
</figcaption></figure>



<p>Vom 20. bis zum 22. Juni fand das Modular in Augsburg am
Gaswerk statt. Hierbei handelt es sich um ein Festival mit oftmals internationaler
Besetzung, verschiedensten Künstlern und diversen Showacts, die vom Theater,
über Techno, bis hin zur klassischen Band reichen. Für jeden ist was dabei und
niemand ist außen vor.</p>



<p>Das war die Beschreibung, die ich bekam, als wir in einer
Runde Kommilitonen über das Modular sprachen. Zur Erklärung: ich lebe seit noch
keinem vollen Jahr in Augsburg und probiere, so wie viele andere, die erst im
letzten Wintersemester ihr Studium aufgenommen haben, zum ersten Mal einiges
aus, was Augsburg zu bieten hat – so auch das Modular.</p>



<p>Ich fragte mich also, was das Modular von anderen Festivals
unterscheidet, ob es überhaupt so interessant ist, wie es immer heißt. Doch wo
anknüpfen?</p>



<p>Die Erleuchtung kam schnell in Form des freien Theaterkollektivs
„Theter“, welches am Modular performt hat. Es handelt sich hierbei um ein Ensemble
junger Leute, die immer wieder Offene Bühnen, Theaterstücke, oder auch
Improperformances darbieten.</p>



<p>Wie erlebt so ein junges Ensemble ein turbulentes Festival
wie das Modular? Wie erleben sie das Zusammentreffen verschiedener
Stilrichtungen, von Musik und Theater, Tanz, feierwütigen Leuten und
internationalem Flair?</p>



<p>Franziska Rosenbaum ist &nbsp;selbst passionierte und begeisterte Schauspielern
beim Theter und im normalen Leben Studentin, die bald eine Lehre zur Modistin
beginnt. Ich habe mit ihr gesprochen.</p>



<p>Auf die Einstiegsfrage, was das „Theter“ denn sei, woher
dieser ungewöhnliche Name denn überhaupt komme und was die Motivation des
Kollektivs war, am Festival mitzuwirken, antwortet sie sehr ausführlich: das
Theter setzt sich aus allen möglichen Leuten zusammen und vertreten sind viele,
vom Schreiner bis zum Techniker. Gemeinsam haben sie ihr junges Alter und ihr künstlerisches
Interesse, sowie die Liebe zum Theater.</p>



<p>Woher der Name selbst kommt, weiß sie nicht genau, sagt sie
mir, doch sie hat dazu eine Theorie: es handelt sich um „Theater“ ohne „h“. Eine
Wortneuschöpfung quasi, ähnlich dem Wort „Täter“, was eine Anspielung auf „Tuende“
sein könnte. Also durchaus keine negative Konnotation, wie es das Wort „Täter“
oft inne hat, sondern eher das Handeln, das Aktiv-Sein sind hier gemeint.</p>



<p>Das Modular ist eine Sache, an der das Theter schon recht
lange mitwirkt. Die Projekte gestalten sich im Kollektiv immer recht
unterschiedlich, je nachdem, wer Zeit hat, welche Ideen (auch oft recht spontan
– wie das halt so ist, im Theater) hinzugegeben werden und welche Dinge gerade
verfüg- und verwendbar sind. Obwohl das Modular ein recht übersichtliches
Festival ist und damit keinen Höhepunkt im Jahreskalender des Theaters darstellt,
sind sie jedes Jahr aufs Neue dabei. Die Gründe sind verschieden: vom Zeigen
der Präsenz hin zu Verbindungen quer in der Augsburger Veranstaltungsszene. Man
kennt sich eben.</p>



<p>Franziska ist selbst noch nicht sehr lange beim Kollektiv und
war dieses Jahr das erste Mal auf dem Modular dabei. Sie sieht Potential auch in
den kommenden Jahren.</p>



<p>Das freie Ensemble war dieses Mal mit acht Leuten auf der
Bühne vertreten, insgesamt circa mit zwölf und das bei einer „dramatisch
inszenierten Tanzperformance“, bei der mit Interaktivität, Schwarzlicht und
Improvisation experimentiert wurde.</p>



