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	<title>Bürgermeister Archive | presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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		<title>Oberbürgermeister Florian Freund im Interview mit Presstige</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jamie Ehmer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 May 2026 13:01:09 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Frischer Wind in Augsburg: SPD-Herausforderer Florian Freund ist neuer Oberbürgermeister. Mit der Vereidigung im Goldenen Saal Anfang Mai hat für Florian Freund offiziell ein neues Kapitel begonnen. Der gebürtige Würzburger setzte sich bei der Stichwahl am 22. März mit 56,6...</p>
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									<p class="p1">Frischer Wind in Augsburg: SPD-Herausforderer Florian Freund ist neuer Oberbürgermeister. Mit der Vereidigung im Goldenen Saal Anfang Mai hat für Florian Freund offiziell ein neues Kapitel begonnen. Der gebürtige Würzburger setzte sich bei der Stichwahl am 22. März mit 56,6 Prozent der Stimmen gegenüber Eva Weber durch. Im Interview mit Presstige erzählte er über seinen Weg nach Augsburg, prägende Erfahrungen aus dem Studium und die Zukunft der Stadt.</p>								</div>
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									<p class="p1"><b>Herr Freund, wenn man heute auf Ihre Rolle als Oberbürgermeister schaut: Wie hat </b><b>eigentlich alles in Augsburg für Sie begonnen und warum sind Sie geblieben?</b></p><p class="p1"><b>F.F.:</b> Angefangen hat es ganz klassisch mit dem Studium. Die wirtschaftswissenschaftliche Fakultät war damals ein starkes Argument, auch weil sie einen anderen Aufbau hatte als heute mit einem stärkeren Fokus auf Ökonomie. Gleichzeitig kannte ich Augsburg schon und hatte die Stadt immer positiv in Erinnerung. Meine damalige Freundin, heute Ehefrau, kam aus der Nähe von Garmisch, da lag Augsburg natürlich günstig.</p><p class="p1"><b>Wie haben Sie Ihre Studienzeit damals erlebt?</b></p><p class="p1"><b>F.F.:</b> Die größte Herausforderung für mich war, überhaupt in dieser akademischen Welt anzukommen. Ich bin der Erste in meiner Familie, der studiert hat, da muss man sich vieles selbst erschließen. Gleichzeitig bringt diese neue Freiheit auch Verantwortung mit sich. Und manchmal lernt man Dinge auf die harte Tour, etwa vor dem geschlossenen Supermarkt, wenn man merkt, dass am 8. August in Augsburg alles zu hat. Was sich seitdem aber definitiv verändert hat ist der Wohnungsmarkt. Ich habe damals im Wohnheim etwa 150 Euro gezahlt. Das ist heute kaum vorstellbar und inzwischen zu einer großen Herausforderung geworden.</p><p class="p1"><b>Sie sprechen den Wohnungsmarkt an, ein Thema, das viele Studierende heute stark </b><b>beschäftigt. Was muss sich hier konkret ändern?</b></p><p class="p1"><b>F.F.:</b> Die Wohnungsnot betrifft längst nicht mehr nur Studierende, sondern auch Auszubildende und junge Berufstätige. Aus meiner Sicht brauchen wir vor allem mehr Angebot. Im Wahlkampf haben wir beispielsweise über ein Azubiwerk gesprochen, ähnlich dem Studierendenwerk, das gezielt bezahlbaren Wohnraum schaffen soll. Gleichzeitig hängen viele Lösungen auch von Bundes- und Landesvorgaben ab, etwa bei Baustandards.</p><p class="p1"><b>Woran möchten Sie sich in den kommenden Jahren als Oberbürgermeister messen </b><b>lassen?</b></p><p class="p1"><b>F.F.:</b> Ich bin mit drei zentralen Versprechungen in den Wahlkampf gegangen: Den ÖPNV wieder attraktiver zu machen, unter anderem mit einem 5-Minuten-Takt, die Schultoiletten in den Augsburger Schulen zu erneuern und die Fugger Promenade in der Innenstadt umzubauen. Letzteres ist kein Projekt, das alle Probleme löst, aber es ist ein sichtbares, städtebauliches Zeichen für mehr Grün in der Innenstadt. Darüber hinaus gilt es große Projekte wie das Staatstheater oder den Bahnhof, die seit vielen Jahren in Schleifen hängen, jetzt zu einem Abschluss zu bringen.</p><p class="p1"><b>Gerade beim Thema ÖPNV geht es nicht nur um Attraktivität, sondern auch um </b><b>Sicherheit besonders nachts. Wie wollen Sie das angehen?</b></p><p class="p1"><b>F.F.:</b> Mir ist es im Wahlkampf widergespiegelt worden, dass man sich nicht zu jeder Tages- oder Nachtzeit in den Straßenbahnen wohlfühlt, insbesondere als junge Frau. Deswegen müssen wir uns Gedanken machen, wie wir Angebote für ein sicheres Nachhause kommen ermöglichen. Das werden wir jetzt in den nächsten Monaten diskutieren. Andere Städte wie München haben mit Taxigutscheinen für Frauen bereits interessante Ansätze entwickelt. Solche Modelle schauen wir uns natürlich an.</p><p class="p1"><b>Wie wichtig ist Ihnen denn gerade jetzt der Kontakt mit den Menschen?</b></p><p class="p1"><b>F.F.:</b> Ich glaube, das ist in den letzten Jahren ein bisschen zu kurz gekommen. Ich bin grundsätzlich ein Mensch, der gerne mit Leuten spricht und genieße es, direktes Feedback zu bekommen. Das geht auf der Straße dann doch schneller als in Sitzungsräumen. Im Moment verspüre ich eine große Offenheit mir gegenüber und das schätze ich sehr. Gerade in der Kommunalpolitik will man ein Gefühl dafür bekommen, wer diese Person ist, die Entscheidungen trifft.</p><p class="p1"><b>Wie schaffen Sie es bei all dem, auch mal abzuschalten?</b></p><p class="p1"><b>F.F.:</b> Sport spielt für meinen Ausgleich eine große Rolle. Solosportarten wie Laufen oder Rennrad fahren lassen sich dabei flexibler in den Alltag einbauen. Früher war ich auch im Verein aktiv, aber das lässt sich momentan einfach schwer einplanen. Vor allem in den stressigen Phasen des Wahlkampfes schaue ich abends auch häufig Serien, die ich schon kenne, um sozusagen diesem „Brainrot“ nachzugehen. Da lande ich oft bei Folgen von Dr. House, Narcos oder auch Modern Family. Eine großartige Serie, finde ich. Da können die Systeme am Abend einfach herunterfahren.</p><p class="p1"><b>Zum Schluss:</b> <b>Was würden Sie Ihrem jüngeren Ich heute raten und auch den </b><b>Studierenden von heute, wenn es um Zukunftsängste geht</b>?</p><p class="p1"><b>F.F.:</b> Ich habe meine Abiturzeit sehr intensiv genutzt, um mich auszuleben. Als ich nach Augsburg gekommen bin, habe ich schnell gemerkt, dass es jetzt ernst wird. Die erste 5,0 hat mich schon getroffen, gerade in angespannten Klausurenzeiten. Deswegen würde ich meinem jüngeren Ich raten: Häng dich emotional nicht zu sehr an einzelnen Rückschlägen auf. Aber am Ende des Tages hatte ich eine gute Studienzeit, ich hätte jedoch öfter in die Berge fahren sollen. Ansonsten würde ich meinem jüngeren Ich noch raten: Hör bloß auf zu rauchen!</p><p class="p1">Mein Rat für die jetzigen jungen Leute wäre deshalb für die Zukunft auch: Angst war nie ein guter Ratgeber. Wenn ich mit Angst in die OB-Kandidatur gegangen wäre, wäre das nichts geworden, vor allem weil die Lage am Anfang nicht besonders aussichtsreich war als Sozialdemokrat in Bayern. Wichtig ist, dass man das macht, was einem Spaß macht und wofür man brennt. Auf meinem Lebensweg hat sich das mit den 90 Prozent Transpiration und 10 Prozent Inspiration immer wieder bestätigt. Es gehört einfach auch Fleiß, Ehrgeiz und Einsatz dazu.</p>								</div>
