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	<title>Petra Maier, Corinna Scherer, Katharina Pfadenhauer, Autor bei presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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	<description>Das Magazin für Studierende der Universität und Hochschule Augsburg.</description>
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	<title>Petra Maier, Corinna Scherer, Katharina Pfadenhauer, Autor bei presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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		<title>Internationales Wohnen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Katharina Pfadenhauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Jan 2015 17:00:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[weitblick]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Presstige-Redakteure erzählen von ihren Wohnerfahrungen im Ausland &#8220;Wer am Ende der Welt wohnt, meint, er wohne an ihrem Anfang&#8221;, sagt man in der Schweiz. Was uns das Zitat sagen soll? Geht man in ein anderes Land, muss man sich darauf einlassen. Von heute...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Presstige-Redakteure erzählen von ihren Wohnerfahrungen im Ausland</h2>
<figure id="attachment_6246" aria-describedby="caption-attachment-6246" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/12/Internationales-Wohnen_1200px.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-6246" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/12/Internationales-Wohnen_1200px.jpg" alt="Text: Petra Maier, Corinna Scherer &amp; Katharina Pfadenhauer – Foto: Katharina Pfadenhauer" width="1200" height="900" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/12/Internationales-Wohnen_1200px.jpg 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/12/Internationales-Wohnen_1200px-400x300.jpg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/12/Internationales-Wohnen_1200px-1024x768.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a><figcaption id="caption-attachment-6246" class="wp-caption-text">Text: Petra Maier, Corinna Scherer &amp; Katharina Pfadenhauer – Foto: Katharina Pfadenhauer</figcaption></figure>
<p><strong>&#8220;Wer am Ende der Welt wohnt, meint, er wohne an ihrem Anfang&#8221;, sagt man in der Schweiz. Was uns das Zitat sagen soll? Geht man in ein anderes Land, muss man sich darauf einlassen. Von heute auf morgen befindet man sich in einer neuen Stadt, neuen Umgebung, neuen Wohnung – und entdeckt die Vorteile und Vorzüge dabei manchmal erst auf den zweiten Blick.</strong></p>
<h3>Hostel-Leben in Neuseeland</h3>
<p>Text: Petra Maier</p>
<p>Nach dem Abi verbrachte ich fünf Monate in Neuseeland. Die meiste Zeit davon wohnte ich in verschiedenen Hostels. Das Leben in der Jugendherberge erinnert oft an ein Ferienlager: Man teilt sich ein winziges Zimmer mit vielen Gleichgesinnten aus aller Welt, abends kocht man zusammen für die ganze Mannschaft und ab und zu unternimmt man gemeinsam Ausflüge zu den Attraktionen in der Nähe. Natürlich lernt man dabei viele interessante Leute kennen. Nachdem man bereits einige Wochen im selben Zimmer wohnt, jeden Tag gemeinsam zum Arbeiten aufs Feld fährt und alle Mahlzeiten zusammen einnimmt, werden aus Fremden schnell Freunde. Andererseits hat das Wohnen im Hostel auch seine Schattenseiten: Manchmal hat man Pech und teilt sich das Zimmer mit einer Horde schnarchender Typen, die nachts betrunken in den Raum torkeln und sehr viel Krach machen. Und dann gibt es natürlich noch diejenigen, die nie abspülen, sodass man morgens erst mal ewig nach einer sauberen Tasse suchen muss. Im Großen und Ganzen ist das Leben im Hostel aber aufregend, weil man so viele verschiedene Menschen trifft. Dass mit Hostels oft schmutzige, überfüllte Schlafsäle assoziiert werden, ist übrigens nicht gerechtfertigt. In manchen Hostels gibt es sogar einen Pool, einen Billardtisch oder auch ein Badezimmer en-suite.</p>
<h3>Wohnheim in Norwegen</h3>
<p>Text: Corinna Scherer</p>
<p>Als ich meine Bewerbung für ein Erasmus-Semester in Norwegen abschickte, konnte ich zwischen zwei Wohnformen im Studentenwohnheim wählen: Zum einen ein möbliertes Einzelzimmer, bei dem man sich ein Badezimmer mit einer weiteren Person und die Küche mit etwa sechs weiteren Personen teilt, zum anderen ein möbliertes Einzelapartment mit eigenem Bad und Küche. Hauptsächlich wegen der erheblich günstigeren Miete entschied ich mich für das Zimmer mit geteiltem Bad und Gemeinschaftsküche. Es war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte. Wollte ich mich zurückziehen, hatte ich mein eigenes Zimmer, fühlte ich mich mal allein oder wollte nur unter Menschen sein, traf ich fast immer jemanden in den Küchen an. Die Gemeinschaftsküchen waren das Herz unserer internationalen<br />
Gemeinschaft. Oft kamen wir dort zusammen, um gemeinsam zu kochen, Tee zu trinken oder Partys zu feiern. Wäre meine Entscheidung auf ein Einzelapartment gefallen, hätte ich wahrscheinlich nur halb so viele<br />
Freundschaften geknüpft und nichts von dem pulsierenden Wohnheimsleben mitbekommen.</p>
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<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/12/Cover.jpg" alt="" /></td>
<td><strong>Ausgabe 27: Wohnen</strong>Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 27 unseres gedruckten Magazins.</p>
<ul>
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<li><a href="http://presstige.org/tag/wohnen/">Der Schwerpunkt Wohnen</a></li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<h3>Über den Dächern Roms – abgeschottet und atemberaubend</h3>
<p>Text: Katharina Pfadenhauer</p>
<p>Google Maps ist nur die halbe Wahrheit. Das ist die auf den Punkt gebrachte Bilanz meines „internationalen Wohnens“. Un’estate italiana mitten in Rom dachte ich, aber es wurde zu einem esercizio fisico gianicolese. Mein WG-Zimmer, welches auf Google Maps recht gut gelegen aussah, befand sich mitten auf dem Gianicolo, einem der sieben Hügel Roms. Eigentlich eine traumhafte Gegend – wenn man das nötige<br />
Kleingeld fürs Taxi hat. Denn nachts mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause zu kommen, war unmöglich. Und selbst das scheint mir in der Retrospektive noch untertrieben zu sein. Auch tagsüber war es eine Herausforderung, mit Bus oder Bahn vom Gipfel des Hügels zu seinem Fuße zu gelangen. Und so lief ich morgens meistens zu Fuß in die Arbeit. Heute, zurück in München, zurück an der Uni Augsburg, zurück in der Bibliothek, ist der tägliche Spaziergang über die Aussichtsplattform des Gianicolos, wenn die Bordsteine noch hochgeklappt sind und sich die Sonne etwas verschlafen und diesig über die ockerfarbenen Dächern legt, eines jener Dinge, die ich mitunter am meisten vermisse. Irgendwann kam der Punkt, an dem ich dankbar war für meinen abgelegenen Wohnplatz. So konnte ich zumindest für Augenblicke der „ewigen Stadt“ und der vor allem ewig stressigen Stadt den Rücken kehren. Von oben auf sie herabblickend, umgab mich nichts außer dem Zirpen der Grillen, dem Rauschen in den Wipfeln der Pinienbäume und dem Gezwitscher der Vögel. Keine Touristenmassen! Keine Pilger! Ruhe! Durchatmen! Wohnung aufsperren!</p>
