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	<title>Betrug Archive | presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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	<description>Das Magazin für Studierende der Universität und Hochschule Augsburg.</description>
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		<title>Wenn die &#8220;Polizei&#8221; anruft &#8211; Die Telefon-Betrugsmasche</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sali Abbas]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Jul 2022 07:45:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In letzter Zeit häufen sich Anrufe von "Interpol", "Europol" oder anderen Behörden. Hinter diesen "Polizisten" stecken jedoch Kriminelle, die durch emotionale Manipulation an Geld kommen wollen. Wie so ein Betrugsanruf abläuft, erfahrt ihr in diesem Artikel, der über die Erfahrung einer Augsburger Studentin berichtet.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2022/07/wenn-die-polizei-anruft-die-telefon-betrugsmasche/">Wenn die &#8220;Polizei&#8221; anruft &#8211; Die Telefon-Betrugsmasche</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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									<p></p>
<p class="has-text-align-left">In letzter Zeit häufen sich Anrufe, bei denen angeblich Interpol, Europol oder eine andere Behörde am Apparat ist. Diese Behördenmitarbeiter, oder auch &#8220;Officer&#8221;, wie sie sich gerne nennen, melden sich mit dem Vorwand, dich vor Straftaten schützen zu wollen. Tatsächlich sind es Kriminelle, die ihre Opfer mit erfundenen Geschichten unter Druck setzen wollen, um an ihr Geld zu kommen. Eine Augsburger Studentin fiel dieser Masche zu Opfer und erzählt, wie diese Abzocker sie betrogen haben.</p>
<p></p>
<p></p>
<h2 class="wp-block-heading">Wie die 24-Jährige von der falschen Polizei reingelegt wurde</h2>
<p></p>
<p></p>
<p>Am 28. Juni 2022 erhielt die junge Augsburgerin einen Anruf, mit dem sie nicht gerechnet hatte. Das Display zeigte eine unbekannte, jedoch deutsche Nummer an und sie nahm den Anruf entgegen. Eine weibliche, automatisierte Stimme kündigte auf Englisch das &#8220;Federal Police Department“ an. Die Stimme machte Angaben über die Sozialversicherungsnummer der Studentin und informierte sie, dass ihre Kreditkartenkonten gesperrt werden sollen. Die junge Frau erklärt, dass sie nicht darauf achtete, ob die genannte Sozialversicherungsnummer korrekt sei. Vor allem vor dem Hintergrund, dass sie diese Nummer nicht auswendig weiß. &#8220;Die Details wurden unwichtig. Ich habe mit Angststörungen zu kämpfen und kenne mich nicht genügend mit solchen Angelegenheiten aus. In diesem Moment gewann meine Angst Überhand&#8221;, sagte sie. </p>
<p></p>
<p></p>
<p>Aus dieser Angst heraus drückte die junge Frau wie aufgefordert die Taste 1 auf ihrem Telefon und wurde an einen Mann weitergeleitet, der sie dazu veranlasste, sich namentlich zu identifizieren und die letzten 4 Ziffern ihrer Personalausweisnummer zu nennen. Weiterhin machte der selbsternannte &#8220;Officer&#8221; Angaben zu seiner eigenen Person und zur erfundenen Fallnummer. Er erklärte ihr folgenden Sachverhalt: Gegen die Studentin wird wegen Mordverdacht, dem Fund von 400 kg Kokain und illegaler Kreditkonten-Transaktionen ermittelt. Die Details, die der &#8220;Officer&#8221; dabei nannte, machten die Situation für die Augsburgerin immer glaubwürdiger. So sollen die Straftaten in Berlin stattgefunden haben. Die junge Frau hatte sich vor nicht allzu langer Zeit in der Hauptstadt aufgehalten und machte sich dementsprechend Sorgen, dass es tatsächlich einen Zusammenhang mit ihrem Aufenthalt geben könnte. Als sie sich erkundigte, was sie machen könne, um ihre Unschuld zu beweisen, wurden ihr zwei Optionen geboten: Entweder würde sie mit dieser falschen Polizei kooperieren, was die &#8220;Polizei&#8221; dazu veranlassen würde ihr zu helfen, oder sie müsse sich einen Anwalt holen, wobei sie jedoch mit einer Geldstrafe von bis zu 700 000 Dollar und einer Haftstrafe bis zu 15 Jahren rechnen müsse. Für die Studentin war klar, dass sie mit der &#8220;Polizei&#8221; kooperieren muss, woraufhin sie ein weiteres Mal weitergeleitet wurde. </p>
