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	<title>SP-europa Archive | presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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	<description>Das Magazin für Studierende der Universität und Hochschule Augsburg.</description>
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	<title>SP-europa Archive | presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</title>
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		<title>„Mit Kunst, Musik und viel Kaffee durch den Politikeralltag“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Yevgeniya Isakov]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 24 Sep 2016 10:00:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[außenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Linus Foerster]]></category>
		<category><![CDATA[frieden]]></category>
		<category><![CDATA[interview]]></category>
		<category><![CDATA[politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Teil 2: Sechs Fragen an Dr. Linus Förster Im zweiten Teil unseres Gesprächs mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Dr.&#160;Linus Förster, Mitglied im Ausschuss für Europaangelegenheiten sowie jugendpolitischer Sprecher seiner Fraktion, stellte sich der Augsburger Politiker&#160;sechs Fragen zur Weltpolitik, Verschwörungstheorien und Europa. Den...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Teil 2: Sechs Fragen an Dr. Linus Förster</h2>
<figure id="attachment_9122" aria-describedby="caption-attachment-9122" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-9122" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2016/09/Foerster_1200.png" alt="Text: Yevgeniya M. Isakov - Foto: privat" width="1200" height="900" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/09/Foerster_1200.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/09/Foerster_1200-400x300.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/09/Foerster_1200-768x576.png 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/09/Foerster_1200-1024x768.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-9122" class="wp-caption-text">Text: Yevgeniya M. Isakov &#8211; Foto: privat</figcaption></figure>
<p><strong>Im zweiten Teil unseres Gesprächs mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Dr.&nbsp;Linus Förster, Mitglied im Ausschuss für Europaangelegenheiten sowie jugendpolitischer Sprecher seiner Fraktion, stellte sich der Augsburger Politiker&nbsp;sechs Fragen zur Weltpolitik, Verschwörungstheorien und Europa. Den ersten Teil, der sich mit seinem politischen Werdegang befasst, könnt ihr <a href="http://presstige.org/2016/09/linus-foerster-portraet/">hier</a> nachlesen.</strong><br />
<em><strong>presstige:&nbsp;Herr Förster, Saudi Arabien nimmt keine Flüchtlinge auf, will aber Geld für 200 Moscheen zur Verfügung stellen. Was ist die Motivation dahinter?</strong></em></p>
<p>Linus Förster: Ein Kollege von der CSU hat gesagt, das sei eine reine Provokation. Die Glaubensdiskussion sollte nicht zu weit aufgemacht werden, z. T. weil die Medien, die ohnehin vorhandenen Ängste noch weiter schüren. Menschen, die hier auf Hilfe und Offenheit stoßen werden nicht den IS unterstützen, doch diese Ängste werden von den Medien vorangetrieben.</p>
<p><em><strong>Wie macht man das den Medien klar, dass sie eine Verantwortung haben, auch für Stabilität im Land zu sorgen und nicht alles aufzubauschen?</strong></em></p>
<p>Das versuchen Politiker seit Jahren. Die Zeitungen profilieren sich, denn das ist das marktwirtschaftliche Prinzip. Jeder Journalist und jede Zeitung muss entscheiden, für welche Prinzipien sie eintreten und wir Leser entscheiden natürlich auch bei der Auswahl unserer Zeitung.</p>
<p><em><strong>Es gibt Meinungen, dass der Sturz der Regierungen in der arabischen Welt beabsichtigt war um geopolitische Interessen zu verwirklichen und um Europa mit einer großen Flut von Menschen einer anderen Kultur zu destabilisieren. Was halten Sie davon?</strong></em></p>
<p>In der Dekadenz wird jede Kultur irgendwann scheitern, das sagt zumindest „Clash of the civilizations“ von Paul Kennedy. Gesellschaften, denen es zu gut geht, gehen irgendwann unter. Das zeigt sich auch daran, dass Menschen weniger wählen gehen, wenn es ihnen gut geht. In diesen Momenten kann ein System destabilisiert werden und Verteilungskonflikte entstehen. Aber durch die jetzige Krisenhaftigkeit lernen wir wieder, wie wichtig Menschlichkeit und soziale Aspekte sind. Das ist eine Chance für Deutschland. Eine andere Frage ist was in den Ländern passiert, in denen der Krieg ausgebrochen ist. Falls der arabische Raum dauerhaft ein Krisengebiet bleibt und immer mehr fliehen, ist das Boot irgendwann voll und die Stimmung kann kippen. Damit geht auch die Frage einher, inwieweit Kriege immer weiter in den Westen rücken. Beispiele sind der Balkan, die Türkei oder die Ukraine. Aber ich glaube nicht, dass die jetzige Situation Folge einer Intrige ist. Gesellschaften zerbrechen an dem Begehren nach immer mehr Wohlstand, immer mehr Bequemlichkeit, mehr Luxus und dem Leugnen von bestimmten Werten.</p>
<p><em><strong>Der kanadische Forscher Michel Chossudovsky sagt bereits das Ende der Welt voraus. Nach seiner These könnten die USA im Rahmen ihrer Präventivstrategie eine Atombombe auf Russland abwerfen und damit einen dritten Weltkrieg auslösen. Für wie wahrscheinlich halten Sie das Szenario und einen dritten Weltkrieg überhaupt?</strong></em></p>
