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	<title>Yevgeniya Isakov, Autor bei presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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	<description>Das Magazin für Studierende der Universität und Hochschule Augsburg.</description>
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		<title>Frei ist sie geboren, frei wird sie sterben.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Yevgeniya Isakov]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Sep 2017 14:49:17 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die Opera Incognita und Zuflucht Kultur e.V. inszenieren die Oper Carmen ebenso brisant wie modern Seit 150 Jahren besingt die feurige Carmen in der gleichnamigen Oper die Liebe als „wilden Vogel“. Auf den ersten Blick erscheint auch Carmen selbst unbändig,...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Die Opera Incognita und Zuflucht Kultur e.V. inszenieren die Oper Carmen ebenso brisant wie modern</h2>
<figure id="attachment_9634" aria-describedby="caption-attachment-9634" style="width: 305px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-9634" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2017/09/Carmen_Lanz_Klotzner_2_Foto_Misha_Jackl-305x400.jpg" alt="" width="305" height="400" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2017/09/Carmen_Lanz_Klotzner_2_Foto_Misha_Jackl-305x400.jpg 305w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2017/09/Carmen_Lanz_Klotzner_2_Foto_Misha_Jackl-768x1008.jpg 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2017/09/Carmen_Lanz_Klotzner_2_Foto_Misha_Jackl-780x1024.jpg 780w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2017/09/Carmen_Lanz_Klotzner_2_Foto_Misha_Jackl.jpg 900w" sizes="(max-width: 305px) 100vw, 305px" /><figcaption id="caption-attachment-9634" class="wp-caption-text">Text: Yevgeniya M. Isakov &#8211; Fotos: Misha Jackl und Volkmar Walther</figcaption></figure>
<p>Seit 150 Jahren besingt die feurige Carmen in der gleichnamigen Oper die Liebe als „wilden Vogel“. Auf den ersten Blick erscheint auch Carmen selbst unbändig, frei und unsterblich. Doch ihr tragisches Ende zeigt, wie gefangen sie in ihrem Freiheitsstreben ist.</p>
<p>Am Samstag dem zweiten September 2017 wurde die dramatische Figur im Mixed Munich Arts wieder zum Leben erweckt. Dort wurde eine ganz besondere Oper aufgeführt. Die Opera Incognita, die sich zum Ziel gesetzt hat die Oper sowohl für etabliertes als auch für junges Publikum zugänglich zu machen und der Verein Zuflucht Kultur, der Integration durch musikalisches Miteinander ermöglicht, spielten unter der Leitung von Andreas Wiedermann und Ernst Bartmann eine moderne und sehr realistische Version der Carmen. Aus dem ehemaligen Heizkraftwerk, das zum Club und Veranstaltungsraum umgewandelt wurde, wurde das Bühnenbild für George Bizets Oper in vier Akten.</p>
<p>Die Inszenierung begann entgegen der gewohnten Aufführungspraxis mit dem Tod Carmens. Danach wurden die ersten drei Akte gespielt. Damit wurde Carmens Tod ins Zentrum des Geschehens gerückt. Die Mezzosopranistin und Leiterin von Zuflucht Kultur e. V. Cornelia Lanz, die die Rolle der Carmen übernahm, traf mit ihrem Schauspiel und Gesang die verruchte, starke aber gleichzeitig auch tragische Seite der Carmen besonders pointiert. Sie betonte die Ausweglosigkeit der Fabrikarbeiterinnen. Der Körper und sein Einsatz für die Freiheit der eigenen Existenz in einer von Männern dominierten Welt wurden zum Leitmotiv der Carmen in dieser Inszenierung. Ihr Gegenpart, die reine, unschuldige und doch starke und pragmatische Micaela, gespielt von Julia Bachmann, sorgte mit ihrem außergewöhnlich schönem Gesang für Gänsehaut bei den Zuschauern. Micaelas erster Auftritt blieb auch wegen der besonders realistisch dargestellten sexuellen Belästigung seitens der Wachen in Erinnerung. Dabei hat der Bariton Tom Amir nebst Gesangs- auch schauspielerisches Talent bewiesen. Umrandet wurde der erste Akt durch das schöne Solo von Wisam Kanaieh, die ein arabisches Stück sang.</p>
<p>Micaela kam in die Nähfabrik, um nach ihrem Verlobten Don José (gesungen von Anton Klotzner) zu suchen. Dieser war schon ganz im Bann der verführerischen Zigeunerin Carmen, die ihn mit einer Blume neckte und Versprechungen auf eine Fortsetzung gab. Don José haderte nun mit seinem Gewissen. Doch seine Eifersucht nahm ihm die Entscheidung für eine der Protagonistinnen ab. Er griff seinen Vorstehenden Zuniga (Ahmad Shakih Ponya) an, als dieser sich Carmen annäherte, und wurde somit zu einem Aussätzigen, der nun zusammen mit Carmen und ihrer „Räuberbande“ Drogen schmuggelte. Seine geliebte Carmen wandte sich jedoch von ihm ab, als sie merkte, dass er eher seinem Pflichtgefühl nachgehen wollte, als mit ihr in die Freiheit zu fliehen. Sie suchte sich einen neuen Verehrer, den Torero Escamillo (gespielt von Torsten Petsch). Dieser Torero fuhr auf einer Vespa auf die Bühne und wurde von allen bejubelt. Aufgefressen von Eifersucht und Carmens Abweisung erstach Don José schließlich die ungehorsame Geliebte.</p>