<p></p>
<p></p>
<p>Diesmal war der &#8220;Chief-Officer&#8221; in der Leitung. Die junge Frau bot an, direkt zur örtlichen Polizei zu gehen, um diese Angelegenheit persönlich zu besprechen und zu lösen. Sie wurde jedoch sofort darauf hingewiesen, dass sie mit niemandem über den Fall sprechen darf, was ihr verdächtig vorkam. Weiterhin nahm die Studentin Geräusche im Hintergrund wahr, und hinterfragte, ob es nicht möglich sei, dass es sich um ein Call-Center handle. Sie ging jedoch nicht weiter auf ihre Zweifel ein, da der &#8220;Officer&#8221; sie schnell unter Druck setzte. Er wies sie darauf hin, dass die Polizei gezwungen sei, alle Konten auf ihrem Namen zu sperren, sodass keine weiteren illegalen Transaktionen stattfinden könnten. Ab sofort würde sie keinen Zugriff auf ihr Geld haben und all ihr Bargeld würde bald von der Polizei konfisziert werden. Sie wurde in Existenzangst versetzt. Sollten ihre Konten gesperrt werden, könnte sie nicht mehr ihre Miete und andere Rechnungen bezahlen. Um mehr Druck auszuüben, erwähnte der &#8220;Officer noch mal. dass sie sofort festgenommen werden würde, sollte sie sich an die lokale Polizei wenden. Die Studentin erklärte gegenüber der Redaktion, dass sie nicht mehr in der Lage war, rational zu denken. Sie kannte sich nicht genug in juristischen Angelegenheiten aus und wusste nicht, welche Rechte sie als Bürgerin in so einem Szenario hätte. Dieser Moment der Verletzlichkeit wurde von dem Betrüger ausgenutzt. Er signalisierte ihr, dass die falsche Polizei ihr Wohl wolle und die lokale Polizei ihr schaden würde.</p>
<p></p>
<p></p>
<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>&#8220;Ich war komplett in Angst und Panik versetzt. Hätte ich ein Mal aufgeatmet, hätte ich realisiert, dass das was mir erzählt wurde, keinen Sinn macht. Wieso sollte mich ein Polizist vor der Polizei schützen wollen beziehungsweise wieso sollte eine Behörde gegen eine andere aussagen? Doch für rationales Denken war keine Zeit.&#8221;</p>
<p><cite>Betrugsopfer aus Augsburg, 24</cite></p>
</blockquote>
<p></p>
<p></p>
<p></p>
<p></p>
<p>Daraufhin wurde ihr versichert, dass sie das Geld auf ihrem Bankkonto sichern könnte, wenn sie ihr Erspartes in Guthaben-Karten investiere. Der &#8220;Officer&#8221; drängte die Studentin, nach seinen Angaben zu handeln, indem er sie glauben ließ, sie werde geortet. Daher folgte sie sofort der Anweisung, in den nächsten Supermarkt zu gehen und dort Google Play Karten zu kaufen. Die Studentin gab 550 Euro für die Guthaben-Karten aus. Danach wurde sie wieder vom selben Officer angerufen und dazu veranlasst, ihm die Nummern der gekauften Karten zu nennen, wodurch die Betrüger ihr Gelb erbeuten konnten.</p>
<p></p>
<p></p>
<h2 class="wp-block-heading">Was geschah nach dem Telefonat?</h2>
<p></p>
<p></p>
<p>Die Geschädigte erinnerte sich, dass sie davor gewarnt wurde, jemandem von diesem Vorfall zu erzählen, weil dadurch alle Mitwissenden zu Komplizen gemacht werden und ihnen ebenfalls eine Anzeige drohen würde. Während des Telefonats habe sie niemanden informiert. Doch danach entschloss sie sich, ihrem Freund vom Telefonat zu erzählen. Dieser wies sie darauf hin, dass es sich um einen Betrug handeln müsse. Als sie versuchte, die Guthabenkarten einzulösen, bemerkte das Opfer, dass sie bereits eingelöst wurden und sie ihr Geld verloren hat. Sie ging zur Polizei und ihr wurde versichert, dass es sich um einen Betrug handelt. Ihr Geld wird sie wahrscheinlich nie wieder sehen.</p>
<p></p>
<p></p>
<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>&#8220;Nach der Anzeige wurde mir klar, ich wurde betrogen. Aber ehrlich gesagt, war ich einfach nur erleichtert, dass die Panik umsonst war und die Polizei nicht tatsächlich gegen kriminelle Aktivitäten in meinem Namen ermittelt.&#8221;</p>
<p><cite>Betrugsopfer aus Augsburg, 24</cite></p>
</blockquote>
<p></p>
<p></p>
<p></p>
<p></p>
