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	<title>Andi Germer, Autor bei presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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	<description>Das Magazin für Studierende der Universität und Hochschule Augsburg.</description>
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		<title>Kommentar zum Interview: Finanzielle Bildung für Frauen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andi Germer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 May 2022 09:19:48 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Kommentar von Andi zum Interview Finanzielle Bildung für Frauen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2022/05/kommentar-zum-interview-finanzielle-bildung-fuer-frauen/">Kommentar zum Interview: Finanzielle Bildung für Frauen</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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<p><em>Link zum Interview: <a href="https://presstige.org/2022/05/finanzielle-bildung-fuer-frauen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" title="Finanzielle Bildung für Frauen">Finanzielle Bildung für Frauen</a></em></p>



<p><em>Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um einen Kommentar, der die persönliche Meinung des Autors widerspiegelt.</em></p>



<p>Das Börsenforum Augsburg hat sich mit der Veranstaltung „Girls just wanna have Fun(ds)!“ ein nobles Ziel gesetzt. Aber den wahren Verliererinnen unserer patriarchalen Strukturen hilft ein Börsen-Crash-Kurs herzlich wenig. Während die zukünftigen Aktionärinnen Cocktails schlürfen und sich ihre manikürten Hände am Fingerfood fettig machen – praktischerweise gleich in den Räumlichkeiten der tecis Finanzdienstleistungen AG &#8211; bücken sich draußen Millionen Frauen beim Pfandflaschensammeln, um ihre kümmerliche Rente aufzubessern. <a href="https://www.diakonie.de/wissen-kompakt/armut-und-geschlecht">Und das deutlich öfter als Männer</a>, denn <a href="https://www.verdi.de/themen/nachrichten/++co++87e5258e-1639-11e3-a5ae-5254008a33df" class="broken_link">Armut ist weiblich</a>. Henle bezeichnete im Interview den Aktienhandel als <em>„eine der letzten Stufen des Feminismus“.</em> Ein fragwürdiges Zitat, vergisst sie dabei anscheinend völlig, dass für viele ärmere Frauen die ersten Stufen noch lange nicht genommen sind.</p>



<p>Aber ein Börsenforum interessiert sich natürlich nur für den reichen und schönen Teil der Gesellschaft, schließlich können die Konzerne, die hinter dieser Organisation stehen, mit armen Menschen kein Geld verdienen. Neben der bereits angesprochenen tecis Finanzdienstleistungen AG <a href="https://www.boersenforum-augsburg.de/partner/">finanzieren die „gemeinnützige“ Vereinsarbeit auch noch Firmen wie die bei Mietervereinen verhasste Patrizia AG</a>, welche durch ihre Spekulationen auf Wohnraum erheblich zur schlechten finanziellen Lage von Frauen im Alter beiträgt. Am Dachverband bvh <a href="https://www.bvh.org/homepage/partner.html" class="broken_link">beteiligen sich sogar so sympathische Unternehmen wie Blackrock oder das skandalträchtige Ernst &amp; Young</a>. Wer also denkt, eine Organisation wie das Börsenforum Augsburg verfolgt aufrichtig gemeinnützige Interessen, täuscht sich. Es geht einzig und allein um eines: die Anhäufung von Kapital.</p>



<p>Unter diesem Dogma ist eine neue Spießigkeit erwachsen, in der ein Viertel aller Erstwählenden ihr Kreuzchen bei der konservativen FDP setzt und anschließend ihre Freizeit damit verbringt, sich um das eigene Geld zu kümmern. Okay, wer drauf steht, ich habe auch komische Hobbys. Aber wenigstens schreibe ich mir dabei nicht groß „Feminismus“ auf die Flagge.</p>



<p>Mehr als ein auf-die-Flagge-schreiben können die Finanzhaie Augsburg e.V. aber nicht leisten, denn neoliberale Spießigkeit und emanzipatorischer Feminismus passen nicht zusammen. Das zeigt ein weiteres Top-Zitat von Henle: <em>„Wir Frauen haben im Leben einfach gewisse Herausforderungen wie Kinder kriegen und Ähnliches.“.</em> Autsch! Die Aufzählung „Herausforderungen für Frauen“ ist sehr lang, und „Kinder kriegen“ an die erste und einzige Stelle zu setzen schmerzt (Waren die zwei Lebensfragen einer Frau nicht <a href="https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/werbung-von-1954-eine-frau-hat-zwei-lebensfragen-15631106.html">was sie anziehen und was sie kochen soll</a>?). Aber unsere kleinen Aktienzocker:innen denken, Kinder kriegen ist die allerwichtigste Herausforderung für eine Frau, und daher behandeln sie das Thema „Investieren mit Schwangerschaft und Kind“ auch in einer Veranstaltung, die ausschließlich von Frauen besucht werden darf. Warum sollten sich Männer auch schon dafür interessieren? In einen Porsche passt schließlich kein Kindersitz.</p>



<p>Liebe Jungs vom Börsenforum Augsburg &#8211; ein Blick in euer <a href="https://www.boersenforum-augsburg.de/team/">Team</a> rechtfertigt das generische Maskulinum: Wenn euch die Emanzipation von Frauen durch finanzielle Bildung wirklich so am Herzen liegt, dann spart euch doch den Champagner-Feminismus und geht in die völlig überfüllten Frauenhäuser. Eure sexy Aktien kann sich dort niemand leisten, aber Schulungen zu Budgetierung oder den Grundlagen zum Online-Banking tragen weit mehr zur Gleichstellung aller Geschlechter bei, als eine unter dem Deckmantel der Emanzipation durchgeführte Werbeveranstaltung.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2022/05/kommentar-zum-interview-finanzielle-bildung-fuer-frauen/">Kommentar zum Interview: Finanzielle Bildung für Frauen</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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