<p>Ich glaube, das ist eher unwahrscheinlich. Es stimmt schon, dass im Moment wieder Vormachtkämpfe geführt werden, die teilweise auch militärische Auseinandersetzungen einschließen. Früher gab es den eisernen Vorhang, USA versus Sowjetunion und ein wachsendes China. Jetzt haben wir ein starkes China, starke USA und ein Europa, das versucht sich stark zu machen. Russland ist weggefallen, weshalb Putin versucht, das Land wieder zu einem Global Player zu machen. Aber man muss dazu sagen, dass die ganzen Konflikte, die wir jetzt mit Russland haben, zum Teil auch von uns verursacht wurden. Nicht von Amerika, sondern von der EU, weil bestimmte Angebote, die an die Ukraine gemacht wurden, oder die Stationierung von NATO Waffen im Baltikum Verträgen entgegenläuft, die damals geschlossen wurden. Wie weit das von den USA unterstützt wird, kann ich jedoch nicht beurteilen. Ich glaube der moderne Krieg wird mit Wirtschaftsmacht geführt. Es könnte auch zu Glaubenskriegen kommen, aber letztlich entscheidet die Wirtschaftsmacht über Herrschaftsansprüche in der Welt.</p>
<blockquote>
<table style="background-color: transparent;" width="100%">
<colgroup>
<col width="30%">
<col width="70%"> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2016/07/Ausgabe-29_Cover.png" alt=""></td>
<td><strong>Ausgabe 29: Europa</strong><br />
Dieser Artikel ist zusätzlicher Content zur&nbsp;Ausgabe 29 unseres Magazins, die als E-Paper erschienen ist.</p>
<ul>
<li><a href="http://presstige.org/2016/08/ausgabe-29-europa">Die digitale Version durchblättern</a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/presstige29">Alle Artikel der Ausgabe </a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/SP-europa">Der Schwerpunkt Europa</a></li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<p><em><strong>Wie wird sich Europa Ihrer Meinung nach in den nächsten Jahren entwickeln?</strong></em></p>
<p>Die kommende Entwicklung hängt davon ab, inwieweit Europa es schafft, neben einer funktionierenden Wirtschaftsmacht und der Präsentation nach Außen auch eine soziale Union zu verwirklichen. Falls es das nicht schafft, wird Europa auseinanderbrechen und nur mehr eine Wirtschaftsunion sein. Diese Gefahr besteht vor allem, wenn wir die Jugendarbeitslosigkeit und die Flüchtlingsproblematik nicht lösen. Damit wäre die europäische Idee als solche tot. Dann bliebe nur ein Europa der zwei Geschwindigkeiten: ein reiches Europa und ein angegliedertes Europa.</p>
<p><em><strong>Welche Rolle kann Europa zukünftig in der globalen Mächtepolitik spielen? Was kann passieren, wenn es gut oder schlecht läuft und welche Entwicklung halten Sie für wahrscheinlicher?</strong></em></p>
<p>Wenn es gut läuft werden wir einer der Global Player sein – neben den USA, China und vielleicht Südamerika. Bei Russland ist es noch nicht klar. Ich denke, wenn Europa es schafft den sozialen Aspekt zu berücksichtigen, dann wird es eine ungeheuer starke Macht. Wenn Europa jedoch einfach nur eine Wirtschaftsmacht bleibt, stellt sich die Frage, welchen Weg es dann geht. Das Solidarische wird sich dann immer weiter zurückbilden, die Bankenhilfen werden zurückgehen und die Notwendigkeit, über Europa hinaus zu exportieren, wird dann wachsen. Das Mittel auf diesem Weg ist eine Preispolitik, die sich auf das Einkommen der Bürger auswirken und Europa so destabilisieren kann. Europa bleibt so vielleicht eine große Wirtschaftsmacht, wird darüber hinaus jedoch zerfallen. Entweder wird Europa insgesamt eine Gemeinschaft, wirtschaftlich wie sozial, oder es wird auseinanderbrechen. Ich würde mir sehr wünschen, dass ersteres der Fall sein wird. Europa sollte an den aktuellen Herausforderungen wachsen anstatt zu zerbrechen!</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2016/09/linus-foerster-interview/">„Mit Kunst, Musik und viel Kaffee durch den Politikeralltag“</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>„Mit Kunst,  Musik und viel Kaffee durch den Politikeralltag“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Yevgeniya Isakov]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Sep 2016 15:29:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Linus Foerster]]></category>
		<category><![CDATA[europa]]></category>
		<category><![CDATA[flüchtlinge]]></category>
		<category><![CDATA[politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Teil 1: Ein Besuch beim SPD-Landtagsabgeordneten Dr. Linus Förster Seit 2003 sitzt der Augsburger Dr. Linus Förster für die SPD im Bayerischen Landtag und ist dort Mitglied im Ausschuss für Europaangelegenheiten sowie jugendpolitischer Sprecher seiner Fraktion. Unsere Redakteurin hat ihn in...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2016/09/linus-foerster-portraet/">„Mit Kunst,  Musik und viel Kaffee durch den Politikeralltag“</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Teil 1: Ein Besuch beim SPD-Landtagsabgeordneten Dr. Linus Förster</h2>
<figure id="attachment_9122" aria-describedby="caption-attachment-9122" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="wp-image-9122 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2016/09/Foerster_1200.png" alt="foerster_1200" width="1200" height="900" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/09/Foerster_1200.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/09/Foerster_1200-400x300.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/09/Foerster_1200-768x576.png 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/09/Foerster_1200-1024x768.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-9122" class="wp-caption-text">Text: Yevgeniya M. Isakov – Foto: privat – Layout: Alexandra Kiefer</figcaption></figure>