<p>Die Augsburgerin teilte mit, dass sie nach dem Vorfall Kassierer:innen in verschiedenen Supermärkten darauf hinwies, den Kauf von Google Play Karten zu hinterfragen, vor allem, wenn es sich um hohe Summen handelt. Damit wolle sie verhindern, dass andere Menschen auf diese Betrugsmasche hereinfallen, sagt sie.</p>
<p></p>
<p></p>
<h2 class="wp-block-heading">Rückblickende Gefühlslage:</h2>
<p></p>
<p></p>
<p>Die geschädigte gibt zu, dass ihr die Sache peinlich ist, weshalb sie anonym bleiben möchte. Sie erklärt, dass sie mehrere Tage brauchte, um über diesen Vorfall hinwegzukommen. &#8220;Man fühlt sich nutzlos und leer und ärgert sich darüber, wie man auf diese Betrüger reinfallen konnte&#8221;, sagte sie.</p>
<p></p>
<p></p>
<p>Sie erzählt, dass man oft über solche Betrugsfälle hört, jedoch nie davon ausgeht, man könne selbst betroffen werden. Die Täter arbeiten professionell und wissen, wie sie einen kommunikativ und emotional manipulieren können. Was sie dazu veranlasste, nach den Aufforderungen der Betrüger zu handeln war prinzipiell die Angst und die Panik, die durch die Angaben über Straftaten verursacht werden und durch Drohungen immer wieder verstärkt werden, sagt die Studentin. Am Telefon sei sie nach der Drohung einer Haftstrafe zunächst nervlich zusammengebrochen, worauf die Täter mit wenig Empathie reagierten. Stattdessen warnten sie das Opfer, dass sie sich zusammenreißen solle, damit sie nicht noch schuldiger aussehe. </p>
<p></p>
<p></p>
<p>Rückblickend falle ihr auf, wie absurd und auffällig vorgetäuscht der gesamte Sachverhalt war: &#8220;Wenn man sich in einem Zustand der Panik befindet, verliert man jegliche Rationalität.&#8221; Für sie sei der einzige Ausweg aus dieser entsetzlichen Situation gewesen, alle Anweisungen der Täter zu befolgen. </p>
<p></p>
<p></p>
<h2 class="wp-block-heading">Worauf du achten solltest:</h2>
<p></p>
<p></p>
<ul class="wp-block-list">
<li>Bei Anrufen des &#8220;Federal Police Departments&#8221;, &#8220;Interpols&#8221; oder &#8220;Europols&#8221; folge keinen Anweisungen und lege am besten sofort auf.</li>
<li>Die Betrüger sprechen Englisch und begründen dies mit der Aussage, du seist nicht nur in kriminelle Aktivitäten innerhalb Deutschlands, sondern auch international verwickelt, teilte die junge Augsburgerin mit.</li>
<li>Offenbare keine persönlichen oder finanziellen Informationen am Telefon.</li>
<li>Bei Erhalt solcher Anrufe informiere deine örtliche Polizeidienststelle.</li>
<li>Weitere Informationen findest du unter <a href="https://www.polizei-beratung.de/startseite-und-aktionen/aktuelles/detailansicht/telefonbetrug-im-namen-von-europol-oder-interpol/ oder https://www.polizei.bayern.de/aktuelles/pressemitteilungen/029609/index.html." class="broken_link">https://www.polizei-beratung.de/startseite-und-aktionen/aktuelles/detailansicht/telefonbetrug-im-namen-von-europol-oder-interpol/ </a> oder <a href="https://www.polizei.bayern.de/aktuelles/pressemitteilungen/029609/index.html" class="broken_link">https://www.polizei.bayern.de/aktuelles/pressemitteilungen/029609/index.html</a>.</li>
</ul>
<p></p>
<p></p>
<p></p>								</div>
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		<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2022/07/wenn-die-polizei-anruft-die-telefon-betrugsmasche/">Wenn die &#8220;Polizei&#8221; anruft &#8211; Die Telefon-Betrugsmasche</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>Fiese Verträge, falsche Versprechen: Hochschulinitiative Deutschland exposed</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Franziska Berktold]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Mar 2022 17:53:19 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ein typischer Werbespot der Hochschulinitiative Deutschland beginnt so: Typ A macht kein Steuerseminar bei der Hochschulinitiative und ist deshalb ziemlich down. Wahlweise ist Typ A auch eine Vergangenheits-Lisa mit Graufilter. Typ B oder Gegenwarts-Lisa machen alles richtig; sie gehen zum KOSTENLOSEN Steuerseminar, holen sich Geld zurück und die Off-Stimme gibt den Rat “Mach’s wie Lisa”. Warum du genau das bleiben lassen solltest und wer hinter dieser Initiative steckt – das erfährst du hier.