<p>Es gibt viele Interpretationen sowohl der Novelle als auch der Oper. Carmen wird oft als Femme fatale dargestellt und Don José als Opfer, das Carmens Bann verfallen ist. Bei dieser Inszenierung stach jedoch vor allem die Ausweglosigkeit der Fabrikarbeiterinnen hervor. Als Näherin konnte Carmen der Zwangsarbeit nicht entfliehen, wenn sie ihren Körper nicht verkaufte. Und selbst dann konnte sie ihre Freiheit erst im Tod erlangen. Das Bühnenbild, oder vielmehr der Ort, an dem die Oper aufgeführt wurde, unterstrich die raue Wirklichkeit der Arbeiterinnen. Graue Gitter, Beton und das Geräusch der Nähmaschinen bildeten die perfekte Bühne für die düstere Welt der Näherinnen. Daher passte das Bühnenbild sehr gut zur Inszenierung und suggerierte genau die richtige Stimmung, auch wenn es laut Cornelia Lanz bei der Akustik zu leichten Nachteilen führte. Das Finale der Oper war besonders fulminant. Die ermordete Carmen hing an einem Hacken in der Luft, gleich einem Stück Fleisch und man hörte nur das stetige Geräusch der Nähmaschinen. Die Szene stellte damit die ultimative Versinnbildlichung der Aussage der Inszenierung dar: Die Objektivierung des weiblichen Körpers.</p>
<p>Es war eine stimmige und ungewöhnliche Aufführung, die vom außergewöhnlichen Aufführungsort und dem gelungenen Bühnenbild profitierte. Besonders der Gesang Julia Bachmanns (Micaela) und Wisam Kanaiehs (Maria) hat das Publikum berührt. Die I-Tüpfelchen der Aufführung waren vor allem die unerwarteten, eingebauten Soli, welche die Multikultaralität der Oper wie auch des Vereins Zuflucht Kultur gekonnt erfassten. So zum Beispiel das in aramäischer Sprache vorgetragene Solo des jüdischen Kantors Yoéd Sorek zum Tod Carmens.</p>
<p>Ein Besuch der Inszenierung lohnt sich also nicht nur wegen der tollen und notwendigen Arbeit der Opera Incognita sowie des Vereins Zuflucht Kultur, die sowohl Kultur generationsübergreifend vorantreiben als auch Integration und Kulturaustausch ermöglichen. Gerade auch die professionelle und neuartige Interpretation überrascht und begeistert.</p>

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		<title>„The time for empty talk is over“?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Yevgeniya Isakov]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Jan 2017 11:36:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[weitblick]]></category>
		<category><![CDATA[amtsantritt]]></category>
		<category><![CDATA[dass Impfungen Autismus verursachen)]]></category>
		<category><![CDATA[Donald Trump (der glaubt]]></category>
		<category><![CDATA[kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[rede]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kommentar von Yevgeniya Isakov zum Amtsantritt Donald Trumps Am 20. Januar 2017 wird der 45. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt. Seine Antrittsrede lässt den neuen Kurs erahnen, doch bietet gleichzeitig viel Raum für Spekulation. Die Antrittsrede von Donald Trump kündigt...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Kommentar von Yevgeniya Isakov zum Amtsantritt Donald Trumps</h2>
<figure id="attachment_9099" aria-describedby="caption-attachment-9099" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-9099 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2016/09/trump-final1200-jpeg.jpg" width="1200" height="564"><figcaption id="caption-attachment-9099" class="wp-caption-text">Text: Yevgeniya Isakov &#8211; Illustration: Lara Neidhart</figcaption></figure>
<p><strong>Am 20. Januar 2017 wird der 45. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt. Seine Antrittsrede lässt den neuen Kurs erahnen, doch bietet gleichzeitig viel Raum für Spekulation.</strong></p>
<p>Die Antrittsrede von Donald Trump kündigt den neuen Kurs der Vereinigten Staaten an. Fokussierung nach Innen und Abschottung der eigenen Industrie. Ein Land, dass seine Ambitionen spätestens seit den beiden Weltkriegen nahezu komplett nach außen gerichtet hat, will sich nun eingrenzen und mit Zäunen umgeben. Donald Trump kündigt an, Arbeitsplätze in Amerika zu schaffen und diese auch an Amerikaner zu vergeben. Gekonnt erzählt er dem Volk genau das, was es hören möchte. „Ihr habt wieder die Macht“ und baut noch den Umstand ein, dass Gott die Amerikaner beschütze.</p>
<p>Die Frage der militärischen Interventionen ist durchaus umstritten. Trump hat diesen Umstand so dargestellt, dass Amerika andere Länder verteidigt habe, nur um der Gerechtigkeit und Demokratie willen, womit er einem Teil der Amerikaner aus der Seele sprechen dürfte. „Wir haben andere Länder beschützt und reich gemacht“, sagt er in seiner Rede. Doch jetzt sei Schluss damit. Bedeutet das etwa eine Abkehr von amerikanischen Militäreinsätzen in anderen Teilen der Welt? Das wäre eine ganz neue, glücklichere Perspektive auf die Ära Trump.</p>