<p><strong>Seit 2003 sitzt der Augsburger Dr. Linus Förster für die SPD im Bayerischen Landtag und ist dort Mitglied im Ausschuss für Europaangelegenheiten sowie jugendpolitischer Sprecher seiner Fraktion. Unsere Redakteurin hat ihn in seinem Wahlkreisbüro getroffen und mit ihm über Karriere, Jugend, Europa und das große Thema Flüchtlingspolitik gesprochen.</strong></p>
<p>Ich steige die vielen Stufen zum Büro von Dr. Linus Förster hoch. Die Treppen müssen ihn fit halten, denn der Mann, der mich begrüßt, macht trotz seiner 50 Jahre einen jungen Eindruck. Im Büro vor seinem Arbeitszimmer sitzen drei junge Mitarbeiter. Aus der gesamten Atmosphäre und den Gesprächen wird ersichtlich, dass die Zusammenarbeit recht angenehm verläuft. Ein gutes und engagiertes Team sei wichtig, erklärt Linus Förster, aber trotzdem gebe es immer viel zu tun. Zur Politik ist er über die Bildung gekommen, wobei seine Motivation für Jugendthemen ebenso beeindruckend wie beständig geblieben ist. Bereits als Bezirksschülersprecher in Schwaben hat er zusammen mit anderen Schülersprechern an einer Stellungnahme zu einem Erziehungs- und Unterrichtsgesetz gearbeitet. Als Beamte und CSU-Politiker offensichtlich kein Interesse an der Meinung der Jugend zu diesem Thema zeigten, entschloss er sich 1984 in die SPD einzutreten. Allerdings fühlte er sich als junger Mann in der Parteiarbeit nicht so richtig wohl. Deshalb trat er als Vertreter der Augsburger Rockmusiker ehrenamtlich in den Stadtjugendring Augsburg ein – und hier nahm seine Karriere ihren Anfang.</p>
<p>Über 12 Jahre hinweg war er Vorsitzender im Stadtjugendring. Eine Tätigkeit, die ihn gut auf seine jetzige Arbeit im Ausschuss für Europaangelegenheiten und als jugendpolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion vorbereitete. „Beide Themen sind ohnehin untrennbar verbunden“, so Förster, „denn Europa ist die Zukunft der Jugend und die Jugend ist die Zukunft Europas.“ Die gemeinsame Kultur sei wichtiger als nationale Grenzen, erklärt er. Jeder dürfe sich trotzdem als Schwabe, Bayer oder Deutscher fühlen und auch Menschen mit Migrationshintergrund sollten auf keinen Fall ihre Kultur vergessen. Migration berge großen Reichtum, der hierzulande zur kulturellen Vielfalt beitragen kann. Genau darin, aus jeder Kultur das Beste herauszunehmen, liege für ihn die Europaidee.</p>
<h3>„Die Flüchtlinge sind eine Chance für Deutschland und Europa.“</h3>
<p>Daher betrachtet Linus Förster die momentane Flüchtlingssituation als politische Herausforderung und nicht als Bedrohung. Gerade finde dazu eine differenzierte Debatte statt, wobei es etliche Nuancen zu beachten gelte. Aus Sicht der SPD gebe es ganz klar eine Asylpflicht und die Frage sei eher, wie am vernünftigsten geholfen werden kann, zum Beispiel auch durch Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung. Oftmals fehle es aber an Geld, wobei auch der sinnvolle Einsatz von Bundesfinanzen eine Rolle spiele. Zum Beispiel habe Augsburg momentan weniger Mittel zur Verfügung als Gersthofen.</p>
<blockquote>
<table style="background-color: transparent;" width="100%">
<colgroup>
<col width="30%" />
<col width="70%" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2016/07/Ausgabe-29_Cover.png" alt="" /></td>
<td><strong>Ausgabe 29: Europa</strong><br />
Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 29 unseres Magazins als E-Paper.</p>
<ul>
<li><a href="http://presstige.org/2016/08/ausgabe-29-europa">Die digitale Version durchblättern</a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/presstige29">Alle Artikel der Ausgabe </a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/SP-europa">Der Schwerpunkt Europa</a></li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<p>Der Umgang mit Flüchtlingen ist ein schwieriges Politikfeld, da viele Interessen aufeinander treffen. Ganz deutlich wird das beim Thema der Wirtschaftsflüchtlinge. In Deutschland liegt die Anerkennungsquote bei null Prozent, in Frankreich sind es neun Prozent. Hier gilt es, die Gründe für solche Unterschiede zu finden. Beispielsweise habe eine Frau, die vor Gewalt in der Ehe flieht, die in Balkanstaaten kulturell akzeptiert wird, in Deutschland keinen anerkannten Asylgrund, da diese Staaten als sicheres Herkunftsland eingestuft sind. Dennoch sei die Unversehrtheit der Frau gefährdet, betont Förster. Das negative Frauenbild in manchen Kulturräumen sorge dafür, dass einige Gemeinden nur Christen und keine Muslime aufnehmen wollen, obwohl es in Deutschland bisher keinerlei Anzeichen für vermehrte Übergriffe durch Flüchtlinge gibt. Dennoch geht Förster davon aus, dass eine kulturelle Debatte folgen werde: „Es wird wohl eine Diskussion geben über Freizügigkeit, Akzeptanz und Toleranz. Aber ich bin der Meinung, dass deutsche Frauen sich hier nicht nach der Kultur derer richten sollten, die zu uns fliehen. Nichts rechtfertigt einen Übergriff auf Frauen, auch nicht ein kurzer Rock. Die Regel ist klar: Wer zu uns flieht, muss unsere Kultur und deren Werte akzeptieren und respektieren, was nicht bedeutet, dass seine Religionsfreiheit dadurch eingeschränkt wird.“</p>
<h3>Gegenseitige Annäherung als gesellschaftliche Herausforderung</h3>
