Nachgefragt: Auslandsaufenthalt

Drei Jahre Projektleitung in Singapur und vier Fremdsprachen fließend. Und das alles mit 26. Von Hochschulabsolventen wird heute zuweilen ein wenig mehr erwartet. Stefan von der FH Augsburg war als Austauschstudent in Basel, weshalb er nun fast perfekt Schwyzerdütsch spricht.

Von J. Jessen, A. Wagner, J. Stanzl

presstige: Du warst zwei Semester als Student der „Visuellen Kommunikation“ in Basel, obwohl die FH Augsburg die Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel (HGK) nicht als Partnerschule hat. Warum?

Stefan: Ich hab mich im 3. Semester dazu entschlossen ins Ausland zu gehen. Bei der Typographischen Gesellschaft in München (TGM) hat Prof. Michael Renner, Leiter der Visuellen Kommunikation der HGK, einen Vortrag gehalten und Arbeiten der Studenten gezeigt. Da diese interaktiven Programme, mit Schwerpunkt Gestaltung, genau das waren, was mich interessiert hat, konnte ich gar nicht anders, als mich dort zu bewerben. Da es noch keinen Sokrates-Vertrag zwischen der HGK Basel und der FH Augsburg gibt, war die Organisation etwas aufwendiger. Da Basel aber schnell zu erreichen ist, kann man sich die HGK vorher schon mal ansehen. Auch die Wohnungssuche ist über das Internet sehr einfach gewesen.

presstige: Musstest du Studiengebühren zahlen?

Stefan: Eigentlich betragen die Studiengebühren für Austauschstudenten aus der näheren Umgebung 700 Franken pro Semester, für das weitere Ausland noch mehr. Da ich aber aus Augsburg kam, musste ich nichts bezahlen.
(Erläuterung: Da Augsburg nicht weit entfernt von Basel liegt, behandelt man Gaststudenten aus der Fuggerstadt, als kämen sie aus einem anderen Schweizer Kanton. So dürfen sie gebührenfrei studieren.)

presstige: Welche Erfahrungen hast du bei dem Studium in der Schweiz gemacht?

Stefan: Die Schule hat viel mehr Geld zur Verfügung. Das hat direkte Auswirkungen auf das Studium. Man macht Exkursionen, man bekommt Zuschüsse für Projekte, und die Bücher die man braucht, werden einem bezahlt. Außerdem sind die Klassen kleiner. Das schafft eine gute Arbeitsatmosphäre, und die Betreuung ist dadurch besser als in Deutschland.

presstige: Wurden deine Kurse in Augsburg anerkannt?

Stefan: Eigentlich wurde alles anerkannt, aber es hat ziemlich lange gedauert. Mittlerweile gibt es ein Formular, das macht die Prozedur um einiges einfacher.

presstige: Ist es teuer, in der Schweiz zu wohnen?

Stefan: Ich habe auf der deutschen Seite von Basel in einer Zweier-WG gewohnt. Die Mieten sind ungefähr so hoch wie in Augsburg.

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