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		<title>Groß und mächtig, schicksalsträchtig</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Katharina Pfadenhauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Jan 2015 08:00:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[weitblick]]></category>
		<category><![CDATA[berg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Über den Mythos Berg „Aufi zu die Stanahüpfen, aufi zu die Bergesgipfel, ziagt‘s mi halt mit aller G‘walt. Der Berg schickt ma sein‘ Gruaß. Aufi muass i, i muass“. Schlange stehen auf dem Weg in die Todeszone. Expeditionen auf den...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Über den Mythos Berg</h2>
<figure id="attachment_5952" aria-describedby="caption-attachment-5952" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/12/berge_1200.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-5952 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/12/berge_1200.jpg" alt="" width="1200" height="584" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/12/berge_1200.jpg 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/12/berge_1200-400x194.jpg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/12/berge_1200-1024x498.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a><figcaption id="caption-attachment-5952" class="wp-caption-text">Text: Katharina Pfadenhauer – Illustration: Sandra Deyerler</figcaption></figure>
<p>„Aufi zu die Stanahüpfen, aufi zu die Bergesgipfel, ziagt‘s mi halt mit aller G‘walt. Der Berg schickt ma sein‘ Gruaß. Aufi muass i, i muass“. Schlange stehen auf dem Weg in die Todeszone. Expeditionen auf den Mount Everest sind inzwischen zum Touristen-Run geworden. Seit jeher zieht es Menschen rauf zu den schwarzen Wolken und Gesteinsmassiven, um die sich zahlreiche Mythen und Legenden ranken. So wie den „Bua“, der in dem Musical „Der Watzmann ruft“ – aus dem die Zeilen eingangs stammen – seinen Vater darum bittet, ihn „ziehen zu lassen“.</p>
<p>„Well, George, we knocked the bastard down“. Als Edmund Hillary und Tenzing Norgay, die beiden Erstbesteiger des Mount Everest, am 29. Mai 1953 vom Gipfel zurückkamen, begrüßten sie George Lowe, einen neuseeländischen Freund am Südsattel mit diesen Worten. Fünfzehn Minuten verbrachte Ed Hillary zusammen mit dem nepalesisch-indischen Sherpa auf dem höchsten Punkt der Erde. Mittags um halb zwölf. Der Himmel war fast schwarz. Der gläubige Sherpa soll auf die Knie gefallen sein, um im Schnee auf 8848 Meter Höhe persönliche Dinge für die Götter zu vergraben. Denn nach Vorstellung des Sherpa-Bergvolks sind Berge von Göttern bewohnt, die es günstig zu stimmen gilt.</p>
<h3>Vom Wolpertinger zum König Watze</h3>
<p>Ob im Wallis, in Tirol, Slowenien oder dem Himalaya kulturübergreifend finden sich ähnliche Vorstellungen darüber, dass weit über den Pässen überirdische Mächte – gute wie böse – walten. Arme Seelen, böse Geister, die auf den eisbedeckten Gipfeln ihr Unwesen treiben. Wo sonst als in den schwer zugänglichen Gebirgsregionen sollten sich derart unheimliche Gestalten verstecken: Mysteriöse Tiere wie der Wolpertinger, der die Angriffslust und Stärke eines Wolfes besitzt, aber grazil und beweglich ist wie ein Reh. Spuren im Schnee, die nicht von Menschen stammen können. Der Titan Atlas, der im Kampf gegen die Götter des Olymps in ein Gebirge verwandelt wurde. Bauern, die beim Melken einen kleinen Rest für den Geißfüßler im Euter ließen. Man versuchte, Schuldige für die widrigen und bedrohlichen Bedingungen auf den Gebirgspässen und die unerklärlichen Phänomene und Unglücke zu finden. Wetterwechsel, Lawinen, dünne Luft, Steinschlag – all das ging nicht selten mit Todesfolge einher. Schicksalsmächtige Gestalten waren Erklärungen dafür, warum die Bergweiden der Almbauern zu Geröllfeldern wurden, warum Wetterleuchten ohne dazugehörenden Donner auftrat, warum es in den Allgäuer Alpen „bramselt“, wenn es vor elektrischer Spannung knistert. „Dort, wo man schlecht hinkommt und nur mühsam hindenken kann, beginnt das Reich der Geister“, schreiben die Autoren Veronika Straaß und Claus-Peter Lieckfeld.</p>
<p>„Um seinen Gipfel jagen Nebelschwaden. Ein Donnern schickt er oft ins Tal und dann schaudert‘s alle auf a‘mal. Wenn er donnert, Gott behüt‘. Der Berg, der kennt koa Ei‘sehn. Watzmann, Watzmann, Schicksalsberg“.</p>
<p>Der Watzmann, 2.713 Meter hoch, ist Berchtesgadens Schicksalsberg. Hunderte Tote forderte er, die meisten davon in der Ostwand, die früher für die Anwohner unüberwindbar war. Vor allem ihre Länge und die schwierige Orientierung im Fels wurden und werden vielen zum Verhängnis. Mit dem Watzmann-Musical hielten der Ruf des grausamen Berges und die König-Watzmann-Sage schließlich Einzug in die Popkultur: Einst herrschte König Watze über das Berchtesgadener Tal. Er galt als grausam und verschlagen, verwüstete zusammen mit seiner Familie die Felder der Bauern, drangsalierte seine Untertanen. Als eine Bauernfamilie mit Hirtenhund und Herde Opfer seiner Meute wurde, verfluchte die Bäuerin den König. Seitdem thront der König mit seiner Familie versteinert über dem Berchtesgadener Land. Die Stelle, an der der Hirtenhund in den Tod stürzte, kennt man als Hundstod. Das Blut der Königsfamilie floss im Königssee zusammen.</p>
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<table style="background-color: transparent;" width="100%">
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<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/12/Cover.jpg" alt="" /></td>
<td><strong>Ausgabe 27: Wohnen </strong>Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 27 unseres gedruckten Magazins.</p>
<ul>
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</ul>
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<h3>Die Anziehungskraft der Berge und der Grenzerfahrungen</h3>
<p>Der Berg, das Unwirtliche und Ausgesetzte, seine Legenden und Sagen üben seit jeher eine Anziehungskraft auf Menschen aus. Berge stehen für Ewigkeit, Unveränderlichkeit, Standhaftigkeit, Freiheit. Extrembergsteiger suchen oftmals die Gefahr am Berg. Ob es die legendäre Eiger-Nordwand ist, die sie bezwingen wollen oder die Todeszone, den Höhenbereich oberhalb 7.000 Meter, in die sie sich ohne Sauerstoffmaske begeben. Wer an seine Grenzen und darüber hinausgeht, möchte einen Zustand erreichen, den der ungarische Psychologe Mihály Csíkszentmihályi mit „Flow“ beschreibt: Man sei im Einklang mit dem, was man tut. Nur der Augenblick zählt. Der Körper setzt in diesen Momenten Endorphine frei, die Schmerz und Hunger unterdrücken, euphorisch machen und Ängste lösen. Grenzgänger entwickeln eine Art „Angstlust“, die süchtig machen kann, hat man sie einmal erlebt. Über seine erste Grenzerfahrung hat Edmund Hillary übrigens lange Zeit nie alles erzählt. Erst in dem 2001 erschienenen Buch „Die Abenteuer meines Lebens“ veröffentlichte er ein unbekanntes Detail, was damals auf dem Gipfel noch geschehen ist: Weil Höhenbergsteiger viel trinken müssen, da sonst das Blut unnötig dick wird, musste die Flüssigkeit vor dem Abstieg raus. Also erleicherte sich Edmund Hillary als erster Mensch der Welt auf dem höchsten Punkt der Erde. Wenn der Berg einen ruft, sagt man, höre dieses Rufen niemals auf. So musste am Ende auch der Bergbauer im Watzmann-Musical seinen „Bua“ schweren Herzens ziehen lassen – wohlwissend, welches Schicksal ihn dort oben ereilen würde:</p>