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2022/03/fiese-vertraege-falsche-versprechen-hochschulinitiative-deutschland-exposed/">Fiese Verträge, falsche Versprechen: Hochschulinitiative Deutschland exposed</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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									<p><span style="font-weight: 400;">Ein typischer Werbespot der Hochschulinitiative Deutschland beginnt so: Typ A macht kein Steuerseminar bei der Hochschulinitiative und ist deshalb ziemlich down. Wahlweise ist Typ A auch eine Vergangenheits-Lisa mit Graufilter. Typ B oder Gegenwarts-Lisa machen alles richtig; sie gehen zum KOSTENLOSEN Steuerseminar, holen sich Geld zurück und die Off-Stimme gibt den Rat “Mach’s wie Lisa”. Warum du genau das bleiben lassen solltest und wer hinter dieser Initiative steckt – das erfährst du hier.</span></p><p> </p>								</div>
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									<p><span style="font-weight: 400;">Leonie aus unserer Presstige-Redaktion hat an Seminaren der Hochschulinitiative Deutschland teilgenommen. Ihr erstes Seminar war ein Excel-Seminar, weil sie gerade auf Jobsuche war. Die Werbung hat sie auf YouTube erreicht, über einen Link war sie schnell angemeldet. Das Seminar fand wegen Corona online statt. Schnell und unkompliziert. Aber wofür hat sie sich da überhaupt angemeldet?</span></p>								</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-medium">Die Hochschulinitiative Deutschland - mehr Schein als Sein </h2>				</div>
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									<p><span style="font-weight: 400;">Die Hochschulinitiative gibt sich auf ihrer Webseite und in ihrer Werbung sehr verständnisvoll für die Probleme Studierender. Einfach keine Motivation für die Bachelorarbeit? In der Jobausschreibung wird nach Excel-Kenntnissen gefragt, die du sicher nicht vorweisen kannst? In der Schule hat dir niemand beigebracht, wie man eine Steuererklärung macht? Alles total </span><i><span style="font-weight: 400;">relatable</span></i><span style="font-weight: 400;"> für die Initiative. Sie kennt die Fragen junger Menschen genau und will ihnen scheinbar einfach nur dabei helfen, sie zu beantworten. Auf ihren Seiten ist davon die Rede, eine “Lücke zu schließen”, “das Beste aus deinem Studium herauszuholen” oder Studierende zu ihrem “Erfolgspotential” führen. </span></p><p><span style="font-weight: 400;">Die angebotenen Seminare haben alle eines gemeinsam: sie sind kostenlos. Und sie wissen genau, was Studierende brauchen: flexible Termine, ein Skript zum Nachlesen, ein Zertifikat für den Lebenslauf. Kann ja nicht schaden, dachte sich Leonie. Und viele andere in ihrer Situation. Schaden kann es aber möglicherweise doch, denn es gibt noch eine weitere Gemeinsamkeit: sie haben alle etwas mit MLP zu tun. Und spätestens hier beginnt das Problem.</span></p>								</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-medium">Hinter der Hochschulinitiative Deutschland steckt vor allem eines: MLP</h2>				</div>
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									<p><span style="font-weight: 400;">MLP ist eine an der Börse notierte Finanzvertriebsfirma. Das bedeutet, sie wirtschaften mit dem Verkauf von Versicherungen, Bankgeschäften oder der Vermögensverwaltung. Als besonders umsatzstark kristallisiert sich dabei das Geschäft mit einer privaten Altersvorsorge heraus.</span></p>								</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-medium">Was hat das mit Studierenden und dem Subtrahieren in Excel zu tun?</h2>				</div>
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									<p><span style="font-weight: 400;">Die Zielgruppe von MLP sind Akademiker:innen. Und weil “Früh übt sich” auch hier gilt, ist bereits der akademische Nachwuchs von Interesse für die Firma. Ein besonderer Fokus wird übrigens auf die Fachbereiche Medizin, Rechtswissenschaft und Ingenieurswesen gelegt – weil diese im Berufsleben am meisten Geld verdienen. </span></p><p><span style="font-weight: 400;">MLP wird mittlerweile deutlich als Partner der Hochschulinitiative Deutschland ausgegeben – und zwar für Fachfragen “von der Geldanlage bis hin zur Altersvorsorge”. Aber auch für Excel, die Abschlussarbeit oder im Bewerbungstraining scheint MLP die richtige Antwort auf alle Fragen zu haben, denn bereits in den kostenlosen Seminaren kommen die Studierenden in Kontakt mit den Berater:innen von MLP.</span></p>								</div>