<p>Doch es gibt noch eine andere Art des Krieges, die von einem Waffenstillstand in der Expansionspolitik nicht betroffen wäre. Trump könnte der Meister des so gefährlichen und unberechenbaren Wirtschaftskrieges werden. Das ist zumindest eine Möglichkeit, den wiederholten Aufruf „Kauft amerikanisch“ zu verstehen. Zumindest seine zahlreichen Anhänger könnten darauf hören.</p>
<p>Auch das Geheimnis hinter seinem Erfolg verbirgt sich in seiner Rede. Er verspricht, den Armen und nicht gehörten Amerikanern wieder zu Wohlstand zu verhelfen. Die Krisen der letzten Jahre haben Amerikas Bürger stark geschwächt. Da klingen Trumps Versprechungen volksnah und authentisch. Die große Frage bleibt jedoch, wie er das verwirklichen möchte. Zu seinem Amtsantritt spricht er nur davon, dass er Amerikas Wirtschaft wieder auf die Beine verhelfen möchte. Er erklärt aber nicht, auf welche Weise und vor allem nicht, woher er die nötigen Finanzmittel gewinnen möchte.</p>
<p>Es wird sich zeigen, was Trump während seiner Amtszeit erreichen wird und ob die Zeit des „empty talk“ tatsächlich vorbei ist. Der Versuch einer Aussöhnung mit Russland wäre vielleicht ein positives Zeichen. Aber gerade für Europa, das zurzeit auf wackligen Beinen steht, würde dies auch bedeuten, dass sich die Mächteverhältnisse geändert haben und eine neue große Koalition entstanden ist, der es am besten mit Zusammenhalt zu begegnen gilt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2017/01/the-time-for-empty-talk-is-over/">„The time for empty talk is over“?</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>„Sein oder nicht sein?!“ – Architektonische Denkanstöße zum Theaterquartier</title>
		<link>https://presstige.org/2016/10/architektur-theaterquartier/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Yevgeniya Isakov]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Oct 2016 08:00:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[stadtnah]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vorhang auf für angehende Architekten Das Thema „Theatersanierung spaltet die Augsburger. Allerdings hat das Thema nicht nur eine politische, sondern auch eine künstlerisch-stadtplanerische Seite: Architekturstudenten der Hochschule Augsburg haben es auf architektonische Weise bearbeitet und am im Juli 2016 in...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2 style="text-align: justify;">Vorhang auf für angehende Architekten</h2>
<figure id="attachment_9223" aria-describedby="caption-attachment-9223" style="width: 640px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-9223" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2016/10/Architektur_katrin-meyer_2.jpg" alt="Text: Yevgeniya M. Isakov - Beitragsbild: Katrin Meyer" width="640" height="470" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/10/Architektur_katrin-meyer_2.jpg 640w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/10/Architektur_katrin-meyer_2-400x294.jpg 400w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /><figcaption id="caption-attachment-9223" class="wp-caption-text">Text: Yevgeniya M. Isakov &#8211; Beitragsbild: Katrin Meyer</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Das Thema „Theatersanierung spaltet die Augsburger. Allerdings hat das Thema nicht nur eine politische, sondern auch eine künstlerisch-stadtplanerische Seite: Architekturstudenten der Hochschule Augsburg haben es auf architektonische Weise bearbeitet und am im Juli 2016 in der Umgebung des jetzigen Theaters ihre Entwürfe für ein „Theaterquartier“ vorgestellt. Im Rahmen einer Projektarbeit haben sie Konzepte erarbeitet, die neben dem Stadttheater auch das gesamte Theaterquartier einschließen. Von verglasten Werkstätten bis zum Umbau eines Parkhauses als Quartier für die Schauspieler ist alles dabei. Die jetzigen Orte und Plätze rund ums Theater sollen neu inszeniert werden um ein lebendiges Quartier zu erschaffen.  Eine kulturelle Nutzung für alle und ein leichterer Zugang zum Theater vor allem für junge soll auch architektonisch erreicht werden.</p>
<p style="text-align: justify;">Zum Beispiel hat eine der Studentinnen ihre Erlebnisse bei einem Praktikum in der Theatertechnik in das Projekt einfließen lassen. Die Theaterwerkstätten sollen transparent werden, um den Augsburgern auch zu zeigen, welche Arbeiten hinter dem roten, samtenen Vorhang vor sich gehen und wie interessant diese sind. Damit die verglaste Werkstatt keine gläsernen Mitarbeiter erzeugt, können die Jalousien bei Bedarf aber auch geschlossen werden.</p>