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		<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2026/05/oberbuergermeister-florian-freund-im-interview-mit-presstige/">Oberbürgermeister Florian Freund im Interview mit Presstige</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>Jung. Studentin. Politikerin &#8211; Franzi Wörz im Stadtrat</title>
		<link>https://presstige.org/2020/10/jung-studentin-politikerin-franzi-worz-im-stadtrat/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Justin Lautenbach]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 Oct 2020 07:09:11 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Sie ist das jüngste Mitglied des Stadtrates Augsburg. Außerdem studiert sie Mathe an der Uni Augsburg. Bei presstige gibt Franziska Wörz ihr Interview-Debüt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2020/10/jung-studentin-politikerin-franzi-worz-im-stadtrat/">Jung. Studentin. Politikerin &#8211; Franzi Wörz im Stadtrat</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Franziska Wörz ist 20 Jahre alt, gebürtige Augsburgerin und studiert in der schönen Fuggerstadt Mathematik im Bachelor-Studiengang. Neben ihrem Hobby Schwimmen und ihrem Engagement bei Foodsharing Augsburg ist die Studentin auch noch das jüngste Mitglied des Augsburger Stadtrates. Hier engagiert sie sich unter anderem im Finanz-, Bildungs- und Sportausschuss sowie im Büro für kommunale Prävention. Politik, Freizeit und Studium müssen dabei gut getaktet organisiert sein. Bei <em>presstige </em>gibt sie ihr Interview-Debüt.</p>
<p><strong>Der Stadtrat</strong></p>
<p>Der Stadtrat Augsburg stellt das höchste städtische Gremium dar, welches die Bürger*innen wählen können. Hier werden Grundsatzentscheidungen für die städtische Entwicklung getroffen sowie Richtlinien für die selbstständige Verwaltung festgelegt.</p>
<p>Im Stadtrat liegt das Durchschnittsalter bei 48 Jahren, 23 von 60 Stadträt*innen sind weiblich. Mit 57 Prozent hat die Grünen Fraktion den höchsten Frauenanteil. 33 Rät*innen sind neu in das Gremium eingezogen, davon neun allein aus der Partei der Grünen. Franziska Wörz ist eine von ihnen.</p>
<p><strong>Franziska Wörz im Gespräch</strong></p>
<p><strong>Hallo Franziska! Schön, dass wir uns heute treffen können. Du bist mit 20 Jahren die jüngste Augsburger Stadträtin. Ist dein Alter im Zusammenhang mit deinem politischen Engagement ein häufiges Thema?</strong></p>
<p><em>Franziska</em>: Ich habe nicht das Gefühl, dass das wichtig ist. Gerade in meiner Tätigkeit als Stadträtin wird nicht nach meinem Alter gefragt. Das wird auch nicht negativ konnotiert. Andere junge Politiker*innen stört es vielleicht, nach ihrem Alter gefragt zu werden. Vor allem, wenn sie oft darauf angesprochen werden. Das ist bei mir aber nicht der Fall. Vielleicht sehe ich schon so alt aus (lacht).</p>
<p><strong>Wie zuversichtlich hast du deiner Wahl in den Stadtrat entgegengeblickt?</strong></p>
<p><em>Franziska</em>: Bei uns Grünen ist alles sehr basisdemokratisch geregelt. Da wurden in einer Aufstellungsversammlung die Listenkandidaten gewählt und ich bin auf Platz sieben gelandet. Ich hatte dann auch das Gefühl, dass das hinhauen könnte und war relativ zuversichtlich.</p>
<p>Generell ist es als junge Studierende eher so, dass man runtergewählt wird. Wenn die Wähler lesen, dass die Kandidatin studiert, hat sie ja noch nie gearbeitet und scheinbar weniger Lebenserfahrung. Durch den guten Listenplatz habe ich aber mit meiner Wahl gerechnet. Wir konnten als grüne Partei auch mit 14 Plätzen in den Stadtrat einziehen. Ich musste auf Platz sieben also kein knappes Rennen erwarten. Bei der Aufstellungsversammlung war ich tatsächlich aufgeregter.</p>
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<p><strong>Die Wähler der Grünen sind oft jung.</strong></p>
<p><em>Franziska</em>: Das stimmt. Das ist auf allen Ebenen zu sehen. Bei der Bundestagswahl oder bei den U-18-Wahlen wählen junge Menschen eher grün oder links.</p>
<p><strong>Franziska Wörz in drei Worten ist…</strong></p>
<p><em>Franziska</em>: …sehr ehrgeizig und zielstrebig. Wenn ich mir etwas in den Kopf setze, möchte ich das auch erreichen. Empathisch bin ich hoffentlich auch. Ich kann mich generell gut in Leute hereinversetzen. Diese Fähigkeit will ich nicht verlieren. Ehrlicherweise bin ich auch ziemlich verpeilt. Manchmal bin ich doch ein kleiner Schussel.</p>
<p><strong>Woher kommt deine politische Begeisterung?</strong></p>
<p><em>Franziska</em>: Ich war schon als kleines Kind politisch interessiert. Früher habe ich oft mit meinem Papa die Tagesschau gesehen und mich immer aufgeregt. Da waren „alte Menschen“, die Sachen entschieden haben, die ich als Kind nicht nachvollziehen konnte. In der Schule fand ich Sozialkunde sehr spannend und hatte da viel Spaß dran. Später habe ich mich bei der Grünen Jugend engagiert.</p>
<p><strong>Warum wolltest du dich im Stadtrat engagieren?</strong></p>
<p><em>Franziska</em>: Den Schritt, für den Stadtrat zu kandidieren, bin ich wegen zwei Gründen gegangen: Erstens wegen der Klimakrise, weil die wirklich jetzt passiert. Da wollte ich selbst etwas machen. In meiner Schulzeit habe ich außerdem ehrenamtlich in einem Flüchtlingsheim gearbeitet. Da habe ich die Lebensrealität dieser Menschen mitbekommen und diesen Rechtsruck, den wir in Europa haben. Das fand ich furchtbar.</p>
<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="723" height="1024" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/IMG-20200926-WA0011-723x1024.jpg" alt="" class="wp-image-15612" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/IMG-20200926-WA0011-723x1024.jpg 723w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/IMG-20200926-WA0011-212x300.jpg 212w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/IMG-20200926-WA0011-768x1087.jpg 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/IMG-20200926-WA0011-1085x1536.jpg 1085w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/10/IMG-20200926-WA0011.jpg 1130w" sizes="(max-width: 723px) 100vw, 723px" /><figcaption>Wahlplakat von Franziska Wörz © Bündnis 90/Die Grünen Augsburg</figcaption></figure>
<p><strong>Warum hast du dich für die Partei Bündnis 90/Die Grünen entschieden?</strong></p>