<p>„Viel‘ hat‘s scho‘ ‘packt, an Berg aufi g‘lockt. G‘folgt san‘s ihm tapfer, aber der Berg, der will sei‘ Opfer“.</p>
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		<title>Reiseziele und ihre Spleens</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Katharina Pfadenhauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Aug 2014 13:12:24 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Presstige goes Europa-wärts – und nimmt euch mit. Wir Augsburger befinden uns in der tollen Lage, in nur wenigen Stunden an endlosen Stränden, weitläufigen Bergketten oder bedeutenden Metropolen zu sein. Für Unentschlossene, die so kurz vor den endlich anrollenden Semesterferien...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/08/reiseziele-und-ihre-spleens/">Reiseziele und ihre Spleens</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Presstige goes Europa-wärts – und nimmt euch mit. Wir Augsburger befinden uns in der tollen Lage, in nur wenigen Stunden an endlosen Stränden, weitläufigen Bergketten oder bedeutenden Metropolen zu sein. Für Unentschlossene, die so kurz vor den endlich anrollenden Semesterferien noch nicht wissen, wo es hingehen soll, haben wir vier europäische Länder im Schnellcheck:</strong></p>
<h3 style="text-align: justify;"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/07/Italien-1.jpg"><img decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4811" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/07/Italien-1.jpg" alt="Italien-(1)" width="800" height="600" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/07/Italien-1.jpg 800w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/07/Italien-1-400x300.jpg 400w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a>Italien</h3>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/07/Italien-2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-4812" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/07/Italien-2.jpg" alt="Italien-(2)" width="300" height="400" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/07/Italien-2.jpg 600w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/07/Italien-2-300x400.jpg 300w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a>Die Menschen in dem Land, das einem Stiefel zum Verwechseln ähnlich sieht, ernähren sich gefühlt ausschließlich von Pizza und Pasta – und zum Nachtisch gibt’s Tiramisù oder Gelato. Klar! Trotzdem sind sie (vor allem die Italienerinnen) offenbar so schmal und zierlich gebaut, dass man, will man in Italien Kleidung kaufen, schon mal im Voraus alles zwei Kleidernummern größer aussuchen sollte. Ach ja, immer diese ewigen Vorurteile. Insgeheim finden wir Italien eigentlich ziemlich toll – das erklärt auch, warum das Land eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen ist. Und das zu Recht! Schließlich ist für jeden (Urlaubs-)Geschmack etwas dabei: Ob Sonnenanbeter, Kultursüchtige oder Adrenalinjunkies – in Bella Italia gibt es sowohl wunderschöne Strände, bedeutsame historische Metropolen, jede Menge Kultur und auch Berge haben sie, mal ganz abgesehen von den sonstigen Naturwundern (zum Beispiel dem Vesuv). Was will man da mehr? Bei so viel Auswahl und Abwechslung bleibt einem manchmal wirklich nur die Qual der Wahl: Pizza oder Pasta?<a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/07/Griechenland-3.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4810" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/07/Griechenland-3.jpg" alt="Griechenland-(3)" width="1200" height="900" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/07/Griechenland-3.jpg 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/07/Griechenland-3-400x300.jpg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/07/Griechenland-3-1024x768.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a><span style="font-family: Oswald, Georgia, sans-serif; font-size: 1.17em; line-height: 1.5em;">Griechenland</span></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/07/Griechenland-2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-4809" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/07/Griechenland-2.jpg" alt="Griechenland-(2)" width="300" height="225" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/07/Griechenland-2.jpg 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/07/Griechenland-2-400x300.jpg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/07/Griechenland-2-1024x768.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a>Wie viel Gyros könnte man wohl vom Euro-Rettungsschirm kaufen? Spaß bei Seite, mit Mathe kann eh keiner was anfangen, deshalb ab nach Griechenland. Nicht nur, weil sie unseren Tourismus verdient haben, sondern, weil Griechenland so sehr wie kein anderes Land Sehnsüchte nach Sommer und Salzkruste auf der Haut in uns weckt. Nirgendwo sonst sind weiße Häuser mit blauen Dächern und Fensterläden vor farblich passendem, zutiefst blauem Meer und dem leisen Klirren der Muschelwindspiele über den Türen so schön wie in Griechenland. Nirgendwo sonst gibt es so viele gute Oliven, griechischen Salat und griechischen Joghurt. Nirgendwo sonst wird so rhythmisch Sirtaki getanzt und ausgelassen Ouzo getrunken. Nirgendwo sonst hat das olympische Feuer so hell gelodert wie auf dem antiken Olymp. Nirgendwo sonst wurde je so viel philosophiert wie in der Wiege der Demokratie am Rande Europas. Und kein Land kann mit so vielen Göttern und Helden aufwarten, wie, genau: die Griechen. Spider-, Super-, Batman, wer war das noch? Zeus, Apollo, Artemis, Herakles und Odysseus geben hier den Ton an. Nicht umsonst gelten die Griechen, die auch mit zu den gastfreundlichsten Völkern zählen, als besonders stolz und zäh – sie wissen eben, dass Heldentum unsterblich macht.</p>
<h3 style="text-align: justify;"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/07/Niederlande-3.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4804" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/07/Niederlande-3.jpg" alt="Niederlande-(3)" width="1200" height="800" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/07/Niederlande-3.jpg 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/07/Niederlande-3-400x266.jpg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/07/Niederlande-3-1024x682.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a>Niederlande</h3>