<p>Es bleibe eine große Herausforderung, den Menschen zu erklären, dass sie hier Toleranz und Religionsfreiheit finden, sich aber dennoch an die zentralen Regeln in unserer Kultur halten müssen. Auch in Bezug auf Probleme in der Integration hat Förster in seiner Zeit beim Stadtjugendring wichtige Erfahrungen gemacht: „Die aufklärerischen Ideen, die Europa ausmachen, sollten schon in der Schulbildung vorangetrieben werden. Dazu gehört es nicht nur mit Mädchen, sondern auch mit den Jungs an der Gleichstellung der Geschlechter zu arbeiten.“ Eine große Rolle spiele zudem eine offene Willkommenskultur: „Wenn die Menschen in der Gemeinde begrüßt werden, entstehen gleich die ersten Kontakte. Vielleicht setzen sich Muslime mit dem Christentum auseinander, wenn wir ihnen erklä- ren, dass auch christliche Gebote einer der Gründe für unsere Hilfsbereitschaft sind. Gerade in Augsburg ist Andersgläubigkeit ganz normal, doch der Islam kennt dieses Konzept nicht. Wer etwas anderes glaubt, gilt schlicht als ungläubig. Es ist wichtig, diesen Menschen zu zeigen, dass viele der Helfer in Deutschland sich aufgrund von Werten engagieren, die auch mit ihrem Glauben zu tun haben.“ Dazu gehöre aber ebenso eine gegenseitige Auseinandersetzung mit dem Glauben der anderen. Zu bemerken, wie viele Überschneidungen es zwischen dem Judentum, dem Christentum und dem Islam gebe, sei bereits ein erster Schritt zum gegenseitigen Verständnis.</p>
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		<title>Das perfekte Europa-Dinner</title>
		<link>https://presstige.org/2016/09/das-perfekte-europa-dinner/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Franziska Konrad]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Sep 2016 08:39:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[europa]]></category>
		<category><![CDATA[kochen]]></category>
		<category><![CDATA[menü]]></category>
		<category><![CDATA[presstige#29]]></category>
		<category><![CDATA[rezept]]></category>
		<category><![CDATA[SP-europa]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Europa kocht: Eine Reise durch die vielfältige Küche unseres Kontinents Ist von europäischem Essen die Rede, denkt man automatisch an Klassiker wie Spaghetti, Pizza, Gyros und den guten deutschen Schweinebraten. Doch dass unsere Küche eindeutig mehr zu bieten hat, wollen...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2016/09/das-perfekte-europa-dinner/">Das perfekte Europa-Dinner</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Europa kocht: Eine Reise durch die vielfältige Küche unseres Kontinents</h2>
<figure id="attachment_9108" aria-describedby="caption-attachment-9108" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="wp-image-9108 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2016/09/feta-roh-1200.jpg" alt="feta-roh-1200" width="1200" height="800" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/09/feta-roh-1200.jpg 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/09/feta-roh-1200-400x267.jpg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/09/feta-roh-1200-768x512.jpg 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/09/feta-roh-1200-1024x683.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-9108" class="wp-caption-text">Text &amp; Fotos: Franziska Konrad &amp; Camilla Schulz</figcaption></figure>
<p><strong>Ist von europäischem Essen die Rede, denkt man automatisch an Klassiker wie Spaghetti, Pizza, Gyros und den guten deutschen Schweinebraten. Doch dass unsere Küche eindeutig mehr zu bieten hat, wollen wir euch mit folgendem Menü zeigen.</strong></p>
<h3>Vorspeise à la France: Gebackener Schafskäse mit Tomaten</h3>
<p>Die französische Küche galt bereits in der frühen Neuzeit als einflussreichste Landesküche Europas. Mit diesem leichten, vegetarischen Gericht eröffnen wir euch einen kleinen Einblick in den Süden der Grande Nation.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;"> Zutaten für vier Portionen:</span></p>
<ul>
<li>2 Fleischtomaten</li>
<li>Salz</li>
<li>frisch gemahlener Pfeffer</li>
<li>500g Schafskäse</li>
<li>2 TL Thymian (getrocknet)</li>
<li>1 Zwiebel</li>
<li>4 TL Olivenöl</li>
</ul>
<p>Zuerst wascht ihr die Tomaten, trocknet und schneidet sie in Scheiben. Den Backofen auf 180 Grad Umluft vorheizen. Verteilt nun die Tomatenscheiben auf vier ausreichend großen Bögen Backpapier oder Alufolie, und würzt diese nach Belieben mit Salz und Pfeffer.</p>
<p>Anschließend halbiert ihr den Käse, legt diesen auf die Tomaten und bestreut ihn mit Thymian. Nun die Zwiebeln schälen, in Ringe schneiden und auf dem Käse verteilen. Faltet die Folie zu einem Päckchen zusammen und backt diese für zehn Minuten im vorgeheizten Ofen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-9109 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2016/09/feta-1200.jpg" alt="feta-1200" width="1200" height="800" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/09/feta-1200.jpg 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/09/feta-1200-400x267.jpg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/09/feta-1200-768x512.jpg 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/09/feta-1200-1024x683.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Hauptspeise aus dem hohen Norden : Köttbullar mit Kartoffelpüree und Preiselbeeren</h3>