<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" width="768" height="1024" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2019/06/IMG-20190623-WA0010-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-11454" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/06/IMG-20190623-WA0010-768x1024.jpg 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/06/IMG-20190623-WA0010-300x400.jpg 300w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/06/IMG-20190623-WA0010.jpg 1200w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption>Theaterkollektiv Theter in Kostümen auf dem Modular <br> <br>©&nbsp;  Franziska Rosenbaum</figcaption></figure>



<p>Aufführungsort war eine eigene, kleine Bühne abseits der
Main-Stage, welche vom zuständigen Team des Festivals selbst in einen wirklich
authentischen Tempel umgebaut wurde. Gegenstand der diesjährigen Performance
war eine Zeremonie, beziehungsweise eine Beschwörung. Das ganze sehr expressiv aufgeführt
und dargestellt. Gearbeitet wurde hierbei mit vielfältigen Elementen, so zum
Beispiel Theater-Übungen, die man als Schauspieler zur Steigerung der
Konzentration anwendet, im Jargon auch „Weiche Wahrnehmung“ genannt.</p>



<p>Das Spektakel auf der Bühne war unterhaltsam, aber gleichzeitig
auch sehr meditativ, erzählt Franziska und klingt dabei sehr angetan. Der
Ausgangspunkt der Vorstellung war eigentlich immer die Mitte der Bühne, da vom
Tänzer dort die entsprechenden Impulse ausgingen, die anschließend die anderen
Schauspieler miteinbezogen.</p>



<p>Das Konzept gleicht also einem Call-and-Response-Prinzip, in
dessen Verlauf die Beteiligten sehr auf sich gegenseitig achten müssen, da es
immer eine gegenseitige Interaktion gibt, bei der man auf die Impulse des
anderen reagieren muss, was für eine intensive Verbindung und somit auch eine
Interaktion auf Bewusstseinsebene sorgt.</p>



<p>Dieser rituell-anmutende Tanz sollte auch das Publikum vor der
Bühne mit einbeziehen, wobei einige der Tänzer auch in der Menge standen und
dann im Publikum anfingen zu tanzen, was sogar so weit ging, dass ein Mal
Bekannte mit einbezogen wurden, um die Zuschauer zum Mittanzen anzuregen, da es
nicht allen klar war, dass sie mitmachen durften.</p>



<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" width="768" height="1024" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2019/06/IMG-20190623-WA0003-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-11455" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/06/IMG-20190623-WA0003-768x1024.jpg 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/06/IMG-20190623-WA0003-300x400.jpg 300w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2019/06/IMG-20190623-WA0003.jpg 1200w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption>Schauspieler des Theter im Showoutfit im Profil<br> <br>©&nbsp; Franziska Rosenbaum</figcaption></figure>



<p>Die Reaktionen auf diese expressive und oftmals spontane
Darbietungsform fielen unheimlich gut aus: von Kindern, die mit offenem Mund
vor der Bühne stehen blieben, über positives Feedback, bis hin zum Erkanntwerden
auf der After-Show-Party.</p>



<p>Wenn ich Franziska frage, wie denn ihr eigenes Resümee vom diesjährigen
Modular mit seinem Flair ausfällt, dann sagt sie, dass sie sich wünsche früher
schon auf dem Festival gewesen zu sein. Obwohl man oft hören soll, dass die Location
dieses Jahr natürlich etwas unkonventionell war, da das Modular erstmalig am
Gaskessel stattfand und nicht an angestammtem Platz und es dadurch allgemein an
grüner Umgebung fehle, war dieses Jahr ein Erfolg. Sie fügt noch an, dass es
besonders interessant war, den Kontrast zu sehen, den das Modular bietet: von
verschiedenen Künstlern hin zu schönen Menschen, die sich extra für das
Festival herausgeputzt haben, die dann am Ende wie Pinguine unter Plastikponchos
zusammengedrängt stehen, da jeder durch aufgezogenes Unwetter nass wird.</p>