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							<div class="elementor-testimonial-content">“Du denkst, du gehst da hin und bist bei der Hochschulinitiative, aber eigentlich bist du bei MLP. Das weißt du ja gar nicht.”</div>
			
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										<div class="elementor-testimonial-details">
														<div class="elementor-testimonial-name">Leonie</div>
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									<p><span style="font-weight: 400;">Nach den Seminaren folgt die </span><i><span style="font-weight: 400;">one-on-one-</span></i><span style="font-weight: 400;">Sitzung und eine persönliche Beratung steht zur Seite. Persönlich ist dabei auch der Kontakt zwischen Berater:in und den Studierenden. Diesen Eindruck hatte auch Leonie: “Am Anfang war es toll. Wir haben uns gut verstanden, ich habe auch erzählt, wie es mir geht”. Diese persönliche Ebene hat es Leonie schlussendlich so schwer gemacht, den Kontakt abzubrechen.</span></p>								</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-medium">Der Name - ein trojanisches Pferd?</h2>				</div>
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									<p><span style="font-weight: 400;">Ein weiterer Faktor, der es leichter macht, das Vertrauen der Studierenden zu gewinnen: die scheinbare Nähe zur Universität. Bereits der Name kann in die Irre führen, noch schwerwiegender: vor der Pandemie wurden Räume direkt an der Uni angemietet und Werbung in den Vorlesungen gemacht. “Das hat mich überzeugt, weil normalerweise machen sie es an der Uni. Da dachte ich, es ist alles genehmigt und alles okay”, berichtet Leonie. Dieses Vorgehen kritisierte auch die </span><a href="https://www.finanzwende.de/fileadmin/user_upload/Kampagnen/MLP/Hintergrundpapier_MLP_Hochschulinitiative_01.pdf"><span style="font-weight: 400;">Bürgerbewegung Finanzwende</span></a><span style="font-weight: 400;">.</span></p>								</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-medium">Die Seminare - mehr schlecht als recht</h2>				</div>
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									<p><span style="font-weight: 400;">Mit dem kostenlosen Excel-Seminar der Hochschulinitiative ist Gegenwarts-Lisa aus der YouTube-Werbung vielleicht ein Excel-Profi geworden, Leonie eher nicht. Gelernt hat sie Excel schlussendlich mit Excel Intro. Und ob sie das angepriesene Zertifikat mit dem Titel “Vom EinZeller zum EXCELperten” wirklich an den Lebenslauf anhängen möchte, bleibt fraglich.</span></p>								</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-medium">2065€ zurück? – Wohl eher nicht. </h2>				</div>
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									<p><span style="font-weight: 400;">Die Hochschulinitiative wirbt mit ordentlich viel Geld, das sich scheinbar alle Studis “zurückholen” können. 2000 bis 6000€ klingt zugegeben sehr verlockend. Nur spielt das deutsche Steuersystem da nicht mit – und die Hochschulinitiative Deutschland hält uns in ihrer Werbung so einiges vor.</span></p>								</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-small">Dafür ein kleiner Exkurs in Sachen Steuer
</h2>				</div>