<p style="text-align: justify;">In den meisten Projekten spielen die Räume rund ums Theater eine große Rolle. Dabei konnten die angehenden Architekten ihrer Kreativität freien Lauf lassen.  Auch das weiße Lamm und die dahinterstehenden Gebäude dürfen in das Theaterquartier. So entsteht in einem weiteren Entwurf Wohnraum für Schauspieler aus einem Parkhaus in der Ludwigstraße. Ziel ist ein ganzes Viertel, das sich rund um kulturelle Stätten dreht. Da macht es sich besonders gut, wenn die Einwohner Künstler sind.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Aufgabenstellung ließ viel Spielraum zu. So konnten die Studenten entweder maximale oder minimale Eingriffe in der bestehenden Architektur vornehmen. Die Präsentationen der Projekte, die vor Ort gemacht wurden, waren zugleich die Prüfungen der Studenten. Die vorgestellten Entwürfe sind erst einmal als Visionen und Denkanstöße zu verstehen.  Geleitet wurde das Projekt von der Professorin Katinka Temme. Es besteht aber auch Kontakt zu den zuständigen Stellen, die jetzt jede Menge Ideen haben dürften. Wir sind auf jeden Fall gespannt auf das neue Augsburger Theater.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Einzelne Entwürfe im Bild</h3>
<p> [<a href="https://presstige.org/2016/10/architektur-theaterquartier/">See image gallery at presstige.org</a>] </p>
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		<title>„Mit Kunst, Musik und viel Kaffee durch den Politikeralltag“</title>
		<link>https://presstige.org/2016/09/linus-foerster-interview/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Yevgeniya Isakov]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 24 Sep 2016 10:00:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[außenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Linus Foerster]]></category>
		<category><![CDATA[frieden]]></category>
		<category><![CDATA[interview]]></category>
		<category><![CDATA[politik]]></category>
		<category><![CDATA[presstige#29]]></category>
		<category><![CDATA[SP-europa]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Teil 2: Sechs Fragen an Dr. Linus Förster Im zweiten Teil unseres Gesprächs mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Dr.&#160;Linus Förster, Mitglied im Ausschuss für Europaangelegenheiten sowie jugendpolitischer Sprecher seiner Fraktion, stellte sich der Augsburger Politiker&#160;sechs Fragen zur Weltpolitik, Verschwörungstheorien und Europa. Den...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2016/09/linus-foerster-interview/">„Mit Kunst, Musik und viel Kaffee durch den Politikeralltag“</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2>Teil 2: Sechs Fragen an Dr. Linus Förster</h2>
<figure id="attachment_9122" aria-describedby="caption-attachment-9122" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-9122" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2016/09/Foerster_1200.png" alt="Text: Yevgeniya M. Isakov - Foto: privat" width="1200" height="900" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/09/Foerster_1200.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/09/Foerster_1200-400x300.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/09/Foerster_1200-768x576.png 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/09/Foerster_1200-1024x768.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-9122" class="wp-caption-text">Text: Yevgeniya M. Isakov &#8211; Foto: privat</figcaption></figure>
<p><strong>Im zweiten Teil unseres Gesprächs mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Dr.&nbsp;Linus Förster, Mitglied im Ausschuss für Europaangelegenheiten sowie jugendpolitischer Sprecher seiner Fraktion, stellte sich der Augsburger Politiker&nbsp;sechs Fragen zur Weltpolitik, Verschwörungstheorien und Europa. Den ersten Teil, der sich mit seinem politischen Werdegang befasst, könnt ihr <a href="http://presstige.org/2016/09/linus-foerster-portraet/">hier</a> nachlesen.</strong><br />
<em><strong>presstige:&nbsp;Herr Förster, Saudi Arabien nimmt keine Flüchtlinge auf, will aber Geld für 200 Moscheen zur Verfügung stellen. Was ist die Motivation dahinter?</strong></em></p>
<p>Linus Förster: Ein Kollege von der CSU hat gesagt, das sei eine reine Provokation. Die Glaubensdiskussion sollte nicht zu weit aufgemacht werden, z. T. weil die Medien, die ohnehin vorhandenen Ängste noch weiter schüren. Menschen, die hier auf Hilfe und Offenheit stoßen werden nicht den IS unterstützen, doch diese Ängste werden von den Medien vorangetrieben.</p>
<p><em><strong>Wie macht man das den Medien klar, dass sie eine Verantwortung haben, auch für Stabilität im Land zu sorgen und nicht alles aufzubauschen?</strong></em></p>
<p>Das versuchen Politiker seit Jahren. Die Zeitungen profilieren sich, denn das ist das marktwirtschaftliche Prinzip. Jeder Journalist und jede Zeitung muss entscheiden, für welche Prinzipien sie eintreten und wir Leser entscheiden natürlich auch bei der Auswahl unserer Zeitung.</p>
<p><em><strong>Es gibt Meinungen, dass der Sturz der Regierungen in der arabischen Welt beabsichtigt war um geopolitische Interessen zu verwirklichen und um Europa mit einer großen Flut von Menschen einer anderen Kultur zu destabilisieren. Was halten Sie davon?</strong></em></p>