<p>Das Wetter macht eben vor nichts und niemandem Halt, auch
nicht vor dem Modular, doch dann kann man erst recht im Regen tanzen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2019/06/theter-ein-junges-freies-theaterkollektiv-auf-dem-modular/">Theter &#8211; Ein junges, freies Theaterkollektiv auf dem Modular</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>Mit Sokrates im Club</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Max Klein]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 15 Apr 2017 17:17:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[freiraum]]></category>
		<category><![CDATA[augsburg]]></category>
		<category><![CDATA[rezension]]></category>
		<category><![CDATA[theater]]></category>
		<category><![CDATA[Theter]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Einige Worte zu Theters und alles war ihr Schlaf War es nicht Umberto Eco, der mit Platon im Stripsteaselokal war? Bei dem Stück „und alles war ihr Schlaf“ war es ganz ähnlich, nur eben mit Sokrates im Club. Für ein...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Einige Worte zu Theters <em>und</em> <em>alles war ihr Schlaf</em></h2>
<p><figure id="attachment_9579" aria-describedby="caption-attachment-9579" style="width: 2048px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-9579" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2017/04/unspecified.jpg" alt="" width="2048" height="1424" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2017/04/unspecified.jpg 2048w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2017/04/unspecified-400x278.jpg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2017/04/unspecified-768x534.jpg 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2017/04/unspecified-1024x712.jpg 1024w" sizes="(max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /><figcaption id="caption-attachment-9579" class="wp-caption-text">Text: Max Klein &#8211; Fotos: Ines Flögel</figcaption></figure></p>
<p><em>War es nicht Umberto Eco, der mit Platon im Stripsteaselokal war? Bei dem Stück „und alles war ihr Schlaf“ war es ganz ähnlich, nur eben mit Sokrates im Club. Für ein Wochenende eigentlich nichts ungewöhnliches. Wer sich gelegentlich morgens um 5 im City Club rumtreibt, der wird wohl nicht das erste Mal mit einem antiken Philosophen auf der Tanzfläche gestanden haben.</em></p>
<p>Was sich Theter am Samstagabend bei ihrer Premiere von <em>und alles war ihr Schlaf</em> vornahmen, waren nicht die kleinen Fragen. Nein, Bescheidenheit war nicht das Motto. Sich im intellektuellen Bergwerk die Hände schmutzig zu machen, dagegen eher. Ein melancholisch-musikalisches Abenteuer mit abschließendem Hoffnungskonfetti. Was traurig begann, wollte sich zukunftsoptimistisch entschuldigen. Ein Stück voll von Intertextualität, das die ganz Großen befragt. Ein bisschen Mephistoglitzer hier, etwas Erlkönig da, ein schreiender Nietzsche und ein wegen der Eitelkeit auf Erden weinender Gryphius … Manchmal kommt es einem wie ein Philosophiegrundkurs mit Schnaps und ein bisschen Techno vor. „Wer das verlor // Was du verlorst, macht nirgends halt“. Überwiegend ist es fragmentarisch, etwas unübersichtlich, manchmal kryptisch. Nur der Anfang und das Ende scheinen einen Rahmen zu geben. Lieber Leser, du bist verwirrt? Wo ist anzufangen?</p>
<p>Der ganz eigen gebliebene City Club trifft auf Glas und Beton am rauchfreien Königsplatz. Ist dieses Bild schon Teil des Stücks? Leben! Ging es nicht irgendwie darum? Es ist die große Frage, die menschliche, allzu menschliche: Was macht unser Leben lebenswert? Wie gesagt, nicht ganz bescheiden. Aber ganz im Zeitgeist. Die postmoderne Welt: zerfallen und partikularisiert. So trifft sich das Subjekt vor einer entfremdeten Welt wieder, irgendwie allein und egoistisch und irgendwie siehst du „wohin du siehst, nur Eitelkeit auf Erden“. Moral ist historisch geworden, es gibt keine Wahrheit, die modernistische Alles-geht-Bewegung.</p>