<p style="text-align: justify;">„Zee“ ist „Meer“ und „Meer“ ist „See“? Wer Holländisch lernen möchte, darf sich nicht in die Irre führen lassen! Denn obwohl die Sprache der Niederländer manchmal stark dem Deutschen ähnelt (was Hin und Wieder auch wirklich sehr lustig sein kann &#8211; lest unbedingt mal eine Bauanleitung oder Ähnliches auf Niederländisch!), gibt es doch deutliche Bedeutungsunterschiede. Und auch das Land selbst hat besondere Eigenschaften. Zum Beispiel befindet sich ein Viertel der niederländischen Fläche unter dem Meeresspiegel und die höchste Erhebung des Festlandes liegt bei gerade mal 322,5 Metern (zum Vergleich: Die Zugspitze, der höchste Berg Deutschlands hat eine Höhe von 2962 Metern). Fahrrad fahren in den Niederlanden ist also wirklich sehr entspannt. Am besten auf einer der zahlreichen kleinen Inseln, die sich im Ijsselmeer finden lassen. Dann dauert es nämlich manchmal gar nicht lange, bis man einmal die komplette Insel überquert hat. Auf diese Inseln gelangt man im Idealfall mit einem kleinen Segelboot – ein Erlebnis, dass man unbedingt einmal gemacht haben sollte.</p>
<h3 style="text-align: justify;"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/07/Oesterreich.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4807" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/07/Oesterreich.jpg" alt="Oesterreich" width="1200" height="800" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/07/Oesterreich.jpg 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/07/Oesterreich-400x266.jpg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/07/Oesterreich-1024x682.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a>Österreich</h3>
<p style="text-align: justify;">Okay, liebe Nachbarn, wir geben es ja zu. Marcel Hirscher ist der beste Slalomfahrer!! Keine Sorge, wir wollen diesmal auch gar nicht an eurem beste-Skination-der-Welt-Ego kratzen. Nein, wir wollen sagen, wie schön es bei euch ist. In ein paar Monaten fallen wir eh schon wieder bei euch ein, wie die Heuschrecken – sobald Venediger, Dachstein, Großglockner, Kitzsteinhorn und Stubaier Gletscher ihr weißes Kleid über gestreift haben und ihr uns Piefkes selbst mit gesalzenen Liftpreisen und Vignettenpflicht nicht abschrecken könnt. Österreich, du bist unwiderstehlich! Ehrlich: Mozart(kugeln), Franz und Sissi, Wiener Dialekt, Festspiele, Avatar, atemberaubende Natur (die nicht nur Berge, sondern auch wunderschöne Flüsse und Seen zu bieten hat), Christoph Waltz und selbstverständlich: Kaiserschmarrn und Almdudler. Es gibt eigentlich nichts, was du nicht hast: In Salzburg findet man die schönsten Dirndl, am Arlberg die besten Tiefschneehänge, in Tirol die schaurigsten Perchten, in Wien Philosophie, Kultur, die beste Sachertorte und kosmopolitischen Flair. In Kitzbühel trifft man auf die neuesten Schönheits-OP-Trends, die exklusivste Pelzmode und die besten Golfplätze &#8211; ach ja, und unseren Kaiser. Nur über den Austro-Pop, darüber sollten wir vielleicht irgendwann nochmal reden. Aber ja, sogar den Eurovision-Song-Contest gönnen wir euch von Herzen. &#8230;wobei, jetzt fällt‘s uns zum Schluss doch noch ein: Wir haben leider das bessere Bier als euer Zipfer!</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/08/reiseziele-und-ihre-spleens/">Reiseziele und ihre Spleens</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>Brust raus, Hintern rein!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Katharina Pfadenhauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 26 Jul 2014 08:15:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[friedberg]]></category>
		<category><![CDATA[sport]]></category>
		<category><![CDATA[sportwoche]]></category>
		<category><![CDATA[wakeboard]]></category>
		<category><![CDATA[wasserski]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Man sieht sie nicht nur auf Pisten und Tiefschneehängen in Überzahl, sie haben auch die Welt des Wasserskis frisiert: Boarder. Entstanden Ende der 80er Jahre als Zeitvertreib für gelangweilte Surfer, weil gerade mal Flaute war, hat sich das Wakeboarden zu...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/07/wasserski-friedberg/">Brust raus, Hintern rein!</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Man sieht sie nicht nur auf Pisten und Tiefschneehängen in Überzahl, sie haben auch die Welt des Wasserskis frisiert: Boarder. Entstanden Ende der 80er Jahre als Zeitvertreib für gelangweilte Surfer, weil gerade mal Flaute war, hat sich das Wakeboarden zu einer Sportart mit internationalem Wettkampfcharakter entwickelt.  <a href="http://www.chill-and-wake.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wakeboarden in Friedberg</a>:</strong></p>
<p>Obwohl ich schon einige Jahre auf dem Buckel habe, bin ich noch ziemlich drahtig und schleppe jedes Jahr um die 10.000 Menschen mit mir mit. Für meine 45 Jahre habe ich mich nämlich ziemlich gut gehalten und besitze verblüffend viel Power. Das funktioniert auch deshalb, weil man sich verantwortungsvoll, regelmäßig, aufwändig und liebevoll um mich kümmert. Ich stehe quasi unter Dauerbeobachtung, bei der mein Status Quo laufend gewartet wird: Leinen auskuppeln, Mitnehmer überprüfen und gegebenenfalls nachstellen. Umlaufseile auf Bruchstellen kontrollieren. Ich bin der Lift.</p>
<p>Frisch geölt kreise ich immerzu um mich selbst. Vielleicht etwas eitel, mag sein. Aber dafür nehme ich auch jeden, wirklich jeden, mit. Das ist es auch, was mir an mir selber so gut gefällt: Dass ich in keine Schublade passe. Was, nebenbei bemerkt, bei einer Umlauf-Länge von 900 Metern ohnehin nicht einmal metaphorisch vorstellbar wäre. Denn neben Anfängern, die oftmals von mir eher durchs Wasser geschleift werden, klemmen sich auch Profis meine Hanteln unter die Arme und lassen sich die Gischt ins Gesicht spritzen, wenn sie sich meterweit in die Höhe katapultieren oder über Rails und Schanzen springen. Dass ich im Vergleich zu anderen Anlagen ein ganz besonderes Flair besäße, sagt Sascha Friedrich, der neben kaufmännischen Tätigkeiten, Liftbedienung und Technik unter anderem auch für die Anfängereinweisung zuständig ist. „Es geht grundsätzlich ziemlich familiär und freundlich zu und ist für jede Altersklasse und jedes Fahrniveau geeignet.“</p>
<h3>Weiche Knie, aber Durchhalten zahlt sich aus</h3>
<p>Bei dem, der da am Rand steht &#8211; &#8230;das wird eh nichts! Zurecht relativiert Sascha solche Vorurteile, wenn er sagt: „Jedem Anfänger wird hier solange geholfen, bis er es kann. Wakeboarden kann eigentlich jeder lernen und grundsätzlich versuchen einem alle Fahrer, auch die Profis, Tipps zu geben.“ Sehr anfängerfreundlich soll ich sein, sodass ich manchmal selbst überrascht bin. „Das ist an anderen Wakeboardanlagen nicht so. Da kann’s für Anfänger zum Teil eher ungemütlich werden. Und es geht dort oft ums Geld“, sagt Sascha.</p>
<p> [<a href="https://presstige.org/2014/07/wasserski-friedberg/">See image gallery at presstige.org</a>] </p>
<p>Ich selber kann allerdings schon auch ungemütlich werden. Bei Geschwindigkeiten von 30 bis 49 Stundenkilometern verzeihe ich, wenn‘s drauf ankommt, keine Fehler. Und wer meint, mit mir beim ersten Mal ungeniert flirten zu können, der hat sich getäuscht. Selbstbewusst kann ich von mir behaupten, dass beim ersten Kennenlernen die meisten weiche Knie bekommen und sich nach den ersten sturzträchtigen Runden eher wie ein Crash-Test-Dummy fühlen. Bei mir muss man eben etwas Geduld aufbringen. Als das beste Beispiel für derartiges Durchhaltevermögen kann vermutlich sie gelten: Sabrina Schreiber. Bis sie das erste Mal auf dem Wasser stand, hat es ungeschönte 354 Starts gebraucht. Letztes Jahr hat sie, hier am Friedberger See, die Süddeutsche Meisterschaft gewonnen.</p>