<p><em>Franziska</em>: Das war genau wegen den beiden Punkten Klimakrise und Rechtsruck in der Gesellschaft. Ich konnte mich am besten mit den Grünen identifizeren und bin dann beigetreten. Tatsächlich relativ spät. Ich war lange bei der Grünen Jugend, bei der Partei bin ich seit circa zwei Jahren Mitglied. In der Stadt Augsburg sind wir jetzt knapp 400 grüne Mitglieder.</p>
<hr class="wp-block-separator"/>
<p class="has-text-align-center"><strong><em>Info</em></strong>:</p>
<p><em>Die Grüne Jugend nimmt Mitglieder auf, die beim Eintritt in die Jugendorganisation höchstens 27 Jahre alt sind. Wer in die Jugend eintritt, wird nicht automatisch Parteimitglied bei der Partei Bündnis 90/Die Grünen. Andersherum wird jeder, der jünger als 28 ist und der Partei beitritt, automatisch Mitglied bei der grünen Jugendorganisation</em>.</p>
<hr class="wp-block-separator"/>
<p><strong>Wie sieht dein Zeitmanagement zwischen Studium, Politik und Freizeit aus?</strong></p>
<p><em>Franziska</em>: Das werde ich tatsächlich ziemlich oft gefragt. Jetzt im Stadtrat habe ich schon mehr mit Politik zu tun als früher. Ich habe mich aber, wie vermutlich alle im Stadtrat, schon vorher politisch engagiert. Deswegen ist es jetzt von der Stundenzahl nicht viel mehr geworden. Politik und Freizeit überschneiden sich auch teilweise. Ich habe bei der Grünen Jugend Freunde kennengelernt. Da ist Politik nie ganz weg. In der Uni bin ich auch im studentischen Konvent.</p>
<p>Wir hatten in der Uni jetzt auch ein Online-Semester. Da konnte ich meine Vorlesungen gut nachhören, wenn ich einen politischen Termin hatte. Ich bin gespannt, wie ich das hinbekomme, wenn es wieder Präsenzveranstaltungen gibt. Man muss ein gutes Zeitmanagement haben, aber es ist machbar. Ich habe einen Kalender, den ich auf jeden Fall brauche (lacht).</p>
<p><strong>Unterliegt ihr im Stadtrat einen informellen Fraktionszwang?</strong></p>
<p><em>Franziska</em>: Einen Fraktionszwang gibt es so nicht. In unserer ersten Fraktionssitzung haben wir aber festgelegt, dass wir innerhalb der Fraktion immer versuchen wollen, einen Konsens zu erreichen. Wir wollen so lange über die Themen reden und Lösungen finden, bis alle mitgehen können. Es sind nicht immer alle sehr glücklich, aber jeder soll die Beschlüsse mit seinem Gewissen vereinbaren können und wollen. Dieses Konsensprinzip finde ich gut, auch wenn es sehr zeitaufwändig ist. Dafür sind wir alle gleichberechtigt und debattieren zusammen.</p>
<figure class="wp-block-pullquote">
<blockquote>
<p>&#8220;In den Parlamenten muss ein Querschnitt der Gesellschaft vertreten sein.&#8221;</p>
<p><cite>Franziska Wörz</cite></p></blockquote>
</figure>
<p><strong>Sollen gerade junge Menschen in die Politik?</strong></p>
<p><em>Franziska</em>: Meiner Ansicht nach sollte jedes Parlament &#8211; egal ob im Bund, Land oder Stadt &#8211; die komplette Bevölkerung widerspiegeln. Da muss auch das Alter eine Rolle spielen. Es sollte immer ein Querschnitt der Gesellschaft vertreten sein. Momentan ist es eher nicht so. Die Politik ist oft männlich dominiert. Im Augsburger Stadtrat haben wir einen Frauenanteil, der höher ist als jemals zuvor. Das ist eine gute Entwicklung. Es sollten aber nicht nur Akademiker*innen im Stadtrat sitzen. Da kann ich mich als Studentin natürlich nicht herausnehmen. Ich finde es aber sehr wichtig, dass Leute ohne akademische Ausbildung oder mit Migrationshintergrund in der Politik vertreten sind.</p>
<p><strong>Wie können sich junge Menschen einbringen?</strong></p>
<p><em>Franziska</em>: Für junge Leute gibt es viele Wege, sich politisch zu engagieren. <em>Fridays for Future</em>, das Gleichstellungsreferat oder das Umweltreferat an der Uni. Es muss nicht immer eine Partei oder ein Parlament sein, in dem man sich engagiert.</p>
<p><strong>Vor dem Rathaus campieren und demonstrieren Aktivisten im Klimacamp. Wie stehst du dazu?</strong></p>
<p>Franziska: Entstanden ist das Camp ja aufgrund des beschlossenen Kohleausstieggesetzes der GROKO auf Bundesebene. Jetzt dürfen bis 2038 Kohlekraftwerke weiterlaufen. Eine Eindämmung des Temperaturanstieges um 1,5 Grad ist so schlichtweg nicht mehr möglich. Da wird mir manchmal gesagt, dass ich die nächste Bundestagswahl abwarten soll, bei denen die Grünen vielleicht in der Regierung beteiligt werden. Aber die Weichen, die jetzt gestellt werden, wirken dieses Jahr noch fort. Es ist auch kompliziert diese dann wieder zu ändern.</p>
<p>Mit dem Klimacamp werden jetzt alle Stadträte in Augsburg mit diesem Thema konfrontiert, nicht nur die Mitglieder des Umweltausschusses. Auch das Thema Fahrradstadt ist wieder präsenter. Da ist auch schon vieles in die Wege geleitet worden. Vieles sieht man jetzt noch nicht, aber da wird noch einiges passieren.</p>
<p>Meine persönliche Meinung über das Klimacamp ist sehr positiv. Das sind junge Leute, die erkannt haben, was Sache ist und sich engagieren. Die haben Lust und Motivation, mit Politiker*innen ins Gespräch zu kommen und ihre Meinung darzustellen. Es gibt viele Workshops, bei denen auch Politiker*innen der verschiedenen Fraktionen teilgenommen haben. Das Camp ist eine tolle Informationsplattform. Ich stehe hinter dem Klimacamp.</p>
<p><strong>Vielen Dank für deine Zeit und das interessante Gespräch!</strong></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2020/10/jung-studentin-politikerin-franzi-worz-im-stadtrat/">Jung. Studentin. Politikerin &#8211; Franzi Wörz im Stadtrat</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>WWW im Duell um den OB-Posten: Im Gespräch mit Dirk Wurm (SPD)</title>
		<link>https://presstige.org/2020/03/www-im-duell-um-den-ob-posten-im-gespraech-mit-dirk-wurm-spd/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Justin Lautenbach]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Mar 2020 08:02:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>An einem verschneiten Samstagmorgen treffen wir uns mit dem Mann, der der nächste sozialdemokratische Oberbürgermeister der Stadt Augsburg werden möchte. Mit uns redet er über Umwelt, den ÖPNV, aber auch über die LGBTQ+-Community und warum er trotz Wahlkampf nicht gestresst ist.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2020/03/www-im-duell-um-den-ob-posten-im-gespraech-mit-dirk-wurm-spd/">WWW im Duell um den OB-Posten: Im Gespräch mit Dirk Wurm (SPD)</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>An einem verschneiten Samstagmorgen treffen wir uns mit dem Mann, der der nächste sozialdemokratische Oberbürgermeister der Stadt Augsburg werden möchte. Mit uns redet er über Umwelt, den ÖPNV, aber auch über die LGBTQ+-Community und warum er trotz Wahlkampf nicht gestresst ist.</p>