<p>Die traditionellen schwedischen Fleischbällchen sind bei uns vor allem durch den gelb-blauen Möbelgiganten bekannt geworden. Entgegen der Schreibweise werden sie übrigens „Schöttbüllar“ ausgesprochen.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Zutaten für 50 Köttbullar:<br />
</span></p>
<ul>
<li>200 g Kartoffeln</li>
<li>Salz</li>
<li>120 g Zwiebeln</li>
<li>5 Stiele Petersilie</li>
<li>20 g Butter</li>
<li>500 g Rinderhack</li>
<li>1 Ei</li>
<li>6 EL Schlagsahne</li>
<li>3 EL Semmelbrösel</li>
<li>Pfeffer</li>
<li>4 EL Öl</li>
<li>Preiselbeergelee</li>
</ul>
<blockquote>
<table style="background-color: transparent;" width="100%">
<colgroup>
<col width="30%" />
<col width="70%" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2016/07/Ausgabe-29_Cover.png" alt="" /></td>
<td><strong>Ausgabe 29: Europa</strong><br />
Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 29 unseres Magazins als E-Paper.</p>
<ul>
<li><a href="http://presstige.org/2016/08/ausgabe-29-europa">Die digitale Version durchblättern</a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/presstige29">Alle Artikel der Ausgabe </a></li>
<li><a href="http://presstige.org/tag/SP-europa">Der Schwerpunkt Europa</a></li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<p>Als Erstes wascht ihr die Kartoffeln und kocht sie  30 Min. in Salzwasser.  Anschließend die Zwiebeln in feine Würfel schneiden. Petersilienblätter abzupfen und fein hacken. 10 g Butter erhitzen, die Zwiebeln darin dünsten und abkühlen lassen. Kartoffeln abgießen, pellen und abkühlen lassen.</p>
<p>Im nächsten Schritt Kartoffeln durch die Kartoffelpresse zum Rinderhack drücken (alternativ mit der Gabel). Zwiebeln, Petersilie, Ei, Sahne und Brösel zugeben und gut durchkneten. Kräftig mit Salz und Pfeffer würzen.</p>
<p>Jetzt formt ihr etwa 50 kleine Fleischklößchen, legt sie auf ein Backblech und stellt sie eine Stunde im Kühlschrank kalt. (Währenddessen kann mit dem Kartoffelpüree angefangen werden. )</p>
<p>Restliche Butter mit dem Öl in einer Pfanne erhitzen. Die Fleischklößchen darin von allen Seiten anbraten (Kleiner Tipp: die Pfanne ständig rütteln, damit die Klößchen im heißen Fett herumrollen und ihre Form behalten.) Nach dem Braten lasst ihr sie auf einem Küchenpapier abtropfen. Typisch schwedisch mit Preiselbeergelee und Kartoffelpüree servieren.</p>
<p>Für das Kartoffelpüree müsst ihr 800 g Kartoffeln schälen, grob würfeln, waschen und 25 Min. in Salzwasser zugedeckt kochen. Kartoffeln abgießen und gut ausdampfen lassen. Kocht nun 120 ml Vollmilch in einem Topf auf und lasst 2 El Butter darin schmelzen.</p>
<p>Anschließend drückt ihr die Kartoffeln zweimal durch die Kartoffelpresse (alternativ mit der Gabel).  Die Milchmischung zugeben, mit Salz, Pfeffer und frisch geriebener Muskatnuss würzen und schließlich mit einem Schneebesen cremig rühren.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-9110 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2016/09/köttbullar1200.jpg" alt="koettbullar1200" width="1200" height="800" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/09/köttbullar1200.jpg 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/09/köttbullar1200-400x267.jpg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/09/köttbullar1200-768x512.jpg 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/09/köttbullar1200-1024x683.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></p>
<h3>Dessert aus der britischen Landküche: Fruchtiger Crumble</h3>
<p>Der Streuselkuchen ohne Boden entstand während des zweiten Weltkrieges in England. Als Mehl, Zucker und Butter knapp waren, wurde der Teigboden einfach weggelassen.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Zutaten für vier Portionen:</span></p>
<ul>
<li>600 g Äpfel ( variierbar mit Früchten eurer Wahl)</li>
<li>70 g Zucker</li>
<li>1 EL Zitronensaft</li>
<li>120 g Mehl</li>
<li>1 TL Zimt</li>
<li>80 g Butter</li>
</ul>
<p>Zuerst fettet ihr eine Auflaufform gut ein. Nun die Äpfel schälen und in mundgerechte Stücke schneiden. Diese mit einem EL Zucker und dem Zitronensaft vermischen und in die Form geben.</p>
<p>Für die Streusel den restlichen Zucker mit Mehl, Zimt und Butter zu Streuseln kneten. Diese auf den Äpfeln verteilen und bei 200 Grad Ober-Unterhitze für 30 Min. im Ofen backen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-9111 size-full" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2016/09/crumble-1200.jpg" alt="crumble-1200" width="1200" height="800" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/09/crumble-1200.jpg 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/09/crumble-1200-400x267.jpg 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/09/crumble-1200-768x512.jpg 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/09/crumble-1200-1024x683.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></p>
<p>Bon appétit ! Njut av din måltid ! Enjoy your meal !</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2016/09/das-perfekte-europa-dinner/">Das perfekte Europa-Dinner</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>Mit eigenen Regeln ins fremde Kloster?</title>
		<link>https://presstige.org/2016/08/eigene-regeln-im-fremden-kloster/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Yevgeniya Isakov]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Aug 2016 13:31:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[flüchtlinge]]></category>
		<category><![CDATA[integration]]></category>
		<category><![CDATA[presstige#29]]></category>
		<category><![CDATA[SP-europa]]></category>
		<category><![CDATA[sprache]]></category>