<p>In der Dekadenz wird jede Kultur irgendwann scheitern, das sagt zumindest „Clash of the civilizations“ von Paul Kennedy. Gesellschaften, denen es zu gut geht, gehen irgendwann unter. Das zeigt sich auch daran, dass Menschen weniger wählen gehen, wenn es ihnen gut geht. In diesen Momenten kann ein System destabilisiert werden und Verteilungskonflikte entstehen. Aber durch die jetzige Krisenhaftigkeit lernen wir wieder, wie wichtig Menschlichkeit und soziale Aspekte sind. Das ist eine Chance für Deutschland. Eine andere Frage ist was in den Ländern passiert, in denen der Krieg ausgebrochen ist. Falls der arabische Raum dauerhaft ein Krisengebiet bleibt und immer mehr fliehen, ist das Boot irgendwann voll und die Stimmung kann kippen. Damit geht auch die Frage einher, inwieweit Kriege immer weiter in den Westen rücken. Beispiele sind der Balkan, die Türkei oder die Ukraine. Aber ich glaube nicht, dass die jetzige Situation Folge einer Intrige ist. Gesellschaften zerbrechen an dem Begehren nach immer mehr Wohlstand, immer mehr Bequemlichkeit, mehr Luxus und dem Leugnen von bestimmten Werten.</p>
<p><em><strong>Der kanadische Forscher Michel Chossudovsky sagt bereits das Ende der Welt voraus. Nach seiner These könnten die USA im Rahmen ihrer Präventivstrategie eine Atombombe auf Russland abwerfen und damit einen dritten Weltkrieg auslösen. Für wie wahrscheinlich halten Sie das Szenario und einen dritten Weltkrieg überhaupt?</strong></em></p>
<p>Ich glaube, das ist eher unwahrscheinlich. Es stimmt schon, dass im Moment wieder Vormachtkämpfe geführt werden, die teilweise auch militärische Auseinandersetzungen einschließen. Früher gab es den eisernen Vorhang, USA versus Sowjetunion und ein wachsendes China. Jetzt haben wir ein starkes China, starke USA und ein Europa, das versucht sich stark zu machen. Russland ist weggefallen, weshalb Putin versucht, das Land wieder zu einem Global Player zu machen. Aber man muss dazu sagen, dass die ganzen Konflikte, die wir jetzt mit Russland haben, zum Teil auch von uns verursacht wurden. Nicht von Amerika, sondern von der EU, weil bestimmte Angebote, die an die Ukraine gemacht wurden, oder die Stationierung von NATO Waffen im Baltikum Verträgen entgegenläuft, die damals geschlossen wurden. Wie weit das von den USA unterstützt wird, kann ich jedoch nicht beurteilen. Ich glaube der moderne Krieg wird mit Wirtschaftsmacht geführt. Es könnte auch zu Glaubenskriegen kommen, aber letztlich entscheidet die Wirtschaftsmacht über Herrschaftsansprüche in der Welt.</p>
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<td><strong>Ausgabe 29: Europa</strong><br />
Dieser Artikel ist zusätzlicher Content zur&nbsp;Ausgabe 29 unseres Magazins, die als E-Paper erschienen ist.</p>
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<p><em><strong>Wie wird sich Europa Ihrer Meinung nach in den nächsten Jahren entwickeln?</strong></em></p>
<p>Die kommende Entwicklung hängt davon ab, inwieweit Europa es schafft, neben einer funktionierenden Wirtschaftsmacht und der Präsentation nach Außen auch eine soziale Union zu verwirklichen. Falls es das nicht schafft, wird Europa auseinanderbrechen und nur mehr eine Wirtschaftsunion sein. Diese Gefahr besteht vor allem, wenn wir die Jugendarbeitslosigkeit und die Flüchtlingsproblematik nicht lösen. Damit wäre die europäische Idee als solche tot. Dann bliebe nur ein Europa der zwei Geschwindigkeiten: ein reiches Europa und ein angegliedertes Europa.</p>
<p><em><strong>Welche Rolle kann Europa zukünftig in der globalen Mächtepolitik spielen? Was kann passieren, wenn es gut oder schlecht läuft und welche Entwicklung halten Sie für wahrscheinlicher?</strong></em></p>
<p>Wenn es gut läuft werden wir einer der Global Player sein – neben den USA, China und vielleicht Südamerika. Bei Russland ist es noch nicht klar. Ich denke, wenn Europa es schafft den sozialen Aspekt zu berücksichtigen, dann wird es eine ungeheuer starke Macht. Wenn Europa jedoch einfach nur eine Wirtschaftsmacht bleibt, stellt sich die Frage, welchen Weg es dann geht. Das Solidarische wird sich dann immer weiter zurückbilden, die Bankenhilfen werden zurückgehen und die Notwendigkeit, über Europa hinaus zu exportieren, wird dann wachsen. Das Mittel auf diesem Weg ist eine Preispolitik, die sich auf das Einkommen der Bürger auswirken und Europa so destabilisieren kann. Europa bleibt so vielleicht eine große Wirtschaftsmacht, wird darüber hinaus jedoch zerfallen. Entweder wird Europa insgesamt eine Gemeinschaft, wirtschaftlich wie sozial, oder es wird auseinanderbrechen. Ich würde mir sehr wünschen, dass ersteres der Fall sein wird. Europa sollte an den aktuellen Herausforderungen wachsen anstatt zu zerbrechen!</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2016/09/linus-foerster-interview/">„Mit Kunst, Musik und viel Kaffee durch den Politikeralltag“</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>„Mit Kunst,  Musik und viel Kaffee durch den Politikeralltag“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Yevgeniya Isakov]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Sep 2016 15:29:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Linus Foerster]]></category>