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									<p><span style="font-weight: 400;">Die Rede ist von sogenannten Werbungskosten. Darunter fallen dein neuer Laptop, der Schreibtisch, Fachliteratur, der Weg zur Uni und vieles mehr. Diese Ausgaben haben wir sicher alle – zurück bekommen wir in den meisten Fällen trotzdem nichts. Das liegt daran, dass die Werbungskosten nur geltend gemacht werden können, wenn es sich bei den Kosten um Ausgaben im Rahmen einer Zweitausbildung handelt. Habt ihr also vorher schon einen Abschluss erhalten oder eine Ausbildung absolviert, bekommt ihr einen Verlustvortrag. Dieser Verlustvortrag wird euch dann bei eurer ersten Steuererklärung im Rahmen eines geregelten Einkommens zurückerstattet. Alle mit einer Erstausbildung gehen in diesem Fall leer aus. Die Hochschulinitiative macht das in ihrer Werbung nicht deutlich, diese Information erhaltet ihr erst im Seminar, wenn eure Daten bereits gut abgespeichert sind. Nebenbei erwähnt: selbst wenn ihr einen Verlustvortrag habt: mit einem Studium an einer staatlichen Universität werdet ihr wohl kaum Ausgaben in dieser Höhe haben, dafür müsstet ihr auch noch Studiengebühren bezahlen. Vorgerechnet hat es der YouTube-Kanal </span><a href="https://www.youtube.com/watch?v=AX8b0ihDvxc"><span style="font-weight: 400;">Pocket Money</span></a><span style="font-weight: 400;">: Um eine Summe von 6000€ zu erhalten, müsstet ihr einen Verlustvortag aus eurer Zweitausbildung von stolzen 21.900€ mitbringen. Und wäre das nicht schon genug, solltet ihr zudem im ersten Jahr eures Jobs satte 39.200€ verdienen.</span></p>								</div>
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									<p><span style="font-weight: 400;">Leonie hat noch weitere Seminare besucht: für ihre Abschlussarbeit das Thesisseminar, das ihr besonders schlecht in Erinnerung blieb: “Es hat gar nichts gebracht. Ich habe währenddessen angefangen, Essen zu kochen”. Inhaltlich wurde ihr von einer empirischen Abschlussarbeit abgeraten, man solle doch lieber eine Literaturrecherche durchführen. So erging es auch einem Teilnehmenden, der sein Feedback auf der Webseite der Initiative hinterließ.</span></p>								</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-medium">Fiese Verträge bei netter Beratung
</h2>				</div>
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									<p><span style="font-weight: 400;">Für MLP beginnt die richtige Arbeit nach den Seminaren. Egal ob Excel, Abschlussarbeit oder Steuererklärung – im Optimalfall sollte eine </span><i><span style="font-weight: 400;">one-on-one</span></i><span style="font-weight: 400;">-Sitzung folgen, in der restliche Fragen gestellt werden können. Dieses Meeting entwickelte sich jedoch in eine ganz andere Richtung: “Ich habe ihm meine Fragen über Excel gestellt, aber dann wollte er plötzlich über meine Finanzen sprechen”, berichtet Leonie. Es ging um ihre Ausgaben und die Frage, ob sie denn nicht einmal sparen wolle, sogar ein Finanzplan wurde erstellt. Statt über Datenbankfunktionen sprach der Berater also von Anlagen und Versicherungen – die von MLP angeboten werden. Für Leonie war das der Punkt, an dem sie stutzig wurde und den Kontakt zu ihrem Berater abbrach. So viel Glück haben aber nicht alle Studierenden:</span></p><p><span style="font-weight: 400;">Laut der Bürgerbewegung Finanzwende wird den Studierenden vor allem eine Kombination aus Lebensversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung angedreht. Per se ist das nichts Schlechtes und sich schon früh um seine Versicherungen zu kümmern auf jeden Fall ein Vorteil. Aber die genannte Kombination ist äußerst unvorteilhaft: die Beiträge sind teuer, die gekoppelten Versicherungen unflexibel und an das Geld kommt man erst in der Rente wieder. Eine Beispielrechnung der Bewegung macht die verheerenden Kosten deutlich: Allein 22.000 € wurden in diesem Beispielvertrag für die jahrelangen Abschlusskosten fällig. </span><a href="https://www.test.de/Finanzdienstleister-MLP-Koeder-fuer-Akademiker-1687295-0/"><span style="font-weight: 400;">Stiftung Warentest</span></a><span style="font-weight: 400;"> warnte bereits 2008 vor einigen Angeboten im MLP-Portfolio.</span></p>								</div>
				</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-medium">Boost für dein Studium? Eher ein Boost für MLP. </h2>				</div>