<blockquote><p>Die Semesterferien stehen an und wir verabschieden uns in den Urlaub: Höchste Zeit also, einmal über sportliche Ertüchtigung nachzudenken. Die presstige-Redaktion macht sich fit für den Sommer mit Beiträgen rund um den Schwerpunkt Sport. Macht mit und schaut euch alle gesammelten Beiträge <a href="http://presstige.org/tag/sportwoche/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> an.</p></blockquote>
<p>Als eine der ältesten Liftanlagen der Welt kann ich aus Erfahrung sprechen, wenn ich behaupte, dass Neueinsteigern das Wasserskifahren zunächst leichter fällt. Sascha meint, im Durchschnitt lernt man es in zwei bis drei Stunden: „Weil die Umsetzung schneller ist und man leichter ein Gefühl für’s Wasser bekommt.“ Beim Wakeboarden sei das anders, da gebe es keine Garantie. „Aber in der Regel brauchen die Leute etwa zehn bis fünfzehn Starts, bis sie fahren“, beziffert Sascha dann doch die durchschnittliche Anfängerversuchsquote &#8211; und der muss es wissen, schließlich spricht auch er aus Erfahrung: „Für die Anfänger machen wir eine Fehleranalyse und sagen ihnen, was sie falsch machen oder woran sie unbedingt denken müssen.“ Bei vielen sei das Problem, dass sie einfach noch kein gutes Gefühl für Zugkraft und Geschwindigkeit hätten. Und dann gibt es natürlich auch die, die erst einmal Angst haben und „gegenhalten“.</p>
<h3>Von der Turngruppe zum „three-sixty“</h3>
<p>Ohne gestreckte Arme und Körperspannung geht bei mir aber leider gar nichts. Ansonsten: Brust raus, Hintern rein, Hantel auf Beckenhöhe, dann sollte es schon irgendwann klappen. Ich höre das den Sascha inzwischen wie vom Band sagen: „Wasser ist wie Glatteis. In dem Moment, in dem man die Hantel mit den Armen ran zieht, fällt man nach hinten um.“</p>
<p>Nach hinten umgefallen ist auch Jane Faaß schon, als sie sich vor 12 Jahren das erste Mal aufs Brett gestellt hat. Seitdem sie mich vor einigen Jahren dann zusammen mit ihrer Turngruppe gemietet hatte, besucht sie mich fast täglich. Schon sehr bald wollte sie es wissen und ist das erste Mal auf einen Kicker, eine Absprungrampe im Wasser, zugesteuert: „Ich hatte auf jeden Fall Respekt, weil es ganz schön steil in die Luft geht. Ich bin mindestens zehn Mal angefahren und habe kurz vorher wieder abgestoppt“. Irgendwann ist sie doch gesprungen &#8211; „und nicht hingefallen!“ Für Jane, die sonst gern Snowboard und Ski fährt, bin ich in der schneefreien Zeit zu einer guten Alternative zum Winter geworden. Bei mir hat sie so ziemlich alles gelernt: von der richtigen Haltung, über das Beschleunigen auf dem Wasser und Sprüngen, wie einem 450 oder 180, bis hin zur gekonnten Landung. Wie sie das gemacht hat? „Am hilfreichsten ist es, Tipps von denen anzunehmen, die einem sagen können, ob man die Anfahrt auf einen Kicker schneller, früher oder langsamer gestalten sollte. Ob man genug mit den Knien abfedert oder die Position verändern muss, und so weiter. Und sich natürlich von ihnen abschauen, wie man‘s richtig macht.“ Dadurch, dass ich mit rund 900 Metern ein recht langer Lift bin, sagt Jane, hat man auch relativ viel Zeit, verschiedene Tricks auszuprobieren &#8211; so, wie sie derzeit den „three-sixty“. Um das irgendwann zu schaffen, gibt es eigentlich nur ein Rezept: fahren! Dem kann auch Sascha Friedrich zustimmen: „Um richtig gut zu werden, wird man um eine Saisonkarte nicht herumkommen.“</p>
<h3>Spektakulärer, höher, trickreicher</h3>
<p>Na gut, vielleicht mag ich jetzt den Eindruck erwecken, primär anfängerfreundlich und gutmütig zu sein. Das bin ich auch. Aber nicht nur. Ich kann schon auch gemein sein. Beispielsweise, wenn ich plötzlich in der Kurve beschleunige und das Seil zu straff gespannt ist. Dann heißt es meistens: Servus, Tauchstation, ab ins Wasser. Okay, bei den meisten Anfängern, gewiss nicht bei den Profis! Spektakulärer, höher, trickreicher &#8211; die „Prorider“ wissen ganz genau, wie sich mich anpacken müssen. Dennis Wörle zum Beispiel. Schönwetterfahren ist was für andere: 2009 gewann er die Süddeutsche Meisterschaft in der Jugendklasse, stand unter anderem bei der Deutschen Meisterschaft schon mit auf dem Treppchen und hat auch in der Männerklasse („Open Men“) Trophäen mit nach Hause genommen. Wenn er nicht selbst auf dem Wasser ist, teilt er Hanteln aus, gibt Neulingen Starthilfe und trainiert die Jugend vor Ort.</p>
<p>Überhaupt, wer bei mir schon alles mitgefahren ist! Immer wieder bin ich auch Austragungsort für Meisterschaften und Wettkämpfe, zuletzt Ende Juni für den „Schwabenpokal 2014“. Eines muss ich in diesem Zusammenhang loswerden: Bei waghalsigen Sprüngen will ich mir nichts vorwerfen lassen. Wer bei mir in die Luft will, tut das auf eigene Verantwortung und muss seine persönliche Ausrüstung &#8211; inklusive Helm – haben, die er, wenn er will, gegen eine Mietgebühr dauerhaft bei mir unterstellen kann. Denn auch wenn Wakeboarden recht ungefährlich erscheinen mag, es zählt doch zu den Risikosportarten. Alle, die schon einmal aus einigen Metern Höhe ungünstig auf dem Wasser gelandet sind, wissen, wovon ich rede: Es. Tut. Verdammt. Weh. Der Aufprall auf die Wasseroberfläche gleicht dem auf Beton.</p>
<p>Aber natürlich bin auch ich selbst nicht unverwundbar. Vor kurzem wurde eines meiner beiden Umlaufseile, die über die hohen Metallmasten laufen, vom Blitz getroffen. Nicht so schlimm! Es musste ausgetauscht werden. Solche Reparaturen verlaufen meist recht schmerzfrei ohne Betäubung: Mit gemächlicher Geschwindigkeit hielt ich mich in Bewegung, damit das kaputte durch das neue Material ersetzt werden konnte, indem es alle paar Meter mit Kabelbindern am alten befestigt wurde. Solange, bis ich mich einmal komplett um die eigene Achse gedreht habe und das alte Seil „amputiert“ wurde. Weil man sich so verantwortungsvoll, regelmäßig, aufwändig und liebevoll um mich kümmert, war ich nach einem Tag Instandsetzung schon wieder wie neu und einsatzfähig.</p>
<p>Also, einsteigen!</p>
<p>Text: <a href="http://presstige.org/author/katharina-pfadenhauer/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Katharina Pfadenhauer</a>, Fotos: <a href="http://presstige.org/author/katharina-pfadenhauer/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Katharina Pfadenhauer</a> &amp; <a href="http://presstige.org/author/natalia-sander/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Natalia Sander </a></p>
<blockquote><p><strong>Für Wakeboard-Interessierte: </strong></p>
<p>Badehose, Handtuch, gute Laune, ein bisschen Mut &#8211; mehr braucht es eigentlich nicht im Rucksack für einen Wakeboard-Tag am Friedberger See. Gegen eine Gebühr verleiht die „Chill-and-Wake“-Anlage vor Ort die Ausrüstung inklusive Schwimmweste und bei Bedarf Neoprenanzüge.</p>
<p>Während der Hauptsaison ist die Anlage an allen sieben Tagen der Woche von jeweils 13 bis 19 Uhr für den normalen Betrieb geöffnet. Vormittags (9 bis 13 Uhr) ist der Lift für private Gruppen reserviert und kann von jedermann gemietet werden. Daneben gibt es verschiedene Kurse, die an unterschiedlichen Tagen und jeweils abends (ab 19 Uhr) stattfinden. Beispielsweise das After-Work-Boarden, den Lady’s Run oder das Sunshine-Boarden. Die Kurse erfordern, aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl, eine Anmeldung. Dafür gibt es keine Wartezeiten! Damit Kinder auch während der Sommerferien aufgeräumt sind, wird in dieser Zeit ein zusätzliches Kinder-Ferien-Programm angeboten, bei dem ihnen das Wasserskifahren oder Wakeboarden beigebracht wird.</p>