<p>Aber Moment, das geht zu schnell! Das ist nur die halbe Wahrheit. Das Stück versucht Antworten zu finden. Vielleicht ist doch nicht alles so lässig nihilistisch, wie man manchmal glaubt. Ein kleines melancholisches Stück zu Beginn, netter Gesang, zynischer Herzschmerz. Plötzlich steht Sokrates auf der Agora und befragt im Sinne seiner Mäeutik die punktierte Masse. Ein kurzes Treffen tagtäglicher Gesichter in Gestalt einer altbekannten Studentin, ein Kasper, ein charmanter Engel und ein Gott, unser Gott, welcher Gott? Ein Ensemble das Antworten sucht und sie hofft zu finden. Nein, sie findet sie in der Hoffnung. Alles was unser Leben lebenswert macht, so die Schlusspredigt, ist Hoffnung. Die Hoffnung, dass alles sich im Wandel befindet und sich so auch -hoffentlich- doch ins Gute verwandelt. Es durchzieht unsere Gegenwart mit einem neoromantischen Glanz als Kontrast zum Glas unserer Handys. Erinnert manchmal an den Versuch des Soziologen Hartmut Rosa, der Rosonanz als eine Antwort auf die Lebensform des entfremdeten Individuums versucht zu geben.</p>
<p>Wer sich Samstagabend lieber mit anderen Dingen beschäftigt, mit seinen Freunden auf das (un-)beschwerte Leben anstoßen mag oder im Leid der existenzialistischen Freiheit Tränen vergießt, der lebe sein Leben, bitte, aber er verpasste eine Alternative eines sympathischen Ensembles.</p>
<p>Schaut vielleicht selbst und überlegt, was euer Leben lebenswert macht. Vielleicht ist das der einzig wirkliche Kommentar zu diesem Stück. Mehr Informationen und den&nbsp;aktuellen Spielplan findet ihr auf der&nbsp;<a href="http://theter.de/">Website des Ensembles</a>.</p>
<p><figure id="attachment_9580" aria-describedby="caption-attachment-9580" style="width: 1365px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-9580" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2017/04/unspecified-1.jpg" alt="" width="1365" height="2048" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2017/04/unspecified-1.jpg 1365w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2017/04/unspecified-1-267x400.jpg 267w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2017/04/unspecified-1-768x1152.jpg 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2017/04/unspecified-1-683x1024.jpg 683w" sizes="(max-width: 1365px) 100vw, 1365px" /><figcaption id="caption-attachment-9580" class="wp-caption-text">Fotos: Ines Flögel</figcaption></figure></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2017/04/mit-sokrates-im-club/">Mit Sokrates im Club</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>Von der Frage nach der Schuld</title>
		<link>https://presstige.org/2016/05/frage-nach-der-schuld/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Madeleine Londene]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 May 2016 14:21:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[freiraum]]></category>
		<category><![CDATA[Bahnwärter Thiel]]></category>
		<category><![CDATA[kritik]]></category>
		<category><![CDATA[kultur]]></category>
		<category><![CDATA[theater]]></category>
		<category><![CDATA[Theter]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Besuch  der Theateraufführung Bahnwärter Thiel im City Club, 15.05.2016 Die novellistische Studie Bahnwärter Thiel von Gerhart Hauptmann zählt zu den bedeutsamsten Werken des Naturalismus. Am 15. Mai 2016 brachte im Augsburger City Club eine junge Schauspieltruppe eine moderne Version des...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2016/05/frage-nach-der-schuld/">Von der Frage nach der Schuld</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2>Besuch  der Theateraufführung Bahnwärter Thiel im City Club, 15.05.2016</h2>