<p><strong>Wie
wollen Sie einen Kompromiss aus Bauen und Umweltschutz finden?</strong></p>



<p>Das
Thema Wohnen und Stadtentwicklung sollte bei allen ganz oben stehen,
da es eine der dringenden sozialen Fragen ist. Wir müssen
gewährleisten, dass bezahlbarer Wohnraum entsteht. Das wird nur mit
Nachverdichtung gehen. Das heißt wir müssen gegebenenfalls ein
Stück weit höher bauen, als wir das bisher getan haben. Wenn nach
verdichtet wird, dann braucht es auch klare Regeln für qualifizierte
Grüngestaltung. Es müssen also nutzbare Grünräume und
Freizeiträume entstehen, um sich zu begegnen, sich auch zu bewegen
und zu erholen.</p>



<p><strong>Ist
es dann nicht auch ein sinnvoller Ansatz das Wohnen auf dem Land
attraktiver zu machen?</strong></p>



<p>Das ist ja immer stark mit dem Thema Arbeit verbunden. Die Arbeitswelt und was man beruflich tun möchte, hat sich in den letzten Jahrzehnten stark geändert. Meistens gibt es Jobangebote im boomenden Dienstleistungssektor eher in den Städten. Wir werden aber auch an einen Punkt kommen, wenn nur noch wenig Raum zum Wohnen in der Stadt übrig ist, dass man gut und gerne im Augsburger Umland wohnen bleiben kann. Das allerdings bedingt dann eine gute und bezahlbare Mobilität, also einen ÖPNV, der uns kostengünstig und umweltschonend in die Innenstädte bringt.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-style-large is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p><strong>&#8220;Wir brauchen [&#8230;] ein 365 Euro Ticket&#8221;</strong></p></blockquote>



<p><strong>Wie
sehen denn Ihre Pläne für den öffentlichen Nahverkehr aus?</strong></p>