<p>Auskunft über weitere Informationen sowie Reservierungs- und sonstige Anfragen erhält man unter der Telefonnummer 0821-60 27 41, über die E-Mail-Adresse <a href="mailto:info@chill-and-wake.de">info@chill-and-wake.de</a> sowie auf der Internetseite <a href="http://www.chill-and-wake.de/">http://www.chill-and-wake.de/</a>.</p></blockquote>
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		<title>Ringen um das Tortenmesser</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Katharina Pfadenhauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 May 2014 06:30:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[macht]]></category>
		<category><![CDATA[presstige#26]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Machtkämpfe in Beziehungen „Die Frau ist der Fisch, der den Angler fängt.“ Mark Twain kratzt mit diesem Spruch nur die Spitze eines Eisberges an, der tief ins Meer reicht. Denn unter der Oberfläche der Beziehungen zwischen Mann und Frau brodelt...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/05/machtkaempfe-beziehungen/">Ringen um das Tortenmesser</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Machtkämpfe in Beziehungen</h2>
<p><strong>„Die Frau ist der Fisch, der den Angler fängt.“ Mark Twain kratzt mit diesem Spruch nur die Spitze eines Eisberges an, der tief ins Meer reicht. Denn unter der Oberfläche der Beziehungen zwischen Mann und Frau brodelt es.</strong></p>
<figure id="attachment_3467" aria-describedby="caption-attachment-3467" style="width: 1200px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Machkämpfe_illu_web1.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-3467" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Machkämpfe_illu_web1.png" alt="Text: Isabell Beck &amp; Katharina Pfadenhauer – Illustration: Simone Mayer" width="1200" height="506" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Machkämpfe_illu_web1.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Machkämpfe_illu_web1-400x168.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Machkämpfe_illu_web1-1024x431.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3467" class="wp-caption-text">Text: Isabell Beck &amp; Katharina Pfadenhauer – Illustration: Simone Mayer</figcaption></figure>
<h3></h3>
<h3>Machtkämpfe fangen schon beim Kennenlernen an</h3>
<p>Ein typischer Hochzeitsbrauch ist das gemeinsame Anschneiden der Hochzeits-torte: Rien ne va plus – es ist der Moment, der Unter- und Überordnung festlegt. Machtansprüche werden öffentlich. Wer nämlich am Kuchenmesser die Hand oben hat, soll auch in der Ehe das Sagen haben.</p>
<p>Doch wir tragen schon Machtkämpfe aus, weit bevor wir uns dafür entscheiden, die guten und schlechten Zeiten mit dem Partner zu verbringen. Der Anruf nach dem ersten Date zum Beispiel: Bloß nicht zu früh anrufen. Eins. Zwei. Drei. Die Sekunden kann man ticken hören und der Druck, endlich anrufen zu können, bringt uns fast zum Platzen. Gerne wird es als unreifes Spiel abgetan, aber es hat eine psychologisch nachvollziehbare Komponente: Es geht um Positionierung, um ein Austarieren, wie groß die Sympathien des Anderen sind. Sicherlich, wir könnten auch einfach sagen: Ich mag dich. Ich denke an dich. Ich will dich sehen. Klare Ansage. Klare Ansage? Würden wir keine „Begrenzungsmacht“ ausüben, also festlegen, bis wohin wir vordringen, bis wohin der Andere vordringt und wie viel wir von uns preisgeben, würden wir uns selbst verlieren. Gut, es mag vielleicht etwas kleinkariert sein, das im Zusammenhang mit dem ersten Anruf zu diskutieren. Aber grundsätzlich ist in der Kennenlernphase eine gewisse Demonstration von Unabhängigkeit von Vorteil. Für die eigene Attraktivität, für das Selbstwertgefühl, für ein Ausloten von Macht.</p>
<h3>Wo geliebt wird, gibt es keine Macht – das ist falsch</h3>
<p>Der Berliner Paartherapeut Wolfgang Krüger behauptet in einem Interview mit der Zeitschrift Brigitte, dass bereits in den ersten Tagen einer Beziehung eine Hierarchie ausgehandelt wird: „Während sich der eher naive Partner im Liebesrausch befindet, werden vom taktierenden Partner die Machtfragen geklärt.“ Wird es irgendwann ernst in der Beziehung, geht das Taktieren weiter. Wer ist der Stärkere, wer der Schwächere? Im Laufe einer Beziehung ändert sich dieser Zustand ständig. Solange das der Fall ist, ist das Gefälle gesund. Interessen werden abgewogen und um Macht wird indiskret verhandelt – selbst dann, wenn beide Partner einen ähnlichen kulturellen, finanziellen und sozialen Hintergrund haben.</p>
<p>„Siebzig Prozent der Frauen und Männer verdrängen die Realität und glauben: Wo man wirklich liebt, gibt es keine Macht“, sagt Krüger. Im Idealfall ist der Kampf um Macht in einer Beziehung nichts Anderes als das Suchen nach einem Kompromiss.</p>
<h3>Mittelalter einmal anders</h3>
<p>Apropos Selbstwertgefühl. Das Weibliche hat da eine verworrene Geschichte hinter sich. Der Film „We want Sex“ veranschaulicht die Situation von vor 50 Jahren. Nicht nur die Löhne der weiblichen Angestellten waren niedriger als die ihrer männlichen Kollegen. Auch das Mitspracherecht in Betriebsangelegenheiten war gering bis gar nicht vorhanden.</p>
<p>Der Film zeigt aber auch, wie es hinter den Kulissen des bürgerlichen Lebens in den Beziehungen und Ehen aussah. Die Protagonistin ist ihrem Mann keineswegs mental unterlegen. Stattdessen führt sie eine gleichberechtigt wirkende Ehe, in der Einer den Anderen unterstützt. Sehr „modern“. Nur die Gesellschaft wirkt von außen ein und stört die häusliche Harmonie. Ist das heute anders?</p>
<blockquote>
<table style="background-color: transparent;" width="100%">
<colgroup>
<col width="30%" />
<col width="70%" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/05/Cover_300px.png" alt="" /></td>
<td><strong>Ausgabe 26: Macht </strong>Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 26 unseres gedruckten Magazins.</p>
<ul>
<li><a href="http://presstige.org/2014/05/ausgabe-26-macht">Die digitale Version durchblättern</a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/presstige26">Alle Artikel der Ausgabe </a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/macht">Der Schwerpunkt Macht</a></li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<p>Riskieren wir einen Blick ins Mittelalter. Die Zeit, in der Frauen zu Heim und Herd gehörten und der Mann als Patriarch das Sagen hatte. Oder? Dass man nach Frauenrechten im Mittelalter vergeblich suche, ist salopp gesagt Humbug. Ein Paradebeispiel ist die „Brautschatzfreiung“. Dieses Gesetz ermöglichte Frauen, ihre Mitgift aus der Hand des Gatten zu befreien. Die Mitgift war der Tochter zur Absicherung mitgegeben, sollte der Gatte das Zeitliche segnen. Keine Bezahlung des Schwiegersohnes also, wie es gerne überliefert wird und mit Sicherheit auch meistens war. Obendrein konnten Frauen ein Handwerk erlernen und in eine Zunft eintreten. Die Kauffrauen besaßen sogar eigene Siegel, mit denen sie ihren Handel betrieben.</p>