		<category><![CDATA[zuwanderung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie Sprache die Integration erleichtert und welche Grenzen sie aufzeigt Was erwartet Einwanderer und worauf kann sich die aufnehmende Gesellschaft einstellen? Ein wichtiges Thema ist dabei der Spracherwerb – eine große Herausforderung, der sich sowohl Ein- als auch Auswanderer stellen...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Wie Sprache die Integration erleichtert und welche Grenzen sie aufzeigt</h2>
<figure id="attachment_9085" aria-describedby="caption-attachment-9085" style="width: 1198px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-9085" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2016/08/Grafik_Zukunft-in-der-Fremde_online_1200x.png" alt="Text: Yevgeniya Isakov – Illustration: Isabell Beck" width="1198" height="847" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/08/Grafik_Zukunft-in-der-Fremde_online_1200x.png 1198w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/08/Grafik_Zukunft-in-der-Fremde_online_1200x-400x283.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/08/Grafik_Zukunft-in-der-Fremde_online_1200x-768x543.png 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/08/Grafik_Zukunft-in-der-Fremde_online_1200x-1024x724.png 1024w" sizes="(max-width: 1198px) 100vw, 1198px" /><figcaption id="caption-attachment-9085" class="wp-caption-text">Text: Yevgeniya Isakov – Illustration: Isabell Beck</figcaption></figure>
<p><strong>Was erwartet Einwanderer und worauf kann sich die aufnehmende Gesellschaft einstellen? Ein wichtiges Thema ist dabei der Spracherwerb – eine große Herausforderung, der sich sowohl Ein- als auch Auswanderer stellen müssen. Wie realistisch sind ihre Chancen die neue Sprache in der vorgegebenen Zeit zu erlernen und was wird von ihnen erwartet? Ein Erfahrungsbericht. </strong></p>
<p>Es war eine fremde Sprache, ich kannte sie nicht. Sie verbreitete Furcht und gleichzeitig Neugier. So hat es sich für mich angefühlt auszuwandern: Ich war voller Angst vor dem Unbekannten und gleichzeitig gespannt auf das Leben, das mich in einem noch „fremden“ Land erwartete. Als Kind ist diese Neugier so groß, dass sie die Angst zähmt. Doch wie fühlt sich das Auswandern als Erwachsener an? Wenn ich mir meine Eltern und meinen Freund ansehe, die alle im Erwachsenenalter ausgewandert sind, stelle ich viele Probleme fest, die ich nicht hatte.</p>
<h3>Teilhabe durch Sprache</h3>
<p>Meine Mutter hatte eine leitende Stelle in Usbekistan aufgegeben und musste in Hamburg ganz neu anfangen. Sie hat sich wieder hochgearbeitet. Doch als ich sie kürzlich gefragt habe, ob sie sich in ihrem Beruf verwirklichen kann, hat mich ihre Antwort erstaunt. „Natürlich nicht“, sagte sie. „Ich mag meinen Beruf, ich mag meinen Arbeitsplatz, aber ich werde mich nie verwirklichen können, wenn ich mich nicht ausdrücken kann.“ Damit spricht sie das größte Problem erwachsener Ein-und Auswanderer an: die Sprache. Nicht ohne Grund macht der Spracherwerb den größten Teil von Integrationskursen aus. Der „Orientierungskurs“ in Augsburg, der für „Neuzugewanderte Ausländerinnen und Ausländer“ verpflichtend ist, besteht unter anderem aus 600 Unterrichtsstunden, die allein der deutschen Sprache gewidmet sind. Damit soll erreicht werden, dass Neuzugewanderte sowohl am institutionellen System als auch am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.</p>
<h3>Unrealistische Erwartungen</h3>
<p>Schon das Ansetzen des Levels B1 für den erfolgreichen Kursabschluss zeigt jedoch, wie hoch die Erwartungen an die Teilnehmer sind. Einem Gutachten zufolge, das die Bundeszentrale für politische Bildung 2007 veröffentlicht hat, erreicht nur die Hälfte der Teilnehmer diese Stufe innerhalb von 600 Stunden. Dabei seien die größte Herausforderung bildungsferne Zuwanderer. Sind diese Erwartungen also überhaupt realistisch? Die grob geschätzte Rechnung von Sprachheld, einem Online-Portal zum Erlernen von Fremdsprachen für deutsche Muttersprachler, lautet „100 Stunden sprechen, 500 Stunden hören und 200 Stunden Vokabeln lernen“. Die Zahlen variieren zudem danach, wie viele Unterschiede die Muttersprache zur Fremdsprache aufweist. Das heißt, für z.B. russische, chinesische und arabische Einwanderer werden die Zahlen mit großer Wahrscheinlichkeit höher liegen, weil sogar das lateinische Alphabet Neuland für sie ist. Daraus geht die Frage hervor, ob man den Spracherfolg als Maßstab für den Integrationswillen nehmen darf. Eine andere Frage lautet, inwieweit die Aufnahmegesellschaft den Neuzugewanderten entgegen kommen muss. Zum einen kann Integration nur gelingen, wenn die Einwanderer sich integrieren wollen und bereit sind viel Zeit in das Erlernen einer neuen Kultur und Sprache zu investieren. Auf der anderen Seite muss eine Gesellschaft, die Zuwachs bekommt, offen und geduldig gegenüber den Menschen sein, die diese Anstrengungen auf sich nehmen wollen.</p>
<blockquote>
<table style="background-color: transparent;" width="100%">
<colgroup>
<col width="30%" />
<col width="70%" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2016/07/Ausgabe-29_Cover.png" alt="" /></td>
<td><strong>Ausgabe 29: Europa</strong><br />
Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 29 unseres Magazins als E-Paper.</p>
<ul>
<li><a href="http://presstige.org/2016/08/ausgabe-29-europa">Die digitale Version durchblättern</a></li>