<p>Das Ziel
muss sein, einen Schienentakt ins Umland herzustellen, am besten im
15 Minuten Takt. Dafür braucht es den Ausbau der Bahnkörper. Wir
müssen in den kommenden Jahren in die Planung und Umsetzung gehen.
Zum zweiten muss der Nahverkehr bezahlbar sein. Hier ist meine
Forderung: wir brauchen ein gutes Tarifsystem und ein 365 Euro Ticket
mittelfristig für alle. Im ersten Schritt für Auszubildende und
Senioren und dann auch für Studenten. Das wird aber nur mit
Unterstützung des Freistaats Bayern gehen. Ich halte das für
notwendig, ansonsten kann die Verkehrswende nicht gelingen.</p>



<p>Wir
haben leider das Problem, dass ein Medienbruch stattfindet, zwischen
Stadt und Umland innerhalb des AVV´s. Diese Kommunikation muss mit
Hilfe der Digitalisierung vereinheitlicht und damit verbessert
werden.</p>



<p><strong>Viele
Studenten wohnen im Umland. Wie stehen Sie zu einer Ausweitung des
Geltungsbereichs des Semestertickets?</strong></p>



<p>Das muss
man sich im Detail dann anschauen und dann braucht man auch eine
Finanzierungsmöglichkeit, die einen Eigenanteil, aber auch
staatliche Unterstützung erforderlich machen wird. So weit sind wir
momentan noch nicht. Zuerst müssen wir schauen, welche relevanten
Nutzergruppen es gibt, dazu gehören Studenten und Studentinnen. Und
dann schauen wir, wie wir es mit der Zoneneinteilung machen.</p>



<p><strong>Das
Ziel &#8220;Fahrradstadt 2020&#8221; wurde verfehlt. Woran lag dies aus
Ihrer Sicht und wie soll das Ziel in Zukunft erreicht werden?</strong></p>



<p>Wir
haben Schwachstellen und Problemstellen, die in der Stadt Augsburg
vorhanden sind, die wir in den letzten Jahren nicht zielgerichtet
gelöst haben. Das sind insbesondere die Kreuzungsbeziehungen in der
Stadt. Am Königsplatz gibt es beispielsweise viele Kreuzungen, an
denen abmarkierte Fahrradspuren auf der Autospur, also im Nichts für
Fahrradfahrer enden, weil der Straßenraum zwar breiter wird, aber
neben der &#8220;Geradeausspur&#8221; eine &#8220;Abbiegespur&#8221; für
Autos hinzu kommt. Das wird nur funktionieren, wenn Fahrradfahrer
sich vor den Autos aufstellen können und dann 60 Sekunden früher
eine Grünphase bekommen und sich in Bewegung setzen können. Dann
kommen die Autos im zweiten Schritt. Wenn man das in den nächsten
Jahren im Rahmen einen Modellprojektes versucht, wird man glaube ich
positive Erkenntnisse bekommen. Eine der großen Schwachstellen kann
man so beheben.</p>



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overflow:hidden; padding:8px 0 7px; text-align:center; text-overflow:ellipsis; white-space:nowrap;"><a href="https://www.instagram.com/p/B8yQCnmotfY/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading" style=" color:#c9c8cd; font-family:Arial,sans-serif; font-size:14px; font-style:normal; font-weight:normal; line-height:17px; text-decoration:none;" target="_blank">A post shared by Dirk Wurm (@dirk_wurm)</a></p></div></blockquote><script async src="//platform.instagram.com/en_US/embeds.js"></script>
</div><figcaption><em>Wahlplakat von OB-Kandidat Dirk Wurm</em></figcaption></figure>



<p><strong>Wie
ist Ihre Meinung zu E-Scootern?</strong></p>



<p>E-Scooter
sind ein Add-On, meistens für Jüngere. Häufig wird der E-Scooter
als Ersatz fürs Laufen genutzt. Von daher sage ich: Es ist ganz
nett, aber dass die Roller eine Mobilitätsfunktion einnehmen, um
Personen von zu Hause zu einem Umsteigepunkt des Nahverkehrs bringen,
ist in der Regel nicht der Fall. Ich meine, da stehen keine
E-Scooter.</p>



<p>Manchmal
werden sie in den Stadtteilen ungeschickt abgestellt, so dass sie ein
Ärgernis für Fußgänger sind.</p>



<p><strong>Weg
von der Mobilität hinzu umwelttechnischen Themen:</strong></p>



<p><strong>Plastikkonsum-
und Plastikmülleindämmung, was für Pläne gibt es?</strong></p>



<p>Zusammen
mit der SPD Augsburg habe ich in unserem 20-Punkteprogramm dargelegt,
dass wir eine &#8220;Zero-Waste-City&#8221; werden müssen. Das
bedeutet, wir brauchen einen Masterplan, wie wir ressourcenschonendes
Arbeiten und Leben in der Stadt Augsburg hinbekommen können. Das
geht nur mit den Augsburger Bürgerinnen und Bürgern. Natürlich
auch mit gesetzlichen Rahmenbedinungen, die der Bund uns liefern
muss. Es ist momentan beispielsweise nicht möglich Einwegbehältnisse
in der Gastronomie zu verbieten, da gibt es keine Rechtsgrundlage.
Ich bin aber überzeugt, wenn eine Mehrheit der Bürgerinnen und
Bürger sagt: &#8220;Wir möchten einen signifikanten Beitrag zur
Müllvermeidung beisteuern&#8221;, dann kriegen wir das hin.</p>



<p><strong>Wie
soll dieses Umdenken bei den Bürgerinnen und Bürgern erreicht
werden?</strong></p>



<p>Da wird
man auf die Industrie und auf die Gesetzgebung des Bundes angewiesen
sein. Aber auch auf dem Stadtmarkt werden mittlerweile eigentlich nur
noch Stoffbeutel angeboten oder die Leute haben ihre eigenen Taschen
dabei. Wir sind auf einem guten Weg. Wenn man weiterhin
sensibilisiert, auch mit einer Öffentlichkeitskampagne, mit einer
Mitnahme der Bevölkerung, dann kriegt man glaube ich auch viele
Leute zum Mitmachen.</p>