<h3>Die etwas andere Dominanz</h3>
<p>Das Gegenstück zum Patriarchat ist das Matriarchat. Doch wir scheuen uns davor, die Macht der Frauen offiziell anzuerkennen. Dabei gibt es Völker auf dieser Erde, bei denen das Matriarchat als ein angenommenes Gefüge existiert.</p>
<p>Weibliche Dominanz sieht anders aus als männliche. Der Journalist Ricardo Coler lebte eine Zeit lang bei den Mosuo, einem Volk in China. Für eine Frau habe Macht eine andere Bedeutung, berichtete er dem Spiegel. Sie möchte, dass es allen gut gehe, setze ihre Macht für Entscheidungen ein und vermeide Streit. Auch bei den Bonobos, den Menschenaffen, haben die Weibchen das Sagen. Und sie lösen Probleme auf sehr charmante Art: Sie schmusen sie einfach weg.</p>
<p>Und wie sieht das Männerbild aus? Lustig und charmant, smart und sexy sollen Männer sein. „Sex and the city“ lässt grüßen. Der Mann als Sexsymbol statt Ernährer? Ein Bild, das im mosuoischen Leben normal ist. Die Frau will dort nur verliebt sein. Heirat und Ehe sind Themen, die höchstens als Drohung für ungezogene Kinder eingesetzt werden. Da sieht unsere Liebeswelt noch anders aus.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/05/machtkaempfe-beziehungen/">Ringen um das Tortenmesser</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>Xing – Big Data oder ernsthafter Berufsvermittler?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Katharina Pfadenhauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Jan 2014 17:11:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt]]></category>
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		<category><![CDATA[karriere]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Selbstversuch Text: Katharina Pfadenhauer, Illustrationen: Natalia Sanderson Schon klar, die Arbeitswelt wird immer bunter, verzweigter und individueller. Dem sollte man gerecht werden. So betont es zumindest Xing-Vorstandschef Thomas Vollmoeller regelmäßig. Man tut gut daran, die eigenen Präferenzen, Referenzen und...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Ein Selbstversuch</h2>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1889" style="font-size: 1em; line-height: 1.5em;" alt="Illu_Xing" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/Illu_Xing.png" width="1200" height="600" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/Illu_Xing.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/Illu_Xing-400x200.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/Illu_Xing-1024x512.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></p>
<h5 style="text-align: center;"><strong>Text: Katharina Pfadenhauer, Illustrationen: Natalia Sanderson</strong></h5>
<p>Schon klar, die Arbeitswelt wird immer bunter, verzweigter und individueller. Dem sollte man gerecht werden. So betont es zumindest <a title="Xing" href="https://www.xing.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Xing</a>-Vorstandschef Thomas Vollmoeller regelmäßig. Man tut gut daran, die eigenen Präferenzen, Referenzen und sein Können in den Vordergrund zu rücken. Auf sich aufmerksam zu machen, in dieser riesigen Flut von Durchstartern, Berufsanfängern, Konkurrenten und Bewerbern. Ich kenne dieses Prinzip &#8211; oder sollte ich, die ich mich mit bestem Wissen und Gewissen zur Generation Praktikum zähle, vielleicht eher sagen: Ich kenne unser Dilemma?!Damit meine ich unseren Frust, immer mehr und gleichzeitig neben dem Studium leisten zu müssen, um die Karriereleiter mühselig, Sprosse um Sprosse, empor zu klimmen. Wir, das ist eine Schwemme junger Leute mit guter Ausbildung, Berufserfahrung durch zum Teil unbezahlte Praktika und Zusatzreferenzen, die nach Jobs suchen und dabei versuchen, sich gegenseitig zu übertrumpfen.</p>
<p>Aber muss es so weit gehen, dass dieses „sich beruflich in Szene setzen“ virtuell stattfindet, für jeden sichtbar? Und wenn ja &#8211; klappt das überhaupt? Nach dem Motto irgendwann wird man entdeckt und bekommt den Job aller Jobs angeboten, nachdem sich Personaler prospektartig im Internet durch unsere Profile geklickt haben. Ich habe meine Zweifel und bisher auch nicht besonders viel davon gehalten. Dennoch starte ich den Selbsttest, vielleicht wird er mich überraschen.</p>
<p>Xing als soziales Netzwerk ist immerhin international, also in 16 Sprachen verfügbar, darunter Chinesisch, Japanisch und Polnisch. Es sollte also beruflich nicht an einer weltweiten Vernetzung und Internationalität scheitern. Und ob mehr als 14 Millionen Mitglieder so falsch liegen können? Schließlich richtet sich das 2003 gegründete Xing im Gegensatz zu anderen virtuellen Communitys explizit an Menschen, die berufliche Kontakte pflegen wollen &#8211; und bietet damit einen Mehrwert für jeden. Oder nicht?</p>
<h3><b>Profil anlegen: Showlaufen der Karrieristen</b></h3>
<p><a href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/Illu2_Xing.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1891" alt="Illu2_Xing" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/Illu2_Xing.png" width="1200" height="450" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/Illu2_Xing.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/Illu2_Xing-400x150.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/Illu2_Xing-1024x384.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></p>
<p>Die ersten Schritte sind schnell gemacht. E-Mail-Adresse und Passwort eingeben, anmelden und los geht’s &#8211; mein eigenes Profil anlegen. Anfangs macht es tatsächlich Spaß am eigenen Lebenslauf herumzufeilen, ihn aufzuhübschen. Fein säuberlich liste ich mein bisheriges berufliches und ausbildungstechnisches Leben auf: Praktika, Arbeitserfahrung, Studienabschluss &#8211; um am Ende auf einen konsistenten, schönen und bunten Werdegang zu blicken. &#8230;weil Xing ihn als gelben Strahl mit verschieden großen Kreisen, die meine Berufserfahrungen monatsgenau symbolisieren, präsentiert. Sieht toll aus, denke ich mir, und so übersichtlich. Das ist ein bisschen wie „Einkaufsladen spielen“ für Erwachsene: Seine eigenen Produkte in die Auslage stellen und warten bis einer von den Großen zulangt.</p>
<p>Aber schon beim zweiten Hinschauen und einigen Stalking-Besuchen später kommt die Ernüchterung: So sehr hebt sich mein Profil wirklich nicht von der „Konkurrenz“ ab, eher 0-8-15. Aber es gibt ja noch Felder wie „eigene Interessen“, „ich biete“ oder „ich suche“, in die man kreative Dinge schreiben kann &#8211; naja, morgen vielleicht.</p>
<h3><b>Sammelbecken polierter Profile und konzerndienlicher Daten</b></h3>
<p>Ich klicke zurück auf meine Startseite, um zu sehen, ob sich irgendwas getan hat. Hat mich jemand angeklickt oder hat mir gar irgendein Lokalchef einer Tageszeitung geschrieben? Nein, gähnende Leere. Aber dafür spicht Xing jetzt höchstpersönlich zu mir: „Ihr Profil wurde nicht aufgerufen &#8211; mit einem aktuellen und vollständigen Profil machen Sie auf sich aufmerksam.“</p>
<blockquote><p><strong>Schwerpunkt: Internet</strong></p>