		<category><![CDATA[europa]]></category>
		<category><![CDATA[flüchtlinge]]></category>
		<category><![CDATA[politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Teil 1: Ein Besuch beim SPD-Landtagsabgeordneten Dr. Linus Förster Seit 2003 sitzt der Augsburger Dr. Linus Förster für die SPD im Bayerischen Landtag und ist dort Mitglied im Ausschuss für Europaangelegenheiten sowie jugendpolitischer Sprecher seiner Fraktion. Unsere Redakteurin hat ihn in...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2016/09/linus-foerster-portraet/">„Mit Kunst,  Musik und viel Kaffee durch den Politikeralltag“</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Teil 1: Ein Besuch beim SPD-Landtagsabgeordneten Dr. Linus Förster</h2>
<figure id="attachment_9122" aria-describedby="caption-attachment-9122" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-9122 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2016/09/Foerster_1200.png" alt="foerster_1200" width="1200" height="900" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/09/Foerster_1200.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/09/Foerster_1200-400x300.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/09/Foerster_1200-768x576.png 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/09/Foerster_1200-1024x768.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-9122" class="wp-caption-text">Text: Yevgeniya M. Isakov – Foto: privat – Layout: Alexandra Kiefer</figcaption></figure>
<p><strong>Seit 2003 sitzt der Augsburger Dr. Linus Förster für die SPD im Bayerischen Landtag und ist dort Mitglied im Ausschuss für Europaangelegenheiten sowie jugendpolitischer Sprecher seiner Fraktion. Unsere Redakteurin hat ihn in seinem Wahlkreisbüro getroffen und mit ihm über Karriere, Jugend, Europa und das große Thema Flüchtlingspolitik gesprochen.</strong></p>
<p>Ich steige die vielen Stufen zum Büro von Dr. Linus Förster hoch. Die Treppen müssen ihn fit halten, denn der Mann, der mich begrüßt, macht trotz seiner 50 Jahre einen jungen Eindruck. Im Büro vor seinem Arbeitszimmer sitzen drei junge Mitarbeiter. Aus der gesamten Atmosphäre und den Gesprächen wird ersichtlich, dass die Zusammenarbeit recht angenehm verläuft. Ein gutes und engagiertes Team sei wichtig, erklärt Linus Förster, aber trotzdem gebe es immer viel zu tun. Zur Politik ist er über die Bildung gekommen, wobei seine Motivation für Jugendthemen ebenso beeindruckend wie beständig geblieben ist. Bereits als Bezirksschülersprecher in Schwaben hat er zusammen mit anderen Schülersprechern an einer Stellungnahme zu einem Erziehungs- und Unterrichtsgesetz gearbeitet. Als Beamte und CSU-Politiker offensichtlich kein Interesse an der Meinung der Jugend zu diesem Thema zeigten, entschloss er sich 1984 in die SPD einzutreten. Allerdings fühlte er sich als junger Mann in der Parteiarbeit nicht so richtig wohl. Deshalb trat er als Vertreter der Augsburger Rockmusiker ehrenamtlich in den Stadtjugendring Augsburg ein – und hier nahm seine Karriere ihren Anfang.</p>
<p>Über 12 Jahre hinweg war er Vorsitzender im Stadtjugendring. Eine Tätigkeit, die ihn gut auf seine jetzige Arbeit im Ausschuss für Europaangelegenheiten und als jugendpolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion vorbereitete. „Beide Themen sind ohnehin untrennbar verbunden“, so Förster, „denn Europa ist die Zukunft der Jugend und die Jugend ist die Zukunft Europas.“ Die gemeinsame Kultur sei wichtiger als nationale Grenzen, erklärt er. Jeder dürfe sich trotzdem als Schwabe, Bayer oder Deutscher fühlen und auch Menschen mit Migrationshintergrund sollten auf keinen Fall ihre Kultur vergessen. Migration berge großen Reichtum, der hierzulande zur kulturellen Vielfalt beitragen kann. Genau darin, aus jeder Kultur das Beste herauszunehmen, liege für ihn die Europaidee.</p>
<h3>„Die Flüchtlinge sind eine Chance für Deutschland und Europa.“</h3>
<p>Daher betrachtet Linus Förster die momentane Flüchtlingssituation als politische Herausforderung und nicht als Bedrohung. Gerade finde dazu eine differenzierte Debatte statt, wobei es etliche Nuancen zu beachten gelte. Aus Sicht der SPD gebe es ganz klar eine Asylpflicht und die Frage sei eher, wie am vernünftigsten geholfen werden kann, zum Beispiel auch durch Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung. Oftmals fehle es aber an Geld, wobei auch der sinnvolle Einsatz von Bundesfinanzen eine Rolle spiele. Zum Beispiel habe Augsburg momentan weniger Mittel zur Verfügung als Gersthofen.</p>
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<td><strong>Ausgabe 29: Europa</strong><br />
Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 29 unseres Magazins als E-Paper.</p>