<p>Kommunalpolitik
in diesem Jahrzehnt braucht ein aktives Miteinander der Bürgerinnen
und Bürger, der Stadträtinnen und Stadträten und der städtischen
Verwaltung. Das werden wir nur hinbekommen, indem wir in einen
regelmäßigen Austausch kommen. Zum Beispiel auf
Stadtteilkonferenzen, wo ein Thema diskutiert wird, Lösungsvorschläge
erarbeitet werden, die Stadtverwaltung wieder mit gewissen
Vorentwürfen komm, worüber abgestimmt wird und das dann umgesetzt
wird. Das wird zu einer schnelleren Umsetzung von politischen Ideen
in die Praxis sorgen und zu einer besseren Legitimation der Politik
insgesamt.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><img decoding="async" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2020/03/Dirk-Wrum-793x1024.jpg" alt="" class="wp-image-13824" width="340" height="438" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/03/Dirk-Wrum-793x1024.jpg 793w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/03/Dirk-Wrum-232x300.jpg 232w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/03/Dirk-Wrum-768x992.jpg 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/03/Dirk-Wrum-1189x1536.jpg 1189w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/03/Dirk-Wrum-1586x2048.jpg 1586w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2020/03/Dirk-Wrum-scaled.jpg 1982w" sizes="(max-width: 340px) 100vw, 340px" /><figcaption>Dirk Wurm ©Justin Lautenbach</figcaption></figure></div>



<p><strong>Stichwort
Urban Gardening, wie stehen Sie dazu?</strong></p>



<p>Sehr
aufgeschlossen. Urban Gardening ist eine gute Möglichkeit, um
zusammen mit den Augsburgerinnen und Augsburgern den öffentlichen
Raum so zu attraktivieren, dass es lebenswerter wird und gleichzeitig
passiert damit eine Sensibilisierung gegenüber natürlichen
Produktionswegen und Produkten. Das weiß jeder aus seinem eigenen
Garten, soweit er einen hat. Da wird man zum Salatfetischisten und
Schneckenhasser, man ist ja auch stolz auf das, was man angepflanzt
hat. Das hilft uns ganz viel über Produktionswege in der
Lebensmittelherstellung nachzudenken. Es entsteht auch ein
Verantworungsbewusstein gegenüber der eigenen Stadt und der Gegend,
in der ich wohne.</p>



<p><strong>Kommen
wir zum Thema &#8220;Innere Sicherheit&#8221;, wie sind da Ihre Pläne?</strong></p>



<p>So wie
ich das in den letzten sechs Jahren als Ordnungsreferent der Stadt
Augsburg gemacht habe. Law and Order bedeutet nicht &#8220;Augen zu
und hau drauf&#8221;, sondern genau das Gegenteil. Law and Order
bedeutet: Mit Präsenz dafür sorgen, dass bestehende Regeln
eingehalten werden. Auf der anderen Seite braucht es Angebote zur
Sensibilisierung. Es gibt Bürgerinnen und Bürger, die verstehen die
Regeln nicht auf Anhieb, die sind ihnen vielleicht auch nicht
bekannt. Egal ob das jetzt junge Erwachsene sind oder Menschen, die
neu in der Stadt sind. Die muss man dafür sensibilisieren. So habe
ich zum Beispiel Nachtmanager in Augsburg eingeführt. Die machen
nichts anderes als mit Anwohnern und Nutzern des öffentlichen Raums,
in einen Dialog zu treten und dafür zu sensibilisieren, dass
Rücksichtnahme ganz wichtig ist. Das funktioniert ganz wunderbar.
Eine höhere Politikerpräsenz ist durch die Stadt Augsburg nicht
darstellbar, das ist Sache des Staates. Ich schreibe den Freistaat
Bayern immer wieder an, mit der Bitte mehr Beamte in Augsburg zum
Einsatz zu bringen. Wir haben in Vergleich zu München und Nürnberg
unterdurchschnittlich wenig Polizeibeamte hier in Augsburg. Ich hoffe
und baue darauf, dass das in Zukunft besser werden wird.</p>



<p>Um
öffentliche Ordnung und Sicherheit herzustellen, braucht es
Präventionsangebote. Was wir beispielsweise ins Leben gerufen haben
haben, ist das Projekt „Nachbarschaftspaziergänge“. Wir haben
die Leute animiert am Abend zusammen spazieren zu gehen. Klingt
banal, funktioniert aber wirklich gut. Erstens lernen sich die Leute
kennen und sie lernen ihren Stadtteil kennen. Und damit wird aus
einer gefühlten Unsicherheit, eine gefühlte Sicherheit. Und darum
gehts. Augsburg ist objektiv die zweit sicherste Großstadt in
Deutschland, aber subjektiv wird das anders wahr genommen. Und diese
Leute muss man mit speziellen Angeboten abholen.</p>



<p><strong>Bildung
hängt heutzutage immer noch stark von zum Beispiel der Herkunft ab,
wie wollen Sie das konkret ändern?</strong></p>



<p>Dafür
muss man schon sehr früh anfangen, bei der frühkindlichen Bildung.
Die Herkunft und das soziale Milieu entscheidet nach wievor viel zu
stark über den schulischen und beruflichen Werdegang, den man nehmen
wird. Das hat natürlich auch etwas damit zu tun, inwieweit Eltern
willens und in der Lage sind, an der Bildung und Erziehung ihrer
eigenen Kinder mitzuwirken. Das ist extrem wichtig. Eltern sind ein
entscheidender Faktor. Also muss man ihnen Angebote machen, die sie
gerne annehmen, weil sie nicht das Gefühl haben, sie werden
bevormundet. Das muss schon im frühen Kindesalter mit guten
Angeboten an Krippeplätzen und pädagogischen Konzepten angegangen
werden. Spätestens in der Schule brauchen wir in der Stadt Augsburg,
offene Bildungshäuser mit einer modernen Pädagogik. Keine
geschlossenen Schulgebäude, wo wir uns darüber unterhalten, dass
alles nur eine Sache des Brandschutzes wäre. Das ist vollkommener
Blödsinn. Das Ziel muss heißen: offene Bildungshäuser, moderne
Pädagogik, entsprechende Raumschnitte, die dann auch andere Angebote
in diesen Bildungshäusern vorhalten: Betreuungsangebote,
Freizeitangebote und auch Erwachsenenbildung. Nur wenn wir das
hinbekommen, dann werden nicht nur mehr auf das Gymnasium gehen,
sondern auch mehr die Hochschulreife erringen und damit die
Eintrittskarte für die Universität erlangen. Parallel dazu braucht
es auch eine Stärkung der Augsburger Hochschule. Die Hochschule hat
noch stärker diese Aufstiegschance in sich, wie es die Universität
hat. Dort ist es so, dass auch Jugendliche aus &#8220;Arbeiterfamilien&#8221;
den Weg finden zum akademischen Bildungsgrad finden. Dafür brauchen
wir mehr Studienplätze.</p>