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<li><a href="http://presstige.org/tag/SP-europa">Der Schwerpunkt Europa</a></li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<h3>Kommunikation ist der Schlüssel</h3>
<p>Natürlich ist es wichtig, den „Rahmen“ abzustecken. Im Russischen gibt es ein Sprichwort, das ich aus meiner Erfahrung nur bestätigen kann: „Man kommt nicht mit seinen Regeln ins fremde Kloster.“ Manche Einwanderer möchten diese Regel nicht beherzigen. Diejenigen, die es tun, stoßen trotzdem manchmal auf Schwierigkeiten und Unverständnis seitens der aufnehmenden Gesellschaft. Doch was ist die Lösung? Wie gelingt Integration? Der Anfang jedes Miteinanders ist die Kommunikation. Die Kommunikation durch Gestik, die Kommunikation durch Mimik, in verschärfter Weise auch die Kommunikation durch Strafen, wenn gegen nichtverhandelbare Gesetze im „eigenen Kloster“ verstoßen wird. Doch das Kommunikationsmittel, das am besten einen Dialog schaffen kann, bleibt die Sprache. Um sie zu erlernen, muss man sie sprechen. Und um sie zu sprechen, braucht es Menschen. In Deutschland haben wir viele Menschen – Menschen die Deutsch sprechen und Menschen die es versuchen. Also lasst sie doch einfach reden!</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2016/08/eigene-regeln-im-fremden-kloster/">Mit eigenen Regeln ins fremde Kloster?</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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		<title>„Kein Interesse an einer Beziehung zu einem Iren“</title>
		<link>https://presstige.org/2016/08/interview-erasmus-liebe/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Maria-Luisa Huber]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Aug 2016 08:01:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[erasmus]]></category>
		<category><![CDATA[europa]]></category>
		<category><![CDATA[interview]]></category>
		<category><![CDATA[presstige#29]]></category>
		<category><![CDATA[SP-europa]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Interview mit einem Augsburger Erasmuspärchen Erasmus, als Programm zum kulturellen Austausch in Europa, führt in vielen Fällen zu mehr als nur Wissenserwerb und Auslandserfahrung. So wie bei Anne(25)* und Peter (23)*: Die beiden lernten sich kennen, als Anne ein Auslandssemester...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2016/08/interview-erasmus-liebe/">„Kein Interesse an einer Beziehung zu einem Iren“</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Interview mit einem Augsburger Erasmuspärchen</h2>
<figure id="attachment_9064" aria-describedby="caption-attachment-9064" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-9064" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2016/08/Interviwe_Erasmus_1200.png" alt="Foto &amp; Text: Maria-Luisa Huber" width="1200" height="900" srcset="https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/08/Interviwe_Erasmus_1200.png 1200w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/08/Interviwe_Erasmus_1200-400x300.png 400w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/08/Interviwe_Erasmus_1200-768x576.png 768w, https://presstige.org/wp-content/uploads/2016/08/Interviwe_Erasmus_1200-1024x768.png 1024w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-9064" class="wp-caption-text">Foto &amp; Text: Maria-Luisa Huber</figcaption></figure>
<p><strong>Erasmus, als Programm zum kulturellen Austausch in Europa, führt in vielen Fällen zu mehr als nur Wissenserwerb und Auslandserfahrung. So wie bei Anne(25)* und Peter (23)*: Die beiden lernten sich kennen, als Anne ein Auslandssemester in Irland absolvierte. Nun sind sie seit zwei Jahren in einer Beziehung und wirken noch wie frisch verliebt. Im Interview mit presstige sitzen sie eng zusammen und sehen sich oft in die Augen, während sie uns lachend von den Besonderheiten eines Erasmuspärchens erzählen. </strong></p>
<p><em><strong>presstige: Anne, wie bist du dazu gekommen ein Erasmussemester in Irland zu machen?</strong></em></p>
<p>Anne: Ich wollte schon immer am Erasmusprogramm der Uni teilnehmen. Dabei war mir wichtig, an einem Ort zu studieren, an dem ich mein Englisch aufbessern kann. Drei Jahre zuvor war ich bereits zum Urlaub in Dublin gewesen. Weil mir die Stadt so gut gefiel und mein Lehrstuhl in Irland einen Studienplatz frei hatte, fiel meine Wahl auf Dublin.</p>
<p><em><strong>Wann und wie habt ihr euch dort kennengelernt? </strong></em></p>
<p><em><strong>Peter</strong></em>: Wir haben uns das erste Mal im Herbst 2012 in meiner Heimat in Maynooth kennengelernt. Anne: Ich studiere Lehramt mit Hauptfach Religion. Als ich mein Auslandssemester in Irland gemacht habe, sind wir uns auf religiösen Besinnungstagen zum ersten Mal begegnet. Zufälligerweise fanden die Besinnungstage in jenem Wohnheim statt, in dem damals Peter wohnte.</p>
<p><em><strong>War es Liebe auf den ersten Blick? </strong></em></p>
<p><em><strong>Peter</strong></em>: Anne hat mir sofort gefallen und ich habe mir auch gleich viel Mühe gegeben, um ihr zu imponieren.</p>
<p><em><strong>Anne</strong></em>: Also bei mir war es eher Liebe auf den zweiten Blick (lacht). Bei unserem ersten Treffen fand ich ihn recht uninteressant.</p>
<p><em><strong>Peter</strong></em>: Obwohl mich Anne anfangs nicht mochte, wollte ich mich unbedingt mal mit ihr treffen. Deswegen habe ich ihr eine Facebook-Freundschaftsanfrage geschickt, was zunächst zu nichts geführt hat (lacht).</p>