<table style="background-color: transparent;" width="100%">
<colgroup>
<col width="37%" />
<col width="63%" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" alt="" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/Themenwoche-Bild_Kasten.png" /></td>
<td>Auch wenn wir es mit der NSA und anderen Datensammlern teilen müssen: Das Internet bleibt unser Zuhause. Wir essen und schlafen vorläufig noch analog, aber sonst findet unser Leben zunehmend im Netz statt. Darum widmet die presstige-Redaktion dem Internet einen Schwerpunkt. Alle bisher erschienenen Beiträge <a href="http://presstige.org/tag/internet/">sind hier gesammelt</a>.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<p>Herzlichen Dank! Ich bekomme das Gefühl, regelrecht zur Selbstdarstellung gezwungen zu werden und schaue noch einmal über mein Profil. Unter einem eigenen Reiter könnte ich sogar noch Bilder und Texte zur Selbstbeschreibung einfügen oder Bewerbungsunterlagen, Auszeichnungen, Qualifikationen und Referenzen wie Studienprojekte als PDF-Datei hochladen. Mache ich aber nicht. Ist mir zu persönlich oder gar nicht existent.</p>
<p>Aber ich kümmere mich um meine Kontaktliste, nachdem mich Xing auch diesbezüglich unmissverständlich auffordert: „Verknüpfe dich mit Leuten.“ Die ersten Kontakte, die mir Xing vorschlägt kenne ich allerdings nicht oder will sie nicht kennen. So ganz klappt‘s mit der absoluten Überwachung und Durchschaubarkeit noch nicht.</p>
<p>Schon am zweiten Tag kommt in mir die Skepsis wieder hoch: Jegliche Ecken und Kanten werden in so einem Profil ja glatt poliert. Man erscheint so, wie man erscheinen möchte. Ist es das wert, diese ganze Selbstdarstellerei? Nur damit Google, diverse Online-Versandhändler und potenzielle Arbeitgeber mein Profil kennen. Mich besser und schneller einschätzen können und &#8211; wie es im Volksmund heißt &#8211; zum gläsernen Menschen machen, indem sie beispielsweise meine Daten zur Bewertung der Bonität als möglicher Kreditkunde nutzen? Denn Hand aufs Herz: All diese Profile mit ihren Angaben über Werdegang, Lebensgewohnheiten und Hobbies sind in Wahrheit doch hochexplosive Datensammlungen. Ein großer Datenhafen &#8211; das Korsett „Big Data“, in das man eingeschnürt wird.</p>
<h3><b>Vernetzung und nützliche Infos mit wenigen Mausklicks</b></h3>
<h3><a style="font-family: Georgia, Palatino, 'Palatino Linotype', 'Book Antiqua', serif; font-size: 1em; line-height: 1.5em;" href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/Illu3.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1892" alt="Illu3" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/Illu3.png" width="1200" height="450" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/Illu3.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/Illu3-400x150.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/Illu3-1024x384.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></h3>
<p>Dennoch: Ich will nicht nur voreingenommen und trotzig sein, sondern dem Ganzen etwas Positives abgewinnen &#8211; deshalb habe ich mich schließlich angemeldet. Und das gelingt mir nach einiger Zeit sogar. Ich bin jetzt seit circa einem Monat bei Xing registriert und stelle fest, dass man eine gute Übersicht über aktuelle Jobs oder Projekte bekommt, die dank Filter und Branchenzugehörigkeit sehr übersichtlich sortiert sind und die man in der Internetwüste so vermutlich nicht oder nicht so schnell gefunden hätte. Doch wer bei Xing, wie bei allen anderen sozialen Netzwerken auch, durchblicken will, braucht Zeit.</p>
<p>Da ich die über Weihnachten hatte, habe ich mir auch verschiedene Gruppen angeschaut.  Selbst wenn ich denen nicht gleich beitreten bin, sondern sie nur durchstöbert habe, konnte ich die Gruppen durch die Funktion „Merken“ jedes Mal gleich wiederfinden. Mir ist aufgefallen, dass dort durchaus kompetente Diskussionsbeiträge zu bestimmten Themen in Umlauf sind und man Neues erfährt. Beispielsweise Infos über Unternehmen inklusive deren Mitarbeiter oder Tipps zur Vermarktung von Büchern, wen es interessiert. Für mich ein weiterer Pluspunkt.</p>
<p>Auch bezüglich Networking erscheint mir Xing mehr zu sein als nur eine Fundgrube für Headhunter. Denn Xing bedeutet unkompliziertes Vernetzen. Man findet Leute, die man einmal in einem Praktikum kennengelernt hat (und die vielleicht mal wieder nützlich sein könnten oder bei denen es zumindest nett ist, mit ihnen virtuell und auf einer nicht ganz so persönlichen Ebene, wie es Facebook ist, in Kontakt zu stehen). Diverse Erfahrungsberichte über absolvierte Praktika später weiß ich, wo ich mich auf keinen Fall bewerben möchte.</p>
<p>Sogar als ich mir die Mühe mache und mir die vermeintlich nervigen Xing-E-Mails anschaue, war der anfängliche Argwohn etwas verflogen: Zwar sind die nichts anderes als Newsletter, jedoch gespickt mit brauchbaren, branchenspezifischen Neuigkeiten und einer Übersicht nationaler und internationaler Pressebeiträge, sodass es doch interessant ist, einmal drüber zu lesen.</p>
<h3><b>Mein Fazit: Interpersonelle Kommunikation sticht virtuelle</b></h3>
<h3><b></b><a style="font-family: Georgia, Palatino, 'Palatino Linotype', 'Book Antiqua', serif; font-size: 1em; line-height: 1.5em;" href="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/Illu4.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1895" alt="Illu4" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/Illu4.png" width="1200" height="450" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/Illu4.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/Illu4-400x150.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2014/01/Illu4-1024x384.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></h3>
<p>Zwar bin ich nach gut eineinhalb Monaten außer von Bekannten von niemandem sonst angeschrieben worden, allerdings ist das vielleicht der Branche geschuldet. Headhunter grasen sicherlich den Wirtschaftssektor eher ab, als den Pool freischaffender Journalisten bzw. Studenten. Auch wenn Xing mir regelmäßig Jobvorschläge via E-Mail zukommen lässt, war bisher leider nichts Brauchbares für mich dabei.</p>
<p>Xing ist ein netter Zeitvertreib, bei dem man das Gefühl bekommt, etwas Produktives für seine Karriere zu tun und einem möglichen Job etwas näher zu kommen. Es bietet gute Anreize, kann gewiss manche Entscheidung erleichtern und eine Fährte zum nächsten Job darstellen.</p>
<p>Für ein effizientes karrieretechnisches Vorankommen erscheint es mir allerdings nur mäßig sinnvoll, da berufliche Kontakte nach wie vor persönlich geknüpft werden. Letztlich sind, neben den Referenzen, immer noch Körpersprache und individueller Habitus, also das <i>Kennenlernen</i> als solches, beim Kontaktknüpfen und Bewerben entscheidend. Und die Stellen, die begehrt sind, werden auch in Zukunft begehrt und rar bleiben! Daran wird mit relativer Sicherheit auch das Web 2.0 nichts ändern.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2014/01/xing-big-data-oder-ernsthafter-berufsvermittler/">Xing – Big Data oder ernsthafter Berufsvermittler?</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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