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<blockquote class="instagram-media" data-instgrm-captioned data-instgrm-permalink="https://www.instagram.com/p/B7qtb3hoPmC/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading" data-instgrm-version="14" style=" background:#FFF; border:0; border-radius:3px; box-shadow:0 0 1px 0 rgba(0,0,0,0.5),0 1px 10px 0 rgba(0,0,0,0.15); margin: 1px; max-width:640px; min-width:326px; padding:0; width:99.375%; width:-webkit-calc(100% - 2px); width:calc(100% - 2px);"><div style="padding:16px;"> <a href="https://www.instagram.com/p/B7qtb3hoPmC/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading" style=" background:#FFFFFF; line-height:0; padding:0 0; text-align:center; text-decoration:none; width:100%;" target="_blank"> <div style=" display: flex; flex-direction: row; align-items: center;"> <div style="background-color: #F4F4F4; border-radius: 50%; flex-grow: 0; height: 40px; margin-right: 14px; width: 40px;"></div> <div style="display: flex; flex-direction: column; flex-grow: 1; justify-content: center;"> <div style=" background-color: #F4F4F4; 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overflow:hidden; padding:8px 0 7px; text-align:center; text-overflow:ellipsis; white-space:nowrap;"><a href="https://www.instagram.com/p/B7qtb3hoPmC/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading" style=" color:#c9c8cd; font-family:Arial,sans-serif; font-size:14px; font-style:normal; font-weight:normal; line-height:17px; text-decoration:none;" target="_blank">A post shared by Dirk Wurm (@dirk_wurm)</a></p></div></blockquote><script async src="//platform.instagram.com/en_US/embeds.js"></script>
</div><figcaption>Wahlplakat von Dirk Wurm</figcaption></figure>



<p><strong>Gibt
es konkrete Pläne für das Universitätsviertel, die Universität
und die Hochschule? Wollen sie das Studentenleben mehr in die
Innenstadt holen?</strong></p>



<p>Vor 20
Jahren war das studentische Leben in Augsburg viel, viel weniger, als
es heute der Fall ist. Da hat sich schon etwas getan. Wenn wir
unseren Fokus auch in der Kommunalpolitik darauf legen, dass wir eine
offene, vielfältige Stadt sind, die im öffentlichen Raum auch mal
etwas zulässt, was wir davor noch nicht zugelassen haben. Zum
Beispiel eine freie Theaterszene haben wir noch nie gehabt. Auch in
Vierteln, in denen viele junge Leute leben, die das wahrnehmen und
sagen, das ist ja super, bei mir vor der Haustüre passiert ja auch
was und ich kann anderen Augsburgern und Augsburgerinnen begegnen.
Das sind Mittel und Wege, um eine lebendige und vitale Großstadt
miteinander zu bauen. Und da braucht es junge Leute dafür. Ihr habt
die Ideen und die Power so etwas umzusetzen.</p>



<p><strong>Was
ist Ihre Meinung zu einer Kommunalregierung mit &#8220;direkten
Demokratie&#8221;-Zügen?</strong></p>



<p>Unter
direkter Demokratie verstehe ich das, was ich vorhin schon genannt
habe mit den Stadtteilkonferenzen. Das ist für mich eine Form der
direkten Demokratie in der Kommunalpolitik. Wenn ich erkenne, dass
ich Bürgerinnen und Bürger anders ansprechen und mitnehmen muss,
was früher über Massenorganisationen funktioniert hat, wie Vereine
oder politische Parteien, funktioniert heute so nicht mehr, weil der
Mensch in diesen Organisationen nicht mehr präsent ist. Also muss
ich ihn dort abholen, wo er ist. Das ist in seinem Wohngebiet, und
zwar mit den Dingen, die ihn interessieren.</p>



<p><strong>Mit
dem Format &#8220;Wurm will´s wissen&#8221; sind Sie durch die
Stadtviertel gezogen und haben Fragen an die Bürger und Bürgerinne
gestellt: Was ist Ihnen dabei besonders im Gedächtnis geblieben?</strong></p>



<p>Inhaltlich
ist das Thema Verkehr ein sehr bestimmendes, quer durch alle
Stadtteile. Nur mit einer Kombination aus Anwohnerparken und
Kurzzeitparken kriegen wir stückweise eine Verbesserung zustande,
das hat sich jetzt auch durch das Format &#8220;Wurm will´s wissen&#8221;
bestätigt. Auch Verkehrsberuhigung, Nahverkehr und Klimaschutz
bewegt die Menschen stark.</p>



<p>Bei
allen Terminen ist bei mir hängen geblieben: Das konstruktive
Mitmachen derjenigen, die da waren. Das waren zwischen 50 und 100
Leute. Wir haben konstruktiv miteinander diskutiert. Das war kein
Auskotzen, nach dem Motto: &#8220;Ich sag jetzt mal dem Wurm, was ich
alles schlecht finde&#8221;. Jeder konnte mit seinem Smartphone mit
einer App mitmachen und auf vorformulierte Fragen antworten, was wir
dann anonym gesammelt haben, damit wir einen Überblick haben, dass
jeder zu Wort kommt. Und dann kommen konstruktive Vorschläge. Ich
glaube dieses Format war eine Vorstufe für die Stadtteilkonferenzen,
wie ich sie mir als Oberbürgermeister vorstelle.</p>