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<p>Der Umgang mit Flüchtlingen ist ein schwieriges Politikfeld, da viele Interessen aufeinander treffen. Ganz deutlich wird das beim Thema der Wirtschaftsflüchtlinge. In Deutschland liegt die Anerkennungsquote bei null Prozent, in Frankreich sind es neun Prozent. Hier gilt es, die Gründe für solche Unterschiede zu finden. Beispielsweise habe eine Frau, die vor Gewalt in der Ehe flieht, die in Balkanstaaten kulturell akzeptiert wird, in Deutschland keinen anerkannten Asylgrund, da diese Staaten als sicheres Herkunftsland eingestuft sind. Dennoch sei die Unversehrtheit der Frau gefährdet, betont Förster. Das negative Frauenbild in manchen Kulturräumen sorge dafür, dass einige Gemeinden nur Christen und keine Muslime aufnehmen wollen, obwohl es in Deutschland bisher keinerlei Anzeichen für vermehrte Übergriffe durch Flüchtlinge gibt. Dennoch geht Förster davon aus, dass eine kulturelle Debatte folgen werde: „Es wird wohl eine Diskussion geben über Freizügigkeit, Akzeptanz und Toleranz. Aber ich bin der Meinung, dass deutsche Frauen sich hier nicht nach der Kultur derer richten sollten, die zu uns fliehen. Nichts rechtfertigt einen Übergriff auf Frauen, auch nicht ein kurzer Rock. Die Regel ist klar: Wer zu uns flieht, muss unsere Kultur und deren Werte akzeptieren und respektieren, was nicht bedeutet, dass seine Religionsfreiheit dadurch eingeschränkt wird.“</p>
<h3>Gegenseitige Annäherung als gesellschaftliche Herausforderung</h3>
<p>Es bleibe eine große Herausforderung, den Menschen zu erklären, dass sie hier Toleranz und Religionsfreiheit finden, sich aber dennoch an die zentralen Regeln in unserer Kultur halten müssen. Auch in Bezug auf Probleme in der Integration hat Förster in seiner Zeit beim Stadtjugendring wichtige Erfahrungen gemacht: „Die aufklärerischen Ideen, die Europa ausmachen, sollten schon in der Schulbildung vorangetrieben werden. Dazu gehört es nicht nur mit Mädchen, sondern auch mit den Jungs an der Gleichstellung der Geschlechter zu arbeiten.“ Eine große Rolle spiele zudem eine offene Willkommenskultur: „Wenn die Menschen in der Gemeinde begrüßt werden, entstehen gleich die ersten Kontakte. Vielleicht setzen sich Muslime mit dem Christentum auseinander, wenn wir ihnen erklä- ren, dass auch christliche Gebote einer der Gründe für unsere Hilfsbereitschaft sind. Gerade in Augsburg ist Andersgläubigkeit ganz normal, doch der Islam kennt dieses Konzept nicht. Wer etwas anderes glaubt, gilt schlicht als ungläubig. Es ist wichtig, diesen Menschen zu zeigen, dass viele der Helfer in Deutschland sich aufgrund von Werten engagieren, die auch mit ihrem Glauben zu tun haben.“ Dazu gehöre aber ebenso eine gegenseitige Auseinandersetzung mit dem Glauben der anderen. Zu bemerken, wie viele Überschneidungen es zwischen dem Judentum, dem Christentum und dem Islam gebe, sei bereits ein erster Schritt zum gegenseitigen Verständnis.</p>
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		<title>Mit eigenen Regeln ins fremde Kloster?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Yevgeniya Isakov]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Aug 2016 13:31:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[flüchtlinge]]></category>
		<category><![CDATA[integration]]></category>
		<category><![CDATA[presstige#29]]></category>
		<category><![CDATA[SP-europa]]></category>
		<category><![CDATA[sprache]]></category>
		<category><![CDATA[zuwanderung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie Sprache die Integration erleichtert und welche Grenzen sie aufzeigt Was erwartet Einwanderer und worauf kann sich die aufnehmende Gesellschaft einstellen? Ein wichtiges Thema ist dabei der Spracherwerb – eine große Herausforderung, der sich sowohl Ein- als auch Auswanderer stellen...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Wie Sprache die Integration erleichtert und welche Grenzen sie aufzeigt</h2>
<figure id="attachment_9085" aria-describedby="caption-attachment-9085" style="width: 1198px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-9085" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2016/08/Grafik_Zukunft-in-der-Fremde_online_1200x.png" alt="Text: Yevgeniya Isakov – Illustration: Isabell Beck" width="1198" height="847" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/08/Grafik_Zukunft-in-der-Fremde_online_1200x.png 1198w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/08/Grafik_Zukunft-in-der-Fremde_online_1200x-400x283.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/08/Grafik_Zukunft-in-der-Fremde_online_1200x-768x543.png 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/08/Grafik_Zukunft-in-der-Fremde_online_1200x-1024x724.png 1024w" sizes="(max-width: 1198px) 100vw, 1198px" /><figcaption id="caption-attachment-9085" class="wp-caption-text">Text: Yevgeniya Isakov – Illustration: Isabell Beck</figcaption></figure>