<p><em><strong>Anne</strong></em>: Erst als wir uns ein zweites Mal auf weiteren Besinnungstagen getroffen haben, habe ich ihm doch noch meine Nummer gegeben. Es hat aber lange gedauert, bis wir ein richtiges Paar geworden sind.</p>
<p><em><strong>Wieso hat es denn so lange gedauert? </strong></em></p>
<p><em><strong>Anne</strong></em>: Ach, ich hatte einfach keinerlei Interesse an einer Beziehung zu einem Iren.</p>
<p><em><strong>Peter</strong></em>: Danke (lacht)!</p>
<p><em><strong>Anne</strong></em>: Nein, ich meine damit, dass ich keine Lust auf eine Fernbeziehung hatte. Für mich stand schon immer fest, dass ich nach sechs Monaten nach Deutschland zurückfliegen werde, um dort mein Studium zu beenden. Zwar war das Auslandssemester in Belfast eine tolle Erfahrung, aber es war einfach nie mein Plan gewesen, dort zu bleiben. Deshalb und weil ich eine Fernbeziehung zu Peter einfach nicht wollte, war Peter damals einfach keine Option für mich.</p>
<p><em><strong>Peter</strong></em>: Wir hatten eine schöne gemeinsame Zeit in Irland, aber wir wollten beide keine komplizierte Fernbeziehung danach führen. Uns wäre es zu stressig gewesen, ständig miteinander zu skypen und uns nur im Abstand von einigen Wochen zu sehen.</p>
<p><em><strong>Habt ihr den Kontakt zueinander nach dem Auslandssemester dann abgebrochen? </strong></em></p>
<p><strong><em>Peter</em></strong>: Ja, wir haben es probiert (lacht).</p>
<p><em><strong>Anne</strong></em>: Es ist uns sehr schwer gefallen, aber wir hatten anfangs wirklich keinen Kontakt zueinander. Etwa einen Monat nachdem ich wieder in Augsburg war, begannen wir immer mal wieder zu telefonieren. Nach einem halben Jahr hab ich ihn dann spontan gefragt, ob er nicht Lust hätte, mich für zwei Wochen in Deutschland zu besuchen. Er kam und wir wurden schließlich doch noch ein Paar (lacht).</p>
<blockquote>
<table style="background-color: transparent;" width="100%">
<colgroup>
<col width="30%" />
<col width="70%" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td><img decoding="async" style="width: 100%; heigth: auto;" src="http://presstige.org/wp-content/uploads/2016/07/Ausgabe-29_Cover.png" alt="" /></td>
<td><strong>Ausgabe 29: Europa</strong><br />
Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 29 unseres Magazins als E-Paper.</p>
<ul>
<li><a href="http://presstige.org/2016/08/ausgabe-29-europa">Die digitale Version durchblättern</a></li>
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<li><a href="http://presstige.org/tag/SP-europa">Der Schwerpunkt Europa</a></li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<p><em><strong>Peter, du bist dann bald darauf aus Liebe zur Anne nach Augsburg gezogen. War es einfach für dich hier Fuß zu fassen? </strong></em></p>
<p><em><strong>Peter</strong></em>: Nach meinem College hatte ich Lust, in Augsburg bei Anne zu wohnen. Etwas unvorbereitet und spontan bin ich dann hierher geflogen (lacht). Bei meiner Ankunft in Augsburg konnte ich weder einen deutschen Satz sprechen, noch hatte ich irgendwelches Geld dabei. Aber dafür hatte ich verdammt viel Glück! Schon am ersten Tag habe ich einen Job im Irish Pub gefunden und bald darauf bin ich sogar Lehrer an einer Sprachschule geworden, an der ich auch Deutsch gelernt habe.</p>
<p><em><strong>Vermisst du Irland? </strong></em></p>
<p><em><strong>Peter</strong></em>: Ja, am meisten fehlt mir meine Familie. Es gibt aber auch andere Dinge, die ich an Irland vermisse.</p>
<p><em><strong>Welche? </strong></em></p>
<p><em><strong>Peter</strong></em>: Na, den irischen Humor natürlich (lacht).</p>
<p><em><strong>Sind in eurer Beziehung irgendwelche kulturellen Unterschiede spürbar? </strong></em></p>
<p><em><strong>Anne</strong></em>: Oh ja! Peter kommt, wie viele Iren, oft zu spät und kann einfach nicht Nein sagen. Er ist immer freundlich und höflich, auch wenn er jemanden nicht mag.</p>
<p><em><strong>Peter</strong></em>: Ja, ihr Deutschen seid mir manchmal einfach zu direkt und ehrlich. Hier gibt es auch ständig Regeln, an die man sich streng halten muss. Zum Beispiel Pünktlichkeit (verdreht die Augen).</p>
<p><em><strong>Zum Schluss: welche Ratschläge habt ihr für andere frischverliebte Erasmuspärchen? </strong></em></p>
<p><em><strong>Peter</strong></em>: Es ist immer spannend, eine Beziehung mit jemandem zu führen, der aus einem anderen Kulturkreis stammt und andere Traditionen pflegt. Manchmal sind es aber auch genau die unterschiedlichen Sichtweisen, die zu Konflikten führen. Mein Tipp ist es, in solchen Situationen Verständnis für den Partner zu zeigen.</p>
<p><em><strong>Anne</strong></em>: Ich finde, dass sich Zukunftspläne mit einem ausländischen Partner immer schwieriger gestalten, als bei Paaren mit derselben Herkunft. Bei uns stellt sich nämlich oft die Frage: Wo geht es als nächstes hin und kommst du mit? Peter möchte beispielsweise noch einmal studieren, er weiß aber noch nicht genau wo, ob in Deutschland oder in Irland, und ich werde nächstes Jahr für ein Semester nach Namibia fliegen. Man muss einfach bereit sein, für die Liebe Opfer zu bringen. Auch wenn das bedeutet, in ein anderes Land zu ziehen.</p>
<p><em>* Namen von der Redaktion geändert.</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://presstige.org/2016/08/interview-erasmus-liebe/">„Kein Interesse an einer Beziehung zu einem Iren“</a> erschien zuerst auf <a href="https://presstige.org">presstige – Das Augsburger Hochschulmagazin</a>.</p>
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