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									<p><span style="font-weight: 400;">“Es kam mir wie eine Sache vor, die nur den Schein wahrt, aber eigentlich verbirgt sich etwas anderes dahinter”, erzählt Leonie über ihre Erfahrungen mit der Hochschulinitiative. Und damit trifft sie den Nagel auf den Kopf. Die hippe Werbung, die jungen Leute, die persönliche Bindung – all das ist nicht wirklich der “Boost für dein Studium”, sondern ein Boost für die Finanzvertriebsfirma. Die mögliche Unwissenheit junger Menschen auf diese Art und Weise auszunutzen, ist unverschämt. Es bleibt nur zu sagen: Mach&#8217;s nicht wie Gegenwarts-Lisa!</span></p>								</div>
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												<a class="elementor-toggle-title" tabindex="0">Alternativen zur Hochschulinitiative Deutschland</a>
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					<div id="elementor-tab-content-1251" class="elementor-tab-content elementor-clearfix" data-tab="1" role="region" aria-labelledby="elementor-tab-title-1251"><p><span style="font-weight: 400;">Vielleicht sparst du dir nach diesem Artikel einen Gang zu den Seminaren der Hochschulinitiative Deutschland &#8211; über Excel und deine Steuererklärung möchtest du trotzdem mehr wissen? Dann schau doch mal bei einem </span><a href="https://youtu.be/Cs-DqdkJHZk"><span style="font-weight: 400;">Youtube-Excelkurs</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder der gemeinnützigen Finanzbildungsplattform </span><a href="https://www.finanztip.de/"><span style="font-weight: 400;">Finanztip</span></a><span style="font-weight: 400;"> vorbei. </span></p><p> </p></div>
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					<div id="elementor-tab-title-1252" class="elementor-tab-title" data-tab="2" role="button" aria-controls="elementor-tab-content-1252" aria-expanded="false">
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												<a class="elementor-toggle-title" tabindex="0">Quellen</a>
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					<div id="elementor-tab-content-1252" class="elementor-tab-content elementor-clearfix" data-tab="2" role="region" aria-labelledby="elementor-tab-title-1252"><p><a href="https://www.watson.de/deutschland/best%20of%20watson/306481128-mlp-wie-eine-hochschulinitiative-studenten-fuer-den-finanzdienstleister-koedert"><span style="font-weight: 400;">https://www.watson.de/deutschland/best%20of%20watson/306481128-mlp-wie-eine-hochschulinitiative-studenten-fuer-den-finanzdienstleister-koedert</span></a><span style="font-weight: 400;"> (zuletzt geöffnet am 13.03.2022)</span></p><p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=AX8b0ihDvxc">https://www.youtube.com/watch?v=AX8b0ihDvxc</a><span style="font-weight: 400;"> (zuletzt geöffnet am 13.03.2022)</span></p><p><a href="https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/verein-sieht-studenten-als-opfer-finanzberater-mlp-wird-unlautere-werbung-vorgeworfen/25492048.html"><span style="font-weight: 400;">https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/verein-sieht-studenten-als-opfer-finanzberater-mlp-wird-unlautere-werbung-vorgeworfen/25492048.html</span></a><span style="font-weight: 400;"> (zuletzt geöffnet am 13.03.2022)</span></p><p><a href="https://www.test.de/Finanzdienstleister-MLP-Koeder-fuer-Akademiker-1687295-0/"><span style="font-weight: 400;">https://www.test.de/Finanzdienstleister-MLP-Koeder-fuer-Akademiker-1687295-0/</span></a><span style="font-weight: 400;"> (zuletzt geöffnet am 13.03.2022)</span></p><p><a href="https://www.test.de/Finanzdienstleister-MLP-Koeder-fuer-Akademiker-1687295-0/"><span style="font-weight: 400;">https://www.test.de/Finanzdienstleister-MLP-Koeder-fuer-Akademiker-1687295-0/</span></a><span style="font-weight: 400;"> (zuletzt geöffnet am 13.03.2022)</span></p></div>
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		<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2022/03/fiese-vertraege-falsche-versprechen-hochschulinitiative-deutschland-exposed/">Fiese Verträge, falsche Versprechen: Hochschulinitiative Deutschland exposed</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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					<wfw:commentRss>https://presstige.org/2022/03/fiese-vertraege-falsche-versprechen-hochschulinitiative-deutschland-exposed/feed/</wfw:commentRss>
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