<p><strong>Die novellistische Studie Bahnwärter Thiel von Gerhart Hauptmann zählt zu den bedeutsamsten Werken des Naturalismus. Am 15. Mai 2016 brachte im Augsburger City Club eine junge Schauspieltruppe eine moderne Version des Klassikers in einer Inszenierung von Leif Eric Young auf die Bühne – wir waren für euch vor Ort und haben uns das ambitionierte Stück angeschaut.</strong></p>
<p><figure id="attachment_8794" aria-describedby="caption-attachment-8794" style="width: 756px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-8794 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2016/05/Theter-I.png" alt="Theter I" width="756" height="501" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/05/Theter-I.png 756w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/05/Theter-I-400x265.png 400w" sizes="(max-width: 756px) 100vw, 756px" /><figcaption id="caption-attachment-8794" class="wp-caption-text">Fotos: Franziska Gumpp, Ines Flögel</figcaption></figure></p>
<p>Thiel ist ein gewissenhafter und frommer Mann. Seit 10 Jahren verfolgt er zuverlässig den routinemäßigen Alltag eines einfachen Bahnwärters. Nachdem seine geliebte Frau Minna stirbt bleibt ihm nur noch sein Sohn Tobias, um den er sich aufopferungsvoll kümmert. Wenig später geht er erneut eine Ehe ein mit der Magd Lene, mit der er ein zweites Kind bekommt. Eine Abhängigkeit entsteht &#8211; Thiel fühlt sich seiner stämmigen Ehefrau physisch und psychisch unterworfen. Er ist sich bewusst, dass Lene seinen ersten Sohn keinerlei Beachtung schenkt und misshandelt, doch trotzdem greift er nicht ein. Seine Gewissensbisse quälen ihn während seiner Arbeit und führen dazu, dass er sich in Visionen flüchtet in der er seine angebetete Minna wiederaufleben lässt. Je mehr Lene beginnt, das Leben Thiels zu dominieren, desto weiter fühlt er sich seiner Position als sorgender Vater entzogen. Als schließlich Tobias unter der Aufsicht Lenes durch ein tragisches Zugunglück umkommt, gipfelt die zunehmende Entfremdung Thiels gegenüber seinem alltäglichen Leben in einer Katastrophe.</p>
<p><figure id="attachment_8795" aria-describedby="caption-attachment-8795" style="width: 756px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-8795 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2016/05/Theter-II.png" alt="Theter II" width="756" height="501" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/05/Theter-II.png 756w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/05/Theter-II-400x265.png 400w" sizes="(max-width: 756px) 100vw, 756px" /><figcaption id="caption-attachment-8795" class="wp-caption-text">Fotos: Franziska Gumpp, Ines Flögel</figcaption></figure></p>
<h3>Eine schwebende Konstruktion</h3>
<p>Am 15. Mai 2016, einem regnerischen Sonntag, führte das Ensemble „Theter“ die Geschichte des Bahnwärters Thiel im City Club Augsburg auf. Nur nahezu 40 Schaulustige passen in die sonst auf Techno spezialisierte Diskothek. Die Darstellergruppe ist eine wilde Mischung aus Studenten, Arbeitenden und Auszubildenden, die aber eines verbindet – die glühende Liebe zur Schauspielerei. Auch Leif Eric Youngs abstrakte und detailreiche Inszenierung legt den Schwerpunkt auf die Leidenschaft des Ensembles für die Bühne. Schon das erste Bühnenbild sorgt für Verblüffung, denn nach dem Fallen des Vorhangs ist nichts als eine weiße, stark beleuchtete Leinwand zu sehen. An den Ecken jedoch sind jeweils kreisrunde Löcher hineingeschnitten worden, durch welche die Köpfe der Schauspieler ragen. In der noch beschatteten Mitte steht ein oberkörperfreier Thiel, dessen Beine noch durch die Leinwand bedeckt sind.</p>