<p><strong>Die
SPD steckt zur Zeit in der Krise: Inwiefern denken Sie, dass Ihre
SPD-Mitgliedschaft einen (negativen) Einfluss auf die Wahlergebnisse
hat?</strong></p>



<p>Natürlich
wäre es mir lieber, wenn die Partei, die mich nominiert hat, bei 25
oder 30% stehen würde. Ist halt nicht so, gell? Man kann sich nicht
immer alles raus suchen im Leben. Deswegen hat man trotzdem seine
Meinung, seine Überzeugung und auch eine klare Haltung. Ich bin
Sozialdemokrat, ich bin Kommunalpolitiker mit Leib und Seele. Das
heißt ich arbeite lösungsorientiert und über Parteigrenzen hinweg.
Ich glaube auch, dass bei einer Kommunalwahl die Parteizugehörigkeit
eine wesentlich geringere Rolle spielt als bei landes- oder
bundesweiten Wahlen. Das gilt sowohl für die OB-Kandidaten, als auch
für die Stadtratskandidatinnen und -kandidaten.</p>



<p>Nichtsdestotrotz
braucht sich die SPD überhaupt nicht zu verstecken. Wenn ich jetzt
im Gespräch mal nachfrage: Was ist denn das Problem mit der SPD,
dann wird es schon ziemlich diffus. Und wenn man den Menschen dann
sagt, dass die SPD in der Großen Koalition sowohl für die
Grundrente,  ein gutes Kita-Gesetz als auch beim Berufswiedereinstieg
Vorteile für die Bevölkerung erkämpft hat, dann stellt sich das
Bild schon differenzierter dar. Es ist wohl en vogue die SPD als die
alte, tattrige Tante darzustellen, der man keine zukunftsfähige
Politik mehr zutraut. Das ist vollkommener Blödsinn. Es sollen erst
mal die anderen Parteien das leisten, was die SPD in den letzten
Jahre geleistet hat, für unser Land und auch hier in der Stadt
Augsburg. Die Flüchtlingswelle, ich sehe sie nicht als
&#8220;Flüchtlingskrise&#8221;, dass das gut gemanagt wurde, hatte
auch viel mit der SPD zu tun.</p>



<p>Wer von
sich selber nicht überzeugt ist, der kann auch andere nicht
überzeugen. Dieses ganze Gerede: &#8220;Die SPD möchte aus der
Regierungsverantwortung aussteigen&#8221;. Das halte ich für
vollkommenen Blödsinn. Darüber entscheiden alle vier Jahre die
Wählerinnen und Wähler. Aber zu denken, dass man unser Land und die
Lebensverhältnisse verbessern kann, indem man nicht regiert, das ist
vollkommer Blödsinn. Es gilt noch immer der alte Spruch von Willy
Brandt: &#8220;Zuerst kommt das Land und dann die Partei&#8221; und ich
sehe das so. Es wäre schön, wenn das in anderen Parteien auch so
gesehen wird, sage ich mal mit Blick auf Gelb und Grün.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-style-large is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p><strong>&#8220;Als Oberbürgermeister repräsentiert man die städtische Bevölkerung in seiner ganzen Breite und Tiefe&#8221; </strong></p></blockquote>



<p><strong>Sie
wollen weiterhin die LGBTQ+-Community unterstützen. Wie soll das
konkret aussehen?</strong></p>



<p>Ich
glaube das ist eine Frage der Haltung. Als Oberbürgermeister
repräsentiert man die städtische Bevölkerung in seiner ganzen
Breite und Tiefe. Das muss man ein Stück weit vorleben, promoten,
auch erzählen: Das ist kein Unterscheidungsmerkmal. Ich glaube das
ist ganz wichtig, dass die Sichtweite gegenüber verschiedenen
sexuellen Orientierungen tolerant und offen ist. Daraus können sich
durchaus, wenn man das gesamtgesellschaftlich auf die Bundesrepublik
betrachtet, gesetzliche Regelungen und Entwicklungen ergeben, die
Lesben, Schwulen, Transgendern helfen können. Das sehe ich als
Aufgabe des Oberbürgermeisters an.</p>



<p><strong>Studenten
stecken gerade in der Klausurenphase und haben viel Stress. Wie
gestresst sind Sie?</strong></p>



<p>Gar nicht. Gestresst bist du dann, wenn du etwas tust, was dich überfordert. Ansonsten hat man viel zu tun. Momentan habe ich viel um die Ohren, ich bin Ordnungs- und Sportreferent der Stadt Augsburg und gleichzeitig OB-Kandidat. Das ist viel, deshalb habe ich aktuell eine 6-Tage-Woche. Die hatte ich nicht immer. Aber es ist ganz selten, dass ich wirklich gestresst bin, weil mich was nervt. Wenn ich dann zuhause bin, bin ich aber auch ganz froh.</p>



<p><strong>Wie
sehen Sie Ihre Chancen auf die Stichwahl?</strong></p>



<p>Mein
Ziel lautet, in die Stichwahl zu kommen. Ich glaube das ist ein
durchaus realistisches Ziel, weil die Bürgerinnen und Bürger
erkennen, wofür der Kandidat Wurm steht, was er will. Das
unterscheidet mich glaube ich auch von vielen Mitbewerbern und
Mitbewerberinnen, die da im &#8220;Ungefähren&#8221; bleiben. Ich habe
gleich gesagt: Wahlkampf dient auch der Zuspitzung. Die
Augsburgerinnen und Augsburger sollen am 15. März eine bewusste
Wahlentscheidung für jemanden treffen. Das versuche ich
herüberzubringen. Das Team der SPD Augsburg ist ein wirklich gutes
Team mit jungen, engagierten und kompetenten Kräften, natürlich
auch mit erfahrenen. Auch das wird positiv wahrgenommen und ich hoffe
sehr, dass sich das dann auch mit entsprechenden Stadtratssitzen
auszahlen wird.</p>



<p><strong>Vielen
Dank für das interessante Gespräch!</strong></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2020/03/www-im-duell-um-den-ob-posten-im-gespraech-mit-dirk-wurm-spd/">WWW im Duell um den OB-Posten: Im Gespräch mit Dirk Wurm (SPD)</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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