<p><strong>Was erwartet Einwanderer und worauf kann sich die aufnehmende Gesellschaft einstellen? Ein wichtiges Thema ist dabei der Spracherwerb – eine große Herausforderung, der sich sowohl Ein- als auch Auswanderer stellen müssen. Wie realistisch sind ihre Chancen die neue Sprache in der vorgegebenen Zeit zu erlernen und was wird von ihnen erwartet? Ein Erfahrungsbericht. </strong></p>
<p>Es war eine fremde Sprache, ich kannte sie nicht. Sie verbreitete Furcht und gleichzeitig Neugier. So hat es sich für mich angefühlt auszuwandern: Ich war voller Angst vor dem Unbekannten und gleichzeitig gespannt auf das Leben, das mich in einem noch „fremden“ Land erwartete. Als Kind ist diese Neugier so groß, dass sie die Angst zähmt. Doch wie fühlt sich das Auswandern als Erwachsener an? Wenn ich mir meine Eltern und meinen Freund ansehe, die alle im Erwachsenenalter ausgewandert sind, stelle ich viele Probleme fest, die ich nicht hatte.</p>
<h3>Teilhabe durch Sprache</h3>
<p>Meine Mutter hatte eine leitende Stelle in Usbekistan aufgegeben und musste in Hamburg ganz neu anfangen. Sie hat sich wieder hochgearbeitet. Doch als ich sie kürzlich gefragt habe, ob sie sich in ihrem Beruf verwirklichen kann, hat mich ihre Antwort erstaunt. „Natürlich nicht“, sagte sie. „Ich mag meinen Beruf, ich mag meinen Arbeitsplatz, aber ich werde mich nie verwirklichen können, wenn ich mich nicht ausdrücken kann.“ Damit spricht sie das größte Problem erwachsener Ein-und Auswanderer an: die Sprache. Nicht ohne Grund macht der Spracherwerb den größten Teil von Integrationskursen aus. Der „Orientierungskurs“ in Augsburg, der für „Neuzugewanderte Ausländerinnen und Ausländer“ verpflichtend ist, besteht unter anderem aus 600 Unterrichtsstunden, die allein der deutschen Sprache gewidmet sind. Damit soll erreicht werden, dass Neuzugewanderte sowohl am institutionellen System als auch am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.</p>
<h3>Unrealistische Erwartungen</h3>
<p>Schon das Ansetzen des Levels B1 für den erfolgreichen Kursabschluss zeigt jedoch, wie hoch die Erwartungen an die Teilnehmer sind. Einem Gutachten zufolge, das die Bundeszentrale für politische Bildung 2007 veröffentlicht hat, erreicht nur die Hälfte der Teilnehmer diese Stufe innerhalb von 600 Stunden. Dabei seien die größte Herausforderung bildungsferne Zuwanderer. Sind diese Erwartungen also überhaupt realistisch? Die grob geschätzte Rechnung von Sprachheld, einem Online-Portal zum Erlernen von Fremdsprachen für deutsche Muttersprachler, lautet „100 Stunden sprechen, 500 Stunden hören und 200 Stunden Vokabeln lernen“. Die Zahlen variieren zudem danach, wie viele Unterschiede die Muttersprache zur Fremdsprache aufweist. Das heißt, für z.B. russische, chinesische und arabische Einwanderer werden die Zahlen mit großer Wahrscheinlichkeit höher liegen, weil sogar das lateinische Alphabet Neuland für sie ist. Daraus geht die Frage hervor, ob man den Spracherfolg als Maßstab für den Integrationswillen nehmen darf. Eine andere Frage lautet, inwieweit die Aufnahmegesellschaft den Neuzugewanderten entgegen kommen muss. Zum einen kann Integration nur gelingen, wenn die Einwanderer sich integrieren wollen und bereit sind viel Zeit in das Erlernen einer neuen Kultur und Sprache zu investieren. Auf der anderen Seite muss eine Gesellschaft, die Zuwachs bekommt, offen und geduldig gegenüber den Menschen sein, die diese Anstrengungen auf sich nehmen wollen.</p>
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<td><strong>Ausgabe 29: Europa</strong><br />
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<ul>
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<h3>Kommunikation ist der Schlüssel</h3>
<p>Natürlich ist es wichtig, den „Rahmen“ abzustecken. Im Russischen gibt es ein Sprichwort, das ich aus meiner Erfahrung nur bestätigen kann: „Man kommt nicht mit seinen Regeln ins fremde Kloster.“ Manche Einwanderer möchten diese Regel nicht beherzigen. Diejenigen, die es tun, stoßen trotzdem manchmal auf Schwierigkeiten und Unverständnis seitens der aufnehmenden Gesellschaft. Doch was ist die Lösung? Wie gelingt Integration? Der Anfang jedes Miteinanders ist die Kommunikation. Die Kommunikation durch Gestik, die Kommunikation durch Mimik, in verschärfter Weise auch die Kommunikation durch Strafen, wenn gegen nichtverhandelbare Gesetze im „eigenen Kloster“ verstoßen wird. Doch das Kommunikationsmittel, das am besten einen Dialog schaffen kann, bleibt die Sprache. Um sie zu erlernen, muss man sie sprechen. Und um sie zu sprechen, braucht es Menschen. In Deutschland haben wir viele Menschen – Menschen die Deutsch sprechen und Menschen die es versuchen. Also lasst sie doch einfach reden!</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2016/08/eigene-regeln-im-fremden-kloster/">Mit eigenen Regeln ins fremde Kloster?</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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