<p>Nach einer einführenden gesanglichen Einlage spielt die erste Viertelstunde  mit dem Wechsel zwischen den vier Eckpunkten der Leinwand. Die Köpfe der Zuschauer drehen sich von rechts nach links, von oben nach unten, um den leichtfüßigen Versen und chanson-artigen Gesängen des Ensembles zu folgen, dass allein über ausdrucksstarke Mimik und Stimme das Stück zum Leben erweckt. Als die Leinwand heruntergerissen wird ist die Überraschung dann jedoch groß: Die Akteure waren die ganze Zeit über mit Hilfe von einer selbstkonstruierten beigen Hängematte an einem großen Gerüst befestigt, die auch weiterhin praktisch schwebend ihre Rollen spielen. Am Boden zu den Füßen Thiels ist nun auch Tobias zu sehen. Im Hintergrund stehen zudem eine begabte Sängerin (wohlgemerkt Lene) und ein äußerst talentierter Schlagzeuger. Beide scheinen gleich Thiel den starren Blick in eine endlose Leere richten.</p>
<p><figure id="attachment_8796" aria-describedby="caption-attachment-8796" style="width: 756px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-8796 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2016/05/Theter-III.png" alt="Theter III" width="756" height="500" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/05/Theter-III.png 756w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/05/Theter-III-400x265.png 400w" sizes="(max-width: 756px) 100vw, 756px" /><figcaption id="caption-attachment-8796" class="wp-caption-text">Fotos: Franziska Gumpp, Ines Flögel</figcaption></figure></p>
<h3>Gestalten in Malerkitteln und ein halbnackter Wahnsinniger</h3>
<p>Die kraftvollen Schläge des Schlagzeugers und die sanfte Stimme der rothaarigen Lene verleihen der mittlerweile rotbeleuchteten Bühne eine bedrückende, aber emotionsvolle Aura. Diese eindrucksvolle Akustik, die unter anderem die Visionen Thiels untermalt, erfüllt den kleinen, dunklen Raum des Clubs vollständig. Die Leinwand wird mit roter Farbe beschmiert, wenn Thiel Wut, Angst und Verwirrung empfindet, und mit einem trüben, grauen Farbton bestrichen, wenn seine Betäubung oder das Erdulden von Lenes Schikanen und dem Tod seiner Minna dargestellt wird.</p>
<p>Um die ansonsten eher buchgetreue Vortragsweise aufzulockern, kommt eine weitere, ebenfalls in einem Maleranzug gekleidete Figur ins Spiel. Die bewusst moderne und ironische Ausdrucksweise des glatzköpfigen Mannes mit Flexbrille durchbricht die komplizierten und zum Teil schwer interpretierbaren Verse des Originalwerks, was das Publikum mit Lachen belohnt. Auch diese Figur ist es, die Tobias im Moment des Todes an der Hand nimmt und langsam aus dem Raum führt, um dessen Ende weniger makaber zu porträtieren. Daraufhin folgt ihm der mittlerweile manisch gewordene Thiel. Die Lichter erlöschen, die Musik verstummt. Mit ohrenbetäubendem Beifall und trampelnden Beinen wird das Theter Ensemble verabschiedet. Um die gelungene Inszenierung zu feiern, besteht anschließend die Möglichkeit, mit den Schauspielern bei einem Getränk ins Gespräch zu kommen. Wer letzten Endes Schuld trägt an Tobias Tod, die böse Lene oder Thiel &#8211; der selbst ein Produkt seiner Umwelt ist &#8211; bleibt den Zuschauern überlassen und gibt auf dem Nachhause Weg allen Grund zum Nachdenken. Damit gilt auf und auch neben der Bühne: ein Abend, der Grenzen sprengt.</p>
<blockquote><p><em>Weitere Aufführungen: </em></p>
<p><strong>Bahnwärter Thiel</strong><br />
Sonntag, den 12.06. um 19.00 Uhr<br />
Montag, den 25.07. um 20.30 Uhr<br />
Dienstag, den 26.07. um 20.30 Uhr<br />
Donnerstag, den 28.07. um 20.30 Uhr<br />
Freitag, den 29.07. um 20.30 Uhr</p>
<p><strong>Tschick</strong><br />
Montag, den 13.06. um 20.30 Uhr<br />
Dienstag, den 14.06. um 20.30 Uhr</p>
<p><strong>Gute Witze schlecht erzählt</strong><br />
Donnerstag, den 16.06. um 20.30 Uhr<br />
Donnerstag, den 21.07. um 20.30 Uhr</p>
<p>Ort: <a href="http://www.cityclub.name/">City Club</a>, Konrad-Adenauer-Allee 9, Augsburg / Königsplatz</p></blockquote>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2016/05/frage-nach-der-schuld/">Von der Frage nach der Schuld</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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